Andrés Escobar und das tödliche Eigentor

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Andrés Escobar wurde am 13. März 1967 in der Stadt Medellin in Kolumbien (Staat in Südamerika) geboren. Schon als Kind spielte er mit Begeisterung Fußball und hatte die Vorstellung, einmal ein großer Fußballstar zu werden. Dieser Traum nahm konkrete Formen an, als er zu einem der bedeutendsten Vereine des Landes, zu Atlético Nacional, wechselte. Hier entwickelte sich Andrés Escobar zu einem talentierten Verteidiger und er wurde schon bald in der Profimannschaft eingesetzt. Im Alter von 22 Jahren gewann Andrés Escobar mit seinem Verein die Copa Libertadores, den mit Abstand wichtigsten südamerikanischen Fußballwettbewerb. Innerhalb kürzester Zeit stieg der begabte Fußballer zu einem Star in seinem Heimatland auf und wurde sogar Stammspieler in der kolumbianischen Nationalmannschaft. Andrés Escobar sollte bald auf der ganzen Welt bekannt sein, jedoch auf eine andere Art als gedacht.

Die Nationalmannschaft von Kolumbien hatte sich souverän für die Fußballweltmeiserschaft 1994 in den USA qualifiziert. Durch beeindruckende Ergebnisse in den Qualifikationsspielen wurde man von vielen Experten sogar als Geheimtipp für den Weltmeistertitel gehandelt. Entsprechend hoch war auch die Erwartung in ganz Kolumbien an das Nationalteam, wo Andrés Escobar als Abwehrchef großen Anteil an dem Höhenflug hatte. Aber das erste Spiel gegen Rumänien wurde überraschend verloren, und der Druck auf die Spieler, auch aus der Heimat, wurde immer größer, denn sie mussten nun ihr zweites Spiel gegen die USA unbedingt gewinnen, um doch noch den Aufstieg zu schaffen.

Andrés Escobar und seine Mitspieler versuchten alles, um dieses Spiel zu gewinnen. Nach gut einer halben Stunde folgte eine entscheidende Szene in diesem Match. Eine gefährliche Flanke kam in den Strafraum von Kolumbien und Andrés Escobar versuchte alles, um ein Gegentor zu verhindern. Der Verteidiger rutschte in eine Flanke, um den Ball zu klären, aber er traf den Ball so unglücklich, dass er ihn in das eigene Tor ablenkte. Der schlimmste Albtraum für einen Fußballspieler war soeben passiert, ein Eigentor geschossen und dies bei einer so wichtigen Weltmeisterschaft. Kolumbien versuchte nun alles, um das Spiel doch noch zu gewinnen, aber man verlor gegen die USA schlussendlich mit 1:2. Trotz eines Sieges gegen die Schweiz im letzten Gruppenspiel schied man aus dem Turnier aus und Andrés Escobar war am Boden zerstört. Durch das unglückliche Eigentor wurde der noch vor kurzem als Held gefeierte Spieler zum Sündenbock in seiner Heimat abgestempelt und die Wut einer ganzen Bevölkerung richtete sich nun auf ihn.

Andrés Escobar kehrte trotz warnender Stimmen in seine fußballverrückte Heimat zurück und wollte sich der Kritik stellen. Die Zeitungen schrieben von einem Debakel und einer Erniedrigung für das ganze Land. Andrés Escobar entschuldigte sich öffentlich für die Leistung des Nationalteams und für sein verursachtes Eigentor. Mutig stellte er sich der Presse und der Öffentlichkeit, aber es sollte nicht mehr viel helfen.

Einige Tage nach der Rückkehr von Andrés Escobar nach Kolumbien war er gerade mit ein paar Freunden in Medellin unterwegs. Er wollte sich ablenken, zudem war in wenigen Wochen die Hochzeit mit seiner Freundin geplant, dies war im Moment sein wichtigster Lichtblick. Plötzlich wurde auf einem Parkplatz vor einem Lokal eine Waffe gezogen und es wurden Schüsse auf ihn abgegeben. Andrés Escobar hatte keine Chance, die Kugeln trafen ihn sofort tödlich. Laut Zeugenaussagen dürfte der Mörder ihn noch kurz vor der Tat für das verursachte Eigentor beschimpft haben.

