Ellen von Unwerth -– Ein Waisenkind wird zur berühmten Fotografin

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Ellen von Unwerth wurde 1954 in Frankfurt am Main (Deutschland) geboren. Ihre Kindheit war geprägt von dem frühen Verlust ihrer Eltern und einem Leben zwischen Waisenhäusern und Pflegeeltern. In dieser schwierigen Zeit flüchtete sie sich oft in Märchenbücher und verkroch sich in Fantasiewelten. Sie träumte davon, einmal in einem Zirkus tätig zu sein, wo sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnte. In der Schule bekam sie durch ihre ausschweifenden Träumereien ständig Probleme, trotzdem meisterte sie ihren Schulabschluss. Im Alter von 16 Jahren übersiedelte Ellen von Unwerth schließlich nach München, wo sie in einer Kommune (Lebensgemeinschaft) unterkam und verschiedene Gelegenheitsjobs annahm.

Ellen von Unwerth: „„Ich habe schwere Zeiten durchgemacht““

Ellen von Unwerth versuchte nun ihren großen Kindheitstraum zu verwirklichen und ergatterte eine Anstellung im berühmten Zirkus Roncalli. In dieser Fantasiewelt fühlte sie sich wohl, sie arbeitete hier als Nummerngirl und als Clownsassistentin. Sie liebte die Shows und die Akrobaten, welche innerhalb kürzester Zeit das Publikum in ihren Bann zogen. Als sie eines Tages während eines Gelegenheitsjobs bei einem Fotoshooting der großen deutschen Jugendzeitung „Bravo“ mitwirkte, waren viele Leute begeistert von ihrer enormen Ausstrahlungskraft. Darunter war auch der Chef der berühmten Modelagentur „Elite“, welcher Ellen von Unwerth sofort unter Vertrag nahm und sie zu einem Model formte. Bald erhielt sie bereits wichtige Modeljobs, Ellen von Unwerth konzentrierte sich nun ganz auf ihre Karriere als Model, da sie sich finanziell absichern konnte.

Ellen von Unwerth stieg zu einem echten Superstar in dieser Branche auf und war international eines der gefragtesten Topmodels. Obwohl sie sehr erfolgreich war, fand sie bei dieser Arbeit keine wirkliche Erfüllung. Ständig musste sie vor der Kamera in eiserner Disziplin ausharren und durfte sich nicht entsprechend bewegen. Diese oft sehr strengen Auflagen der Fotografen machten ihr schwer zu schaffen, sie spürte große Frustration und eine innere Leere. Ellen von Unwerth wollte ihre Lebensfreude darstellen, sich übertrieben inszenieren und damit außergewöhnliche Fotos fabrizieren. Durch diese Ansicht kam es oft zu Reibereien mit renommierten Fotografen, da sie ihre Ideen auch bei den Fotoshootings umsetzen wollte.

Ellen von Unwerth: „„Ich wollte immer Blödsinn machen und Spaß haben““

Während einer Modekampagne in Kenia (Afrika) borgte sich Ellen von Unwerth spontan eine Kamera von einem Fotografen aus und begann, kenianische Kinder vor Ort zu fotografieren. Diese Aufnahmen waren so außergewöhnlich, dass sie tatsächlich von einem großen Modemagazin veröffentlicht wurden. In ihr reifte nun der feste Entschluss, selbst Fotografin zu werden, da sie hier ihre ganze Fantasie umsetzen konnte, so wie sie es immer wollte. Obwohl sie nie eine entsprechende Ausbildung zur Fotografie hatte, brachte sie sich alle Grundlagen selbst bei. Sie nutzte ihre Kontakte als Model und erhielt dadurch erste Aufträge. Sie hatte ein gutes Gespür für Talente und wählte eines Tages ein junges Mädchen aus, welches sie sofort faszinierte. Durch diese Fotoaufnahmen verschaffte sie nicht nur Claudia Schiffer den Durchbruch, sondern sie brachten auch ihre Karriere als Fotografin ins Rollen.

