Katherine Johnson – Wie „Computerfrauen“ den Weltraum eroberten

„Lesezeit: ca. 5 Minuten“

Katherine Johnson wurde am 26. August 1918 in einer kleinen Stadt in West Virginia (USA) geboren. Bereits in jungen Jahren zeigte sie eine hohe mathematische Begabung und war eine sehr talentierte Schülerin. Die Eltern ermöglichten ihr eine gute Ausbildung, so besuchte sie die Highschool und begann später auch am College zu studieren, wo sie vor allem an der Astronomie interessiert war. Diese schulische Bildung war zu jener Zeit keine Selbstverständlichkeit für Afroamerikaner, jedoch fand Katherine Johnson immer die richtigen Förderer.

Katherine Johnson: „Ich zählte die Teller, Messer und Gabeln, die ich abwusch. Ich zählte einfach alles, was man nur zählen konnte. Selbst die Sterne am Himmel versuchte ich zu zählen“

 

Als schwarze Frau hatte es Katherine Johnson schwer, einen für ihre Ausbildung geeigneten Job zu finden. Sie arbeitete anfangs als Lehrerin und wechselte im Alter von 35 Jahren in die Forschung der amerikanischen Luftfahrtindustrie. Hier wurden kluge Köpfe gebraucht, um wichtige und zeitaufwendige Rechenarbeiten durchzuführen. Eine Heerschar von Frauen arbeitete fieberhaft, um Flugbahnen zu kalkulieren, Messdaten zu kontrollieren oder Flugschreiber auszuwerten. Während die Männer den Ruhm in der Öffentlichkeit einheimsten und die großen und wichtigen Aufgaben übernahmen, basierte dies auf der Grundlage der weiblichen „Computerfrauen“. Obwohl diese oft nur mit Stift, Zettel und primitiven Rechenmaschinen arbeiteten.

Katherine Johnson musste wie die anderen schwarzen Mathematikerinnen ein gesondertes Büro benutzen. Wegen der praktizierten Rassentrennung in den USA durften sie weder dieselbe Toilette noch dieselben Tische in der Kantine benutzen wie ihre weißen Kollegen. Die Frauen konnten aber von anderen Abteilungen jederzeit für Rechenarbeiten ausgeliehen werden, um bei verschiedensten Projekten mitzuhelfen. So kam Katherine Johnson als Aushilfe in die Abteilung für die Flugforschung, die nur von Männern besetzt war. Hier sollte sie wieder Rechenarbeiten durchführen und ihren männlichen Kollegen unterstützen. Doch Katherine Johnson weigerte sich, immer nur als gewöhnliche Hilfskraft im Hintergrund zu agieren.

Katherine Johnson: „Meine Kolleginnen machten, was man ihnen sagte, sie stellten keine Fragen. Ich hakte nach, wollte mehr wissen“

 

Katherine Johnson stellte tiefsinnige Fragen, wollte Zusammenhänge verstehen und machte sich ihre eigenen Gedanken zu den gestellten Aufgaben. Außerdem nahm sie an Meetings teil, die bislang nur den Männern vorbehalten gewesen waren. Genervt mussten ihre männlichen Kollegen nachgeben, weil es eigentlich kein Gesetz dagegen gab, dass dies für Frauen verboten war. Aber Katherine Johnson leistete exzellente Arbeit und machte sich durch ihr analytisches Denken bald unentbehrlich. Sie schaffte es damals als einzige Frau, in eine andere Abteilung ganz aufgenommen zu werden.

In dieser Zeit nahm die Weltraumfahrt einen immer wichtigeren Platz in der Flugforschung ein. Da es hier noch keine richtigen Fachbücher gab, mussten Katherine Johnson und ihre Kollegen improvisieren und ihre rechnerischen Fähigkeiten einbringen. Als die wissenschaftlichen Abhandlungen darüber fertig waren, stand trotz einiger Widerstände auch von direkten Vorgesetzten zum ersten Mal der Name einer Frau auf einem Bericht. Katherine Johnson ermöglichte durch ihre grundlegenden Forschungen dem Astronauten Alan Shepard, den ersten bemannten Flug eines Amerikaners im Weltraum zu absolvieren (1961).

Mittlerweile übernahmen jedoch immer mehr elektronische Geräte die Rechenarbeiten, die jedoch sehr fehleranfällig waren. So wurde Katherine Johnson persönlich von dem bekannten Astronauten John Glenn gebeten, die Zahlen des Computers immer wieder zu überprüfen. Erst als Katherine Johnson die Berechnungen kontrollierte und grünes Licht gab, ging der Astronaut in die Luft – und umkreiste als erster Amerikaner überhaupt dreimal die Erde. Später war Katherine Johnson maßgeblich am Apollo-Programm beteiligt und trug entscheidend zur ersten Mondlandung bei. Als Apollo 13 aufgrund eines Unfalles unplanmäßig zur Erde zurückkehren musste, stellte Katherine Johnson die entscheidenden Berechnungen für den Rückweg an. Durch ihr Improvisationstalent konnten drei Besatzungsmitglieder gerettet werden.

Katherine Johnson griff während ihrer Arbeit oft auf ihre Intuition zurück, da vieles im Weltall noch unerprobt war. Sie spielte dadurch eine entscheidende Rolle bei der Eroberung des Weltraumes und alle Astronauten vertrauten ihrem Spürsinn. In der Vergangenheit spielten immer die Männer die wichtigsten Rollen bei der Weltraumeroberung. Doch in Wirklichkeit war es der Verdienst schlauer „Computerfrauen“ wie Katherine Johnson, welche die maßgeblichen Berechnungen für Weltraumflüge durchführten.

Katherine Johnson ging mutig ihren Weg und vertraute auf ihre Begabung. Sie war eine couragierte Vorkämpferin für alle Frauen und sprengte die Grenzen von Rasse und Geschlecht. Für ihre Leistungen als Pionierin der Raumfahrt erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und wurde im Jahr 2015 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama mit der höchsten zivilen Auszeichnung der USA geehrt. (Presidential Medal of Freedom)

Katherine Johnson: „Es gab keinen Tag, an dem ich nicht gerne zum Job fuhr“


Foto von NASA

 

Einzelnachweise (abgerufen am 20.03.2017):

1. wikipedia.org – Katherine Johnson

2. www.spiegel.de – „Rocket Girls“ der Nasa

3. www.erfolg-magazin.de – Katherine Johnson: Mathe-Genie der NASA

„WhatsApp“ –- Wie ein ukrainischer Sozialhilfeempfänger zum Millionär wurde

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Jan Koum wurde am 24. Februar 1976 in der Ukraine geboren. In der Nähe der Hauptstadt Kiew wuchs er unter ärmsten Bedingungen auf, in dem bescheidenen Eigenheim gab es zum Beispiel kein fließend heißes Wasser. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion geriet die Ukraine in eine schwere wirtschaftliche Krise. Da es keine gute Zukunftsaussicht in dem Land gab, übersiedelte die Mutter mit dem 16-jährigen Jan Koum in die USA. Der Vater blieb jedoch in der Ukraine.

