The Scary Guy -– Der ungewöhnlichste Motivationstrainer der Welt

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Earl Kenneth Kaufmann wurde am 29. Dezember 1953 in Minneapolis (USA) geboren und absolvierte erfolgreich die Pflichtschule. In späterer Folge verdiente er sich sein Geld mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten, unter anderem war er Gesangslehrer, Fotograf oder Computerverkäufer. Im Alter von 30 Jahren ließ er sich ein Tattoo stechen, was ihm schon als Kind bei seinem Vater sehr fasziniert hatte. Es fand schnell Gefallen daran und bedeckte seinen Körper mit vielen weiteren Tattoos und auch Piercings. Doch diese äußerliche Veränderung sollte nicht ohne Folgen bleiben.

Earl Kaufmann: „„Sie hielten mich für einen Drogendealer, Mörder – oder zumindest für einen Verrückten““

Die Menschen warfen ihm misstrauische Blicke zu und wechselten die Straßenseite, wenn sie Earl Kaufmann erblickten. Durch sein Aussehen wurde er nicht nur aus Bars und Restaurants verwiesen, sondern auch seine Kollegen von der Arbeit distanzierten sich immer mehr von ihm. Als er seinen Job verlor, eröffnete Earl Kaufmann kurzerhand einen eigenen Tattoo-Laden. Doch die Demütigungen gegen ihn gingen trotzdem weiter. Als er auch noch in einer Zeitungsanzeige beleidigt wurde, hatte er von dieser Hetze genug. Nachdem er sich lange mit irgendwelchen Rachegedanken beschäftigt hatte, kam er zu der Einsicht, dass er seine eigene Einstellung von Grund auf ändern musste.

Earl Kaufmann: „„Ich bin es leid, dass andere mich wegen meines Aussehens kritisieren. Es ist mein Körper““

Earl Kaufmann beschloss, diese negativen Angriffe nicht mehr in sich hineinzulassen. Denn abfällige und verletzende Kommentare produzierten wiederum nur Hass und Verbitterung in ihm, was er nicht mehr dulden wollte. Er änderte seine ganze Grundhaltung und hegte von nun an keine bösen Gedanken mehr gegen irgendwelche Lästerer. So schaffte er es, diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen und ein vollkommen anderes Leben zu führen. Er legte sich den Künstlernamen „The Scary Guy“ („Der beängstigende Kerl“) zu und fasste den Entschluss, sich gegen Vorurteile und Mobbing in der Öffentlichkeit einzusetzen.

Earl Kaufmann: „„Ich achte alle Menschen, ob sie nun braun, gelb oder buntgescheckt sind wie ich selbst““

Als „The Scary Guy“ reiste Earl Kaufmann nun als Motivationstrainer um die Welt, um seine Botschaft zu verkünden. Er hielt Vorträge an Schulen, Universitäten und unterschiedlichsten Unternehmen, um sich für Liebe und Akzeptanz auf der Welt einzusetzen. „The Scary Guy“ wurde durch sein außergewöhnliches Aussehen schnell berühmt, da bereits etwa 85 Prozent seines Körpers mit Tattoos bedeckt waren. Mit seiner Botschaft, dass jeder einzelne Mensch etwas in der Welt bewegen konnte, hatte er immer die volle Aufmerksamkeit, denn er selbst war das lebende Experiment dafür. Ein furchteinflößender und aufsehenerregender Mann, welcher trotz seines Erscheinungsbildes für das Gute auf der Welt kämpft.

„The Scary Guy“ veränderte im Alleingang die Welt zu einem besseren Ort. Obwohl er selbst oft übelsten Erniedrigungen ausgesetzt war, ließ er sich niemals unterkriegen und ging mutig voran, um den Menschen einen besseren Weg zu zeigen. Für seinen Kampf für mehr Toleranz wurde er außerdem schon für den Friedensnobelpreis nominiert.