Ellen von Unwerth nutzte intensiv ihre Erfahrungen, welche sie seinerzeit im Zirkus und später als Model sammeln konnte. Bei ihren Fotoshootings erschuf sie Fantasiewelten, wo sie Vergnügen mit verführerischer Erotik kombinierte. Strenge Posen gehörten nun der Vergangenheit an, sie rückte die Unbekümmertheit und die Lebendigkeit ihrer Fotomodelle in den Vordergrund. Mit ihrer lockeren Einstellung unterschied sie sich außerdem von den meisten Fotografen. Sie versuchte immer mit viel Witz fröhliche Laune am Set zu verbreiten, damit sich alle Mitarbeiter wohlfühlten. Die Models dankten es ihr mit fantastischen Fotos, welche auf der ganzen Welt gut ankamen. Mit dieser Stilrichtung ging sie ihren ganz eigenen Weg und stieg so zu einer der berühmtesten Fotografin der Welt auf. Zu ihrer Kundschaft gehörten bereits internationale Topmodels wie Kate Moss, Naomi Campbell oder Eva Herzigová. Aber auch Weltstars wie Madonna, Rihanna oder Britney Spears ließen sich schon voller Begeisterung von ihr ablichten.

Ellen von Unwerth hatte für die Kreativität und Fantasie eine besondere Gabe. Ihr Erfolgsgeheimnis aber war, an diese Fähigkeiten zu glauben und sie in verschiedensten Formen umzusetzen. Das einstige Showgirl vom Zirkus fand so in der Fotografie ihre große Bestimmung.

Ellen von Unwerth: „“Verlasst euch auf eure Persönlichkeit. Mutig muss man sein, man muss etwas riskieren wollen““

Nina Wortmann – Das Model im Rollstuhl

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Nina Wortmann wurde am 08.09.1980 in der Stadt Coesfeld (Deutschland) geboren und absolvierte erfolgreich die Schulausbildung. Nachdem sie eine Ausbildung zur Forstwirtin aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste, begann sie nach einer kurzen Babypause eine zweite Ausbildung als Ergotherapeutin. Am 12.04.2003 sollte sich das Leben von Nina Wortmann aber für immer verändern, als sie mit ihrem kleinen Kind einen folgenschweren Autounfall hatte. Wie durch ein Wunder war ihrer Tochter nichts passiert, aber sie kam nicht so glimpflich davon.

Nina Wortmann: „“Auf einmal war alles anders““

Nina Wortmann erlitt eine Form der Querschnittlähmung, wo sowohl Beine als auch Arme betroffen waren. Es folgten mehrere Monate mühsamer Therapien und Trainingseinheiten, welche sich bald bezahlt machen sollten. Konnte Nina Wortmann am Anfang nur den Kopf bewegen, schaffte sie mit der Zeit, immer mehr Körperteile bewegen zu können. Unterstützt von ihrer Familie und ihren Freunden kämpfte sie sich erfolgreich zurück in ihr neues Leben. Aber da ihre Beine irreversibel geschädigt waren, war sie von nun an auf einen Rollstuhl angewiesen.

Foto von Bestrossi

Nina Wortmann versuchte positiv in die Zukunft zu blicken und beschäftigte sich mit Dingen, welche man trotz Rollstuhl machen konnte. Eines Tages las sie von einem Model-Contest, wo nur Frauen im Rollstuhl teilnehmen konnten. Nina Wortmann war beeindruckt davon, dass es tatsächlich Frauen gab, welche sich trotz des Rollstuhles fotografieren lassen wollten. Ihr Mann drängte sie nun, ebenfalls an diesem Wettbewerb mitzumachen, aber Nina Wortmann war diesbezüglich eher schüchtern und ihr fehlte der Mut, sich zu bewerben. Schließlich gab sie ihrem Mann aber doch nach und gab ein Bewerbungsschreiben ab, da sie sowieso nicht damit rechnete, von den Veranstaltern angenommen zu werden.

Nina Wortmann: „„Ich und Model – das passte einfach nicht. Vor meinem Unfall bin ich vor jeder Kamera davongerannt““

Einige Wochen später erhielt sie plötzlich einen Anruf, dass man sie unter den vielen Bewerberinnen ausgewählt hatte, am Model-Contest teilzunehmen. Nina Wortmann konnte es kaum fassen, jedoch wollte sie die Herausforderung nun annehmen. Schnell stellte sich heraus, dass sie tatsächlich Spaß bei diesem Wettbewerb hatte, sich dem Blitzlichtgewitter der Fotografen zu stellen. Durch ihren Charme und ihre natürliche Ausstrahlung schaffte es Nina Wortmann tatsächlich, unter die ersten Zehn Finalistinnen zu kommen und war stolz, es so weit geschafft zu haben.

