Harry Wilson -– Mit der Wette vom Großvater zum Fußballnationalspieler

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Stundenlang schaute Peter Edwards seinem kleinen Enkel beim Spielen zu. Harry konnte zwar noch nicht laufen, jedoch krabbelte er auf dem Wohnzimmerboden unermüdlich dem Ball hinterher, so als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt. Als Harry laufen lernte, mussten bereits einige Gegenstände daran glauben, weil Harry sie unabsichtlich herunterschoss. Der Großvater war trotzdem so stolz auf seinen Enkel, dass in ihm eine besondere Idee reifte. Er beschloss in ein Wettbüro zu gehen und darauf zu wetten, dass Harry eines Tages Fußballnationalspieler von Wales wird. Als Peter Edwards diese Wette mit 50 Pfund platzierte, war Harry gerade einmal knapp 2 Jahre alt. Das Wettbüro nahm den Großvater nicht ernst, stellte aber einen Wettschein mit einer Quote von 2500 zu 1 aus. Peter Edwards glaubte an seinen Plan und verwahrte den Schein sicher in einem Safe neben den anderen wichtigen Dokumenten.

Peter Edwards: „“Er jagte dem Ball auf Händen und Knien hinterher, noch bevor er laufen konnte. Dies gab mir die Idee““

Peter Edwards erzählte dem kleinen Jungen von seiner Wette, als Ansporn und als Zeichen des Vertrauens. Der Großvater war der Meinung, dass es seinen Enkel stärker machte, wenn er wusste, dass jemand an ihn glaubte. Als Harry zum ersten Mal an einem Kindertraining teilnahm, spürte man sofort seine große Leidenschaft für Fußball. Im Alter von 8 Jahren ergatterte Harry einen Platz in der anerkannten Jugendabteilung des großen FC Liverpool. Die Familie von Harry nahm nun große Mühen in Kauf, um Harry mit dem Auto zum Training zu bringen und ihn wieder abzuholen. Auch der Großvater nahm diese langen Autofahrten gerne auf sich. Er hatte das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein und er spürte, wie wichtig Liebe und Vertrauen für Harry waren.

Harry war zwar ein schüchterner Junge, aber auf dem Fußballplatz verwandelte er sich in eine selbstbewusste Persönlichkeit. Während Harry fleißig trainierte, sammelte der Großvater erste Zeitungsartikel über seinen talentierten Enkel. Der Junge entwickelte sich zu einem sehr begabten Fußballer und er gab bereits im Alter von 15 Jahren sein Debüt in der U-18 Mannschaft des FC Liverpool. Der Traum von einer großen Fußballkarriere schien sich immer mehr zu verwirklichen, als Harry tatsächlich eine Einladung zur walisischen Fußballnationalmannschaft erhielt. Der Großvater wurde darüber natürlich sofort informiert, denn über die Jahre hatte sich eine enge Bindung zum Enkelsohn entwickelt.

Am 15. Oktober 2013, an einem kalten Herbstabend, fand das WM-Qualifikationsspiel Belgien gegen Wales statt. Peter Edwards verfolgte gespannt jede Sekunde dieses Spiels, denn es war wirklich Harry, welcher auf der Ersatzbank saß, schon allein dies war eine echte Sensation gewesen. Es waren nur mehr wenige Minuten zu spielen, als dem Großvater plötzlich ein kalter Schauer über den Rücken lief. Er sah seinen Enkel am Spielfeldrand stehen, denn der Trainer wollte ihn noch einwechseln. Innerhalb weniger Sekunden erlebte der Großvater einen der größten Momente seines Lebens, als er sah, wie Harry für die Nationalmannschaft von Wales spielen durfte. Der Traum des Großvaters war tatsächlich in Erfüllung gegangen.

Harry Wilson wurde im Alter von 16 Jahren und 207 Tagen zum jüngsten walisischen Fußballnationalspieler aller Zeiten. Als er den Rasen betrat, hatte zudem der Großvater seine Wette gewonnen und war nun um 125.000 Pfund reicher, obwohl ihm dies nicht so wichtig war.

