Ist Nachgeben ein Zeichen von Schwäche?

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In einer Waldlichtung stand ein mächtiger Fichtenbaum, welcher von hohen Gräsern umgeben war. Die Fichte war sehr eingebildet und verspottete die Gräser, wie schwach sie waren und dass sie überhaupt keine Standhaftigkeit hatten. Sie sollten sich ein Beispiel an dem Baum selbst nehmen, welcher vor Kraft und Stärke nur so strotzte. Die Gräser schwiegen.

 
Eines Tages fing ein heftiger Sturm zu toben an. Die Gräser wurden heftig hin und her geschüttelt, sie gaben den Windstößen jedoch nach und blieben unversehrt. Die Fichte hingegen, welche sich dem Sturm entgegengestemmt hatte, wurde gebrochen und fiel um.

Nachgeben ist nicht immer ein Zeichen von Schwäche. …

Wenn ich gehe, dann gehe ich

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Eines Tages besuchte eine Gruppe von Geschäftsleuten einen weisen Gelehrten, um von ihm das Geheimnis der Zufriedenheit zu erlernen. „“Herr““, fragten sie, „“was tust du, um so glücklich und zufrieden zu sein? Wir arbeiten Tag und Nacht, haben eine Familie daheim und verdienen viel Geld, aber wir sind einfach nicht glücklich.““

Der Lehrmeister antwortete mit bedachtsamen Worten: „“Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.““

 

Die Geschäftsleute schauten sich verwundert an und wurden ungeduldig. „“Aber wir machen doch dasselbe wie du, wir gehen, essen und schlafen. Also was ist nun dein sagenumwobenes Geheimnis?““

Der Lehrmeister gab wieder als Antwort zurück: „“Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.““

Nach einem kurzen Augenblick fügte der Gelehrte hinzu: „“Sicher geht ihr auch, esst und schlaft so wie jeder andere Mensch auch. Aber während ihr geht, fragt ihr euch schon was ihr essen werdet. Während ihr esst, lenkt euch schon das Radio oder der Fernseher ab und wenn ihr schlafen geht, denkt ihr schon an die Herausforderungen des nächsten Tages. So sind eure Gedanken immer woanders und nicht da, wo sie eigentlich sein sollten, nämlich im Hier und Jetzt. Das Leben findet nicht in der Vergangenheit und auch nicht in der Zukunft statt. Lasst euch auf diesen Augenblick ein und ihr habt die große Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.““

Jean Nidetch -– Weight Watchers, der beliebteste Diätplan der Welt

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Jean Nidetch wurde am 12. Oktober 1923 in New York (USA) geboren und hatte seit ihrer Kindheit mit Gewichtsproblemen zu kämpfen. Sie versuchte viele Diäten und verschiedene Ernährungsprogramme, doch mit wenig Erfolg. Schon nach kurzer Zeit kehrten die verlorenen Kilos wieder zurück und mit ihnen auch das Gefühl der Frustration. Jean Nidetch war eine selbstbewusste Frau, aber mit ihrer heimlichen Vorliebe für Süßigkeiten schaffte sie es nicht, dauerhaft Gewicht zu verlieren. Eines Tages traf sie im Supermarkt eine alte Bekannte, welche annahm, dass Jean Nidetch aufgrund ihrer Fettleibigkeit schwanger war und ihr auch noch gratulieren wollte. Jean Nidetch, welche mittlerweile fast 100 Kilo wog, war erschüttert von dieser Meinung und fasste sofort einen Entschluss, dass nun endgültig der Zeitpunkt gekommen war, um dauerhaft abzunehmen.

Foto von Jon Sullivan

Jean Nidetch wollte aber keine kurzfristigen Diäten mehr, sie wünschte sich eine gesunde Ernährungsweise um damit langfristig Gewicht zu verlieren. Aber Jean Nidetch wusste auch, dass dieses Vorhaben in der Vergangenheit schon oft gescheitert war und gründete aus diesem Grund eine Selbsthilfegruppe mit einigen anderen übergewichtigen Frauen. Sie war fest entschlossen, diesmal dauerhaft abzunehmen, und dies sollte gemeinsam mit anderen Leidtragenden gelingen. Es wurden wöchentliche Treffen vereinbart, wo die beleibten Damen Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen sollten. Durch diese regelmäßigen Sitzungen erhoffte sich Jean Nidetch, genügend Motivation zu bekommen, um mit dem Abnehmen durchzuhalten.