Die Hintergründe dieser verhängnisvollen Nacht wurden bis heute nicht vollständig geklärt. Der Täter, der später gefasst wurde, hatte Verbindungen zu mächtigen Drogenbossen und der Wettspiel-Mafia, die aufgrund des frühen Ausscheidens Kolumbiens sehr viel Geld verloren hatten und die den Mordauftrag gegeben haben könnten. Eine Tatsache galt als sicher, Andrés Escobar musste sterben, weil er einfach das unglückliche Eigentor erzielt hatte. Nach diesem Mord ordnete die kolumbianische Regierung sofort Polizeischutz für die restlichen Nationalspieler an.

Die Stimmung in Kolumbien drehte sich danach rasant, Andrés Escobar wurde nach seiner Ermordung zur Legende. Bei seiner Beerdigung waren 120.000 trauernde Menschen anwesend, die das Unglück einfach nicht fassen konnten. Ihm zu Ehren wurde ein Denkmal in Medellin errichtet, wo bis heute Fotos und Blumen niedergelegt werden, und jährlich finden Gedenkgottesdienste für Andrés Escobar statt.

Der Tod von Andrés Escobar war nicht umsonst, in ganz Kolumbien wurden Fußballschulen gegründet, in denen obdachlose Kinder Unterricht erhielten. Finanziert von Spenden aus der ganzen Welt, die Anteil nahm an dem schrecklichen Tod des Fußballspielers.

Einige Menschen halten Fußball für einen Kampf um Leben und Tod. Sportliche Missgeschicke passieren im Fußball immer wieder, dies gehört zum Sport genauso dazu wie der Erfolg. Jedoch sind Fußballer auch nur Menschen die Fehler machen, genauso wie es Andrés Escobar passiert war. Aber durch sein Eigentor musste er sterben, im Alter von nur 27 Jahren.

 

Marina Nemat -– Das brutale Evin-Gefängnis im Iran

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Marina Nemat wurde am 22. April 1965 in Teheran, der Hauptstadt des Irans, geboren. Sie wuchs in einer christlichen Familie auf, einer im Iran zwar geduldeten religiösen Minderheit gegenüber dem Islam, aber trotzdem mit vielen Benachteiligungen. Marina Nemat war stolz auf ihren Glauben, und dies sollte ihr zum Verhängnis werden. Als in der Schule statt Mathematik plötzlich Politik unterrichtet wurde, um die Schüler politisch zu beeinflussen, wollte sie das nicht so einfach hinnehmen. Sie teilte ihre Meinung der Lehrerin mit, dass sie weiterhin Mathematik unterrichten sollte, aber diese reagierte nur wütend und schickte sie aus dem Klassenzimmer. Plötzlich folgten ihr aber auch die anderen Schüler, die ebenfalls nicht mit diesem Unterricht einverstanden waren. So wurde sie ungewollt zur Anführerin dieses Streiks, und in einer Schülerzeitung veröffentlichte sie zusätzlich ihre Meinung dazu. Dieser Vorfall blieb auch anderen Leuten nicht verborgen.

 
Marina Nemat befand sich gerade im Badezimmer, als es überraschend an der Haustür klingelte. Sofort hatte sie ein ungutes Gefühl, denn es war kein Besuch zu erwarten gewesen. Da standen auch schon bewaffnete iranische Soldaten in der Wohnung, um sie mitzunehmen. Den Eltern stand der Schrecken ins Gesicht geschrieben, als sie hörten, wo man ihre Tochter hinbringen sollte, denn es war das berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran. Alle Menschen mieden diese Strafanstalt so gut es ging, Fotografien von dem Gebäude waren von innen und außen strengstens verboten. Immer wieder waren schreckliche Dinge aus diesem Gefängnis zu hören, die den Leuten unheimliche Furcht einflößten. Dieser Ort war gleichbedeutend mit Grausamkeit, Folter und Tod. Die Eltern konnten ihr Kind nun nicht mehr beschützen, und so kam Marina Nemat als junges Mädchen im Alter von nur 16 Jahren in das zwielichtige Gefängnis. Ihre unbeschwerte Kindheit sollte von nun an vorbei sein.

Marina Nemat befand sich bereits mitten in dem Foltergefängnis, als schlagartig die Stille von schmerzerfüllten Schreien in ihrer Umgebung zerrissen wurde. Es folgten Schläge mit lauten Knallen, unterbrochen nur von verzweifelten Hilfeschreien eines Opfers. Unter furchtbarer Angst kam sie kurze Zeit später selbst zum Verhör. Mit brutalen Schlägen gegen ihre Fußsohlen wollte man erreichen, dass Marina Nemat Komplizen nannte, die sie bei der Schülerzeitung unterstützten, da die öffentliche Meinung gegen die Regierung unerwünscht war. Aber Marina Nemat war trotz ihres jungen Alters ein mutiges Mädchen und sagte nichts. Die Schläge wurden immer härter und die Folter immer grauenhafter, noch nie in ihrem Leben hatte sie so schlimme Qualen ertragen müssen. Und bald verlor sie aufgrund der unglaublichen Schmerzen die Besinnung.