In der Stadt Montain View in Kalifornien wollten sie sich nun ein neues und vor allem besseres Leben aufbauen. Die Auswanderer hatten in dem neuen Land jedoch schwer zu kämpfen, um irgendwie über die Runden zu kommen. Die Mutter arbeitete als Babysitterin, Jan Koum verdiente sich Geld dazu, indem er den Boden in einem Lebensmittelmarkt schrubbte. Die Familie war zudem auf Sozialhilfe angewiesen und musste Lebensmittelbeihilfe von der Behörde beanspruchen, um nicht Hunger zu leiden. Auch in der Schule hatte es Jan Koum schwer, sich zu integrieren. In der Highschool war er ein Außenseiter und fiel immer wieder als Störenfried auf. Er entdeckte aber bald seine große Leidenschaft, denn er war fasziniert von Computern und Rechensystemen.

Anstatt mit Freunden auszugehen, schmökerte er in seiner Freizeit lieber in Anleitungen für Computernetzwerke. Er verschlang viele Bücher zu dem Thema und steigerte sein Wissen darüber, ohne jegliche Vorkenntnisse. Jan Koum brachte sich zusätzlich alle Programmiersprachen selbst bei, er hatte ein außergewöhnliches technisches Verständnis. Obwohl er schnell ein echter Experte in dieser Branche wurde, vermisste er seine Freunde und seinen Vater in der Ukraine. In sein Heimatland hatte er fast keinen Kontakt, da die Anrufe ins Ausland einfach zu teuer waren. Als sein Vater 1997 in der Ukraine verstarb, war Jan Koum am Boden zerstört. Immer wieder fragte er sich, warum es keine kostengünstigen Möglichkeiten gab, welche eine bessere Kommunikation mit seinem Vater ermöglicht hätte.

Jan Koum besuchte nach der Highschool eine staatliche Universität, welcher er jedoch nach kurzer Zeit wieder verließ. Durch sein technisches Talent schaffte er es, eine Stelle beim großen Internetunternehmen „Yahoo“ zu ergattern. Das Leben schien sich jetzt in eine positive Richtung zu entwickeln, als der nächste schwere Schicksalsschlag eintreffen sollte. Als Jan Koum 24 Jahre alt war, starb seine Mutter an Krebs. Sein einziger Lichtblick in dieser schweren Zeit war sein Arbeitskollege Brian Acton, mit welchem er bei „Yahoo“ viel Zeit verbrachte. Sie verstanden sich so gut, dass sie eine Wohngemeinschaft gründeten und beste Freunde wurden. Nach mehreren gemeinsamen Jahren bei „Yahoo“ verließen sie aber die Internetfirma, da sie sehr unterfordert und gefrustet waren von den Arbeitsbedingungen.

Eines Tages kaufte sich Jan Koum ein neues Handy, welches bereits sehr stark auf Internetprogramme ausgerichtet war. Sofort war er fasziniert von den vielen verschiedenen Anwendungen, welche man zusätzlich durch das Internet nutzen konnte. Da kam ihm die Idee von einem vollkommen neuen Geschäftsmodell, welcher den Austausch von Nachrichten über das Handy ermöglichen sollte, und zwar über das Internet. Gemeinsam mit seinem Freund Brian Acton setzte er nun alles auf eine Karte und gründete am Tag seines Geburtstages, am 24. Februar 2009, die Firma „WhatsApp“. Doch die Programmierung schritt nur langsam voran. Ständig stürzte die Anwendungssoftware ab und immer wieder tauchten unvorhergesehene Probleme auf. Doch Jan Koum hatte in seinem Leben bereits gelernt zu kämpfen und ließ sich von den Rückschlägen nicht entmutigen. Als „WhatsApp“ endlich auf sicheren Beinen stand, kam zum ersten Mal die Öffentlichkeit in Kontakt mit diesem neuartigen Nachrichtendienst.

Ohne eine spezielle Werbestrategie entwickelte sich „WhatsApp“ zu einer echten Sensation. Nur durch Mundpropaganda verbreitete sich diese Kommunikationsmethode rasend schnell und die Nutzerzahlen stiegen von Tag zu Tag. Jan Koum hatte einen wichtigen Trend erkannt, denn er setzte überwiegend auf Handys und Smartphones mit Internetanwendungen. Zudem war er nicht nur auf das schnelle Geld aus, sondern er wollte die perfekte Kommunikation zwischen den Menschen ermöglichen. Es wurden weitere Anwendungsgebiete geschaffen, man konnte jetzt nicht nur Textnachrichten versenden, sondern zum Beispiel auch Foto- und Videodateien austauschen. Da man nur einen Internetzugang dafür benötigte, verbreitete sich „WhatsApp“ wie ein Lauffeuer um die ganze Welt.

Jan Koum leitete mit „WhatsApp“ eine internationale Kommunikationsrevolution ein. Jan Koum und Brian Acton benötigten nur wenige Jahre, um mit ihrer einfachen Kommunikationsanwendung Branchenriesen wie Apple oder Facebook alt aussehen zu lassen. Jan Koum machte seinen größten Nachteil zu seinem größten Gewinn. Jahrelang fehlte ihm ein geeignetes Kommunikationsmittel, um mit seiner Heimat, der Ukraine, günstig kommunizieren zu können. Mit „WhatsApp“ löste er dieses Problem in Eigenregie und stieg nebenbei vom Sozialhilfeempfänger zum vielfachen Millionär auf.

Jan Koum: „“Es fühlt sich großartig an, jemanden sofort am Ende der Welt auf einem Gerät zu erreichen, das man immer dabei hat““

Martin Cooper -– Dynatac 8000X, das erste Handy der Welt

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Martin Cooper wurde am 26. Dezember 1928 in der Stadt Chicago (USA) geboren und zeigte bereits in jungen Jahren starkes Interesse an maschinellen und technischen Dingen. Ständig zerlegte er Sachen, um zu verstehen, wie diese funktionierten, und baute sie dann wieder zusammen. So forschte und tüftelte er oft den ganzen Tag und es war kaum verwunderlich, dass er in späteren Jahren an der Technischen Universität in Chicago Elektrotechnik studierte und auch erfolgreich seinen Abschluss schaffte.