Jean Nidetch war zwar keine ausgebildete Ernährungsberaterin, aber als Hausfrau und Mutter hatte sie schon sehr viele Erfahrungen bezüglich Essen machen können. Noch dazu war sie eine gute Vortragende und konnte die anderen Frauen in einer bemerkenswerten Art motivieren. Durch diese wöchentlichen Treffen blieb die Motivation in der Gruppe immer aufrecht, und es funktionierte tatsächlich. Angetrieben von einer euphorischen Jean Nidetch schafften es alle Frauen inklusive Jean Nidetch selbst, ihr Wunschgewicht zu erreichen. Die erfolgreichen Treffen mit Jean Nidetch wurden durch Mundpropaganda schnell populär und immer mehr Menschen wollten daran teilnehmen.

Jean Nidetch: „„Weight Watchers ist nicht einfach eine Methode, um Gewicht zu verlieren, es ist eine neue Art des Lebens““

Jean Nidetch war so begeistert von diesen überwältigenden Ergebnissen der Sitzungen dass sie beschloss, ihre Methode der Gewichtsreduktion weiterzuentwickeln. Sie erstellte ein Programm auf Basis von Tabellen, wo allen Lebensmitteln ein bestimmter Punktwert zugewiesen wurde. Durch diese festgelegte Punktmenge hatten nun abnehmwillige Menschen einen Anhaltspunkt für ihre angestrebte Diät. Im Jahr 1963 beschloss Jean Nidetch im Alter von 40 Jahren, ein Unternehmen zu gründen, welches sie „Weight Watchers“ („Gewichtsbeobachter“) nannte. Dies war auch unbedingt erforderlich, denn ihre neue Idee zur Gewichtsreduktion verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch ganz Amerika.

„Weight Watchers“ entwickelte sich durch Jean Nidetch, welche auch mehrere Bücher dazu schrieb, schnell zu den beliebtesten und erfolgreichsten Diätprogrammen weltweit. Die Idee von einem eigenen Punktesystem für Nahrungsmittel und wöchentlichen Treffen, wo man Tipps erhielt und Erfahrungen austauschen konnte, trafen genau den Nerv der Zeit. Es gab einen riesigen Markt mit vielen übergewichtigen Menschen überall auf der Welt, welche auf ein wirksames Schlankheitsprogramm wie „Weight Watchers“ gewartet hatten.

Jean Nidetch nahm ihre eigenen Gewichtsprobleme zum Anlass, um eine außergewöhnliche Initiative für ein Schlankheitsprogramm zu starten. Eine einfache Hausfrau veränderte dadurch das Leben von Millionen Menschen, welche es nun schafften, ihr Übergewicht auf gesunde Art und Weise zu reduzieren.

Jean Nidetch: „„Ich konnte mir nie vorstellen, mit Weight Watchers Millionen von Menschenleben rund um die Welt zu verändern““

Der König und die Suche nach dem Maurer

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Ein König wollte einen riesigen Palast bauen und engagierte dafür die besten Handwerker des Landes. Nun fehlte ihm nur noch ein geeigneter Maurer, die Suche danach gestaltete sich aber als schwieriger als gedacht. Der König wollte nichts dem Zufall überlassen, er verkleidete sich als armer Bettler und begab sich auf eine Baustelle in der nächsten Stadt, wo eine riesige Kathedrale gebaut wurde.

Dort angekommen befragte er die vielen Maurer, was sie denn den ganzen Tag machten und wie es ihnen dabei ginge. Nach und nach schilderten die Handwerker dem König ihr Leid. Den ganzen Tag mussten sie in der Hitze schuften und ständig die schweren Ziegelsteine transportieren. Sie bekamen für ihre Arbeit wenig Lohn, aus diesem Grund machten sie auch nur immer die notwendigsten Tätigkeiten.

