Die meditierenden Schüler aus Baltimore

„Lesezeit: ca. 3 Minuten“

In jeder Schule gibt es Kinder, die den Unterricht stören und Unruhe stiften. Die Strafen der Lehrer lassen nicht lange auf sich warten, sie reichen vom Nachsitzen bis hin zu zusätzlichen Hausaufgaben. Doch am Verhalten der Kinder ändert dies meistens sehr wenig, am nächsten Tag beginnt das Spiel von vorne. Die Lehrer mühen sich ab, den Unterricht so gut als möglich zu gestalten und verhaltensauffällige Schüler zu bestrafen. Sind diese Strafen wirklich sinnvoll, um das Verhalten der Schüler langfristig zu ändern? Die Lehrer an der Grundschule in Baltimore (USA) beschlossen, einen vollkommen neuen Weg zu gehen.

Zusammen mit der „Holistic Life Foundation“ wurde ein Achtsamkeitsraum in der Schule eingerichtet. Kein kaltes Klassenzimmer und keine strengen Blicke der Lehrer mehr, stattdessen ein warmer Raum mit gemütlichen Kissen. An diesem Ort der Stille brachte man den Schülern spezielle Atemübungen, Meditationsübungen und Achtsamkeitsübungen bei. Zudem wurde mit den Kindern besprochen, warum sie den Unterricht gestört hatten und was wirklich dahinter steckte. Die Auswirkungen mit dieser neuen „Bestrafung“ waren faszinierend.

Auch die verhaltensauffälligsten Kinder hatten keine Probleme mit der Meditation, sie setzten sich ruhig hin und schafften sich zu sammeln. So kamen die Kinder nicht nur zur Ruhe, sondern kontrollierten auch ihre Wut. Durch diese Meditation herrschte bald nicht nur ein besseres Klima im Klassenzimmer, sondern in der ganzen Schule. Die Kinder beteiligten sich mehr am Unterricht, waren weniger gestresst und erzielten bessere Noten.

Seit tausenden Jahren verbessert Meditation das Wohlbefinden des Menschen. Es wirkt wie eine Art Rüstung, die einen gegen aufwühlende Emotionen schützen kann. Seit der Einführung dieses Achtsamkeitsraumes sind die Schüler ausgeglichener und bringen diese Ruhe auch nach Hause zu ihren Familien.

Die Schule in Baltimore setzt mit der Einführung der Meditationsprogramme neue Maßstäbe. Sie bricht alte Bestrafungsregeln auf und geht mutig neue Wege. Denn es sind Gedanken und Emotionen, auf die wir hören sollten, um die richtigen Lösungen zu finden. Sie zu unterdrücken führt niemals zum Ziel, man sollte sie bewusst wahrnehmen. Als Belohnung gibt es nicht nur glückliche Kinder, sondern auch sehr zufriedene Lehrer.

Eine Idee, die gerne Schule machen darf!

Kirk Philips (Programmkoordinator): „Es ist unglaublich. Man kann sich eigentlich nicht vorstellen, dass kleine Kinder ruhig meditieren. Aber das tun sie“

Einzelnachweise (abgerufen am 03.11.2016):

1. www.weekend.at – Schule setzt auf Meditation statt Bestrafung

2. www.miss.at – So bestraft diese Schule ihre Schüler

3. www.huffingtonpost.de – Eine Schule hat Strafen abgeschafft

Gérald Métroz – Zu einer großen Lebenslust braucht man keine Beine

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Gérald Métroz wurde am 16. Mai 1962 im kleinen Dorf Sembrancher (Schweiz) geboren. Im Alter von zwei Jahren hielt er sich in der Nähe des Bahnhofes auf, als aus der Ferne ein Regionalzug zu hören war. Das kleine Kind unterschätzte die drohende Gefahr und spielte unbekümmert weiter, als das Schicksal unbarmherzig zuschlug. Gérald Métroz schlitterte unter den anfahrenden Zug, welcher ihm sofort beide Beine fast auf Hüfthöhe abtrennte. Innerhalb kürzester Zeit wäre das Kind nun verblutet, jedoch klemmten die Räder des Zuges die Arterien ab und verhinderten so den sicheren Tod. Wie durch ein Wunder überlebte Gérald Métroz diesen schrecklichen Unfall, aber seine Beine waren für immer verloren.