Nina Wortmann: „“Viele Menschen, die eine schlimme Situation erlebt haben, glauben, dass es nicht weitergeht. Aber man hat immer die Möglichkeit, einen Weg zu wählen, der einen wieder nach vorne bringt““

Während diesem Model-Contest wurde ein bekannter Fotograf auf Nina Wortmann aufmerksam, welcher begeistert von ihrer Darbietung war. In einem professionellen Fotoshooting konnte er sich von ihrer besonderen Ausstrahlungskraft überzeugen und schoss eindrucksvolle Fotos von ihr. Nina Wortmann bekam nun immer mehr Selbstvertrauen, da sie schnell weitere Modeljobs ergattern konnte. Durch ihre natürliche Schönheit wurde sie nun immer wieder von großen Zeitschriften und Magazinen gebucht und auch im Fernsehen hatte sie bereits Auftritte.

Obwohl Nina Wortmann nie eine spezielle Ausbildung als Model absolviert hatte, schaffte sie es mit konsequenter Arbeit und durch ihre natürliche Ausstrahlung, einen erfolgreichen Weg in dieser Branche einzuschlagen. Durch ihre Tätigkeit als Model im Rollstuhl möchte sie anderen Menschen mit Handicap Mut machen, immer an ihre Träume zu glauben und niemals aufzugeben, egal welche Schicksalsschläge das Leben bereithält.

Nina Wortmann: „“Mein großer Wunsch ist es, dass alle Menschen, die nicht in die Norm passen, irgendwann noch mehr von der Gesellschaft anerkannt werden. Egal ob auf dem Laufsteg, in Modemagazinen oder in der Werbung““

 

Ilka Bessin -– Wie sie mit „Cindy aus Marzahn“ die Arbeitslosigkeit besiegte

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Ilka Bessin wurde am 18. November 1971 in der Stadt Luckenwalde (Deutschland) geboren, ihr Vater arbeitete als Lastkraftwagenfahrer und ihre Mutter als Näherin. Nach dem erfolgreichen Schulabschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur Köchin und zur Hotelfachfrau. Ilka Bessin arbeitete als Köchin, als Kellnerin und auch als Geschäftsführerin einer Diskothek. Ihre Leidenschaft galt aber der Unterhaltung, sie liebte es einfach, die Leute durch ihre außergewöhnliche Schlagfertigkeit zum Lachen zu bringen. Aus diesem Grund entschied sie sich, als Animateurin auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten, um ihr lustiges Talent unter Beweis zu stellen. Die Monate auf dem Schiff waren sehr vielversprechend und die Passagiere liebten die speziellen Auftritte von Ilka Bessin.

Doch als Ilka Bessin nach Deutschland zurückkehrte, wurde sie arbeitslos. Sie schrieb unzählige Bewerbungsschreiben, um eine Arbeitsplatz zu bekommen, doch ohne Erfolg. Mit der Zeit verlor sie durch die ständigen Ablehnungen ihre Zuversicht, eine geeignete Arbeit zu finden. Ilka Bessin verkroch sich immer mehr in ihrer kleinen Wohnung und nahm vor lauter Kummer stark an Gewicht zu. Zudem wurde sie am Arbeitsamt nur respektlos und abschätzig behandelt, durch ihr Übergewicht hatte sie es auch sehr schwer, einen passenden Job zu finden.

Ilka Bessin: „“Plötzlich hast du keine Aufgabe mehr, du sitzt vor dem Fernseher rum und frisst. Das Loch, in dem ich saß, wurde immer tiefer. Mir ging es sehr schlecht““

In der Zeit der Arbeitslosigkeit entwickelte Ilka Bessin eine Kunstfigur mit Namen „Cindy aus Marzahn“, welche so wie sie eine übergewichtige Langzeitarbeitslose darstellte mit nur geringen Chancen am Arbeitsmarkt. Sie trug für ihre Rolle eine spezielle pinkfarbene Kleidung und trat auf wie eine Prinzessin, welche eine sarkastische Sicht auf das Leben hatte. Ilka Bessin fasste durch ihre neu geschaffene Künstlerfigur neuen Mut und wollte sich als Comedian selbstständig machen, da sie durch ihren Witz und ihre Schlagfertigkeit sehr gut die Leute unterhalten konnte. Aber am Arbeitsamt wurde Ilka Bessin nur mit minderwertigen Kommentaren abgespeist und man verweigerte ihr die Unterstützung. Die Ignoranz und die mangelnde Bereitschaft, ihr zumindest eine Chance zu geben, machten ihr schwer zu schaffen.

