Dick Fosbury –- Ein verschmähter Hochspringer revolutioniert die Leichtathletik

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Dick Fosbury wurde am 6. März 1947 in Oregon (USA) geboren und kam wegen seiner Größe bereits sehr früh in Kontakt mit der Leichtathletik. Durch seine langen Beine war er sehr gut für den Hochsprung geeignet, jedoch hatte er mit seiner Koordination erhebliche Probleme. Die Trainer versuchten ihm vergeblich den „Scherensprung“ oder den „Straddle“ beizubringen, wo der Springer die Latte bäuchlings überqueren musste. Für Dick Fosbury waren diese Techniken einfach nicht zu schaffen, so sehr er sich auch bemühte. Obwohl er in seiner Schule einer der schlechtesten Hochspringer war und er für seine Trainer als hoffnungsloser Fall abgestempelt wurde, wollte er nicht aufgeben.

Dick Fosbury: „“Ich war ein unkoordinierter Athlet““

 
Dick Fosbury begann zu experimentieren, wie er die Latte am besten überqueren konnte. Er kombinierte verschiedene Stile und probierte eigene Bewegungsabläufe, welche besser zu ihm passten. Er hatte eine Intuition, dass der Sprung auch andersrum funktionieren musste und sprang bei einem Schülerturnier im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal rücklings über die Latte. Dick Fosbury hatte das Gefühl, seinen perfekten Sprungstil gefunden zu haben und trainierte entschlossen weiter. So schaffte er es, sich Schritt für Schritt zu verbessern und immer größere Höhen zu überspringen. Doch mit dieser eigenwilligen Technik wurde Dick Fosbury nicht ernst genommen.

Dick Fosbury: „„Es war vor allem Intuition. Ein Modell, dem ich folgen konnte, hatte ich nicht““

Seine Kollegen sahen zwar seine Sprungtechnik, glaubten aber nicht daran, dass diese besser war als die bisherigen Methoden. Es gab sportwissenschaftliche Treffen, wo eifrig darüber diskutiert wurde, dass diese Technik von Dick Fosbury nicht funktionieren konnte. Der Sprung schaute nicht nur sehr sonderbar und befremdlich aus, sondern war auch irgendwie selbstmörderisch, mit dem Kopf voran über ein so hohes Hindernis zu hechten. Reporter und Journalisten belächelten Dick Fosbury nur als einen scherzhaften Zirkusartisten, welcher eine falsche Sportart gewählt hatte. Doch Dick Fosbury glaubte an seinen Sprungstil und begann ihn weiter zu perfektionieren.

 
1968 trat Dick Fosbury im Alter von 21 Jahren bei den Olympischen Spielen in Mexiko an. Über fünf Jahre hatte er in Eigenregie seinen eigenwilligen Hochsprung verbessert und wollte damit nun den Wettkampf bestreiten. Während alle anderen Athleten wie üblich vorwärts über die Latte sprangen, staunten die Zuschauer nicht schlecht, als Dick Fosbury einen ganz anderen Anlauf zu wählen schien. Mit einem bogenartigen Anlauf übersprang er scheinbar mühelos rücklings die Querlatte und stellte so alle anderen Athleten in den Schatten. Als er dann auch noch mit einer Höhe von 2,24 Meter sensationell die Goldmedaille gewann, hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen. Über 70.000 begeisterte Menschen feierten Dick Fosbury, weil sie Zeugen von einem echten Meilenstein in der Leichtathletik wurden. Während die Konkurrenz es nicht fassen konnte und die Weltöffentlichkeit aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kam, stieg Dick Fosbury zum vielumjubelten Star dieser Olympischen Spiele auf.

Dick Fosbury stellte sich mit seiner eigenwilligen Sprungtechnik gegen alle Gesetze des Hochsprunges. Er wurde dafür viele Jahre nur ausgelacht, verhöhnt und zum Gespött der Leute. Aber er vertraute seinem inneren Gefühl, blendete alle Skeptiker aus und setzte sich seine eigenen Grenzen. So sorgte er mit seinem überraschenden Olympiasieg im Hochsprung für die größte Revolution in der Geschichte der Leichtathletik. Sein „Fosbury-Flop“ veränderte die Hochsprungtechnik für immer und wird bis heute von allen Hochspringern gesprungen.

Dick Fosbury: „„Es war ohne Zweifel meine größte sportliche Leistung““

Sara Blakely –- Wie sie mit Unterwäsche zur jüngsten Selfmade-Milliardärin wurde

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Sara Blakely wurde am 27. Februar 1971 in Clearwater (Florida, USA) geboren. Als kleines Mädchen schickte sie ein Gebet an das Universum, ihr doch eine Idee zu schenken, welche gebraucht wurde und andere Menschen glücklich machte. Doch ihr Leben verlief in späteren Jahren in eine komplett andere Richtung. Ihre geplante Karriere als Rechtsanwältin scheiterte bereits an der Aufnahmeprüfung und ihr Studium der Kommunikationswissenschaften musste sie sich als verkleidete Comicfigur im Freizeitpark Disney World verdienen. Ihren ersten richtigen Job erhielt Sara Blakely als Verkäuferin für Büroartikel. Sie ging von Tür zu Tür und versuchte, Faxgeräte und Kopierer zu verkaufen. Hier musste sie viele Niederlagen und Ablehnungen einstecken, denn die meisten Menschen hatten Abneigungen gegen solche Verkaufsmethoden.