Martin Cooper: „„Ich habe als Kind versucht, wirklich zu verstehen, wie die Dinge funktionierten““

Danach bekam Martin Cooper eine Anstellung bei der Firma Motorola in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Hier konnte er seiner Kreativität freien Lauf lassen und war vor allem auf Funkanlagen spezialisiert. Die Polizei von Chicago war zu dieser Zeit mit einem Funkgerät im Auto ausgestattet, um mit der Zentrale in Verbindung treten zu können. Waren die Polizisten jedoch weiter weg von ihrem Fahrzeug, konnten sie keine schnelle Meldung machen, da dies nur im Polizeiwagen direkt möglich war. Martin Cooper entwickelte aus diesem Grund mit einem Team eine Konstruktion, wo die Polizisten immer einen eigenen Empfänger bei sich trugen, um mit der Funkanlage im Auto verbunden zu sein. So war nun erstmals eine Kontaktaufnahme mit der Zentrale auch außerhalb des Fahrzeuges möglich.

Da dieses System praktisch war und auf große Beliebtheit stieß, wollte Martin Cooper nun beweisen, dass die Herstellung eines komplett tragbaren Funkgerätes möglich war. In dieser Zeit war Kommunikation über weite Strecken hauptsächlich nur mit Briefen möglich oder man war auf das kabelgebundene Telefon angewiesen. Martin Cooper hatte eine große Vision von einem Telefon, welches man ständig bei sich hatte und wo man jederzeit erreichbar war. Er begann zu experimentieren und nutzte all seine Erfahrung, welche er sich in den letzten Jahren mühevoll aufgebaut hatte. Aber bald mehrten sich negative Stimmen, welche nicht an sein Projekt und seine Idee glaubten.

Martin Cooper: „„Es gab eine Menge Neinsager. Unser Traum war es, dass eines Tages niemand mehr auf einem drahtgebundenen Telefon sprechen würde. Jeder würde auf einem drahtlosen Telefon sprechen““

Die Forschungsabteilung rund um Martin Cooper benötigte viel Geld, um die Entwicklung dieses neuartigen Telefons voranzutreiben. Ständig bekam Martin Cooper Druck von seinen Vorgesetzten, denn sie wollten Ergebnisse sehen und vor allem hohe Umsätze. Martin Cooper wusste, dass sein Projekt sehr viele Geldmittel verschlang, aber er wusste auch, dass sich seine Idee irgendwann durchsetzen musste. Mit viel Fleiß wurde schließlich der erste Prototyp des Mobiltelefons hergestellt, welches mehr als ein Kilogramm wog und eine Länge von mehr als 20 cm hatte. Es war der 03. April 1973, als Martin Cooper das erste Telefonat der Welt über ein Handy führte, doch wer sollte sein erster Gesprächspartner werden?

Foto von Redrum0486 unter CC BY-SA 3.0

Martin Cooper rief ausgerechnet bei seinem größten Rivalen an, dem Technikchef von „Bell Labs“, einer ebenfalls großen Forschungseinrichtung in der Telekommunikationsbranche. Dieser konnte es kaum fassen, dass Martin Cooper gerade mitten in der Stadt New York unterwegs war und bereits drahtlos telefonieren konnte. Martin Cooper war stolz auf sein neu entworfenes Mobiltelefon, er hatte mit seinem ersten Gespräch nicht nur die Funktionstüchtigkeit des Handys bewiesen, sondern hatte auch gleichzeitig seine erbittertsten Konkurrenten bloßgestellt.

Martin Cooper reichte am 17. Oktober 1973 erfolgreich das Patent für seine Erfindung ein. Es dauerte aber noch einige Jahre, bis das weltweit erste kommerzielle Handy von Motorola auf den Markt kommen sollte. Das Dynatac 8000X hatte nur eine kurze Gesprächsdauer und kostete knapp 4.000,– US-Dollar. Trotz des hohen Preises verkaufte sich das Handy aber sensationell und nach nur einem Jahr hatten bereits mehr als 300.000 Menschen dieses Mobiltelefon erworben. Durch technische Weiterentwicklungen und neuen Innovationen verbreitete sich das Handy sehr schnell, es wurde zu einem Verkaufsschlager auf der ganzen Welt.

Martin Cooper führte die Menschen durch das neue Mobiltelefon in eine neue Ära der Kommunikation. Es gab kaum eine Erfindung in der Geschichte der Menschheit, welche so tiefgreifend in den Alltag der Menschen eingriff wie das Mobiltelefon.

Martin Cooper: „“Wir wussten, dass eines Tages jeder ein Telefon haben würde, aber es war schwer, sich vorzustellen, dass es zu meinen Lebzeiten passieren würde““

Stephen King –- Die Geschichte von seinem ersten veröffentlichten Buch

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Stephen King wurde am 21. September 1947 in der Hafenstadt Portland (USA) geboren. Als er noch sehr klein war, verließ der Vater die Familie, und so musste sich die Mutter alleine um ihn und seinen Bruder kümmern. Mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs arbeitete die Mutter unermüdlich, um ihre Söhne irgendwie versorgen zu können. Die Familie musste oft in erbärmliche Gegenden umziehen, da man sich einfach keine besseren Stadtviertel leisten konnte. Trotz dieser beschwerlichen Kindheit entwickelte Stephen King im Alter von sieben Jahren die Leidenschaft, Geschichten zu schreiben. Da er häufig Science-Fiction-Hefte las und sich mit Vorliebe Fantasy-Filme im Kino ansah, entwickelte er eine besondere Begeisterung für Horrorgeschichten.

Stephen King: „“Es war hart. Meine Mutter musste drei Jobs machen, um uns durchzubringen““

In der Highschool schrieb Stephen King immer wieder Kurzgeschichten, welche jedoch kaum Beachtung fanden. Durch ein Stipendium kam Stephen King auf die Universität, wo er erfolgreich „Englisch“ studierte, um Lehrer zu werden. In dieser Zeit lernte er auch seine Frau kennen, welche er kurz nach Abschluss seines Studiums heiratete. Da er am Anfang keinen Lehrerjob fand, musste Stephen King mit seiner Frau in einen gemieteten Wohnwagen übersiedeln, da sie sich keine Wohnung leisten konnten. Er begann in einer Wäscherei zu arbeiten, um mit dem armseligen Gehalt die Familie versorgen zu können.

Stephen King: „„Ich habe in der Wäscherei und an der Tankstelle gearbeitet““

In seiner wenigen Freizeit schrieb Stephen King weiter an seinen Geschichten, vor allem in der Nacht und am Wochenende. Aber seine Romane wurden von den Buchverlagen nicht berücksichtigt und er begann an seinem schriftstellerischen Talent zu zweifeln. Als er auch noch mit seinem neuesten Buch „„Carrie““ nicht vorankam, war Stephen King am Boden zerstört. Er warf die geschriebenen Seiten in den Papierkorb, da er der Ansicht war, dass seine Horrorgeschichte einfach nicht gut genug war. Aber seine Frau, welche immer von seinem Talent überzeugt war, fischte die zerknitterten Blätter wieder heraus und begann es zu lesen. Sofort ermunterte sie ihren Mann, weiter an seinem Manuskript zu arbeiten, da sie begeistert von dieser außergewöhnlichen Geschichte war.