Ilka Bessin: „„Mir sind die Tränen runtergelaufen. Schlimm ist, wenn dir jemand gegenübersteht und dich nicht mit Respekt behandelt““

Trotz der Rückschläge versuchte Ilka Bessin sich nicht unterkriegen zu lassen und versuchte, ihre Karriere als Komikerin voranzutreiben. Sie konnte einen Job beim „Quatsch Comedy Club“ ergattern, wo Künstler auftraten, um die Leute zu unterhalten. Ilka Bessin versuchte nun, diese einmalige Chance für sich zu nutzen. Als „Cindy aus Marzahn“ setzte sie nun alles auf eine Karte, um das Publikum zu überzeugen. Ilka Bessin lieferte eine schlagfertige und redegewandte Show ab, die Leute waren schnell begeistert von ihrem heiteren und witzigen Auftritt. Im Alter von 33 Jahren konnte die arbeitslose Ilka Bessin als „Cindy aus Marzahn“ sensationell das Jahresfinale dieser Show gewinnen.

Ilka Bessin: „„Ein persönlicher Traum ging in Erfüllung““

Durch diesen überraschenden Erfolg wurden bald anerkannte TV-Sender auf die ungewöhnliche „Cindy aus Marzahn“ aufmerksam und wollten sie unter Vertrag nehmen. Ilka Bessin schaffte nun ihren endgültigen Durchbruch als Komikerin, mit ihrem frechen Auftreten zog sie schnell immer mehr Menschen in ihren Bann.

Ilka Bessin hatte durch ihre lange Arbeitslosigkeit viele Rückschläge und Enttäuschungen zu überwinden. Aber genau diese größte Schwäche machte sie zu ihrer größten Stärke. Mit ihrer geschaffenen Figur „Cindy aus Marzahn“ verarbeitete sie ihre schlimmsten Momente in dieser schweren Zeit und nutzte ihre Erlebnisse, um daraus unterhaltsame Witze zum Vergnügen der Menschen zu formen. Sie stieg dadurch zu einem der beliebtesten und bekanntesten Comedian im deutschsprachigen Raum auf.

Ilka Bessin: „“Viele meiner Gags sind so authentisch, weil ich sie selbst erlebt habe““

Bruce Willis -– Trotz Sprachfehlers zur erfolgreichen Schauspielkarriere

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Bruce Willis wurde am 19. März 1955 in Idar-Oberstein (Südwesten von Deutschland) geboren. Sein Vater war ein US-amerikanischer Soldat, welcher in Deutschland stationiert war und sich in eine deutsche Frau verliebt hatte. Nach zwei Jahren musste der Vater aber wieder zurück in seine Heimat, und so übersiedelte die gesamte Familie nach New Jersey (Bundesstaat, Osten USA). Allerdings war der Neubeginn in einem fremden Land für Bruce und seine Mutter alles andere als leicht.

Die Menschen akzeptierten am Anfang die Mutter nicht, da sie eine Deutsche war. Sie hingen Schilder an die Haustür mit der Aufschrift „Nazi Go Home“ und behandelten sie wie eine Aussätzige. Besonders Bruce hatte in der Schule zu leiden, als die anderen Schüler erfuhren, dass seine Mutter aus Deutschland stammte. Er wurde verdroschen und kam oft mit zerrissenem Hemd wieder nach Hause. Zudem litt Bruce unter einem gravierenden Sprachfehler und wurde dadurch zum klassischen Opfer für Hänseleien und Gemeinheiten.