Sara Blakely: „“Die Leute zerrissen meine Visitenkarten oder ließen mich aus dem Gebäude werfen. Aber es war das beste Training fürs Leben – Nein zu hören und zu versuchen, es zu umgehen““

Sara Blakely lernte schnell und ließ sich von der Gleichgültigkeit der Menschen nicht unterkriegen. Sie erreichte scheinbar mühelos ihre Verkaufsziele und bildete nach kurzer Zeit bereits selbst andere Verkäufer aus, auch wenn diese Arbeit sie nicht glücklich machte. Eines Tages machte sich die 27-jährige Sara Blakely für eine Party fertig, als sie vor einem unlösbaren Problem stand. Sie hatte nichts, was sie unter ihrer schicken weißen Hose anziehen konnte. Die Strumpfhosen klebten an der schwülen Luft an ihren Beinen und machten außerdem unangenehme heiße Füße. Spontan schnitt Sara Blakely das untere Ende der Strumpfhose ab, als sie plötzlich bemerkte, dass ihre Füße nicht nur angenehm Luft bekamen, sondern auch ihr Hintern in der weißen Hose gut aussah. Da kam ihr eine Idee, wie sie ein uraltes Frauenproblem lösen konnte.

Sara Blakely: „“Ich dachte, ich muss herausfinden, wie man das löst. Ich hatte keinerlei Erfahrung in Mode oder Geschäftsführung““

Sara Blakely begann mit einer figurformenden Unterwäsche zu experimentieren, als Grundstoff benutzte sie einfach das Material einer Feinstrumpfhose. Die neuartige Stützunterwäsche schaute nicht nur sehr stylisch aus und fühlte sich hervorragend an, sondern sie war wie eine zweite Haut und retuschierte die Cellulite weg. Sara Blakely machte sich sofort daran, ihre Idee zu patentieren. Da sie sich keinen Anwalt leisten konnte, las sie selbst verschiedene Bücher über dieses Thema und verfasste das Patent einfach in Eigenregie. Die mühevolle Arbeit zahlte sich aus und im Jahr 1998 war ihre straffende Unterwäsche mit dem Namen „Spanx“ geschützt.

Sara Blakely musste nun einen Hersteller finden, welcher ihre Wäsche produzierte, doch ohne finanzielle Unterstützung hatte sie keine Chance. Die Fabrikanten hielten ihre Idee für verrückt und die ungewöhnliche Unterwäsche für unverkäuflich. Sara Blakely kämpfte verbissen weiter, sie verwendete ihren gesamten Urlaub, um den Wäscheherstellern ihre Idee vorzustellen. Nach monatelangen Misserfolgen erhielt Sara Blakely plötzlich einen Anruf, dass ein Fabrikant tatsächlich bereit war, ihre Unterwäsche zu fertigen. Im Gegensatz zu den meisten männlichen Kollegen hatte dieser Hersteller zwei Töchter zu Hause, welche die figurformende Unterwäsche überhaupt nicht für blödsinnig hielten und vollkommen fasziniert waren von dieser Erfindung.

Sara Blakely: „“Ich wusste, dass meine Idee grandios war. Nichts und niemand konnte mich davon abbringen““

Foto von Gillian Zoe Segal
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Voller Enthusiasmus marschierte Sara Blakely nun in die Kaufhäuser, um ihr Produkt anzubieten. Dort zerrte sie das zumeist weibliche Personal einfach auf die Damentoilette und präsentierte ihnen am eigenen Leib den Vorher-Nachher-Effekt ihrer neuartigen Unterwäsche. Damit schindete sie sofort Eindruck und „Spanx“ schaffte es zum ersten Mal in die Regale der Warenhäuser. Da sie kein Geld für Werbung hatte, rief sie bei Zeitungen, Magazinen und verschiedenen TV-Sendern an, um ihr Produkt vorzustellen. Mit unermüdlichem Einsatz verschickte sie unzählige Gratisproben, da sie fest an eine erfolgreiche Zukunft glaubte. Eines Tages landete ihre Unterwäsche bei einem Stylisten von der berühmten US-amerikanischen Moderatorin Oprah Winfrey. Diese war nach der Anprobe von „Spanx“ so begeistert, dass sie diese straffende Unterwäsche kurzerhand in ihrer Show vorstellte. Schlagartig kannten jetzt Millionen Menschen das Produkt von Sara Blakely.

Fieberhaft wurde eine Homepage für „Spanx“ aufgesetzt, denn plötzlich stiegen die Bestellungen wie verrückt an. Immer mehr Frauen begeisterten sich für diese spezielle Unterwäsche und die Umsätze schossen in die Höhe. Mittlerweile trugen auch viele Stars in Hollywood unter ihren engen Kleidern „Spanx“, um damit ihren Körper noch schlanker erscheinen zu lassen. Zusätzlich wurden Verkaufsstellen ausgebaut und überall auf der Welt konnte man nun diese außergewöhnliche straffende Unterwäsche kaufen.