Stephen King schöpfte durch seine Frau neue Hoffnung und begann, seinen Roman auf seiner tragbaren Schreibmaschine zu vollenden. Doch obwohl er nicht daran dachte, dass sein Buch jemanden interessieren würde, erwarb ein großes Verlagshaus die Rechte an dieser Geschichte. Kurze Zeit später wurden bereits die ersten Bücher von „„Carrie““ verkauft und die Verkaufszahlen entwickelten sich schlagartig nach oben. Als sein Horror-Roman auch noch sehr erfolgreich verfilmt wurde, machte dies Stephen King weltweit bekannt. Er zog mit seiner Familie aus dem bescheidenen Wohnwagen aus, da er sich nun endlich eine eigene Wohnung leisten konnte. Zusätzlich beschloss er durch seine Blitzkarriere, nur mehr als Schriftsteller tätig zu sein.

Auch seine nächsten Horrorgeschichten entwickelten sich ausnahmslos zu Bestsellern. Die Menschen waren begeistert von seinen gruseligen Büchern wie „„Shining““, „„Christine““ oder „„Es““ und viele seiner Geschichten wurden als Vorlage für kommerziell sehr wirksame Filme genutzt. Da Stephen King nun einen sehr bedeutungsvollen Namen als Schriftsteller hatte, konnte er auch ohne Mühe jene Geschichten verkaufen, welche seinerzeit von den Buchverlagen abgelehnt wurden.

Stephen King zweifelte lange an seiner schriftstellerischen Qualität. Es war aber immer wieder seine Frau, welche ihm den Mut gab, niemals die Hoffnung aufzugeben. Durch diesen Rückhalt entwickelte sich Stephen King zu einem der populärsten und meistgelesensten Schriftsteller der Welt. Seine größte Gabe war es, bei den Menschen Grauen und Angst zu entfachen, und dies war auch sein sicheres Erfolgsgeheimnis.

Stephen King: „„Bücher sind einzigartige, tragbare Magie““

Nobuyuki Tsujii -– Der blinde Pianist

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Nobuyuki Tsujii wurde am 13. September 1988 in Tokio (Hauptstadt von Japan) geboren, er war jedoch von Geburt an blind. Seine Mutter erkannte aber schon sehr schnell ein musikalisches Talent an ihrem Sohn, denn immer, wenn sie klassische Musik hörte, hüpfte er freudig herum und reagierte sehr positiv darauf. Besonders der Klavierkomponist Frédéric Chopin hatte es dem Jungen angetan, denn dies hörte er mit Abstand am liebsten. Aufgrund seiner Leidenschaft für die Musik besorgte ihm seine Mutter ein kleines Spielzeug-Klavier.

Nobuyuki Tsujii: „“Mein Lieblingsstück war damals Chopins Polonaise in As-Dur, bei einer bestimmten Aufnahme habe ich freudig reagiert und bin herumgehüpft, aber wenn ein anderer Pianist das gleiche Stück gespielt hat, war ich unzufrieden““

Als ihm seine Mutter einmal das bekannte Lied „Jingle Bells“ vorsang, konnte sie es kaum glauben, wie der kleine Junge darauf reagierte. Denn trotz seiner Blindheit schaffte er es, die Melodie auf seinem kleinen Plastik-Klavier nachzuspielen. Nobuyuki Tsujii hatte ein unglaublich feinfühliges Gehör und spielte von nun an alles nach, was er hörte und was ihm gefiel.

Nobuyuki Tsujii: „„Ich habe das Klavier schon als Kind geliebt. Es hat mir Spielzeug ersetzt –es war ein Freund für mich““

Aufgrund seines außerordentlichen Talentes bekam er bald ein größeres Klavier und erhielt auch Unterricht durch einen Klavierlehrer, aber es war ein sehr mühsamer Weg. Nobuyuki Tsujii musste sich die Stücke in der Brailleschrift (Blindenschrift) einprägen. Während eine Hand die Noten las, spielte er mit der anderen Hand. Um mit beiden Händen spielen zu können, musste er aber alle Töne auswendig können, und so übte Nobuyuki Tsujii stundenlang an seinem Klavier und mit der Zeit wurde er tatsächlich besser. Trotz seiner Sehbehinderung lernte er mit diversen Hilfsmitteln seine liebsten klassischen Musikstücke und konnte sie bald mühelos und auswendig nachspielen.

Nobuyuki Tsujii: „„Ich habe das Üben nie als Belastung empfunden, das war für mich, wie andere Kinder draußen spielen, meine Lieblingsbeschäftigung, wo ich mich ausdrücken konnte““

Im Alter von zehn Jahren stand Nobuyuki Tsujii bereits mit den „Osaka Century Symphonikern“ auf der Bühne, denn seine Art, wie er die Musikwerke interpretieren konnte, war faszinierend und einzigartig. Er trainierte von nun an bis zu vier Stunden am Tag um sein Klavierspiel zu verbessern, und dieses Training sollte sich bald bezahlt machen. Im Jahr 2009 reiste Nobuyuki Tsujii nach Texas (USA), um einen internationalen Klavierwettbewerb zu bestreiten, wo die weltweit besten jungen Konzertpianisten teilnahmen. An dem mehrtägigen Wettbewerb musste er nun Tag für Tag unter größter nervlicher Anspannung sein Talent beweisen, denn Fehler konnte er sich hier nicht erlauben. Und Nobuyuki Tsujii machte keine Fehler.

Mit unglaublicher Sicherheit spielte sich der junge Pianist in die Herzen der Menschen. Die Juroren staunten über den blinden Musiker, der die berühmtesten Werke von Beethoven bis Chopin so einwandfrei und gefühlvoll spielen konnte, wie sie es noch nie gehört hatten. Nobuyuki Tsujii gelang eine der größten Sensationen in der Geschichte dieses internationalen Wettbewerbes, denn er war nicht nur der erste Japaner, der diesen Wettbewerb gewinnen konnte, er war auch der erste Künstler, der ihn als blinder Pianist gewinnen konnte.

Nobuyuki Tsujii wurde in seiner Heimat Japan und auch in China zum gefeierten Star, seine klassischen Musikwerke wurden zum absoluten Verkaufsschlager. Mittlerweile ist er auf der ganzen Welt unterwegs und spielt auf den größten Konzertbühnen. Sogar die kritischsten Zuhörer konnte er durch seine gefühlvollen Töne überzeugen, denn auch die größte Fingerfertigkeit kann nicht das Gefühl und das Gespür ersetzen, mit der Nobuyuki Tsujii seine Werke spielen kann.