Earl Kaufmann: „„Ich möchte, dass ihr ab heute versteht, dass eine Beleidigung das Problem desjenigen ist, der sie ausspricht““

 

Der Marlboro Mann -– Wie eine Werbefigur die Menschen in den Tod führte

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Wayne McLaren wurde am 12. September 1940 in Louisiana (USA) geboren und war als professioneller Rodeo-Reiter tätig. Als Schauspieler verdiente er zusätzliches Geld, er wurde für verschiedenste Serien und auch für Filmproduktionen (überwiegend Westernfilme) engagiert. Da er bei den Menschen sehr beliebt war, wurde bald die Werbeindustrie auf ihn aufmerksam. Der große Zigarettenhersteller Philip Morris nahm ihn schließlich unter Vertrag, um für seine Zigarettenmarke Marlboro Reklame zu machen. Wayne McLaren passte perfekt in das Anforderungsprofil einer vollkommen neuen und einzigartigen Werbestrategie des riesigen Tabakproduzenten.

Philip Morris entwickelte für Marlboro die fiktive Werbefigur „Marlboro Man“ („Marlboro-Mann“). Der Marlboro-Mann etablierte sich schnell als harter und männlicher Cowboy, welcher mit seinem Pferd dem Sonnenuntergang entgegenritt und mit einer Zigarette ausgestattet seine Pflicht erfüllte. Die Darsteller des Cowboys waren in unzähligen TV-Spots und Plakaten zu sehen, sie vermittelten den Menschen einen Hauch von Freiheit im tristen Alltag. Man beneidete den Marlboro-Mann, der sich lässig mit einer Zigarette im Mundwinkel stets allen Herausforderungen stellte. Diese Emotionalisierung der Marke kam bei den Leuten sehr gut an und viele griffen durch diese Marketingstrategie vermehrt zur Zigarette. Vor allem junge Menschen waren von dem Cowboy fasziniert, da die Figur einen unabhängigen Lebensstil darstellte, welche volle Kontrolle über das Leben hatte, mit Hilfe einer Marlboro Zigarette.

Durch diese Werbekampagne gewann der Philip Morris Konzern große Marktanteile dazu und die Verkaufszahlen der Zigarettenschachteln schossen in die Höhe. Wayne McLaren wurde durch seine Darstellung des Cowboys weltweit bekannt, denn jeder wollte so cool sein wie er und der Marlboro-Mann. Stars und Schauspieler holten sich ungeniert ihre Zigarette in ihren Filmen hervor genauso wie Politiker in den Talkshows. Wayne McLaren rauchte passend zu seiner dargestellten Werbefigur auch im privaten Bereich mehr als eine Schachtel pro Tag. Doch im Alter von 49 Jahren sollte die heile Welt für den Kettenraucher plötzlich für immer vorbei sein, als die Ärzte Lungenkrebs bei ihm diagnostizierten. Eine sofort eingeleitete Chemotherapie und die Entfernung eines Lungenflügels konnten den Krebs nicht mehr stoppen. Der bösartige Tumor streute und gelangte bereits auf dem Blutweg in das Gehirn. Wayne McLaren wurde mit einem Schlag bewusst, dass er sein Leben durch die Zigaretten für immer verloren hatte.

Als Reaktion auf seine Erkrankung startete Wayne McLaren augenblicklich eine umfangreiche Anti-Tabak-Kampagne. Er wollte die Menschen vor den Gefahren der Zigaretten warnen, auch wenn es für ihn bereits zu spät war. In einem neu entworfenen Werbespot war er noch als gut aussehender Cowboy mit Zigarette auf seinem Pferd abgebildet, im nächsten Moment jedoch als todkranker Mann in einem Krankenhaus. Auf der Aktionärsversammlung von Philip Morris forderte er lautstark dazu auf, die Zigarettenwerbung zu begrenzen, was in dem Unternehmen jedoch nur auf taube Ohren stieß. In öffentlichen Vorträgen versuchte er mit letzter Kraft, Kinder und Jugendliche vor den Folgen des Rauchens zu warnen. Bis zu seinem letzten Atemzug kämpfte Wayne McLaren gegen die schädlichen Zigaretten, nach zweijähriger Leidenszeit war aber sein quälendes Engagement zu Ende. Er starb am 22. Juli 1992 im Alter von 51 Jahren schon sehr stark geschwächt an den Folgen des Lungenkrebses.