Das Universum hatte Sara Blakely einen Geistesblitz geschickt, so wie sie es sich immer vorgestellt hatte. Mit dem festen Glauben an eine bahnbrechende Erfindung vertraute sie ihrem Gefühl für eine ungewöhnliche Idee. Sara Blakely wurde zu einer der jüngsten Selfmade-Milliardärinnen der Welt und das Magazin „Time“ wählte sie zu den 100 wichtigsten Persönlichkeiten der Welt. Aber am Anfang stand nur eine Frau, welche unzufrieden mit dem Outfit für eine Party war und für ihre Erfindung nur belächelt wurde. Jedoch verfolgte sie ihr Ziel von der straffenden Unterwäsche mit so großer Beharrlichkeit, dass sie alle Widerstände überwinden konnte und zu einer berühmten Geschäftsfrau wurde.

Sara Blakely: „“Ich habe tausendmal das Wort Nein gehört, und ich habe tausendmal einfach nicht hingehört. Das war der Schlüssel zum Erfolg““

Philo Farnsworth -– Vom Kartoffelfeld zur Erfindung des Fernsehers

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Philo Farnsworth wurde am 19. August 1906 in Indiana Springs (USA) geboren. Er wuchs in armseligen Verhältnissen in einer einfachen Blockhütte auf, es gab keinen Strom und kein fließendes Wasser. Nach einigen Jahren übersiedelte die Familie auf eine kleine Farm in Rigby (Idaho), wo der Vater als Landwirt arbeiten konnte. Das Leben in dem neuen Haus war zwar weiter sehr bescheiden, aber es gab zum ersten Mal Elektrizität. Zudem entdeckte Philo Farnsworth auf dem Dachboden Zeitschriften über Elektrotechnik, welche ihn sofort faszinierten. Es war eine vollkommen neue Welt, die Philo Farnsworth nun Schritt für Schritt erforschte.

Da die nächste Schule mehrere Kilometer entfernt lag, musste Philo Farnsworth die Strecke mit einem Pferd zurücklegen. Vor allem in den Fächern Physik und Chemie war er ein wissbegieriger Schüler und durfte bereits nach kurzer Zeit Lehrgänge für ältere Schüler besuchen. Im Alter von 12 Jahren zeigte sich zum ersten Mal seine außergewöhnliche technische Begabung. Da die Mutter eine mechanische Waschmaschine mühsam mit der Hand bewegen musste, schloss Philo Farnsworth kurzerhand einen alten Elektromotor an das Gerät an. Dadurch vereinfachte er ungemein das Waschen mit einer nun neuen elektrisch betriebenen Waschmaschine. Mit 14 Jahren war Philo Farnsworth gerade mit dem pflügen des Kartoffelfeldes beschäftigt, als ihm eine Idee von der elektronischen Bildübertragung kam.

Genauso, wie er die Furchen nacheinander in den Acker zog, konnte man vielleicht auch ein Bild Zeile für Zeile elektronisch übertragen. Philo Farnsworth schaffte es durch sein technisches Talent auf eine Universität, wo er seine Kenntnisse in der Elektrotechnik noch weiter vertiefen konnte. Nach kurzer Zeit musste er sein Studium jedoch wieder beenden, weil er sich nach dem Tod seines Vaters um die Familie kümmern musste. Die Idee von der elektronischen Bildübertragung ließ ihn aber nicht mehr los und der 19-jährige Philo Farnsworth schaffte es tatsächlich, Geldgeber für seine Vision des Fernsehers zu finden. Er übersiedelte in ein Labor nach Kalifornien, um sich von nun an voll und ganz auf seine Forschungen zu konzentrieren.

Philo Farnsworth benutzte eigene Wege, um seine Ziele zu erreichen. Er hatte zwar keine entsprechende Ausbildung, dafür war er aber frei von irgendwelchen Vorurteilen. Er probierte und erforschte neue Wege, welche noch nie ein Wissenschaftler vor ihm gegangen war. Philo Farnsworth wollte sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhalten, sondern konzentrierte sich immer auf seinen Traum, eines Tages einen Fernseher zu konstruieren. Da seine erste fertiggestellte Kamera explodierte, musste er wieder komplett von vorne beginnen, auch wieder mit neuen Geldgebern. Am 07. September 1927 gelang ihm schließlich die große Sensation, als er ein Bild an einen Empfänger in einem anderen Raum übertragen konnte. Er schuf somit das erste Fernsehbild der Welt.

Philo Farnsworth: „„Bitte sehr: elektronisches Fernsehen““

Kurz nach dieser bahnbrechenden Erfindung besuchte ihn sein direkter Konkurrent, Vladimir Zworykin, in seinem Labor. Philo Farnsworth erklärte ihm voller Freude seine Entdeckung, was jedoch sehr naiv war. Denn Vladimir Zworykin hatte bereits vor einigen Jahren ein Patent auf eine Bildaufnahmeröhre angemeldet, schaffte es jedoch nicht, dieses in die Tat umzusetzen. Vladimir Zworykin, welcher für den mächtigen Konzern RCA arbeitete, konstruierte kurz danach ebenfalls seine erste Kameraröhre, welcher mit der von Philo Farnsworth fast ident war.