Bruce Willis: „„Ich habe schrecklich gestottert. Es war eine schmerzhafte Sache, innerlich war ich aufgerüttelt durch die Tatsache, dass ich es nicht loswerden konnte““

Als wichtige Zufluchtsstätte kristallisierte sich die Schauspielerei heraus und Bruce begann, in der Schule bei Theateraufführungen mitzuwirken. Hier fühlte er sich wohl und es war für ihn gleichzeitig eine wichtige Therapie, denn auf der Bühne hörte er tatsächlich auf zu stottern. Seine ganze Leidenschaft galt nun dem Theater, hier fühlte er sich frei und unbeschwert. Aber auch im richtigen Leben versuchte er nun, mit Theater und seinem Sinn für Humor, die Sprachstörung zu überspielen. Bruce Willis schloss erfolgreich die High School ab und auch das Stottern hatte er am Ende der Schulzeit durch die Schauspielerei erfolgreich beseitigen können.

Bruce Willis: „„Wenn ich auf die Bühne kam, hörte ich auf zu stottern““

Nach der High School nahm er unterschiedliche Gelegenheitsjobs an, um Geld zu verdienen. Er war Lastwagenfahrer oder auch als Wachmann in einem Kernkraftwerk in New Jersey tätig. Mit der Zeit merkte er aber, dass ihm etwas Wichtiges fehlte in seinem Leben, nämlich die Schauspielerei. Und so wechselte Bruce Willis in das Montclair State College, um Schauspielunterricht zu nehmen. Nebenbei musste er weiter minderwertige Jobs annehmen, um sich seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Nach kurzer Zeit brach er das College jedoch ab und übersiedelte nach New York, um im berühmten Theaterviertel (Broadway) seine Karriere als Schauspieler voranzutreiben. Bruce Willis nahm wieder Schauspielunterricht und versuchte in zahlreichen Castings, Rollen zu bekommen, aber ohne Erfolg. Da er kein Geld hatte und das Leben in New York teuer war, nahm er einen Job als Barkeeper an, um irgendwie über die Runden zu kommen.

Bruce Willis kämpfte verbissen und glaubte an sein Talent als Schauspieler, er besuchte weiter fleißig Castings und konnte bald erste kleinere Theaterrollen ergattern. Durch sein außergewöhnliches Talent wurden schnell bedeutende Agenten auf ihn aufmerksam und er bekam mit der Zeit immer größere Hauptrollen angeboten, am Broadway kannte man nun den Namen Bruce Willis. Während der Olympischen Sommerspiele 1984 in Kalifornien verweilte er einige Zeit in Los Angeles, um sich die Spiele dort anzusehen. Seine Agenten schickten ihn jedoch bald zu Castings für verschiedene Fernsehsendungen, um zu prüfen, ob Bruce Willis für das Fernsehen geeignet war. Dieser sah sich aber eigentlich nur als Theaterschauspieler.

Bruce Willis: „“Ich dachte mir, okay, mache ich halt ein bisschen Fernsehen“

Bei einem wichtigen Casting konnte sich Bruce Willis tatsächlich gegen 3.000 andere Konkurrenten durchsetzen und ergatterte im Alter von 30 Jahren seine erste große Hauptrolle in der US-amerikanischen Fernsehserie „“Das Model und der Schnüffler““. Der talentierte Bruce Willis war bald der absolute Star dieser Sendung und erhielt für seine Leistung bei dieser Serie den „Emmy“ und den „Golden Globe“ für den besten Hauptdarsteller. In seiner nächsten Hauptrolle sollte er aber 1988 seinen internationalen Durchbruch schaffen. Während einige bereits etablierte Schauspieler diese Hauptrolle ablehnten, erkannte Bruce Willis das Potential dieses Filmes. Mit „“Stirb langsam““ katapultierte er sich mit einem Schlag zum absoluten Superstar unter den Schauspielern. Bald folgten weiter Filme wie „„Pulp Fiction““, „„12 Monkeys““, „“Armageddon“ oder „“Unbreakable““, welche ihn zu einem der bestbezahltesten Schauspieler in Hollywood machten. Seine heimliche Leidenschaft galt aber immer noch dem Theater, wo er zwischendurch immer wieder auftrat.

Bruce Willis wurde in der Schule verprügelt und musste schon früh lernen, sich zu verteidigen. Aufgrund eines Sprachfehlers hatte er nicht wirklich eine Chance im Leben, aber mit seinem starken Willen räumte er alle Hindernisse aus dem Weg. Er träumte von einer Karriere als Schauspieler und war sich auch für minderwertige Nebenjobs oder für kleinere Nebenrollen nie zu schade. Er stieg durch diese vorbildhafte Einstellung zu einem der bekanntesten und beliebtesten Schauspieler in der Branche auf und zeigte, dass man mit einer großen Portion Zielstrebigkeit sehr viel im Leben erreichen kann.