Harry Wilson wurde nicht durch die Wette seines Großvaters zu einem großen Fußballspieler. Verantwortlich dafür waren sein außergewöhnlicher Wille und seine Bereitschaft, alles dem Fußball unterzuordnen. Aber Harry konnte diese Eigenschaften nur entwickeln, weil er immer die Zuversicht und das Vertrauen seines Großvaters spürte. Mit diesem starken Rückenwind schaffte er es, alle Ängste und Zweifel zu besiegen und das notwendige Selbstvertrauen aufzubauen, um ein echter Fußballstar zu werden.

Christin Thomsen -– Das übergewichtige Model

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Christin Thomsen stand mit beiden Beinen im Berufsleben, sie arbeitete als Projektassistentin in einem großen Unternehmen und war als ärztlicher Schreibdienst im Einsatz. Seit Jahren bewunderte sie die Models im Fernsehen, wie sie mit ihrer perfekten Figur und ihrem reizvollen Aussehen die Menschen in ihren Bann zogen. Christin Thomsen träumte ebenfalls davon, einmal als Model tätig zu sein um vielleicht irgendwann auf den berühmtesten Laufstegen der Welt laufen zu können. Aber sie hatte einen entscheidenden Nachteil, denn sie war übergewichtig und würde gegen die schlanken Topmodels dieser Welt nicht den Funken einer Chance haben. Eines Tages wollte Christin Thomsen aber doch alles auf eine Karte setzen und nahm all ihren Mut zusammen, um sich bei einem Modehaus als Model zu bewerben.

Christin Thomsen: „“Attraktivität kommt von innen““

Zu ihrer großen Überraschung wurde sie tatsächlich als Plus-Size-Model engagiert. Christin Thomsen konnte durch ihre Natürlichkeit und ihre große Ausstrahlung punkten. So absolvierte sie nicht nur sehr gelungen ihr erstes Fotoshooting, sondern auch bald ihre erste Modenshow. Mit dem Einstieg in diese Branche folgten für Christin Thomson schnell weitere Aufträge für große Modefirmen und auch für Werbekampagnen wurde sie verpflichtet. Durch ihre unbekümmerten Auftritte stieß sie in der Modebranche in eine Marktlücke, denn nicht nur spindeldürre Frauen konnten als Model Erfolg haben.

Da sich ein Großteil der Frauen nicht mit den außergewöhnlich schlanken Models identifizieren konnte, wurden immer mehr kurvige Models gesucht. Wegen der hohen Nachfrage an großen Größen folgte auch ein Umdenken der Designer, die Kleidergrößen entsprechend anzupassen. Christin Thomsen fühlte sich sehr wohl in ihrem Körper und dies präsentierte sie bei allen ihren Aufträgen. Sie war genau das Gegenteil von den vielen hungernden und dünnen Models ohne Ausstrahlung. So erlangte Christin Thomsen durch ihre Einzigartigkeit internationale Bekanntheit und erhielt Modeljobs in London oder in Paris, womit sie sich ihren großen Traum erfüllen konnte.

Christin Thomsen: „„Mode ist keine Frage der Konfektionsgröße, sondern eine der inneren Haltung““

Christin Thomsen war eines der wenigen Models in ihrer Größe, welches sich in dieser hart umkämpften Branche durchsetzte. Sie stellte sich damit im Alleingang gegen das bizarre Schönheitsideal der Gesellschaft, immer nur auf dünne und abgemagerte Frauen zu setzen. Sie wurde dadurch zum Vorbild für viele übergewichtige Frauen, dass es auch in Ordnung war, mehr Rundungen zu haben. Entscheidend war die Tatsache, sich im eigenen Körper wohl zu fühlen und sich nicht mehr als schlecht zu empfinden, nur weil man den allgemeinen Normen nicht entsprechen konnte.