Foto von Harris & Ewing

Es folgte nun ein jahrelanger Patentstreit, der von der mächtigen RCA mit sehr viel Geld und Anwälten geführt wurde. Während dieser Gerichtsauseinandersetzung durfte Philo Farnsworth keine Fernsehgeräte herstellen und verkaufen, was ihm schwer zu schaffen machte. Nach langem Kampf gewann Philo Farnsworth zwar den Patentstreit, aber unglücklicherweise brach in dieser Zeit der 2. Weltkrieg aus und das Fernsehen war im Krieg überwiegend militärischen Nutzungen vorbehalten. Nach dem Ende des Krieges liefen die Patente von Philo Farnsworth aber bereits aus, sodass er sie nicht mehr verwerten konnte. Das große Unternehmen RCA verkaufte nun im großen Stil die Fernseher und machte zudem Werbung in eigener Sache, den Fernseher tatsächlich erfunden zu haben. Philo Farnsworth verdiente nichts mehr daran und zog sich schließlich deprimiert aus der Fernsehforschung zurück.

Philo Farnsworth verfiel in Depressionen und wurde alkoholabhängig, außerdem brannte sein Labor mit seinem gesamten Lebensinhalt bei einem Feuer aus. Er beschäftigte sich bis zu seinem Lebensende mit anderen Projekten, aber an seine größte Entdeckung, wie die des Fernsehers, sollte er nicht mehr herankommen.

Philo Farnsworth starb am 11. März 1971. Eine kleine Ehrentafel, wo sich sein ehemaliges Labor befand, erinnert heute noch an seine großen Leistungen. Es dauerte noch viele Jahre, bis man ihm die nötige Anerkennung schenkte. Im Jahr 1999 wurde Philo Farnsworth vom TIME-Magazin unter die 100 wichtigsten Personen des Jahrhunderts aufgenommen.

Charlie Chaplin -– Ein Komiker gegen den großen Diktator Adolf Hitler

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Charlie Chaplin wurde am 16. April 1889 in England geboren und wuchs in armen Verhältnissen auf. Schon kurz nach seiner Geburt trennten sich seine Eltern und er blieb mit seinem älteren Halbbruder bei der Mutter. Als Charlie Chaplin sechs Jahre alt war, erkrankte seine Mutter und konnte nicht mehr für die Familie sorgen. Charlie und sein Halbbruder mussten nun in den Armenhäusern von London Unterschlupf suchen, da sich auch der Vater den Unterhaltszahlungen entzog. Das Leben war geprägt von Elend, Mittellosigkeit und Hunger. Mit kleineren Nebenjobs musste sich Charlie Chaplin bereits als Kind herumschlagen, um sich dürftige Mahlzeiten leisten zu können.

Charlie Chaplin: „“Ich fühlte, ich hatte Talent““

Einer dieser Nebenjobs waren Auftritte in der Music Hall von London. Charlie Chaplin zeigte bei diesen Unterhaltungsshows schon als Kind eine außergewöhnliche Begabung und ein beachtliches schauspielerisches Talent. Durch diese ersten Bühnenerfahrungen entdeckte Charlie Chaplin seine Liebe für die Schauspielerei und bekam als kleiner Junge erste mindere Theaterrollen angeboten. Als er eines Tages von dem berühmten Theaterproduzenten Fred Karno entdeckt wurde, war dieser so begeistert von Charlie Chaplin gewesen, dass er ihn sofort unter Vertrag nahm. Vor allem humorvolle Pantomimenspiele wurden aufgeführt und der talentierte Charlie Chaplin stieg schnell zum jungen Star der Theatergruppe auf. Bald gehörten die Geldsorgen der Vergangenheit an, als auch noch die amerikanische Filmindustrie auf den jungen Komiker aufmerksam wurde, übersiedelte Charlie Chaplin nach Hollywood, um seine Karriere voranzutreiben.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten bei den Filmgesellschaften baute Charlie Chaplin seine Fähigkeiten aus und schaffte die Umstellung vom Theater zum Film. Er kreierte ständig lustige Figuren, wo er seine Scherze und Pointen perfekt umsetzen konnte. Die Nachfrage nach seinen ausgefallenen Stummfilmen stieg nun sehr schnell und Charlie Chaplin erlangte große Bekanntheit. Durch seinen Erfolg gewährte man dem Filmkomiker bald zusätzliche Freiheiten und Charlie Chaplin war im Alter von 24 Jahren erstmals als Regisseur tätig. Seine Filme entwickelten sich zum absoluten Kassenschlager und er erreichte eine finanzielle und zeitliche Unabhängigkeit, welche für ihn die Freiheit bedeutete, seine kreativen und eigenwilligen Vorstellungen umzusetzen. Bei seinem nächsten unfassbaren Projekt sollte ihm diese Eigenständigkeit helfen, denn er plante einen Film, wo er sich mit einem der größten Diktatoren der Welt anlegen wollte, Adolf Hitler.

Der Filmdreh zu der Parodie „Der große Diktator“ begann kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und Charlie Chaplin hatte alles bis ins letzte Detail geplant. Er wollte mit seinem Film Adolf Hitler und den deutschen Nationalsozialismus bloßstellen, und dies mit den Waffen der Komödie. Er studierte wochenlang die Gestiken und Mimiken von Adolf Hitler in den Wochenschauen und lernte die typischen Bewegungen des deutschen Diktators. Charlie Chaplin überließ nichts dem Zufall, er war nicht nur Hauptdarsteller und Regisseur, er verfasste auch das Drehbuch und die Musik zu seinem Film. Er ließ aufwendige Kulissen bauen und war Perfektionist, als es um Kostüme und Verkleidungen ging. Als der Film fertiggestellt war, hatte Charlie Chaplin aber mit vielen Problemen zu kämpfen.