Foto von Florian Höfer
unter CC BY-SA 3.0

 
Marina Nemat war mit einigen anderen Insassen auf einen Pfahl gebunden worden. Das Erschießungskommando brachte sich bereits mit ihren Gewehren in Position. Sie sollte nun erschossen werden, einfach so, und Marina Nemat hatte schreckliche Panik vor dem Tod. Plötzlich wurde sie jedoch losgebunden und weggebracht, die zurückgebliebenen Opfer sollten wenige Sekunden später die letzten Schüsse ihres Leben hören. Sie hatte Glück im Unglück, denn ein Gefängniswärter hatte sich in das junge Mädchen verliebt und schaffte es, dass ihre Todesstrafe in eine lebenslange Haft umgewandelt wurde. Dieser Gefängniswärter erpresste Marina Nemat nun zum Islam zu konvertieren um ihn heiraten zu können, da ansonsten ihre Familie und ihre Verwandten in Zukunft zu leiden hätten. Sie hatte keine Wahl und gab der Drohung nach, sie konvertierte unfreiwillig zum Islam und heiratete einen Mann, den sie nicht liebte, um ihre Liebsten zu schützen.

Die Zeit verging und der Alltag im Gefängnis war geprägt von Gewalt, Vergewaltigung, Folter und Erniedrigung. Oft musste man auf dem Fußboden schlafen, da in den Zellen akuter Platzmangel herrschte. Marina Nemat erlebte so wie die anderen Mitgefangenen die absolute Hölle, den einzigen Halt in dieser schweren Zeit fand sie in ihren Kindheitserinnerungen und ihrem eigenen Glauben.

Als ihr Ehemann von einem Mordkommando getötet wurde, da er vermutlich zu tolerant mit den Gefangenen umging, war es dessen Familie, die weitreichende Kontakte hatte, um für Marina Nemat eine Begnadigung zu erreichen. Nach über zwei Jahren in diesem Höllengefängnis konnte sie diesen schrecklichen Ort endlich als freie Person verlassen und konnte nach langer Zeit wieder zu ihrer Familie heimkehren. Alle anderen mit ihr Inhaftierten hatten dieses Glück nicht, denn keiner konnte das Gefängnis wieder lebend verlassen.

Nach ihrer Rückkehr fragte niemand nach ihrem Martyrium. Die Familie hatte furchtbare Angst vor dem Terrorregime und alle meinten nur, dass sie ihre Vergangenheit einfach vergessen sollte. Marina Nemat verdrängte daher das Erlebte so gut es ging, obwohl es ihr natürlich sehr schwer fiel.

Es dauerte über 20 Jahre, bis sie ihre furchtbaren Erinnerungen über das Evin-Gefängnis wieder einholen sollten. Sie schrieb ihre Erlebnisse nieder und veröffentlichte ein Buch darüber mit dem Titel: „„Ich bitte nicht um mein Leben“. Sie brach ihr Schweigen, weil bis jetzt kein Opfer je den Mut gefunden hatte, über die Erlebnisse in diesem Gefängnis zu sprechen. Mit ihrer Geschichte stellte sie sich so mutig gegen das Terrorregime im Iran.

Marina Nemat hat den Iran verlassen, da sie dort aufgrund ihrer öffentlichen Meinung um ihr Leben bangen müsste. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihren Kindern in Kanada, wo sie in Freiheit leben können. Den Kontakt zu ihrer Familie hat sie komplett abgebrochen, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Das Evin-Gefängnis hat sich bis heute kaum verändert, immer wieder dringen grausame Geschichten von Folter und Hinrichtungen an die Öffentlichkeit. Viele unschuldige Menschen befinden sich dort noch immer in Haft, und von der Mehrheit wird man wohl nie wieder etwas zu hören bekommen.