Christin Thomsen: „„Schönheit hat nichts mit dem Gewicht zu tun. Nur weil ich dick bin, bin ich nicht hässlich““

Das Zündholz und die Kerze

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Eines Tages sprach das Zündholz die Kerze an: „“Ich habe die Weisung bekommen, dich anzuzünden.““

„“Oh nein“, erschauderte die Kerze, „nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand wird dann meine Schönheit mehr bewundern.““ Die Kerze begann zu schluchzen.

Das Zündholz fragte: „“Aber willst du denn dein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor wirklich gelebt zu haben?““

„“Aber verbrannt zu werden tut doch weh und zehrt an meinen Kräften““, entgegnete die Kerze voller Angst und Sorge.

 
„“Dies ist wahr““, sagte das Zündholz.

„“Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung. Wir sind bestimmt, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig. Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen. Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme spenden. Alles, was du an Schmerz, Leid und Stärke hingibst, verwandelt sich in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen. Nur wenn du dich versagst, wirst zu sterben“.“

Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: „„Ich bitte dich, zünde mich an!““

Die Samen

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In der Nähe eines Bauernhofes steckten zwei Samen nebeneinander im Erdreich.

Da sprach der erste Samen: „“Ich will unbedingt wachsen! Ich will meine Wurzeln tief in den Boden versenken und dann kräftig gedeihen. Ich will meine Blätter entfalten und die Sonne spüren, mich von Wind hin- und herwehen lassen. Ich will wachsen!““

Und so wuchs der selbstbewusste Samen zu einer kräftigen Pflanze heran.

Der zweite Samen sprach: „“Ich bin voller Sorgen. Wenn ich meine Wurzeln in den Boden schicke, weiß ich nicht, was mich dort in der Tiefe erwartet. Ich befürchte, dass es schmerzvoll ist und dass mein Stamm einen Schaden nehmen könnte, wenn ich versuche, die Erdkruste zu durchbrechen. Zusätzlich weiß ich auch nicht, was dort oben über der Erde auf mich lauert. Es kann so viel geschehen, wenn ich wachse. Nein, ich bleibe lieber hier in Sicherheit und warte, bis ein besserer Zeitpunkt gekommen ist.“

Und so verblieb der unentschlossene Samen in der Erde und wartete.

Eines Tages kam ein Huhn vorbei und wühlte mit den scharfen Krallen im Boden. Nach einer Weile fand sie den wartenden Samen im Boden und fraß ihn auf.

Foto von Wolfgang Sauber
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Der hartnäckige Steinmetz

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Eines Tages kam ein Lehrer mit seiner Schulklasse an einem Steinmetz vorbei, welcher gerade dabei war, einen großen Stein im Garten auseinander zu hauen. Immer wieder schlug er auf den Felsbrocken ein, ohne dass jedoch der kleinste Sprung zu erkennen war. Die Kinder wunderten sich über den Steinmetz, warum er weiter beharrlich auf den Stein einschlug, denn anscheinend war dieser einfach viel zu hart. Doch blitzartig, nach zahlreichen kräftezehrenden Schlägen, sprang der Stein plötzlich entzwei.

Der Lehrer versammelte seine Schüler um sich und gab ihnen folgenden Rat: „“Nehmt diese Tätigkeit als Lektion für euer Leben. Es war nicht der letzte Schlag des Steinmetzes, welcher das gewünschte Ergebnis lieferte. Es waren die vielen vergebenen Schläge vorher, die ihm letztendlich den Erfolg brachten. Genauso verhält es sich im Leben, egal wie viele Misserfolge und Rückschläge ihr einstecken müsst, Erfolg hat man nur, wenn man konsequent und unbeirrt an seinem Ziel festhält!““

 

Bobby Charlton -– Wie die Flugzeugkatastrophe Manchester United zerstörte

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Manchester United (England) zählte 1958 zu den besten Fußballteams in Europa. Die Mannschaft bestand überwiegend aus jungen und talentierten Spielern aus der Umgebung oder aus dem eigenen Nachwuchs. Der damalige Trainer Matt Busby formte eine Truppe, welche nicht nur sehr erfolgreich war, sondern auch einen sehr attraktiven und ansehnlichen Fußball spielte. Ganz England schwärmte von diesem Team, welches in den vorangegangenen Jahren immer überlegen die englische Meisterschaft gewinnen konnte. Eines der größten Talente in dieser Mannschaft war Bobby Charlton.