Es gab einige hochrangige Politiker in Amerika, welche den Film verbieten wollten, denn sie unterschätzten ursprünglich die Gefährlichkeit von Adolf Hitler und man wollte zudem keine unnötigen Provokationen erzeugen. Aber Charlie Chaplin war hartnäckig und ließ sich seinen Film nicht verbieten, aufgrund möglicher Proteste verlegte er die Premiere extra nach New York, wo der Film „Der große Diktator“ am 15. Oktober 1940 uraufgeführt wurde.

Zu jener Zeit, wo Charlie Chaplin diesen Film produzierte, waren die schlimmsten Verbrechen von Adolf Hitler noch gar nicht bekannt, weshalb auch einige Szenen zu harmlos dargestellt wurden. Aber der Komiker schaffte es trotzdem auf brillante Weise, die Hinterhältigkeit dieses Regimes zu entlarven. Trotz vieler kritischer Meinungen wurde der Film wirtschaftlich sehr erfolgreich und Charlie Chaplin sollte mit seiner abschätzigen Bewertung von Adolf Hitler in weiterer Folge Recht behalten. Er war einer der wenigen Menschen, welcher die Bedrohung durch Adolf Hitler frühzeitig erkannte und mutig genug war, dies auch öffentlich auszusprechen. Charlie Chaplin glaubte immer daran, dass man mit Witz und Humor alle Übeltäter ertappen konnte.

Charlie Chaplin starb am 25. Dezember 1977 im Alter von 88 Jahren. Sein großes schauspielerisches Talent und sein Zielbewusstsein verhalfen ihm einen Weg aus der Armut zu finden und zu einer der größten Filmlegenden aller Zeiten aufzusteigen. Mit Mut und Courage setzte er seine Filmprojekte durch und ließ sich trotz Hindernissen nie von seinem eingeschlagenen Weg abbringen. Für sein Lebenswerk erhielt Charlie Chaplin einen Oscar mit den vermutlich längsten Standing Ovations in der Geschichte dieser Preisverleihung.

Charlie Chaplin: „“Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag““

Johnny Depp –- Vom Gitarristen zum weltbekannten Schauspieler

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Johnny Depp wurde am 09.Juni 1963 in der Stadt Owensboro (USA, Bundesstaat Kentucky) geboren, sein Vater arbeitete als Ingenieur und seine Mutter war Kellnerin. Da die Familie sehr oft umziehen musste, war es für Johnny Depp sehr schwer, richtige Freunde zu finden. Sie wohnten an über 20 verschiedenen Orten und auch die familiäre Situation war angespannt, da es häufig zu Streitigkeiten zwischen den Eltern kam. Als er im Alter von 12 Jahren eine gebrauchte E-Gitarre erhielt, fand Johnny Depp einen Zufluchtsort in der Musik. Er brachte sich das Gitarrenspiel selbst bei und übte jede freie Minute, es sollte seine große Leidenschaft werden.

Aber in der Schulzeit bekam Johnny Depp neue Probleme. In der Highschool fühlte er sich überhaupt nicht wohl, er langweilte sich und wollte sich nicht so wie die anderen Schüler anpassen. Zudem machten ihm immer wieder familiäre Schwierigkeiten zu schaffen und auch mit den Lehrern kam es zu ständigen Auseinandersetzungen. Sein Kummer zeigte sich in selbstverletzendem Verhalten, in Alkohol- und Drogenkonsum. Johnny Depp wurde zum Außenseiter abgestempelt, aber in einer Sache war sich inzwischen sicher, er wollte nun Gitarrist und Rockmusiker werden, denn hier fühlte er sich einfach wohl.

Johnny Depp: „„Ich hatte sehr viel Wut und Traurigkeit in mir““

Als Johnny Depp 15 Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden und er beschloss kurze Zeit später, seinen eigenen Weg im Leben zu gehen. Er brach die Highschool ab um Rockmusiker zu werden und seinen großen Traum zu verwirklichen. Nach einigen bedeutenden Auftritten ging Johnny Depp mit seiner Band im Alter von 21 Jahren nach Los Angeles, um dort das große Geld zu verdienen und berühmt zu werden. Aber in Hollywood war die Konkurrenz enorm, denn viele Musiker suchten hier den Erfolg. Die Angebote für die junge Rockband blieben bald aus und auch das Geld wurde immer knapper. Johnny Depp war nun gezwungen, Nebenjobs anzunehmen, um sich über Wasser halten zu können.

Johnny Depp: „„Ich suchte nach einem Job, um meine Miete bezahlen zu können““

Johnny Depp war nun als Tankwart, als Bauarbeiter oder als Mitarbeiter in einem Call-Center tätig. Eines Tages traf er durch bekannte Freunde auf den Schauspieler Nicolas Cage, welcher ihn überredete, bei einem Casting für die Schauspielerei mitzumachen. Johnny Depp dachte zuerst an einen Scherz, jedoch war Nicolas Cage so überzeugt von ihm gewesen, dass er es probieren wollte. Tatsächlich konnte er erste kleinere Nebenrollen ergattern, für Johnny Depp eine willkommene Gelegenheit, sich ein wenig Geld zu verdienen. Im Alter von 24 Jahren gelang ihm aber mit der Fernsehserie „21 Jump Street“ plötzlich der große Durchbruch als Schauspieler. Seine Musikerkarriere stellte er von nun an hinten an, um sich jetzt voll auf seine neue Schauspielkarriere konzentrieren zu können.