 
Als Gérald Métroz nach einer schweren Operation im Krankenhaus wieder erwachte, musste er mit der Tatsache fertig werden, nun ohne Beine auszukommen. Er hatte aber eine große Willensstärke und versuchte bereits kurze Zeit später unter großen Schmerzen, mit einfachen Holzprothesen wieder zu gehen. Gérald Métroz hatte nur ein wichtiges Ziel, so zu sein wie alle anderen Kinder und nicht ausgegrenzt zu werden. Seine große Leidenschaft fand er ausgerechnet im Sport, wo er sich bestens bewährte. Im Alter von zehn Jahren spielte er Eishockey, mit seinen Prothesen war er wagemutig als Torhüter auf dem rutschigen Eis im Einsatz. Aber besonders im Rollstuhlbasketball war Gérald Métroz sehr erfolgreich, durch unermüdlichen Einsatz schaffte er es hier bis in die Schweizer Nationalmannschaft.

Obwohl der Alltag oft mühsam zu bewältigen war, schaffte es Gérald Métroz, sich trotz seiner Behinderung sehr gut im Leben zurechtzufinden. Im Alter von 25 Jahren übersiedelte er für einige Zeit nach Kanada und erlangte dort ein immer größeres Selbstvertrauen. So fällte er die Entscheidung, auf die schmerzvollen und unbequemen Prothesen zu verzichten, welche er nur aus Rücksicht auf die anderen Menschen trug, um sie wegen seiner fehlenden Beine nicht zu verunsichern. Im Rollstuhltennis stellte sich Gérald Métroz einer neuen Herausforderung, mit einem großen Trainingsaufwand und einer ungeheuren Entschlossenheit wurde er viermal Schweizer Meister und nahm 1996 sogar an den Paralympics in Atlanta (USA) teil.

Gérald Métroz: „Man darf nicht resignieren. Mein Körper ist nicht hässlich, er ist nur individuell“

Neben seiner Karriere als Sportler war Gérald Métroz auch als Sportmanager sehr erfolgreich. Er gründete seine eigene Firma, wo professionelle Eishockeyspieler betreut und aufgebaut wurden und fing an, Bücher über sein Leben zu schreiben. Bei Präsentationen und Konferenzen berichtete Gérald Métroz überall auf der Welt über seine Erfahrungen, sich trotz der Behinderung im Leben durchzusetzen und seinen eigenen Weg zu gehen.

Gérald Métroz verlor bereits als Kind durch einen tragischen Schicksalsschlag seine beiden Beine. Doch er lernte seine Behinderung zu akzeptieren und absolvierte eine große Karriere als Sportler. Er gründete eine eigene Firma und schlug dadurch einen selbstständigen und sehr erfolgreichen Weg ein. Gérald Métroz entwickelte eine außergewöhnliche Lebensfreude und zeigte den Menschen, dass man mit Begeisterung und Willensstärke alles im Leben erreichen kann.

Gérald Métroz: „Ich habe keinen Grund, mich zu beklagen. Das Leben hat mir vieles geschenkt, Freundschaften, Liebe und Erfolg im Geschäft. Ich bin glücklich“

Hermann Ricker -– Der Millionär, der freiwillig zum bettelarmen Mönch wurde

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Nach seiner Ausbildung zum Diplomingenieur wanderte Hermann Ricker bereits als junger Mann nach Asien aus, wo er in Singapur eine kleine Firma gründete. Mit viel Fleiß und Geschick baute Hermann Ricker sein Unternehmen in ein großes Imperium aus. Er expandierte in viele Länder und der Umsatz stieg durch harte Arbeit von Jahr zu Jahr. Hermann Ricker scheffelte nicht nur Millionen von Dollars, sondern genoss als Chef von bereits 1000 Mitarbeitern das Leben in vollen Zügen. Er besaß mehrere Häuser, hatte eine eigene Yacht und war mit den teuersten Autos unterwegs. 1995 war er mit seinem stattlichen Jaguar gerade auf dem Weg zu einem Geschäftstermin, als ein fürchterlicher Unfall passierte.