Manchester United war auch erfolgreich im Europapokal vertreten und galt als einer der Favoriten in diesem Bewerb. Im Viertelfinale schaffte man dank Bobby Charlton, welcher zwei Tore beisteuerte, den Aufstieg gegen den ehemaligen jugoslawischen Verein Roter Stern Belgrad. Auf dem Rückflug von Belgrad musste man einen planmäßigen Zwischenstopp in München einlegen, um das Flugzeug auftanken zu können. Im Flieger befand sich die komplette Fußballmannschaft von Manchester United, ein paar Fans, Journalisten und das Begleitpersonal. Es gab bereits einige Probleme und Verzögerungen durch das Winterwetter, wodurch eine leichte Unruhe entstand. Die beiden Spieler Tommy Taylor und David Pegg tauschten kurz vor dem Start mit Bobby Charlton und einem anderen Spieler die Plätze, da man glaubte, im hinteren Teil des Flugzeuges einen sichereren Platz zu haben. Es war der 06. Februar 1958, als unter starkem Schneetreiben das Unfassbare geschah.

Der Pilot lenkte das Flugzeug auf die Startbahn und beschleunigte routinemäßig. Aber plötzlich fiel die Geschwindigkeit des Flugzeuges, durch die zu geringe Geschwindigkeit konnte das Flugzeug nicht mehr abheben. Der Flieger durchbrach daraufhin am Ende der Startbahn die Zaunbegrenzung und prallte gegen ein nahestehendes Haus. In der Folge wurde das Flugzeug auseinandergerissen, da ein Teil auf eine Garage stieß, wo Benzin gelagert war, folgte schlagartig eine gewaltige Explosion. Bobby Charlton wurde festgeschnallt mit seinem gesamten Sitz aus dem Flugzeug geschleudert und wurde bewusstlos.

Bobby Charlton: „“Es herrschte Stille an Bord. Als wir durch den Zaun brachen, konnte ich nicht einmal den Ansatz eines Schreies hören““

Bobby Charlton überlebte diesen schrecklichen Unfall mit einer Platzwunde am Kopf und einem schweren Schock. Als er aber im Krankenhaus nach seinen Mitspielern fragte, fing sein Herz zu bluten an. Sieben Mitspieler von ihm waren tot, ebenfalls die zwei Spieler, mit denen Bobby Charlton kurz zuvor noch die Plätze getauscht hatte. Zwei Wochen später erlag auch Duncan Edwards seinen schweren Verletzungen, welcher damals als Jahrhunderttalent in England angesehen wurde. Insgesamt forderte das Unglück 23 Todesopfer, darunter befanden sich acht Freunde und Mannschaftskollegen von Bobby Charlton. Zwei weitere Teamkollegen mussten ihre Karriere nach dieser Katastrophe vorzeitig beenden. Innerhalb weniger Augenblicke wurde die junge und hoffnungsvolle Fußballmannschaft von Manchester United für immer auseinandergerissen.

Bobby Charlton: „“Ich dachte, warum ich? Warum ist mir nichts passiert während all meine Freunde getötet wurden?“

Als Unglücksursache wurde der Schneematsch auf der Startbahn ausgemacht, wodurch das Flugzeug langsamer wurde und nicht mehr abheben konnte. Irgendwie musste es nun aber weitergehen für Manchester United, aber der Schock saß nach wie vor sehr tief. Die Saison wurde mit Ersatz- und Jugendspielern zu Ende gespielt, die Meisterschaft war aber verloren, da man wie erwartet die meisten Spiele nicht gewinnen konnte. Der wiedergenesene Trainer Matt Busby, der den Unfall schwer verletzt überlebte, sollte nun wieder eine vollkommen neue Mannschaft aufbauen, gemeinsam mit dem letzten großen Hoffnungsträger, Bobby Charlton. Bobby Charlton war zu diesem Zeitpunkt erst 20 Jahre alt und musste nun trotz des tragischen Vorfalles eine enorme Verantwortung übernehmen. Er beschloss, weiter Fußball zu spielen, denn seine verstorbenen Freunde hätten dies sicher genauso gewollt.