Bruce Willis: „„Die Leute sollen sich in meinen Filmen einfach gut unterhalten fühlen, einfach mal ihre Sorgen im Job oder in der Familie vergessen““

William Pratt – Das berühmteste Monster der Welt

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Zwanzig Jahre musste er sich mit Statisten- und kleineren Nebenrollen zufrieden geben. Zumeist waren es wegen seines strengen Aussehens und seiner verhärmten Gestalt Auftritte als Verbrecher gewesen, für die er nur kurzfristig engagiert wurde. William Pratt passte einfach nicht in das Anforderungsprofil von Hollywood, wo immer nur Jugend und Schönheit Vorrang hatten. Und so musste er seinen Unterhalt als Lastwagenfahrer verdienen, und nebenbei versuchte er sein Ziel, ein bekannter Schauspieler zu werden, zu verwirklichen. Doch nun schien er es geschafft zu haben, sein Traum, endlich eine bedeutende Rolle zu bekommen, hatte sich erfüllt. Wie lange hatte er darauf gewartet, dass sein schauspielerisches Talent endlich erkannt wurde. Und nun war es soweit. Die Nachricht aus dem Besetzungsbüro wurde sogar von James Whale, dem bekannten Aufnahmeleiter, persönlich unterschrieben, und sie war echt. Die Chance seines Lebens!

Die anfängliche Begeisterung verblasste aber sofort, als er das Drehbuch las. Er hatte zwar viel Spielzeit neben großen Stars, doch musste er ein stummes Monster spielen, weshalb seine Rolle als extrem unbedeutend eingestuft wurde. Seine markante Stimme würde so nie gehört werden, er hatte nur ein paar Grunzer und Knurrer beizusteuern. Und es kam noch schlimmer. Sein Kostüm war fast ein Zentner schwer und bestand aus einer fünf Pfund schweren Wirbelsäulenspange, die ihn so stark behinderte, dass niemand sein Talent, sich zu bewegen, auch nur annähernd erkennen konnte. William Pratts Hoffnung bestand nur mehr in seinem markanten Gesicht, welche den Zuschauern in Erinnerung bleiben sollte. Doch auch hier hatte der bekannte Visagist James Pierce etwas dagegen. Ein massiver Aufsatz gab seinem Schädel eine eckige Form, ein Balsamierwachs reichte bis zu seinen Augenlidern. In der Nachbehandlung wurde er mit einer speziellen grünen Blässe eingefärbt. Seine gesamten Gesichtszüge waren mit einem Schlag praktisch unkenntlich gemacht. Als abschließende Erniedrigung wurde er bei der Uraufführung nur mit „“?“ als das Monster“ im Vorspann angezeigt. Kein Mensch kannte William Pratt, doch dies sollte sich schon sehr bald ändern.

Als die Aufführung beendet war, kam die große Überraschung. Die Zuschauer waren völlig verschreckt und ängstlich. Es wurde augenblicklich klar, dass sie keine Augen für die Stars hatten, sondern dass sie völlig gebannt von dem namenlosen Monster waren. William Pratt machte aus einem sprachlosen, versteiften und unidentifizierbaren Ding eine Figur, die bis heute legendär ist. Er schaffte es durch seine Fähigkeiten eine Mischung aus Schrecken und Sympathie zu erschaffen. Doch wie ist der Name dieses Films, in dem diese unbedeutende Rolle alle völlig überwältigte? Es war Frankenstein.

William Pratt wurde von nun an von Managern und Angeboten überlagert, wer unter so einem Monsterkostüm brillieren konnte, musste offenbar wirkliches Talent besitzen. Er änderte seinen Namen als Künstler in Boris Karloff und ging als einer der größten Hollywood-Legenden in die Geschichte der Filmbranche ein. Er erhielt einige Spitznamen, wie zum Beispiel: „Karloff the Uncanny“ (Karloff der Unheimliche). William Pratt hat uns gelehrt, dass es nicht die Gelegenheit ist, die zählt, sondern das, was wir daraus machen!