Johnny Depp: „“Ich hatte Schulden. Ich dachte, ich mach das jetzt einmal ein Weilchen““

Johnny Depp bekam nun durch sein Ausnahmetalent immer bessere Rollen angeboten und er stieg zu einem sehr gefragten Schauspieler in Hollywood auf. Er wählte seine Filme jedoch sehr genau aus und achtete darauf, in welche Figuren er sich besonders gut hineinversetzen konnte. Als er eines Tages ein Angebot bekam, bei einem Piratenfilm mitzuwirken, hatte er eine sehr eigensinnige Interpretation von seiner Rolle. Die Verantwortlichen waren geschockt von den ersten Probeaufnahmen und Johnny Depp stand bereits kurz vor seinem Rauswurf. Er wollte aber seine eigenwillige Darstellung nicht ändern und setzte sich schlussendlich durch. Die „Walt Disney Company“ ging ein erhebliches Risiko ein, aber man produzierte den Piratenfilm und brachte ihn im Jahr 2003 in die Kinos.

Johnny Depp: „„Ich habe mich schon immer zum Absurden hingezogen gefühlt““

Der Film „Fluch der Karibik“ wurde ein unglaublicher Erfolg und Johnny Depp gelang damit der endgültige Durchbruch zum internationalen Superstar. Er spielte die Rolle des Piraten Jack Sparrow so ausgeflippt und originell, dass er für seine außergewöhnliche schauspielerische Leistung zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

Johnny Depp ließ sich seit seiner Kindheit nicht von der Gesellschaft verbiegen. Er ging seinen eigenen Weg, auch wenn dieser oft sehr beschwerlich war. Er lehnte viele Drehbücher trotz hoher Gagen ab und drehte Filme, welche sich auch schwer vermarkten und verkaufen ließen. Aber er blieb seiner Linie immer treu und dies war auch das Geheimnis seines Erfolges. Es machte ihn zu einem unverwechselbaren Schauspieler und zum Vorbild für viele Menschen, an seine eigenen Werte und Zielvorstellungen zu glauben.

Johnny Depp: „„Ich habe mich nie gefühlt, als würde ich zur Menge gehören. Alle tragen und reden das Gleiche. Es gibt nur noch ganz wenige echte Typen““

William Kamkwamba -– Das Windrad, eine afrikanische Heldengeschichte

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William Kamkwamba wurde am 05. August 1987 in Malawi (Staat in Südostafrika) geboren, welches zu den ärmsten Ländern der Welt zählte. Der Großteil der Bevölkerung war in der Landwirtschaft tätig und war davon stark abhängig, längere Dürreperioden hatten daher verheerende Auswirkungen und Hungerkatastrophen zur Folge. Zusätzlich hatten die Menschen nur sehr eingeschränkten Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. In diesen bescheidenen Verhältnissen wuchs William Kamkwamba in einem kleinen Dorf auf, im ständigen Kampf gegen Armut und Hunger.

In seiner Freizeit interessierte er sich schon sehr früh für Technik, er zerlegte zum Beispiel Transistorradios und baute sie wieder zusammen oder konstruierte spezielle Vogelfallen. William Kamkwamba hatte einen ungeheuren Wissensdurst, er wollte mehr aus seinem Leben machen und die ganze Welt entdecken. Aber aufgrund einer Hungersnot konnte seine Familie plötzlich die Kosten für den Schulunterricht nicht mehr bezahlen und William Kamkwamba musste notgedrungen die Schule verlassen. Ein mittelloser Junge aus einem der ärmsten Staaten der Welt, noch dazu ohne vernünftige Schulbildung, es waren keine guten Voraussetzungen für eine glorreiche Zukunft.

William Kamkwamba ließ sich davon aber nicht entmutigen und begann, sich auf eigene Faust in der öffentlichen Dorfbibliothek weiterzubilden. Schon nach kurzer Zeit entdeckte er ein Buch, welches sein Leben für immer verändern sollte. Darin waren Windräder abgebildet, ebenfalls waren Skizzen und Bauanleitungen vorhanden, wie man diese konstruieren konnte. William Kamkwamba war sofort fasziniert von diesen Türmen mit den Riesenventilatoren und beschloss, ein eigenes Windrad zu bauen, um damit Strom zu erzeugen. Die Menschen in seinem Dorf hielten ihn für verrückt und begannen über den Jungen zu schimpfen. Aber William Kamkwamba ignorierte die vielen negativen Äußerungen und begann mit der Entwicklung seiner Idee, ohne jede Unterstützung.