Bobby Charlton: „„Wir durften nicht aufgeben. Das waren wir unseren toten Kameraden schuldig““

Es dauerte mehrere Jahre, bis Manchester United wieder eine schlagkräftige Mannschaft zur Verfügung hatte. Es wurden wieder Meisterschaften gewonnen und genau 10 Jahre nach der Flugzeugkatastrophe errang Manchester United den Europapokal. Angeführt von einem überragend spielenden Bobby Charlton erholte sich nicht nur Manchester United, sondern auch die englische Nationalmannschaft. Im Jahr 1966 gewann England mit Bobby Charlton sensationell die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Bobby Charlton wurde noch im selben Jahr zu „Englands Fußballer des Jahres“ und zu „Europas Fußballer des Jahres“ gewählt.

Nach seiner außergewöhnlichen Karriere wurde Bobby Charlton von der britischen Königin zum Ritter geschlagen und durfte sich von nun an „Sir“ nennen. Nachträglich wurde er in die englische Football Hall of Fame aufgenommen.

Bobby Charlton vergaß aber nie seine toten Freunde, welche bei dem Flugzeugunglück ums Leben kamen. Er ehrte sie, indem er nach diesem tragischen Zwischenfall unter schwierigsten Bedingungen weiterkämpfte und eine beeindruckende Karriere im Fußball hinlegte. Seine verstorbenen Kameraden hatten diese Chance nie bekommen.

Bobby Charlton: „„Ich fühle mich schuldig. Ich denke jeden Tag meines Lebens daran““

Ein Aktienhändler erlernt den Erfolg

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Ein junger Aktienhändler hatte durch eine falsche Investition einiges an Geld verloren und musste dies nun dem Chef der Investmentfirma beichten. Voller Angst trat er in das Büro des Vorgesetzten, denn er rechnete durch seinen Fehler mit dem Schlimmsten, bis hin zu seiner Entlassung. Als er jedoch wieder aus dem Büro kam, war er sehr nachdenklich und machte sich sofort wieder an die Arbeit. Er analysierte seinen Fehler, den er gemacht hatte, und arbeitete härter als je zuvor, damit er in Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen würde. Er hatte den Rat von seinem Chef beherzigt, der ihm folgende Geschichte erzählt hatte:

„Es war einmal ein Lehrer, der mit seinen Schülern auf Wanderschaft war. Am Ufer eines Flusses machten sie eine Pause, um etwas Kraft zu tanken. Da fragte einer der Schüler: „Wenn ich jetzt den Hang hinunterfallen würde, müsste ich dann ertrinken?“ „Keinesfalls“, antwortete der Lehrer. „Nicht wenn du in den Fluss fällst, musst du ertrinken, sondern nur, wenn du drin bleibst.““

Der junge Aktienhändler fiel noch oft in den sogenannten „Fluss“ und hatte Rückschläge einzustecken, aber er schaffte es immer wieder fest entschlossen, dem Fluss zu entkommen um nicht zu ertrinken. Diese Lektion begleitete ihn sein ganzes Leben lang, mittlerweile war er durch seinen Ehrgeiz selbst zum Chef der Firma aufgestiegen. Mit Vorliebe erzählt er noch heute die Geschichte von dem Lehrer und den Schülern, um seinen Mitarbeitern die richtige Einstellung zum Thema Erfolg zu vermitteln.