Die scheinheilige Welt der Raucher begann nun langsam aber sicher zu bröckeln. Durch die schockierende Anti-Tabak-Kampagne des ehemaligen Marlboro-Mannes verlor die Marlboro Werbung viel an Anziehungskraft. Aber nicht nur der Tod von Wayne McLaren rüttelte die Menschen wach, auch durch Todesfälle einiger prominenter Schauspieler wie Humphrey Bogart oder Steve McQueen begann sich das Bild des Rauchers zu wandeln. Während die Tabakindustrie die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens lange leugnete, belegten bald zahlreiche wissenschaftliche Studien die schädlichen Auswirkungen der Giftstoffe für den menschlichen Körper.

Der Marlboro-Mann ging als eine der raffiniertesten Marketingstrategien in die Geschichte der erfolgreichen Werbung ein, er trieb aber gleichzeitig viele Menschen in den Tod. Erst Schockdiagnosen wie Lungen- oder Magenkrebs brachten viele Raucher zum Nachdenken, jedoch war es in vielen Fällen bereits zu spät. Millionen Menschen starben an den Folgen des Zigarettenkonsums, genauso wie es dem Marlboro-Mann Wayne McLaren ergangen war. Aber in einer letzten Rettungsmission schaffte er es zumindest, die Öffentlichkeit von den schädlichen Folgen der Zigaretten zu überzeugen.

Bis heute wird der Griff zur Zigarette als Entspannung und zur sozialen Kommunikation genutzt, vor allem bei vielen Jugendlichen löst es ein behagliches Gefühl der Dazugehörigkeit aus. Die Angst vor einer möglichen Erkrankung wird so lange ausgeblendet, bis sie tatsächlich irgendwann eintrifft. Dann wird es jedoch für viele Raucher zu spät sein.

Wayne McLaren: „„Meine Sucht hat sich gerächt. Ich beende mein Leben unter dem Sauerstoffzelt. Ich sage euch, Rauchen ist das nicht wert““

Nils Pickert -– Ein guter Vater trägt Rock

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Bosheiten, Hänseleien und Erniedrigungen gehören für viele leidgeplagte Kinder zum Alltag. Die Welt der Kinder untereinander ist oft hart und gnadenlos, schon die kleinsten Verschiedenheiten können zu Mobbing und Ausgrenzung führen. Zurück bleiben ängstliche Kinder mit einem niedrigen Selbstwertgefühl, welche sozial ausgegrenzt und mit der Zeit immer unglücklicher werden. Wie würden nun andere Kinder reagieren, wenn ein Junge plötzlich einen Rock im Kindergarten anziehen würde?

Im Alter von fünf Jahren entwickelte der Sohn von Nils Pickert eine besondere Eigenheit, denn er begann, mit Vorliebe Kleider oder Röcke zu tragen. Die anderen Kinder zeigten Unverständnis und lachten den Sohn von Nils Pickert aus. Der kleine Junge reagierte traurig auf diese Verhöhnungen und wurde schnell zum Außenseiter im Kindergarten, welcher keine Freunde hatte. Wochenlang traute er sich nicht mehr, Röcke anzuziehen, obwohl er es gerne getan hätte. Eines Tages bat der unglückliche Junge seinen Vater, Nils Pickert, um Hilfe. Während viele Eltern mit dieser Situation überfordert wären, traf Nils Pickert eine außergewöhnliche Entscheidung, um seinem Sohn zu helfen.

Nils Pickert: „“Vater sein heißt, sich in all seiner Liebe und Fehlbarkeit seinen Kindern zu erkennen zu geben, die man in die Welt gesetzt hat und die Verantwortung zu übernehmen, bis sie sie selbst tragen können““

Nils Pickert beschloss, sich ebenfalls einen langen Rock anzuziehen. Gemeinsam veranstalteten sie nun „Rocktage“, wo sie zusammen einen Rock in der Öffentlichkeit anzogen. Die Courage des Vaters wurde tatsächlich belohnt, denn die verdutzten Menschen starrten nun nur mehr den Vater im Rock an, während sein Sohn weitgehend von den Blicken verschont blieb. Auch die Verspottungen im Kindergarten hörten bald auf, denn als die anderen Kinder den Vater im Rock erblickten, kamen sie aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Mit der Zeit akzeptierten sie die sogenannten „Rocktage“ des Vaters und des Sohnes und grenzten den Sohn von Nils Pickert nicht mehr aus.