Foto von Shinealight

Hermann Ricker: „„Ich bin für meine Geschäfte um die Welt gereist, mein Geschäft war mein Leben““

Hermann Ricker kollidierte bei einem Überholmanöver mit einem Lastwagen, der Jaguar wurde herumgeschleudert und überschlug sich mehrmals. Wie durch ein Wunder kroch Hermann Ricker völlig unversehrt aus seinem total zerstörten Wagen. In diesem Moment wurde ihm seine eigene Sterblichkeit bewusst, denn das Leben könnte in jedem beliebigen Augenblick vorbei sein. Er begann sich zu fragen, warum sich Menschen ein Leben lang Besitztümer anhäuften, obwohl man am Ende gar nichts davon mitnehmen konnte. Der Unfall veranlasste Hermann Ricker, seine Lebensansicht zu überdenken und eine komplett neue Richtung einzuschlagen. Er zog sich für ein paar Tage aus dem Leben zurück, schickte alle Dienstmädchen weg und traf dann für sich eine unfassbare Entscheidung.

Hermann Ricker: „“Ich begann mich mit mir selbst zu beschäftigen. Was tue ich auf der Welt? Wo komme ich her? Wohin gehe ich? Was soll das Leben überhaupt?““

Hermann Ricker beschloss, sich vollständig von seinem alten Leben zu verabschieden. Er überschrieb seinen mächtigen Konzern mitsamt Yacht und Sportwagen an seine engsten Mitarbeiter und verschenkte sein gesamtes Vermögen an wohltätige Organisationen. Hermann Ricker gab alle Besitztümer und Belastungen von seinem bisherigen Leben auf, um sich den nötigen Freiraum zu schaffen, neue Erkenntnisse und Energien zu gewinnen. Nur mehr ausgestattet mit einer Bastmatte und etwas Proviant ordinierte er nun in Thailand als buddhistischer Bettelmönch, um mit der Lehre Buddhas seine innere Weisheit zu finden. Während alle Freunde und Verwandte ihn für verrückt erklärten, war Hermann Ricker fest entschlossen, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Hermann Ricker: „„Das Alte musste Platz machen, um einen neuen Anfang finden zu können. Nur mit einer Mönchskutte bekleidet, fühlte ich mich ganz leicht““

Knapp drei Monate nach seinem Unfall befand sich Hermann Ricker an einem einsamen Ort, vollkommen auf sich allein gestellt. Ohne Strom und fließendes Wasser musste er sich mit der Natur vertraut machen und sich selbst um die Essensversorgung kümmern. Jeden Morgen um fünf Uhr früh ging Hermann Ricker auf eine Betteltour, um um Essen zu bitten. Da in Thailand die Menschen großen Respekt vor den Mönchen hatten, war die Essensschüssel meistens voll. Hermann Ricker wusch seine Kleidung in einem See und verbrachte die meiste Zeit des restlichen Tages mit Meditation, manchmal bis zu 15 Stunden am Tag. Diese radikale Umstellung seiner Lebensweise ohne moderne Hilfsmittel war sehr schwer und Hermann Ricker hatte schlimme Tage zu überstehen, an welchen er am liebsten in sein luxuriöses Leben mit all den Annehmlichkeiten zurückgekehrt wäre.

Hermann Ricker: „„Dass es so schwer werden würde, hatte ich mir natürlich nicht vorgestellt. Das Leid der Menschen entsteht, weil sie ständig begehren Besitz, Macht, Ansehen““

Hermann Ricker schaffte es durch eine Achtsamkeitsmeditation, neue Kraft zu schöpfen und sein tiefstes menschliches Potential freizulegen. Er begriff, dass Glück, welches an Objekten festgemacht wurde, vergänglich war. Erst wenn man sich von materiellen Dingen nicht mehr abhängig machte, konnte man das Glück in sich selbst tatsächlich realisieren. Hermann Ricker vertiefte sich immer mehr in die buddhistischen Traditionen und studierte die Gebräuche und Zeremonien. Er löste seine größten Ängste auf und fand seinen universellen Frieden in seinem Innersten, und dies ohne irgendeinen materiellen Besitz.