Foto von Mgx
unter CC BY-SA 3.0

 

„Soul Surfer“ – Die einarmige Surferin

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Bethany Hamilton war von klein auf eine begeisterte Wellenreiterin und hatte nur das Ziel, irgendwann eine berühmte Profi-Surferin zu werden. Ihre Eltern unterstützten sie dabei, und in Hawaii hatte Bethany immer beste Trainingsbedingungen. Bereits im Alter von fünf Jahren gewann das talentierte Mädchen ihren ersten Wettbewerb, und weitere Erfolge stellten sich bald ein. Sie war auf dem besten Wege, eine der besten Surferinnen der Welt zu werden. Bis zu jenem schicksalhaften Tag am 31. Oktober 2003, wo sie als Dreizehnjährige mit Freunden vor der Küste von Kauai, der nördlichsten der hawaiianischen Inseln, unterwegs war.

Am frühen Morgen paddelte sie mit rhythmischen Bewegungen hinaus auf den Ozean, um eine Trainingseinheit zu absolvieren. In diesen Gewässern gab es viele Tigerhaie, die jedoch relativ ungefährlich für die vielen Surfer waren. Trotzdem kam es immer wieder zu Zwischenfällen, denn aus der Tiefe gesehen war das Surfboard für einen Hai nur schwer von einer Robbe oder einer Wasserschildkröte zu unterscheiden, die Beutetiere des Haies waren. Bethany Hamilton dachte sich auch nichts dabei, denn statistisch gesehen gab es dort weniger als einen Unfall pro Jahr mit einem Hai. Aber dies sollte ein fataler Trugschluss sein. Ein fast fünf Meter großer Tigerhai erblickte Bethany Hamilton mit ihrem Surfboard, und das Tier sollte schon bald seinen natürlichen Instinkten folgen.

Ohne jegliche Vorwarnung schoss der Tigerhai durch die Wasseroberfläche und riss der jungen Nachwuchssurferin den linken Arm direkt unterhalb der Schulter ab. So schnell wie der Hai gekommen war, tauchte er auch schon mit seiner Beute wieder unter. Die nächsten Sekunden waren nun entscheidend für das Überleben des jungen Mädchens, welches schwer unter Schock stand. Geistesgegenwärtig brachten ihre Freunde sie zurück an den Strand und banden mit einem Knöchelband, welches sich am Surfboard befand, sofort ihren Armstumpf ab. Als Bethany Hamilton ins Krankenhaus kam, hatte sie bereits über 60 Prozent ihres Blutes verloren, die Ärzte kämpften um ihr Leben. Und mit viel Glück blieb sie am Leben, aber wie sollte es nun weitergehen mit ihr?

Bethany Hamilton: „“Mein Arm hing gerade im Wasser, als plötzlich der Hai auftauchte. Ich sah undeutlich etwas Graues, das mich hin und her zerrte. Dann tauchte es unter, und das Wasser war rot““

Bethany Hamilton war am Boden zerstört. Als ihr zum ersten Mal der Verband abgenommen wurde, kamen dem jungen Mädchen die Tränen, als sie sah, wieviel wirklich noch von ihrem Arm übrig geblieben war. Von einem auf den anderen Tag wurde sie aus ihrem Leben gerissen, hatte nur mehr einen Arm und konnte sich wohl ihre Karriere als Surferin abschminken. Die ersten Sponsorverträge waren nichts mehr wert und sie hatte keinen Plan, wie sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen könnte. Eines der größten Nachwuchstalente der Surferszene musste sich bereits in jungen Jahren über einen neuen Lebensentwurf Gedanken machen. Aber Bethany Hamilton war eine Kämpfernatur wie man es selten im Leben findet. Ihre Leidenschaft für das Surfen war so groß, dass sie bereits wenige Tage nach dem Unfall wieder vom Surfen sprach. Sie wollte ihren Traum, einmal eine berühmte Profi-Surferin zu werden, nicht so einfach aufgeben.