Nobuyuki Tsujii: „„Ich möchte das spielen, was ich selbst liebe. Ich verbinde viel mit den Stücken. Und ich möchte dem Publikum zeigen, wie ich sie sehe““

Obwohl er von Geburt an blind war, ging Nobuyuki Tsujii immer seiner größten Leidenschaft nach. Stundenlang trainierte er sich eine unfassbare Perfektion am Klavier an und sämtliche Musikstücke erlernte er nur durch sein Gehör. Diese Kombination aus hartem Training und seinem besonderen Talent verhalfen ihm zum absoluten Superstar in der klassischen Musik zu werden. Außerdem arbeitet er auch ohne Probleme mit Orchestern zusammen, obwohl er weder den Dirigenten, noch das Orchester sehen kann. Immer wieder staunen die Menschen über diese faszinierende Zusammenarbeit mit dem blinden Pianisten aus Japan, der sein größtes Handicap zu seiner größten Stärke gemacht hat.

Nobuyuki Tsujii: „„Ich spüre, wie der Dirigent atmet, ich muss den Taktstock nicht sehen können, um den Einsatz zu bekommen. Ich spüre auch, was die Orchestermusiker wollen, das ist wie eine Welle, die zu mir fließt und der ich folgen muss““

Michael Hirte –- Der Mann mit der Mundharmonika

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Michael Hirte wurde am 10. Oktober 1964 in der kleinen Stadt Spremberg, im Osten von Deutschland, geboren. Als kleiner Junge bekam er von seiner Tante eine Mundharmonika geschenkt, die er von nun an immer bei sich haben sollte. Tag und Nacht übte er darauf, obwohl er keine Noten lesen konnte und nie einen Unterricht erhielt. Er war bereits im jungen Alter sehr talentiert, er spielte Kinderlieder auf Familienfeiern und wurde mit der Zeit durch sein unglaubliches Gefühl für dieses Musikinstrument immer besser.

Michael Hirte absolvierte später viele verschiedene Berufsausbildungen, er war als Betonierer, als Soldat, als Betriebsschlosser und beim Kohleabbau beschäftigt. Aber LKW-Fahrer war seine liebste Beschäftigung, und diesen Beruf übte er mit voller Leidenschaft aus. Sein Leben sollte aber außer Kontrolle geraten, als er 1991 einen schlimmen Unfall mit seinem LKW hatte. Michael Hirte wurde dabei sehr schwer verletzt und lag zwei Monate im Koma. Als er erwachte, war sein bisheriges Leben, so wie er es kannte, vorbei.

Michael Hirte: „“Ich blickte an meinen Beinen hinab und erkannte mein rechtes Bein nicht wieder, es sah aus wie frisch vom Metzger mit roten Narben und tiefen Furchen““

Durch den Unfall wurde er auf einem Auge blind und durch einen komplizierten Beinbruch mussten ihm Platten in das Bein eingesetzt werden. In der medizinischen Rehabilitation musste Michael Hirte lernen, wieder normal zu gehen und seine total erschlafften Muskeln zu trainieren. Durch seine Verletzungen verlor er seinen LKW-Führerschein und somit auch seinen Job. In der Folge versuchte er eine andere Arbeit zu bekommen, aber durch die immer wiederkehrenden Schmerzen im Bein hatte er hier keine Erfolgsaussichten. Zusätzlich fing es in dieser schwierigen Zeit in seiner Ehe zu kriseln an und durch den großen Frust kam es immer öfter zum Streit mit seiner Frau, bis sie sich trennten. Michael Hirte lebte nun nur mehr von der Sozialhilfe und hatte alles verloren, seine Frau, seine Arbeit und seine Gesundheit. Von nun an war er alleine in seiner Welt, aber immerhin hatte er noch seine Mundharmonika.

Um seine Finanzen aufzubessern und um der Einsamkeit zu entfliehen, ging Michael Hirte auf die Straße und begann, mit seiner geliebten Mundharmonika zu spielen, denn dies war alles, was ihm geblieben war. In den Fußgängerzonen musste er sich nicht nur gegen Schlechtwetter behaupten, sondern auch gegen andere Straßenmusiker, denn mit seiner Mundharmonika war er nur ziemlich leise zu hören. Das Leben von Michael Hirte war alles andere als perfekt, aber er kämpfte weiter und beschloss, das Beste aus seiner aussichtslosen Situation zu machen. So traf er die mutige Entscheidung, sich für die deutsche Castingshow „Das Supertalent“ zu bewerben, im Alter von bereits 44 Jahren.

Foto von Haha56

Als die Jurymitglieder und das Publikum Michael Hirte zum ersten Mal sahen, stempelten sie ihn sofort zu einem Verlierer ab. Aber er glaubte an sich und blendete die skeptischen Blicke so gut es ging aus. Nach seinem Auftritt hatte er aber alle Zuschauer hinter sich, denn er spielte mit so viel Gefühl und Leidenschaft auf seiner Mundharmonika, dass es viele Zuschauer zu Tränen rührte. Und so kämpfte sich Michael Hirte mit seiner Mundharmonika Runde für Runde weiter und krönte sich im Jahr 2008 tatsächlich zum sensationellen Gewinner dieser bekannten Show. Kurz danach brachte er sein erstes Album heraus, welches sofort zum absoluten Verkaufsschlager in der Musikwelt wurde. Es folgten Werbeverträge, eine Tournee und zahlreiche Auftritte in diversen Musiksendungen im Fernsehen. Und immer dabei war natürlich seine Mundharmonika.

Michael Hirte schaffte es vom arbeitslosen Straßenmusiker zum großen Star und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seinen Erfolg. Er ließ sich von den vielen Schicksalsschlägen in seinem Leben nicht unterkriegen und versuchte immer, das Beste aus seinem Leben zu machen. Dies war auch sein einfaches Erfolgsgeheimnis, denn er hat nie den Glauben an sich selbst verloren, egal wie schlimm die Zeiten auch waren.

Michael Hirte: „„Ich wollte kein Mitleid erregen. Mir ging es darum, zu zeigen, wie schön Mundharmonika klingt und dass man als Arbeitsloser nicht zu Hause dahinsiechen muss““

Billy Mills -– Der Olympiasieger aus dem Indianerreservat

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Billy Mills wuchs in einem heruntergekommenen Indianerreservat im Bundesstaat South Dakota (USA) auf. Das Reservat gehörte zu den ärmsten Gegenden der USA, und das Leben dort war alles andere als einfach. In dieser trostlosen Umgebung waren mehr als 80% der Menschen arbeitslos und viele lebten unter der absoluten Armutsgrenze. Strom gab es in den seltensten Fällen, die Selbstmordrate war generell um einiges höher als der normale Durchschnitt. Billy Mills hatte im Reservat seine liebenden Eltern an seiner Seite, die aber nur kurze Zeit sein Leben prägen sollten.