Nils Pickert: „“Ich kann von einem Kind nicht das gleiche Durchsetzungsvermögen erwarten wie von einem Erwachsenen. Das Vorbild bin ich““

Die Geschichte von Nils Pickert und seinem Sohn im Rock verbreitete sich sehr schnell und hatte heftige Reaktionen zur Folge. Während viele Menschen den Vater für seine Tat unterstützten und etliche positive Zusprüche meldeten, gab es auch zahlreiche abschätzige Meinungen. Eine Welle von Hass, Beleidigung und Unverständnis überrollte Nils Pickert, welcher sehr überrascht war aufgrund des großen Interesses. Aber er hielt durch und stand weiterhin felsenfest hinter seinem Sohn.

Nils Pickert: „“Kinder sind Menschen, zu denen man die tiefste Beziehung überhaupt entwickeln kann““

Nils Pickert war mutig genug, sich einen Rock anzuziehen, um seinem Sohn zu helfen. Obwohl er wusste, dass es vielen Menschen nicht passen würde, stellte er sich gegen die stark von traditionellen Rollenklischees beeinflusste Gesellschaft, wo viele Kinder in ihrer individuellen Entwicklung eingeschränkt sind. Egal wie man zu dieser Geschichte steht, übrig geblieben ist ein glücklicher kleiner Junge, welcher seinen Vater über alles liebt und sich traut so zu sein, wie er es wirklich will.

Nils Pickert: „“Ich wollte meinem Sohn nicht sagen müssen, er dürfe keine Röcke tragen. Warum auch?““

Foto von Linda Hosek

 

Beate Uhse -– Die Pilotin, die zur Erotik-Queen aufstieg

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Beate Köstlin wurde am 25. Oktober 1919 in Wargenau (Ostpreußen) geboren und war ein sehr aufgewecktes Mädchen. Ihre Eltern verhalfen ihr in verschiedenen Internaten zu einer guten Schulbildung und unterstützten Beate, wo sie nur konnten. Durch die aufgeklärte Erziehung bereits in jungen Jahren erkannte Beate, dass man auch Regeln brechen musste, um seine Träume verwirklichen zu können. Diese Regeln brach sie zum ersten Mal, als sie ihren Eltern mitteilte, dass sie Pilotin werden wollte, ein vor allem von Männern ausgeübter Beruf. Der Bruder von Beate hatte ihr die Sage von Ikarus und dem Traum vom Fliegen erzählt, und seitdem war sie so fasziniert vom Fliegen gewesen, dass sie nicht einmal daran dachte, einen typischen Frauenberuf zu erlernen, wie es in der damaligen Zeit eigentlich üblich war.

So besuchte sie gegen den Willen ihrer Eltern die Pilotenschule und schaffte durch ihre Unerschrockenheit im Alter von 18 Jahren den Pilotenschein. Von nun war die junge Frau nicht mehr zu bremsen, ihr fliegerisches Talent wurde bald überall anerkannt und sie machte verschiedene Zusatzausbildungen. In dieser Zeit lernte sie auch ihre große Liebe kennen, den Fluglehrer Hans-Jürgen Uhse, den sie auch heiratete. Das Liebesglück schien perfekt, als 1943 ihr Sohn Klaus zur Welt kam, aber Beate hatte schon bald einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften, denn ihr Mann kam im 2.Weltkrieg ums Leben.

Sie selber musste nicht direkt an Kampfeinsätzen teilnehmen, sondern überführte neue oder reparierte Flugzeuge. Sie geriet aber dennoch immer wieder unter feindlichen Beschuss, den sie aber durch ihr fliegerisches Talent abzuwehren wusste. Als 1945 Berlin von den sowjetischen Truppen umschlossen war, schaffte sie es im letzten Moment ihren Sohn und das Kindermädchen zu retten, und flüchtete mit einem der letzten Flugzeuge aus dem Kriegsgebiet. Wagemutig wich sie den Alliierten Fliegern aus, die sie mit Sicherheit einfach abgeschossen hätten. Nach der Landung wurde sie zwar von einrückenden britischen Truppen festgenommen, aber bald darauf wieder freigelassen. Der 2.Weltkrieg war nun vorbei, aber Beate Uhse hatte so gut wie alles verloren. Ihr Mann war tot, finanziell war sie am Boden, und als Draufgabe konnte sie nicht mehr als Pilotin arbeiten, da die Besatzungsmächte alle fliegerischen Tätigkeiten verboten hatten. Aber Beate Uhse war eine Kämpfernatur und blickte auch in dieser schweren Zeit und als alleinerziehende Mutter immer nach vorne.