Nur drei Wochen nach dem Unfall begann sie wieder mit ihrem Vater auf dem Wasser zu trainieren. Sie benutzte dabei ein längeres und breiteres Surfboard, um ihr das Paddeln zu erleichtern. Der linke Fuß musste dabei den linken Arm ersetzen, und immer wieder verlor sie dabei das Gleichgewicht bei der Aufstehbewegung. Zahlreiche Misserfolge musste sie einstecken, immer und immer wieder wurde sie von dem Surfboard abgeworfen. Aber mit viel Mühe und mit extremem Ehrgeiz schaffte sie es Schritt für Schritt, das Gleichgewicht mit nur einem Arm zu halten. Und mit der Zeit wechselte sie sogar wieder zurück auf das kleinere und unruhigere Profiboard, welches viel schwieriger zu bewältigen war.

Bethany Hamilton: „“Ich habe mir vorgestellt, wenn Leute mit einer Hand Liegestützen machen, dann kann ich bestimmt auch mit einer Hand auf einem Brett stehen. Man beugt sich nur nicht immer wieder nach unten, sondern hält sich aufrecht““

Heute ist Bethany Hamilton tatsächlich eine Profi-Surferin, sie hat sich ihren großen Traum verwirklicht. Mit verblüffender Selbstverständlichkeit taucht sie durch die Wellen, trotz ihres fehlenden Armes mit einer unglaublichen Eleganz. Sie trotzte ihrem Schicksal und zeigte es allen Skeptikern, die es nicht für möglich hielten, mit nur einem Arm auf so hohem Niveau zu surfen.

2004 erhielt sie den ESPY-Award für das beste Sportler-Comeback des Jahres und einen Sonderpreis für ihren Mut. Sie schrieb ihre Geschichte in dem Buch „„Soul Surfer““ nieder, und dieses Buch war auch Vorlage für die Filmindustrie, die ihre bewegende Geschichte verfilmte.

Bethany Hamilton: „„Ich liebe das Surfen zu sehr, als dass ich hätte aufhören können. Meine Geschichte soll die Leute auf der ganzen Welt dazu inspirieren, dass sie sich ihren Herausforderungen stellen““

Monty Roberts – Der wahre Pferdeflüsterer

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Ein Vortragender erzählte seinen Gästen folgende Geschichte:

Es gab da einmal einen Jungen, dessen Vater ein umherwandernder Pferdedresseur war, der von Stall zu Stall und von Ranch zu Ranch reiste um Pferde zu dressieren. So wurde die Schulausbildung seines Sohnes ständig unterbrochen. In der Oberstufe wurde sein Sohn gebeten, eine Arbeit darüber zu schreiben, was er werden und tun wolle, wenn er älter wäre. So schrieb der Sohn eine lange Arbeit, die sein Ziel beschrieb, eines Tages eine Ranch mit vielen Pferden zu besitzen. Er schrieb sehr ausführlich über seinen Traum und zeichnete sogar einen Plan, der alle Gebäude und Ställe zeigte, ebenso zeichnete er das 400 qm große Haus, das auf seiner Traumranch stehen sollte.

Er hängte sein ganzes Herz an das Projekt und gab die Arbeit seinem Lehrer. Zwei Tage später erhielt er sie zurück, mit einer glatten 6 und mit der Bemerkung, sich nach der Stunde bei seinem Lehrer zu melden. Der Junge mit dem Traum ging nach der Stunde zu dem Lehrer und fragte: „Warum habe ich eine 6 bekommen?“ Der Lehrer sagte: „Dies ist ein unrealistischer Traum für einen Jungen wie dich. Du hast kein Geld. Du stammst aus einer Wanderarbeiterfamilie. Der Besitz einer Ranch kostet viel Geld. Du musst Land kaufen. Es gibt keine Möglichkeit dass du das jemals schaffen könntest. Wenn du diese Arbeit mit einem realistischen Ziel neu schreibst, werde ich die Note nochmals überdenken.“