Hermann Ricker: „„Mir wurde klar, wie alles zusammenhängt und miteinander funktioniert. Könnte Erfolg nicht auch am inneren Wohlbefinden gemessen werden, unabhängig von Äußerlichkeiten und Besitztümern?““

Nach Jahren der spirituellen Lehre gründete Hermann Ricker mit seinem neuen Namen „Han Shan“ eine einzigartige Tempeloase, wo er Menschen aus unterschiedlichsten Nationen und kulturellen Hintergründen sein erworbenes Wissen vermitteln konnte. Er verwirklichte seine Lebensaufgabe und unterstützte nun selbst Hilfesuchende, wieder zu sich selbst zu finden und der Berufung zum Wohle der Allgemeinheit zu folgen. Hermann Ricker hielt vielbeachtete Vorträge und schrieb Bücher, welche durch seine außergewöhnlichen Erlebnisse bald zu Bestsellern auf der ganzen Welt wurden.

Die Geschichte von dem Millionär, welcher freiwillig zum bettelarmen Mönch wurde, brachte viele Menschen zum Umdenken. Hermann Ricker zeigte den Menschen, dass es mehr im Leben gab als nur Macht und Besitz. Er lehrte, dass der Verstand nur weniger als 20 % der Energien nutzte, welche der Mensch in sich hatte. Die restlichen 80 % lagen verborgen und warteten nur darauf, genutzt zu werden. Denn wer im Einklang mit den allgegenwärtigen universellen Energien stand, schaffte es, sein wirkliches Potential zu entdecken und den Sinn im Leben zu finden.

Hermann Ricker: „“Wer sich von den Energien tragen lässt, kann von der Welle sehr, sehr weit vorwärts gespült werden. Wer hingegen dagegen ankämpft und versucht seine eigenen Wellen zu erzeugen, kann dabei sehr müde werden. Ich empfinde heute eine Form von Glück, von dem ich nicht dachte, dass es das gibt““

Wahre Liebe hält bis an das Lebensende

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Der 2.Weltkrieg neigte sich 1945 dem Ende zu, die Alliierten drangen bereits weit in das Deutsche Reich ein. Im Osten waren die sowjetischen Truppen unterwegs, um zum letzten Schlag gegen Berlin und Adolf Hilter auszuholen. Sie kamen dabei an dem kleinen deutschen Städtchen Bärwalde vorbei, welche von den Russen sofort besetzt wurde. Viele Einwohner wurden in Arbeitslager geschickt, unter ihnen war auch die 19-jährige Elvira Profé. In einem Zwangsarbeitertransport wurde sie bis ins nördlichste Russland verfrachtet, wo die zarte Frau von nun an knochenharte Arbeit verrichten musste.

Elvira Profé: „„Bereits beim Transport in Viehwaggons kamen dutzende Menschen ums Leben. In Sibirien empfingen uns Hunger und Kälte, Scharlach und Sumpffieber forderten weitere Opfer““

Nach fast einem Jahr lag Elvira bereits krank und stark abgemagert im dortigen Lazarett. Weil sie für die Arbeit nicht mehr zu gebrauchen war, wurde sie wieder zurückgeschickt. Als sie jedoch in ihre Heimat zurückkehrte, konnte sie es kaum fassen, was sich dort in ihrer Abwesenheit abgespielt hatte. Bärwalde hieß jetzt Mieszkowice und gehörte jetzt zu Polen. Fast alle ihre Freunde waren geflüchtet oder wurden vertrieben, viele polnische Familien aus dem Osten wurden hier zwangsangesiedelt und lebten nun hier. Der einzige Lichtblick waren ihre Eltern, die noch immer hier waren. Ihr Vater wurde hier gebraucht, um eine Maßstabfabrik zu betreiben, die ihm vor der Besatzung der Russen noch selber gehörte. Aber nicht nur die Fabrik wurden der Familie genommen, auch das Haus und ihr ganzer Besitz. Kaum einer half den ausgegrenzten Deutschen, bis auf einen jungen und gutaussehenden Polen, der Fortunat Mackiewicz hieß.