Die junge Witwe ging mit ihrem Sohn nach Flensburg (Deutschland), wo sie in der schwierigen Nachkriegszeit so wie viele andere Menschen ums Überleben kämpfte. Als Handelsvertreterin marschierte sie von Haus zu Haus und versuchte diverse Produkte zu verkaufen, um sich und ihren Sohn über Wasser zu halten. Durch diese Tätigkeit lernte sie nebenbei die Zwangslage vieler Hausfrauen kennen, denn viele Familien hatten damals Angst, Kinder zu bekommen. In dieser Zeit bedeuteten Kinder eine schwere wirtschaftliche Belastung, da viele Menschen keine Arbeit und auch kein Geld für die Versorgung der Kinder hatten. Aber die Kriegsrückkehrer wie auch die Frauen hatten ein Bedürfnis nach Sexualität, und viele Schwangerschaften mussten daher unter Todesgefahr illegal abgebrochen werden. Beate Uhse nahm sich diese Probleme zu Herzen und sammelte Informationen über verschiedene Verhütungsmethoden. Bald stieß sie auf eine geeignete Verhütungsmethode, die beschrieb, wie Frauen ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage bestimmen konnten.

Beate Uhse: „“Den Leuten waren die Fakten des Lebens unbekannt““

Beate Uhse schrieb eine selbstverfasste Broschüre darüber und es herrschte bald eine ungeheure Nachfrage danach. Nach kurzer Zeit verkaufte sie bereits mehr als 30.000 Stück, sie hatte genau den Nerv der Zeit getroffen. Plötzlich schrieben ihr Menschen aus ganz Deutschland Briefe, um Ratschläge bezüglich Sexualität und Erotik einzuholen und es zeigte sehr deutlich, dass hier großer Nachholbedarf nach dem Krieg herrschte. Beate Uhse verstand es, die Bedürfnisse der Menschen zu verstehen, und gründete mit vier Angestellten das „Versandhaus Beate Uhse“. Die kleine Firma wuchs immer weiter, es wurden zusätzlich Bücher zum Thema Sexualität und auch Kondome verkauft. Aber trotz des florierenden Geschäftes hatte sie immer wieder mit großen Problemen zu kämpfen, denn keiner wollte ihr Kredite geben, weil die Gesellschaft in der damaligen Zeit immer noch sehr abweisend gegenüber ihr Geschäft reagierte. Beate Uhse hatte mit tausenden Anzeigen von konservativen Bürgern zu kämpfen, denen Beate mit ihrer Freizügigkeit ein Dorn im Auge war.

Beate Uhse: „“Welche Bank gibt einer Frau schon einen Kredit, wenn sie mit Präservativen handelt?““

Trotz der Hindernisse glaubte Beate Uhse an ihre Firma und baute ihr Geschäft immer weiter aus. So stellte sie sich gegen die überwiegende Mehrheit und eröffnete 1962 in Flensburg den ersten Sex-Shop der Welt, 1967 hatte das Unternehmen bereits mehr als zwei Millionen Kunden. Später stieg Beate Uhse auch in das Film- und Videogeschäft für Erotik- und Pornofilme ein und dehnte den Versandhandel auf diverse Sex- und Erotikartikel aus. Das Geschäft entwickelte sich prächtig und mittlerweile gab es bereits Millionenumsätze auf der ganzen Welt. Beate Uhse hatte es geschafft, sie formte ihr eigenes Unternehmen zu einem der größten Erotikkonzerne auf der ganzen Welt.

Beate Uhse zeigte in ihrem Leben immer wieder Ausdauer und Entschlossenheit und ließ sich nie von ihrem eingeschlagenen Weg abbringen. Niemand traute ihr in der damaligen Zeit zu, Pilotin zu werden, und sie wurde Pilotin. In einer Zeit, in der niemand über Aufklärung auch nur reden wollte, ging sie genau in die andere Richtung und gründete im Alleingang trotz vieler Widerstände ein Erotikunternehmen. Beate Uhse wurde zu einer der wichtigsten Personen der sexuellen Aufklärung im deutschsprachigen Raum und erhielt dafür 1989 das Bundesverdienstkreuz.