Marina Nemat: „“Evin hat mich für immer verändert. Ich hätte in Evin sterben sollen, aber ich habe überlebt. Warum? Um der ganzen Welt meine Geschichte zu erzählen, damit sie von all dem Schrecklichen erfährt, was sich dort abgespielt hat““

Das perfekte Herz

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Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, was sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte laut über sein schönes Herz. Plötzlich tauchte eine ältere Frau vor der Menge auf und sagte: „Nun, dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines.“

Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz der älteren Frau an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig und es gab einige ausgefranste Ecken. An einigen Stellen waren tiefe Furchen, an anderen Stellen fehlten ganze Teile. Die Leute starrten sie an: „Wie kann sie behaupten ihr Herz sei schöner?“ dachten sie. Der junge Mann schaute auf das Herz der Frau, sah dessen Zustand und lachte: „Du musst scherzen“, sagte er. „Dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.“

„Ja“, sagte die Frau, „deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Und ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?“

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf die ältere Frau zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es der Frau mit zitternden Händen an. Die ältere Frau nahm das Angebot an, setzte es in ihr Herz. Sie nahm dann ein Stück ihres alten, vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte. Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe der älteren Frau in sein Herz fließen.

Abraham Lincoln und der Gerichtsprozess

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Vor einiger Zeit waren Dampfschiffe eine der wichtigsten Transportmittel in Amerika. Viele Produkte wie Getreide oder Fleisch wurden von den Siedlern mit einem Ochsengespann zum Mississippi gebracht, damit man sie von dort aus flussabwärts verschiffen konnte. Den Dampfschiffgesellschaften ging es damals natürlich sehr gut, denn sie hatten keine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz im Transportwesen.

Bis zu jenem Tag, als die Rock-Island-Eisenbahn den Bau einer großen Eisenbahnbrücke zwischen Rock Island und Davenport plante. Die wohlhabenden Schiffseigner bekamen es mit der Angst zu tun, denn sie fürchteten die große Konkurrenz, die von dieser Brücke ausgehen würde. Vorerst verhinderten sie den Bau durch ein richterliches Verbot, solange bis es zu einem großen Prozess kam. Die Dampfschiffbesitzer wollten ihr Recht, für diese Transporte zuständig zu sein, nicht aufgeben, und so engagierten sie einen der besten Anwälte der für dieses Fachgebiet zu bekommen war.

Und dieser hielt am letzten Verhandlungstag vor einem großen Publikumsandrang sein Plädoyer. Der Prozess hatte sich mittlerweile zu einem aufregenden und spannenden Fall weiterentwickelt, und der Ausgang war kaum absehbar. Ganze zwei Stunden lang dauerte seine Abschlussrede. Er scheute sich auch nicht, Argumente wie die Auflösung des amerikanischen Bundes zu verwenden um mit dieser Schwarzmalerei den Bau der Brücke zu verhindern. Die Anwesenden, die bis jetzt atemlos zugehört hatten, reagierten mit tobendem Beifall auf diese atemberaubende Rede.

Der Anwalt der Eisenbahngesellschaft hingegen tat fast allen leid. Was sollte er dieser entfesselten Ansprache noch entgegensetzen? Ob er auch zwei Stunden lang sprechen würde? Nicht wirklich. Seine Abschlussrede dauerte keine zwei Minuten. Und dies sagte er: „Vorab will ich dem Gegenanwalt zu seiner brillanten Rede gratulieren. Noch nie habe ich ein besseres Plädoyer gehört. Aber, meine Herren Geschworenen, leider hat er das Wesentliche übersehen: Das, was die Bürger, die vom Osten nach dem Westen reisen, brauchen, ist mindestens ebenso wichtig wie das, was diejenigen brauchen, die auf dem Fluss fahren. Die einzige Frage, über die Sie letztlich entscheiden müssen, ist die: Haben die Menschen, die auf dem Fluss hinauf- und herunterfahren, mehr Rechte als diejenigen, die ihn überqueren wollen?“ Daraufhin setzte er sich.

Die Entscheidung der Geschworenen ließ nicht lange auf sich warten und war eine kleine Sensation. Dieser hagere, knochige und ungewöhnlich große Mann, der noch dazu ärmlich bekleidet war, hatte es tatsächlich geschafft, diesen Prozess doch noch zu gewinnen. Und dieser damals noch unbekannte Anwalt hieß Abraham Lincoln. (späterer amerikanischer Präsident)

Diejenigen Menschen, die kurz und bündig das Wesentliche hervorbringen können, werden am meisten geschätzt. So wie es Lincoln perfekt verstanden hat. Seine Rede ist weltberühmt geworden – obwohl er keine zwei Minuten gesprochen hat. Dieser Prozess ging als einer der größten Rechtsstreite in die Geschichte der Vereinigten Staaten ein.