William Kamkwamba: „„Irgendwo hatte jemand dieses Ding. Wenn jemand dieses Ding machte, dann konnte ich es auch tun““

Von nun an verbrachte er jede freie Minute auf dem Schrottplatz, um nach geeigneten Teilen für sein Windrad zu suchen. Die Menschen sprachen nur mehr vom „Verrückten auf dem Schrottplatz“, aber mit der Zeit schaffte es William Kamkwamba, immer mehr Teile für sein Projekt zusammenzutragen, obwohl er kein Geld hatte. Er schleppte alte Abflussrohre, Drähte, verschiedene Teile von Fahrrädern und Holz von Eukalyptusbäumen nach Hause, bald hatte er alle Sachen beisammen, um mit dem Bau des Windrades zu beginnen. Als Hilfsmittel hatte er nur einige selbst hergestellte Werkzeuge zur Verfügung, aber William Kamkwamba kam damit aus. Er schaffte es tatsächlich, einen etwa 12 Meter hohen Turm zu bauen, zusammengestellt aus verschiedenem Schrott und alten Fahrradteilen. Und das Windrad funktionierte wirklich, denn er brachte damit eine Glühbirne zum Leuchten. Er entwickelte das Windrad umgehend weiter, er baute zum Beispiel eine Batterie ein, um den gewonnenen Strom speichern zu können.

Die Dorfbewohner konnten ihren Augen nicht trauen, denn es war bereits spät am Abend und dunkel, aber in der kleinen Hütte von William Kamkwamba brannte tatsächlich Licht. Für die Menschen war es eine Sensation, denn so etwas gab es noch nie in ihrem Dorf. Schnell verstummten alle Kritiker, denn ein 14-jähriger Junge hatte es geschafft, ein funktionierendes Windrad zu errichten, welches Strom in der Nacht erzeugen konnte. William Kamkwamba war stolz auf sein Windrad, aber eine weitere Schulausbildung konnte er sich damit nicht finanzieren.

Dies sollte sich bald ändern, als Mitarbeiter einer Bildungsinitiative zufällig das eigenartige Windrad entdeckten. Es folgte ein Zeitungsbericht von William Kamkwamba und seinem Projekt, denn ein Windrad, verbunden mit Stromerzeugung, mitten in einem abgelegenen Dorf in Afrika, war eine echte Hauptattraktion. Von da an verbreitete sich die Geschichte von dem Jungen, der den Wind einfing, um Strom zu erzeugen, wie ein Lauffeuer um die Welt. Wichtige Leute wurden auf William Kamkwamba aufmerksam und unterstützten ihn nun auch finanziell. Er erhielt ein Stipendium an der „African Leadership Academy“ in Johannesburg (Südafrika), wo er nun studieren konnte, denn er hatte jetzt eine weitere Vision. Er wollte eine Firma gründen, die sich mit dem Bau von Windrädern in Afrika beschäftige, um damit viele entlegene Gebiete, welche ohne Elektrizität auskommen mussten, mit Strom zu versorgen.

William Kamkwamba schrieb ein Buch über seine außergewöhnliche Geschichte mit dem Windrad. Das Buch war so erfolgreich, dass es sich mehrere Wochen in den Bestsellerlisten der New York Times halten konnte. Er baute weitere Windräder, mittlerweile hatte jedes Haus in seinem Dorf elektrischen Strom zur Verfügung. Durch eine solarbetriebene Wasserpumpe verbesserte er die Lebensbedingungen in seiner Heimat erheblich, denn zum ersten Mal waren die Menschen mit Trinkwasser versorgt.

William Kamkwamba hatte praktisch keine Chance, etwas aus seinem Leben zu machen. Trotz Armut, Hungersnot und fehlender Schulausbildung steckte er den Kopf nicht in den Sand. Er nahm sein Schicksal selbst in die Hand und baute in Eigenregie ein beeindruckendes Windrad, welches ihm auf seinem weiteren Lebensweg viele Türen öffnen sollte. William Kamkwamba glaubte immer an seinen Weg, er ließ sich nie von den vielen ablehnenden Stimmen unterkriegen und schaffte es durch seine Willenskraft, aus einer scheinbar hoffnungslosen Situation eine erfolgversprechende Laufbahn einzuschlagen.

William Kamkwamba: „“Egal, was passiert, wenn man nicht aufgibt, wird es gelingen. Alles ist möglich““

Erika Leonard -– Der außergewöhnliche Erotikroman „Fifty Shades of Grey“

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Erika Leonard wurde 1963 in London (England) geboren und träumte bereits seit ihrer Kindheit, eine berühmte Schriftstellerin zu werden. Aber es drängten sich andere Dinge in ihr Leben, wodurch das Schreiben immer mehr in den Hintergrund gelangte. Sie heiratete, bekam zwei Kinder und versuchte nebenbei ihre Karriere im Berufsleben zu forcieren, um Geld zu verdienen. Bald hatte sie überhaupt keine Zeit mehr, um ihrer großen Leidenschaft nachzugehen, denn als berufstätige Mutter war sie jeden Tag voll beschäftigt.

Und so verging die Zeit, Erika Leonard kümmerte sich um die Kinder und um den Haushalt, nebenbei trieb sie ihre Karriere im Beruf erfolgreich weiter. Sie war bereits Produktionsleiterin bei einem TV-Sender, wo sie für verschiedenste Unterhaltungsshows zuständig war. Sie war zwar sehr gut in ihrem Job, aber sie war nicht glücklich dabei. Erika Leonard war nur selten gefordert und konnte zudem ihre kreative Vorstellungskraft nicht ausleben. Im Jahr 2008 gab es aber eine schicksalshafte Wendung in ihrem Leben, als sie zum ersten Mal den Vampirfilm „Twilight“ sah. Sofort verschlang sie alle Bücher von dieser Vampirsaga und war so fasziniert von diesen romantischen Geschichten, dass sie beschloss, sich auch wieder dem Schreiben zu widmen.