Die Hoffnung des Königs schwand mit der Zeit, doch noch einen geeigneten Maurer zu finden. Da fiel ihm ein Handwerker auf, der Ziegel für Ziegel mauerte und dabei einen fröhlichen Eindruck machte. Der König ging auf ihn zu und stellte dem Maurer die gleiche Frage wie den anderen Arbeitern. Der Handwerker blickte kurz auf und antwortete voller stolz: „“Ich baue eine Kathedrale“.“

Der König war so ergriffen von dieser Antwort, dass er den Maurer sofort unter Vertrag nahm. Er entlohnte den Maurer fürstlich und dieser dankte es ihm mit einem wunderschönen und prächtigen Palast.

Auch wenn wir an einer Situation nichts ändern können, können wir immer die Einstellung zu ihr ändern.

 

Crystal Renn –- Das magersüchtige Model

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Crystal Renn war ein junges und lebensfrohes Mädchen und verbrachte wie viele andere Kinder schöne und normale Jugendjahre. Sie betrieb Sport und nahm regelmäßig am Klavierunterricht teil. Dieses behagliche Leben sollte aber im Alter von 14 Jahren ein schnelles Ende nehmen, als sie überraschend von einem Model-Scout angesprochen wurde. Dieser meinte, dass sie das Zeug zu einem Supermodel hätte und zeigte ihr Bilder von bekannten Models. Crystal Renn konnte es kaum fassen, welches junge Mädchen träumte nicht schon einmal davon ein berühmtes Model zu werden? Und sie hatte nun die große Chance, ihren Traum von einer großen Modelkarriere zu verwirklichen. Die Sache hatte nur einen Haken, laut dem Urteil von ihrem Entdecker musste sie stark abnehmen, da sie für ein Model einfach zu dick war. Crystal Renn nahm sich diesen Ratschlag zu Herzen, sie hatte von nun an nur mehr die superschlanken Models, die auf der ganzen Welt bekannt waren, im Kopf.

Crystal Renn: „„Wenn dir einer sagt, dass der Preis zur großen weiten Welt eine Diät ist, dann ergreifst du diese Möglichkeit, ohne groß darüber nachzudenken““

Von einem auf den anderen Tag begann sie nun eine strenge Diät, um die Anforderungen eines Models erfüllen zu können. Sie stellte ihre Ernährung komplett um, aß nur mehr Salat oder gedünstetes Gemüse und kaute zwischendurch an zuckerfreien Kaugummis herum. Zusätzlich betrieb sie bis zu acht Stunden Sport am Tag, sie meldete sich aus diesem Grund extra in zwei verschiedenen Fitnessstudios an und pendelte zwischen ihnen hin und her, um nicht als sportsüchtig aufzufallen. Mit 16 Jahren hatte sie sich bei einer Größe von 1,75 m auf 42,5 kg heruntergehungert und hastete mittlerweile von Casting zu Casting, um den Durchbruch als Model zu schaffen. Es war nur mehr eine Frage der Zeit, bis sich erste Nebenwirkungen durch ihre ungesunde Lebensweise einstellen sollten.

Crystal Renn: „„Ich habe mich selbst ausgehungert. Ich war so besessen von meinem Gewicht, dass ich fast durchgedreht bin, wenn ich mir einen zuckerfreien Kaugummi extra gegönnt habe““

Sie litt an Kraftlosigkeit, Depressionen, Magenschmerzen und Atemproblemen. Ihr Körper hatte durch ihre Essstörung einfach keine Energie mehr, aber Crystal Renn hatte nur den Traum eines Topmodels vor sich und ignorierte die Warnzeichen ihres Körpers. Sie begann aufputschende Diätpillen zu schlucken und sich mit Koffein wach zu halten. Kurze Zeit später sollte sich diese Ignoranz rächen, denn ihr junger Körper begann zu rebellieren. Trotz des stundenlangen Sports und der strengen Diät nahm Crystal Renn an Gewicht zu. Sie versuchte noch krampfhaft, durch eine gefährliche Null-Diät und mit noch mehr Sport dem entgegenzuwirken, aber ohne Erfolg.

