Du findest hier Gedanken, Informationen und Geschichten aus meinem persönlichen Alltag. Ich liebe positive Anregungen, um tiefer ins Leben einzutauchen und die Seele zu streicheln. Think outside the box!

Die Welt wartet darauf, dass du endlich anfängst!

„Warum tust du dir das an?“

Seit bekannt ist, dass ich einen Marathon laufen will, ist das die häufigste Frage, die mir gestellt wird. 42,195 Kilometer. Unvorstellbar. Warum tue ich mir nur so ein Martyrium an?

„Weil ich es will“, ist meine knappe Antwort.

Natürlich steckt viel mehr dahinter, als diese vier Wörter. In fünf Teilgeschichten bringe ich euch näher, was mit diesem Satz wirklich gemeint ist. Das Besondere daran: Ihr erfahrt die Geschichte nicht nur von meinem Standpunkt aus, sondern auch von einem Außenstehenden. Mein Bruder Markus bringt einen erfrischenden Perspektivenwechsel dazu (kursiv dargestellt), wofür ich mich herzlich bedanke. Viel Spaß beim Lesen!

Angefangen hat alles mit einer kleinen Bemerkung in meine Richtung: „Eigentlich bist du ziemlich faul.“ Ich habe es nicht verstanden, da mein Alltag vollgestopft ist mit Terminen, sei es nun privat oder beruflich. Faul? Eigentlich bin ich das nicht. Plötzlich durchfährt es mich wie ein Blitz: Bezogen auf meine sportlichen Aktivitäten stimmt es tatsächlich. Ich bin faul! Der Satz löst etwas aus in mir. Ein Zeichen, dass ich etwas ändern soll. Aber was?

Irgendwann denke ich mir: Warum nicht einfach zum Joggen anfangen? Wie in dem Film „Forrest Gump“, wo der Hauptdarsteller quer durch Amerika gelaufen ist. Ohne einen bestimmten Grund. Muss eigentlich immer alles einen Grund haben? Bei mir ist es auch so. Da ich noch nie ein echter Läufer gewesen bin, kaufe ich mir neue Laufschuhe, dann beginne ich meine sportliche Aktivität. Raus aus der Komfortzone, meiner Seele neue Nahrung verschaffen. Mal schauen, was passiert!

„Jobs füllen deine Brieftasche. Abenteuer füllen deine Seele“

Der Geist ist willig, der Körper aber schwach. Schon nach ersten Trainingskilometern muss ich das schmerzlich zur Kenntnis nehmen und kämpfe mit Muskelkrämpfen. Mein Körper ist mit der Belastung nicht vertraut, ich muss einige Zeit kämpfen. Aber es wird besser, nach ein paar Läufen hat sich mein Bewegungsapparat an das Joggen gewöhnt und ich kann es genießen. Bald schaffe ich zehn Kilometer und bin stolz darauf. Dann kommt der Zeitpunkt: Was will ich erreichen?

Immer wieder schießen mir Gedanken durch den Kopf: Marathon! Marathon! Marathon! Warum eigentlich nicht? Spontan beschließe ich, diese Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Ich habe noch gar nicht richtig angefangen, als mir schon erster Gegenwind entgegenbläst. „Warum tust du dir das an?“, „Warum macht man so etwas?“, „Das kann nicht gesund sein!“, „Man braucht eine professionelle Vorbereitung, sonst wird das sowieso nichts!“ Ich weiß nicht einmal selbst, warum ich dieses Projekt in die Tat umsetzen will. Es ist ein kleiner Funke in meinem innersten Kern, der mir keine Ruhe lässt. Obwohl ich für mein Vorhaben belächelt werde, mache ich weiter.

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du“ (Mahatma Gandhi)

Nach den ersten Internetrecherchen von Laufprofis, die unzählige Trainingspläne parat haben, bekomme ich einen Knacks. Den zeitlichen Aufwand, den alle betreiben, kann ich niemals durchhalten! Zwei Optionen: Entweder ich lasse das Projekt sausen oder ich mache es auf meine Art. Ich beschließe, eigene Erfahrungen in der Welt des Laufsports zu machen und erstelle mir meinen persönlichen Trainingsplan. Unterm Strich ist er einfach gestrickt: So lange laufen, bis ich eine Distanz locker schaffe, dann einfach die Kilometeranzahl weiter in die Höhe schrauben. Ich habe pro Woche zwei Läufe geplant, mehr gibt der Alltag für mein neues Hobby nicht her. In einem halben Jahr will ich so weit sein, einen ganzen Marathon zu laufen.

Zu dieser Zeit ist mir die Tragweite der Entscheidung noch nicht bewusst. Es folgt eine Reise voller Höhen und Tiefen, garniert mit vielen magischen Momenten.

Mit hoffnungsvollen Grüßen,

Bernhard

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Kommentar Markus:

„Warum tut er sich das an?“

Diese Frage habe ich mir nicht das erste Mal gestellt.

„Warum geht er einem Full-Time Job nach, spielt vereinsmäßig Fußball, trainiert Jugendspieler, baut ein Haus und kümmert sich um die Familie. Und das alles zur gleichen Zeit!“

Ja und natürlich: „Warum möchte er einen Marathon laufen?“

Bernhard war immer schon derjenige von uns drei Brüdern, der, wenn er sich etwas vorgenommen hat, es auch durchgezogen hat. Möglicherweise hat er diese Stärke aus seiner ruhigen Art mitgenommen. Als Sandwich-Kind, dem großen Bruder nacheifernd, und dem kleinen Bruder (also ich), der aufbrausend von hinten nachkam, hat er aus seiner zurückgezogenen und ruhigen Art eine besondere Stärke entwickelt.

Als er mir vom Projekt Marathon erzählt hat, habe ich mir eigentlich nicht viel dabei gedacht. Ich habe es eher belächelt, wobei ich dann doch wusste, dass er es durchziehen wird, so wie immer! Und welchen Einfluss sein Marathon Projekt auf mich hatte, das folgt demnächst. Nur kurz, es hat auch mit Laufen zu tun 😉