Beate Uhse starb am 16. Juli 2001 an den folgen einer schweren Lungenentzündung. Sie zeigte uns, dass man sich nicht nur auf andere Meinungen und Einstellungen verlassen sollte, sondern dass man immer auf seine eigene Stimme hören sollte. Jeder kann alles aus seinem Leben machen, wenn er nur stark daran glaubt.

Beate Uhse: „„Der kostbarste Besitz der Frau ist die Phantasie des Mannes““

Lady Gaga -– Eine Stripperin geht ihren Weg

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Stefani Joanne Angelina Germanotta (Künstlername: Lady Gaga) wurde am 28. März 1986 in New York geboren. Schon im Kindesalter begann sie mit dem Klavierspielen, hatte stimmliches Talent und schrieb eigene Lieder. Zu den Liedern von Michael Jackson und Cindy Lauper lief die Stereoanlage immer auf Hochtouren, sie tanzte und sang dazu, als Mikrofon benutze sie einfach Salzstangen. Im Alter von 14 Jahren hatte sie erste Auftritte in diversen New Yorker Clubs, ihr musikalisches Talent war unbestritten. Doch es sollten schwierige Jahren folgen, die dem talentierten Mädchen stark zusetzen sollten.

In der High School in Manhattan besuchte sie seine römisch-katholische Mädchenschule, welche unter anderem auch von Paris und Nicky Hilton besucht wurde. Dort war es die Regel, eine Uniform zu tragen, aber in ihr kam immer wieder Experimentierfreudigkeit auf, sie trug eigens kreierte Outfits und ausgefallene Kleidungsstücke. Durch diesen extravaganten Stil wurde Sie jedoch von den meisten Mitschülern nur ausgelacht und verspottet. Es war keine leichte Zeit für sie, auch weil sie als Außenseiterin fast keine Freunde hatte. Trotz allem war sie aber eine gute Schülerin und schloss die Schule erfolgreich ab.

Lady Gaga: „„Ich befolgte sehr oft die Regeln nicht. Deshalb machten sich meine Mitschüler ständig über mich lustig““

Im Alter von 17 Jahren gehörte Lady Gaga zu einer Gruppe von nur zwanzig Bewerbern, die frühzeitig von der renommierten Künstlerschule „Tisch School of Modern Arts“ der New Yorker Universität zugelassen wurden. Die Eltern waren stolz auf ihre talentierte Tochter, denn zu den Absolventen dieser exklusiven Bildungseinrichtung gehörten auch schon Woody Allen, Alec Baldwin oder Angelina Jolie. Aber auch hier fühlte sie sich nicht richtig verstanden, sie konnte ihre Individualität nicht ausleben und fühlte sich ihrer Freiheit beraubt. Und so brach sie nach nur einem Jahr überraschend diese große Ausbildungschance ab und mietete sich ein billiges Appartement im New Yorker Stadtteil East Village. Sie hatte kein Geld, keine fertige Ausbildung und auch keine Unterstützung der Eltern mehr, die mit ihrem Schulabgang überhaupt nicht einverstanden waren. Sie hatte nur mehr ihr Talent, an welches sie weiterhin fest glaubte.

 
Um ihren Unterhalt zu verdienen musste sie verschiedene Jobs annehmen, unter anderem als Sekretärin oder als Kellnerin. Aber immer wieder zog es sie auf die Bühne um zu singen, sie handelte sich immer wieder Auftritte in diversen Clubs aus. Aber sie verdiente dadurch nicht wirklich viel Geld, und so trat sie zusätzlich als Stripperin in einer Schwulen-Bar auf. Mit dieser Freizügigkeit hatte sie kein Problem, denn sie hatte ein sehr großes Körperselbstbewusstsein. Ihr ging es um die Handlung und um die Kunst, die sie für die Zuschauer darstellen wollte. Ihre Darbietungen waren immer wieder faszinierend, auch durch ihre Ausstrahlung und ihre Bühnenpräsenz. Durch diesen Zusatzjob konnte sie weiter ihre Freiheit genießen, und konnte sich als Entertainerin weiterentwickeln. Sie wollte immer nur auf der Bühne stehen und die Menschen unterhalten, dies war ihre Berufung und daran glaubte sie. Sie sang, tanzte, kleidete sich noch immer skurril und schaffte es so, immer mehr Leute zu begeistern in den verschiedensten Clubs von New York.