Als Billy Mills acht Jahre alt war, starb plötzlich seine Mutter. Der kleine Junge war am Boden zerstört, unter Tränen brach er immer wieder zusammen, er spürte nur mehr Hass und Wut. Sein Vater, der selber tief betroffen war, versuchte seinen Sohn immer wieder mit denselben Worten zu trösten: „Sohn, deine Flügel sind gebrochen, aber eines Tages wirst du die Flügel eines Adlers haben. Du musst so tief nach deinem Traum suchen, bis etwas ganz Wundersames mit dir geschieht und du erkennst, wer du wirklich bist“. Auch sein Vater sollte kurze Zeit später sterben, und Billy Mills wurde im Alter von nur zwölf Jahren zur Vollwaise. Von nun an musste er sich alleine durch das Leben kämpfen, er entdeckte aber bald seine große Leidenschaft im Sport, das Laufen.

Während viele seiner Alterskollegen dem Alkoholismus und der Drogensucht verfielen, trainierte Billy Mills unermüdlich, auch weil er gegen das Minderwertigkeitsgefühl der Indianer ankämpfen wollte. Er schaffte es durch sein Talent Unterstützer zu finden und begann an der University of Kansas zu studieren. Trotzdem wurde er aufgrund seiner Herkunft immer wieder ausgegrenzt und schikaniert, bei Fotoaufnahmen sagte man ihm zum Beispiel immer wieder, dass er aus dem Bild gehen sollte, weil man ihn nicht dabei haben wollte. Billy Mills hegte sogar Selbstmordgedanken, aber in einem neuen Ziel glaubte er seine Bestimmung gefunden zu haben, nämlich die Olympischen Spiele in Japan. Gegen alle Widerstände und Ausgrenzungen ankämpfend und mit einer imposanten Ausdauer schaffte er es tatsächlich im Alter von 26 Jahren, sich für die Teilnahme zu qualifizieren.

So kam Billy Mills 1964 als völlig unbekannter Läufer nach Tokio, wo die Olympischen Spiele stattfanden. Der Favorit für das 10.000 Meter Rennen war der Australier Ron Clarke, der amtierende Weltrekordhalter, und einige andere Weltmeister und Olympiasieger. Billy Mills wurde nur am Rande wahrgenommen, weder die Medien noch die Konkurrenten erwarteten sich etwas von dem jungen Läufer indianischer Abstammung, der noch nie an einem so großen Wettkampf teilgenommen hatte.

Billy Mills: „„In unserer indianischen Kultur heißt es, wenn du dich auf etwas konzentrierst, dann wirken Körper, Geist und Seele zusammen und motivieren dich, deinen Traum zu verwirklichen““

Über 75.000 jubelnde Menschen füllten das Stadion in Tokio und das Rennen ging bereits in die letzte Runde. In Führung lag wenig überraschend der große Favorit Ron Clarke, fast gleichauf mit einem starken Tunesier. Die Sensation war aber Billy Mills, der es als einziger Läufer noch schaffte, an den Führenden dranzubleiben. Das Rennen befand sich schon auf der letzten Zielgeraden, und Billy Mills hatte einige Meter Rückstand auf Ron Clarke. Trotzdem rechnete keiner mit Billy Mills, denn der Führende war als starker Sprinter bekannt. Billy Mills jedoch dachte auf den letzten Metern des Rennens an die Worte seines verstorbenen Vaters: „Eines Tages wirst du die Flügel eines Adler haben“. Mit diesen Gedanken mobilisierte der junge Läufer seine letzten Kräfte und setzte zu einem der stärksten Schlusssprints an, die es je in der Geschichte von Olympischen Spielen gab. Die anwesenden Reporter und Zuschauer konnten ihren Augen nicht trauen, Billy Mills hatte bereits zur Spitze aufgeschlossen, sollten sie hier Zeugen werden von einer unglaublichen Sensation?

Es war einer der magischsten Momente in der Geschichte der Olympischen Spiele. Ein junger Außenseiter lief fast eine Minute schneller als er jemals zuvor über diese Distanz gelaufen war und holte sich sensationell die Goldmedaille über 10.000 Meter. Noch nie zuvor hatte ein Amerikaner über diese Distanz eine Goldmedaille erringen können.

Billy Mills, ein unbekannter Läufer, der in einem ärmlichen Indianerreservat aufwuchs, verblüffte die ganze Welt mit seiner Goldmedaille. Entscheidend waren sein ungeheuerlicher Glaube an sich selbst und der Wille, alles im Leben erreichen zu können, wenn man es auch wirklich will.

Billy Mills: „„Lerne dich selbst kennen und entdecke deine Sehnsucht. Und mit der Sehnsucht kommt die Selbstmotivation. Und mit der Motivation kommt die Arbeit. Und mit der Arbeit kommt der Erfolg. Folge deinen Träumen““

Mahatma Gandhi – Ein schüchterner Mann verändert die Welt

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Mohandas Karamchand Gandhi wurde am 02.Oktober 1869 in Porbandar (West-Indien) geboren. Er wuchs im wohlhabenden, aber sehr strenggläubigen hinduistischen Elternhaus auf, es gab zum Beispiel nie eine Mahlzeit ohne Gebet. Gandhi mühte sich durch die Schulzeit und war nur ein mittelmäßiger Schüler. Dazu war er ein sehr ruhiger, schüchterner und ängstlicher Junge, weshalb er kaum Freunde hatte. Er vermied jeden Kontakt zu seinen Schulkollegen da er immer Angst hatte, ausgelacht zu werden. Gandhi wollte nach der Schulzeit zwar Medizin studieren, doch der strenge Glaube untersagte diese Tätigkeit.

Im Alter von 18 Jahren ging er deshalb nach London um Rechtswissenschaft zu studieren, um den Wunsch seines Vaters, Rechtsanwalt zu werden, zu entsprechen. Vorher legte er noch ein Gelübde ab, in dem er sich verpflichtete, keusch zu leben und weder Fleisch zu essen noch Alkohol zu trinken. In London lebte er sich nur langsam ein, die westliche Welt war ihm bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt. Doch beeindruckten ihn schon damals die Medienfreiheit und die freie Meinungsäußerung. Er versuchte sich in die Gesellschaft zu integrieren, er nahm deshalb sogar Tanzstunden. Ihm erging es da wie vielen Männern, er hatte überhaupt kein Taktgefühl und war unfähig, rhythmische Bewegungen auszuführen und erkannte schnell, dass es seine Fähigkeiten überstieg. Neben seinem Studium beschäftigte er sich ausgiebig mit dem Hinduismus, dem Islam und dem Christentum. Er erkannte alle Religionen an, besonders begeistert war er jedoch von der Bergpredigt und dem Motto, Böses mit Gutem zu vergelten. Nach 3 Jahren hatte Gandhi sein Studium erfolgreich abgeschlossen und kehrte nach Indien zurück, um Anwalt zu werden.