Der Junge ging nach Hause und dachte lange darüber nach. Schließlich, nachdem der Junge eine Woche damit zugebracht hatte zu überlegen, reichte er dieselbe Arbeit ein, ohne irgendetwas zu ändern. Er sagte zu seinem Lehrer: „Sie können die 6 stehen lassen, und ich kann meinen Traum behalten.“

Monty Roberts, so hieß der Vortragende, wandte sich an die versammelte Gruppe und sagte: „Ich erzähle Ihnen diese Geschichte, weil Sie in meinem 400 qm-Haus mitten in meiner 200 Morgen-Ranch sitzen. Ich habe diese Arbeit immer noch gerahmt über meinem Kamin hängen. Der beste Teil der Geschichte ist aber, dass mein Lehrer mit einer Gruppe von 30 Kindern hier zum Zelten war. Als der Lehrer ging, sagte er: „Schau Monty, ich sage dir jetzt etwas. Ich war so etwas wie ein Träumedieb. Während all dieser Jahre habe ich vielen Kindern die Träume gestohlen. Glücklicherweise hattest du genug Grips, deinen nicht aufzugeben.“

Monty Roberts wurde am 14. Mai 1935 in Salinas, Kalifornien, geboren. Er wuchs dort unter schwierigen Verhältnissen auf, von seinem Vater wurde er oft geschlagen. Trost fand er schon in seiner Kindheit immer wieder bei Pferden, von denen er immer umgeben war. Sein Vater wandte gewalttätige Methoden an, die damals üblich waren um die Pferde einzureiten, was Monty jedoch von Anfang an strikt ablehnte. So entwickelte er im Laufe der Zeit seine eigene, gewaltfreie Methode („Join-Up-Methode“) für den Umgang mit Pferden. Dies sollte ihn schon bald auf der ganzen Welt berühmt machen. Er wurde offizieller Berater der Queen, wo er Pferde auf Windsor Castle trainierte. In der Schweiz bekam er die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich verliehen.

Monty Roberts verwirklichte seinen Traum von einer eigenen Ranch und einem Leben mit seinen geliebten Pferden. Trotz aller Widerstände bereits in jungen Jahren glaubte er an sein Talent und seine besonderen Fähigkeiten mit dem Umgang mit Pferden. Er spezialisierte sich besonders auf schwierige und traumatisierte Pferde, dies war auch Vorlage für den Film „Der Pferdeflüsterer“ aus dem Jahr 1998 mit Robert Redford.

Unsere Träume gehören uns, und keiner hat das Recht sie anderen Menschen zu stehlen, so wie es der Lehrer bei Monty Roberts versucht hatte. Monty Roberts war schlau genug und hat sich seine Träume bis zum jetzigen Zeitpunkt unter sehr großem Erfolg behalten.

Sokrates und die Lehre vom Erfolg

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Eines Tages kam ein junger Mann zu Sokrates, der für seine Weisheit bekannt war, und fragte: „Was ist das Geheimnis für Erfolg im Leben?“ Sokrates antwortete: „Komm morgen Früh zum Fluss.“ So geschah es. Am nächsten Morgen standen sie am Ufer, und Sokrates sagte: „Jetzt gehen wir in den Fluss.“

Der junge Mann folgte Sokrates bereitwillig. Als beide bis zum Hals im Wasser standen, packte Sokrates den jungen Mann ganz plötzlich und drückte dessen Kopf unter Wasser. Der arme Kerl wehrte sich verzweifelt, aber Sokrates ließ ihn nicht los. Lange, lange nicht. Als er endlich seinen Griff lockerte, prustete und hechelte der junge Mann völlig außer sich.

Sokrates fragte: „Als du dort unten im Wasser warst, was wolltest du am meisten?“

„Luft natürlich!“ rief der junge Mann.

„Siehst, du“, sagte Sokrates, „das ist das Geheimnis des Erfolges. Wenn Du Erfolg so sehr willst, wie du unter Wasser Luft wolltest, dann wirst du auch Erfolg haben.““