Elvira Profé: „“Es gab wenig zu essen. Aber am schlimmsten war, dass wir wie freilaufende Gefangene behandelt wurden, wir hatten keine Rechte““

Eines Tages klopfte Elvira an die Tür von Fortunat Mackiewicz, um um ein wenig Brot und Milch zu betteln. Als der 25-jährige Pole Elvira sah, hatte er sofort Mitleid mit der abgemagerten jungen Frau und gab ihr sofort etwas zu essen. In den folgenden Tagen verbrachte Elvira immer mehr Zeit bei der Familie von Fortunat, sie half die Kühe zu melken und das Heu zu schleppen. Fortunat und Elvira verbrachten viele Stunden miteinander, und mit der Zeit entwickelte sich eine behutsame Liebe zwischen ihnen. Bald wurde ihre Liebe und Zuneigung so stark zueinander, dass sie heiraten wollten.

Elvira Profé: „“Erst waren wir Freunde. Freundschaft, eine große Freundschaft, Vertrauen. Und dann Liebe““

Aber die kommunistischen Bürokraten waren entsetzt über diese Beziehung zu einer Deutschen und untersagten ihnen die Heirat. Kurze Zeit später folgte der nächste schwere Rückschlag für die Verliebten, denn 1947 mussten plötzlich auch die letzten deutschen Menschen die Stadt Mieszkowice verlassen. Innerhalb weniger Stunden musste Elvira mit ihren Eltern die wenigen Habseligkeiten zusammenpacken und die Stadt verlassen. Elvira und Fortunat verabschiedeten sich schweren Herzens voneinander, zum Abschluss tauschten sie noch schnell Fotografien aus. Dann brach die Familie nach Deutschland auf, und Elvira und Fortunat sollten sich zum letzten Mal für eine sehr lange Zeit sehnsüchtig in die Augen schauen.

Elvira Profé: „„Natürlich habe ich geweint. Aber es war keine Zeit für Trauer. Wir mussten ja überleben““

Zurück in Deutschland baute sich die Familie eine neue Firma auf, aber Elvira und Fortunat hörten nichts mehr voneinander. Und so verging die Zeit, und der Eiserne Vorhang trug ebenfalls dazu bei, dass sich die zwei Liebenden nicht wiedersehen konnten. Elvira dachte sehr viel an Fortunat, in ihrem Herzen war er immer bei ihr, aber die Zeiten waren hart und jeder musste nun allein seinen Weg gehen. Mit den Jahren verschwand immer mehr die Zuversicht, dass sie sich jemals wiedersahen. Als jedoch 1989 plötzlich die Mauer zum Osten fiel, keimte wieder Hoffnung auf, und Elvira nutzte die Grenzöffnung um nach ihrem Liebsten zu suchen. Nach einigen Missverständnissen spürte sie Fortunat schließlich auf, er arbeitete in einer Werkstatt für Landmaschinen, aber in einer anderen Gegend. Sie begannen sich zu schreiben und 1995, fast 50 Jahre nachdem sie sich zum letzten Mal gesehen hatten, trafen sie sich am alten Bahnhof von Mieszkowice wieder. Elvira war mittlerweile 70 Jahre alt, Fortunat war 75 Jahre alt.

Elvira Profé: „„Ich hatte sein Foto 50 Jahre lang bei mir gehabt. Wir fielen uns um den Hals und es war, als ob diese 50 Jahre einfach dahinschwinden, als ob diese 50 Jahre nie gewesen wären““

2005 schafften sie es schließlich doch noch zu jenem Ereignis, welches ihnen über die vielen Jahre verwehrt geblieben war, sie heirateten, denn ihre Liebe war über all die Jahre noch viel stärker zueinander geworden. Für ihren Lebensabend bauten sie sich ein kleines Haus in der kleinen Stadt Mieszkowice, wo sie sich seinerzeit kennengelernt hatten und eine so glückliche Zeit miteinander verbrachten.

Die beiden über 80-Jährigen genießen jeden Moment miteinander und sie sind sich in einer Sache mehr als sicher: „Die Liebe hält bis zum Lebensende, wenn es die wahre Liebe ist“!