Mahatma Gandhi: „“Die Religionen sind verschiedene Wege, die im gleichen Punkt münden. Was macht es, dass wir verschiedene Wege gehen, wenn wir nur das gleiche Ziel erreichen?““

Gandhi war noch immer ein sehr unsicherer und gehemmter junger Mann. Diese Schüchternheit brachte ihm auch gleich den ersten Misserfolg in seinem ersten Fall ein. Als er vor Gericht sprechen sollte, verlor er vor lauter Nervosität die Nerven. Er brachte kein Wort heraus und eilte unter dem Gelächter der Anwesenden aus dem Gerichtssaal. Wer konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass er einmal als großer Führer Millionen von Menschen bewegen sollte? Als Gandhi von einem Geschäftsmann ein Angebot bekam, nach Südafrika zu gehen um als beratender Anwalt zur Verfügung zu stehen, nahm er dieses sofort dankbar an.

In Südafrika angekommen erlebte er eine Zugfahrt, die seine weitere Zukunft sehr stark prägen sollte. Gandhi fuhr im Erste-Klasse Abteil. Da ein weißer Südafrikaner nicht mit ihm („einem farbigen Inder“) in einem Abteil sitzen wollte, kam ein Schaffner und wollte ihn trotz gültiger Fahrkarte in den Gepäckraum verfrachten. Doch Gandhi weigerte sich und bestand auf sein Recht, hier verweilen zu dürfen. Beim nächsten Halt wurde er daraufhin unsanft hinausgeworfen. Von diesem Augenblick an entschied sich Gandhi, gegen diese Unterdrückung vorzugehen und für die Rechte der Benachteiligten zu kämpfen. Er gelobte in seinen Kämpfen niemals Gewalt anzuwenden und passiven Widerstand zu leisten (Verweigerung der Zusammenarbeit mit Behörden). Er nannte seine Politik Satyagraha („Hingabe an die Wahrheit“). Er trat von nun an immer öfter in der Öffentlichkeit auf, zeigte Mut und Ausdauer uns seine Popularität wuchs dadurch ständig weiter. Gandhi verschob daraufhin seine Rückkehr nach Indien, und dieser Aufschub dauerte ganze 21 Jahre, in denen er sich für die indische Bevölkerung im ganzen Land einsetzte (1893-1914). Schließlich kehrte er nach diesem Aufenthalt in ein bettelarmes Indien zurück.

Mahatma Gandhi: „„Ein Gramm Handeln ist mehr Wert als eine Tonne Predigt““

Dort wurde er von Massen von Menschen bereits erwartet, er war zu diesem Zeitpunkt schon zu einem Nationalhelden aufgestiegen, seine Taten in Südafrika blieben nicht unbemerkt. Er bekam den berühmten Beinamen „Mahatma“ („große Seele“), von nun an war er nur mehr Mahatma Gandhi. Doch die Probleme waren groß, Indien wurde durch Großbritannien besetzt und unterdrückt. Und so ging Mahatma Gandhi auf Reisen und zog von Dorf zu Dorf, da er seine Politik der Satyagraha („gewaltloser Widerstand“) verbreiten wollte. Er lebte immer als einfacher Mensch, dies war auch der Grund warum ihn die Menschen so liebten. Und so brachte er die Massen hinter sich, im Kampf für den passiven Widerstand gegen die britische Herrschaft. Er organisierte zum Beispiel einen landesweiten Streik. An diesem Tag hat in ganz Indien nichts mehr funktioniert, kein Bus oder Zug fuhr, kein Geschäft war offen und kein Telegraph funktionierte. Die Briten bekamen Angst, denn sie waren von ihrem Mutterland komplett abgeschnitten, und Gandhi bekam internationale Aufmerksamkeit. Bei der Spinnrad-Kampagne rief Gandhi dazu auf, selber Spinnräder zu benutzen und selbst Stoffe herzustellen, um damit die englischen Stoffe zu boykottieren. Im ganzen Land wurden englische Kleidungsstücke verbrannt, es wurden öffentliche Kleiderverbrennungen organisiert. Gandhi machte das Spinnrad zum Symbol für die indische Unabhängigkeit. Noch heute ziert deshalb ein Spinnrad die indische Flagge.

Mahatma Gandhi: „„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du““

1930 startete Gandhi mit seinen Anhängern den berühmten „Salzmarsch“. Auf staubigen Wegen legten sie unter Beobachtung der internationalen Presse 385 km innerhalb von 24 Tagen zurück. Die Wege wurden von den Indern mit Blättern bestreut, die Dörfer, durch die sie zogen, wurden festlich geschmückt. Ganz Indien schaute auf Mahatma Gandhi, der mittlerweile wie ein Heiliger verehrt wurde, als das Endziel am Meer erreicht wurde. Gandhi zeigte dem Volk, wie man auf einfache Weise kostenloses Salz gewinnen konnte, in dem er etwas Salz, welches das Meer anspülte, in die Hand nahm. Dies war zur damaligen Zeit strengstens verboten. Die Menge jubelte, von nun an wurde das englische Salz boykottiert. Gandhi und mehr als 60.000 Menschen gingen daraufhin widerstandslos ins Gefängnis, die Polizei war aber nicht mehr Herr der Lage, denn immer mehr Inder zeigten sich mit Mahatma Gandhi solidarisch. Doch es gingen auch schreckliche Bilder um die Welt, als Inder von der Polizei brutal mit Stöcken niedergeschlagen wurden. Es war bedrückend, denn kein Inder wehrte sich dagegen, denn sie wendeten niemals Gewalt an. Es gab Verletzte und viele wurden auch getötet. Der internationale Druck wurde daraufhin immer größer, und Gandhi wurde aus der Haft entlassen. Kurze Zeit später durfte auch indisches Salz legal verkauft werden.

Die folgenden Jahre waren vom Einsatz Gandhis für die Unabhängigkeit geprägt, doch war es erst nach dem 2. Weltkrieg soweit. Das ausgeblutete England wollte seine größte Kolonie schnell loswerden, und als der damalige Premierminister Winston Churchill (bezeichnete Gandhi als „halbnackten Fakir“) in England abgewählt wurde, war der Weg für ein unabhängiges Indien frei, was 1947 offiziell verkündet wurde. Mit dem Abzug der letzten britischen Truppen gingen 130 Jahre britische Herrschaft in Indien zu Ende. Indien wurde aber nur in Form von zweier getrennter Staaten unabhängig, dem muslimischen Pakistan und dem hinduistischen Indien. Gandhi wollte immer einen gemeinsamen Staat, doch die Risse zwischen Moslems und den Hindus waren einfach zu tief. Die Teilung des Landes verursachte eine der größten Massenfluchten der Geschichte, die Hindus und die Moslems flohen in ihre Gebiete. Dabei kam es immer wieder zu grausamen Massakern. Gandhi schaffte es mit einem Fasten bis zum Tod noch einmal kurzfristig für Frieden zu sorgen, doch zog er sich dabei auch den Zorn fanatischer Anhänger beider Religionen auf sich.