Lady Gaga: „“Es gibt geborene Stars. Manche haben das gewisse Etwas, andere nicht. Ich bin jedenfalls ein Star. In dieser Zeit fand ich als Künstlerin zu mir““

Im Alter von 20 Jahren wurde dann, inspiriert durch ihre zahlreichen und außergewöhnlichen Auftritte, die Plattenfirma „Interscope“ auf sie aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. Dort schrieb und komponierte sie Songtexte für „Pussycat Dolls“ oder Britney Spears. Aber ihre wahre Berufung war die Bühne, und so war es der bekannte Musikproduzent Akon, der sie selber unter Vertrag nahm und mit ihr ein Album produzieren wollte, denn er glaubte an ihr musikalisches Talent. Es sollte ihr erstes Album „The Fame“ folgen, welches ihren internationalen Durchbruch im Musikgeschäft bedeuten sollte. Es folgte ein unglaublicher Karrieresprung und sie wurde durch ihre sonderbaren und selbstkreierten Bühnenoutfits schnell auf der ganzen Welt berühmt.

Lady Gaga hat eine bedeutende Mission, die sie den Menschen mitteilen möchte. Sie will den Menschen helfen, mit den Ungerechtigkeiten im Leben fertig zu werden. Sie selbst brauchte Jahre, bis sie die Folgen des jahrelangen Mobbings in der Schule überwunden hatte, ihr Ausweg aus dem Spott war die Musik. Sie will den Fans mitteilen, dass es nicht wichtig ist, seinen Freunden ähnlich zu sein, vielmehr geht es darum, einzigartig zu sein. Mit ihrem Stil setzt sie ein Zeichen gegen Ausgrenzung und gibt den Menschen Hoffnung, dass sie sich nicht unterkriegen lassen sollen.

Lady Gaga ging immer ihren eigenen Weg der Selbstverwirklichung. Trotz aller Widerstände und der Verhöhnung der Leute kämpfte sie für ihre Einzigartigkeit. Ob damals in der Schule, als sie durch extravagante Kleidung auffiel, oder später als Stripperin, in der sie ihre Kunst ausleben konnte. Heute ist sie mit ihrer Musik und ihrer Einstellung Vorbild für viele Menschen auf der ganzen Welt.

Lady Gaga: „“Es gibt Zeiten im Leben, da fühlst du dich nicht wie ein Gewinner, aber das bedeutet nicht, dass du keiner bist. Mit meiner Musik will ich eine besondere Atmosphäre für die Fans schaffen, in der ein Außenseiter rumhängen kann und sich nicht allein fühlt. Ich hoffe, dass die Leute in 20 Jahren sagen: Lady Gaga hat mein Leben verändert und ihre Musik gab mir Halt, als ich keinen hatte““

Die Suche nach der perfekten Frau

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Ein Mann hatte sein ganzes Leben lang die perfekte Frau gesucht. Als er schließlich 80 Jahre alt war, besuchte ihn ein guter Freund. Dieser sagte:

„Du bist dauernd auf der Suche und rastlos. Willst du dich denn nicht endlich niederlassen?“

Der Mann erwiderte: „Ich bin auf der Suche nach der perfekten Frau.“

„Aber jetzt, wo du mit deinen 80 Jahren nicht mehr so jung bist, willst du dich da nicht endlich für eine Frau entscheiden?“

Der Mann antwortete: „Ich suche nicht irgendeine Ehefrau. Wie kann ich ohne die perfekte Frau glücklich werden?“

„Aber du suchst nun schon dein ganzes Leben lang. Hast du niemals in deinem Leben eine solche Frau gefunden?“

Der Mann sagte: „Doch, ein einziges Mal habe ich eine perfekte Frau gefunden.“

„Was ist passiert? Warum hast du sie nicht geheiratet?“

Auf einmal wurde der alte Mann sehr traurig und sagte leise: „Nun ja, sie war auf der Suche nach dem perfekten Ehemann.“