Crystal Renn: „„Ich glaube, ich habe meinen Körper so lange bekämpft, dass er mir irgendwann signalisiert hat: Es reicht, ich kann nicht mehr, ich bin am Verhungern. Mein Körper hat mich durch die Gewichtszunahme gerettet““

Ihre Agentur versuchte sie noch weiter zu vermitteln, aber wieder nur unter der Bedingung, dass sie abnehmen musste. Und plötzlich ging Crystal Renn ein Licht auf, denn so konnte sie nicht mehr weitermachen. Sie war auf dem besten Weg, sich selbst und ihren Körper komplett zu ruinieren und ihre Gesundheit zu gefährden. Crystal Renn wollte nicht mehr den ganzen Tag an Kalorien denken und wie sie sie wieder loswerden konnte. Viel zu spät hatte sie bemerkt, dass sie sich eigentlich überhaupt nicht mehr wohl in ihrem eigenen Körper gefühlt hatte und dies vermutlich auch der Grund war, warum sie nicht so gut bei den Klienten ankam. Und so fing sie wieder an, normal zu essen.

Crystal Renn: „„Eine Essstörung zu haben ist ein kalter, dunkler Ort. Niemand versteht dich. Du verlierst deine Freunde, deine Beziehung zur Familie und auch zur Realität““

Es dauerte Monate, bis Crystal Renn es wieder schaffte, ihre Ernährungsgewohnheiten komplett zu verändern und ihr neues Wohlfühlgewicht zu erreichen. Aber mit der Zeit hatte sie wieder viel mehr Energie und strahlte wieder unglaubliche Lebensfreude aus. Sie wechselte zu einer Agentur, die auch Übergrößen-Models vermittelte, und versuchte hier ihren Traum als Model doch noch zu verwirklichen. Und plötzlich kamen immer mehr Aufträge für sie, alle Kunden waren so fasziniert von Crystal Renn, die mit ihrem neu gewonnenen Selbstvertrauen alle Kunden begeisterte. Die größten Modemagazine der Welt fingen nun an sie zu buchen, die Designer und Fotografen schwärmten nur so von ihrer ungeheuren sinnlichen Ausstrahlung.

Crystal Renn: „„Ich denke, es ist eine Sache der Ausstrahlung. Damals habe ich meinen Körper gehasst, und das kam rüber, auch bei den Shootings““

Crystal Renn schaffte es von einem magersüchtigen Model zu einem der bekanntesten Übergrößen-Model der Welt. Sie zeigte an ihrem Beispiel, dass jeder Mensch seine Gesundheit vor den Erfolg stellen sollte. Crystal Renn gab die Hoffnung nie auf, einmal ein berühmtes Model zu werden, bis sie es tatsächlich schaffte. Und sie erreichte es als die Frau, die sie wirklich war und auch wirklich sein wollte.

Heute kämpft Crystal Renn mit aller Macht gegen die Magersucht und den Abmagerungswahn in der Modewelt. Sie ist Vorbild für Frauen auf der ganzen Welt und gibt ihnen Hoffnung, dass man mit einer gesunden Beziehung zum Essen trotzdem erfolgreich sein kann. Sie stellt sich so gegen die gesamte Modebranche, die der Gesellschaft immer wieder einhämmern will, dass nur dünne und abgemagerte Models erfolgreich sein können.

Crystal Renn: „„Mittlerweile habe ich einige Mädchen getroffen, die mir gesagt haben, sie würden dank meines Beispiels ebenfalls in dieser Sparte arbeiten und sich nicht weiter mit Abnehmen quälen. Solche Begegnungen bedeuten mir sehr viel““

Der Gelehrte und die Sichtweise des Lebens

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Ein alter Mann wollte einen weisen Gelehrten besuchen, doch als er ankam, war er völlig durchnässt und mit Schlamm bedeckt. Der Gelehrte wollte natürlich wissen, was passiert sei. „Es ist dieser Bach in der Nähe von hier“, sagte er. „Früher habe ich ihn immer mit einem Sprung geschafft, aber jetzt lande ich immer in der Mitte. Ich habe nicht gemerkt, dass der Bach breiter geworden ist.“

Worauf der Gelehrte nur erwiderte: „Heute sehe ich immer, wenn ich mich bücke, dass der Boden weiter entfernt ist als in meiner Jugend.“

Viele Menschen sehen die Dinge im Leben leider oft nur aus ihrer eigenen Sicht. Es würde oft nur ein Blick über den Tellerrand hinaus reichen, um bestehende Probleme durch die eigene Einsicht lösen zu können.