Mahatma Gandhi: „“Auge um Auge -– und die ganze Welt wird blind sein““

Am 30. Jänner 1948, kurz vor Sonnenuntergang, ging er wie jeden Tag zu einem öffentlichen Gebetstreff. Plötzlich trat ein fanatischer Hindu vor, verneigte sich tief vor ihm, und richtete eine Pistole auf Gandhi. Mit drei Schüssen aus nächster Nähe fand Mahatma Gandhi im Alter von 78 Jahren den Tod. Er starb mit dem Wort „Gott“ auf den Lippen, aufrecht und völlig frei von Angst und Hass, wie er es sich immer gewünscht hatte. Der Tod Gandhis löste in der ganzen Welt Trauer aus, vom Vatikan bis zum Kreml. Am Trauerzug zur Verbrennungsstätte nahmen fast eine Millionen Menschen teil, in der ganzen Welt fanden Trauermärsche statt. Dieser kleine Mann mit Nickelbrille, der sehr einfach lebte und in jungen Jahren vor lauter Schüchternheit oft davonlief, entwickelte sich zu einer unglaublichen Persönlichkeit und gab Millionen Menschen Hoffnung im Leben. Gandhis Geburtstag, der 02.Oktober, ist in Indien ein Nationalfeiertag. Er zeigte uns, dass es egal ist, wo wir im Moment im Leben stehen, sondern dass wir uns darum kümmern sollten, welche Richtung wir in Zukunft einschlagen werden.

Mahatma Gandhi: „„Wenn ich das Wunder eines Sonnenuntergangs oder die Schönheit des Mondes bewundere, so weitet sich meine Seele in Ehrfurcht vor dem Schöpfer““

Margarete Steiff – Vom Rollstuhl zum Imperium der Kuscheltiere

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Am 24. Juli 1847 wurde Margarete Steiff als drittes von vier Kindern im schwäbischen Giengen (Deutschland) geboren. Im Alter von eineinhalb Jahre bekam sie plötzlich hohes Fieber. Sie erholte sich davon nur sehr langsam und zum Entsetzen der Familie behielt sie bleibende Schäden: Ihre Beine konnte sie nicht mehr bewegen und ihren rechten Arm kaum mehr. Die niederschmetternde Diagnose lautete Kinderlähmung, eine Erkrankung, für die es damals praktisch keine Behandlungsmöglichkeit gab.

Besonders für die Eltern war diese Nachricht schwer zu verkraften. Sie würde niemals gehen können und würde ihr Leben lang an einen Rollstuhl gefesselt sein. Die damals typische Rolle einer Hausfrau und Mutter würde sie niemals einnehmen können, aus damaliger Sicht besaß sie praktisch keine Zukunftsperspektiven. Doch das kleine Mädchen entwickelte sich anders, als es viele für möglich gehalten hatten. Sie spürte, dass sie die Krankheit akzeptieren musste, um ihren eigenen Weg gehen zu können.

Ihre Kindheit war natürlich alles andere als leicht. In einem rumpelnden Leiterwagen wurde Margarete über ein Kopfsteinpflaster bis zu dem Schulgebäude gezogen. Dort musste sie bei jedem Wetter ausharren, bis eine in der Nähe wohnende Frau vorbeikam um sie die Treppe hinauf bis in das Klassenzimmer zu tragen. Trotz dieser Schwierigkeiten fehlte sie nie und brachte überdurchschnittliche Leistungen in der Schule. Durch ihr heiteres und geselliges Wesen war sie sehr beliebt und scharrte ständig Leute um sie. Auch, um nie irgendwo alleine in der Ecke zu sitzen und immer aktiv am Leben teilnehmen zu können.

Margaretes nächster Wunsch war es, eine Nähschule besuchen zu können. Die Familie war jedoch dagegen, sie befürchtete Peinlichkeiten und Misserfolge. Doch durch ihren starken Willen setzte sie sich durch und schaffte es schließlich, auf die Nähschule zu kommen. Da sie aufgrund ihrer Krankheit die rechte Hand nicht benutzen konnte, musste sie die Nähmaschine herumdrehen, um umständlich von der Rückseite der Maschine aus zu arbeiten. Zwar brauchte sie wesentlich länger als all die anderen Näherinnen, aber im Laufe der Jahre wurde sie eine perfekte Schneiderin. Etwas, was keiner für möglich gehalten hatte.

Als sie gemeinsam mit ihrer Schwester eine Nähmaschine kaufte – die erste überhaupt in Giengen – eröffneten sie eine Damenschneiderei. Margarete war sehr talentiert und das Geschäft wurde ein Erfolg. Bald darauf wurde aus der Schneiderei ein Filzkonfektionsgeschäft und man verkaufte selbstgenähte Kleidungsstücke, die immer mehr in Mode kamen. Als Margarete 1880 aus Spaß einen kleinen Stoffelefanten aus Filz und Wolle nähte, welcher eigentlich als Nadelkissen (!) dienen sollte, wusste sie noch nicht, dass sie damit den Grundstein für ein weltweit expandierendes Stofftier-Unternehmen legen sollte. Die damaligen Spielzeuge bestanden überwiegend aus harten Materialien wie Holz oder Porzellan, und weiche Spieltiere waren etwas ganz Neues. Vor allem Kinder liebten diese kuscheligen und weichen Stofftiere, die sie am liebsten nie mehr loslassen wollten.

Nach wenigen Jahren wurde bereits eine ganze Reihe von Tieren aus Filz angeboten. Es gab zum Beispiel einen Bären mit drehbarem Kopf und beweglichen Gliedern mit Schuhknopfaugen. Der berühmte Teddybär war geboren, der am Anfang noch „Bärle“ hieß. Im Spitzenjahr 1907 stellten 400 festangestellte Mitarbeiter zusammen mit 1800 Heimarbeiterinnen bereits 974.000 Bären her. Es wurde eine neue behindertengerechte Fabrikhalle mit einer Auffahrtsrampe gebaut, die Halle bestand vor allem aus sehr viel Glas, was damals einzigartig war. Kurz darauf folgte ein zweites Glasgebäude – sie werden heute noch von der Fa. Steiff genutzt und stehen unter Denkmalschutz. Um die Steiff-Tiere unverwechselbar zu machen, wurde ein Knopf in das Ohr eingenäht – der berühmte „Knopf im Ohr“ war geboren.

Margarete Steiff war eine strenge, aber sehr warmherzige Arbeitgeberin und war ihren Angestellten Chefin und Freundin zugleich. Bis ins hohe Alter überwachte sie die gesamte Produktion und prüfte die fertigen Stofftiere. Sie nähte die meisten Mustertiere noch selbst und verwendete dafür nur hochwertige Materialien. Am 09.05.1909 starb Margarete Steiff im Alter von knapp 62 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Ein für viele Menschen hoffnungslos erscheinendes Leben wurde zum Beispiel dafür, was man mit viel Herz und Willen alles erreichen kann. Die Firma Steiff wird in ihrem Sinne weitergeführt – bis heute.

Margarete Steiff: „„Für Kinder ist nur das Beste gut genug!““