Erika Leonard: „“Das war eine Welt, in die ich eintauchen konnte. Ich habe mich nach dem Schreiben gesehnt““

Sofort kaufte sie sich einen Schreibtisch und begann, an einem Liebesroman zu schreiben. Erika Leonard schrieb eine ausgefallene und ungewöhnliche Geschichte, so wie sie es sich schon immer gewünscht hatte, endlich konnte sie ihre ganze Kreativität ausleben. Ihr Mann unterstützte sie bei ihrem Vorhaben, denn wenn seine Frau glücklich war, war auch er zufrieden. Erika Leonard hatte einen speziellen Schreibstil, den sie durch Musik verstärkte. Wenn sie erotische Szenen schrieb, hörte sie sexy Songs, wenn sie jedoch Kampfszenen schrieb, hörte sie immer aggressive und laute Lieder. Es war ihre ganze eigene Herangehensweise, um ihre Gedanken in Worte zu fassen. Sie war nun so vertieft in das Schreiben, dass sie sogar ihre Freunde vernachlässigte, um weiter an ihrem Buch arbeiten zu können.

Erika Leonard: „“Ich habe immerzu geträumt. Und es ist sehr gut, dass ich meine Tagträumerei nun kanalisieren konnte““

Nach vielen Stunden konsequenter Arbeit hatte es Erika Leonard geschafft, sie hatte ihr erstes Buch mit dem Titel „Fifty Shades of Grey“ fertiggestellt. Sie veröffentlichte es nun als digitales Buch (E-Book) im Internet und fand tatsächlich einen kleinen Verlag, der ihre Geschichte veröffentlichte. Es gab aber kein Geld für Werbung, um das Buch der Öffentlichkeit zu präsentieren, und so gab es keine großen Erwartungen über mögliche Verkäufe ihres Buches. Erika Leonard war trotzdem glücklich, ihr Ziel von einem selbstgeschriebenen Buch hatte sie erreicht. Kurze Zeit später veröffentlichte sie zwei weitere Fortsetzungen ihres Buches, doch was sie mit ihren Geschichten bald für eine Hysterie auslösen sollte, war kaum vorstellbar.

Die Liebesgeschichte handelte von der Studentin Anastasia Steele, die sich in den attraktiven Milliardär Christian Grey verliebte. Anastasia Steele durchlebte ein Wechselbad der Gefühle, da Christian Grey spezielle sexuelle Neigungen hatte und sie ihm immer mehr verfiel. Erika Leonard schrieb von einer Traumwelt über ein einfaches Mädchen und einem Milliardär, sie traf damit vor allem in das Herz vieler Frauen. Ihr Liebesroman verbreitete sich aus diesem Grund in der Frauenwelt wie ein Lauffeuer. Durch Weiterempfehlungen und vielen Diskussionen im Internet entwickelte sich ihr Erotikroman zu einem der gefragtesten Bücher auf der ganzen Welt, welches überall die Bestsellerlisten anführte. Sogar die Filmindustrie wurde auf ihr Buch aufmerksam, um diese Liebesgeschichte zu verfilmen.

Erika Leonard verwirklichte sich ihren Traum von einem Buch als Bestseller. Ihr Erfolgsgeheimnis war die Tatsache, dass sie sich niemals von anderen Meinungen beeinflussen ließ. Sie schrieb in ihren Büchern beherzt und detailliert über Erotikszenen und ging so im Gegensatz von den meisten anderen Schriftstellern ihren ganz eigenen Weg. Durch ihre Kreativität schuf sie ein Werk, welches bereits von Millionen Menschen auf der ganzen Welt gekauft wurde. Eine besondere Erfolgsgeschichte von einer einfachen Frau, die es schaffte, ihre Fantasie und ihre Träume in Worte zu fassen.

Erika Leonard: „„Meine Ambition ist, eine Geschichte zu schreiben, die den Leuten gefällt. Ich will wirklich nur eine Geschichte erzählen, meine Fantasie in Worte fassen““

Tommy Hilfiger -– Vom Rebell zum berühmten Modedesigner

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Thomas Jacob Hilfiger wurde am 24. März 1951 geboren und wuchs in der kleinen Stadt Elmira (Bundesstaat New York, USA) auf. Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen, sein Vater war Uhrmacher, seine Mutter war als Krankenschwester tätig. Viel konnte sich die Familie nicht leisten, denn Tommy war das zweite von insgesamt neun Kindern, die alle versorgt werden mussten. Um sich Bücher oder Kleidung kaufen zu können, nahm Tommy immer wieder verschiedene Jobs an, er mähte Rasen, trug Zeitungen aus oder arbeitete an einer Tankstelle. Tommy Hilfiger interessierte sich stark für Kleidung und Mode, aber in der Kleinstadt war die moderne Modeszene weitgehend unbedeutend.

Tommy Hilfiger: „“In Elmira gab es nur Football, Baseball und Basketball. Das fand ich sterbenslangweilig““

Eines Tages fuhr Tommy Hilfiger während der Schulferien mit ein paar Freunden nach New York City, und diese Reise sollte sein Leben für immer verändern. In den 1960er Jahren tauchte er ein in die märchenhafte Hippiebewegung und war begeistert von dem wilden Leben und der bunten Kleidung dieser Szene, welche ganz anders war als in seinem abgelegenen und ruhigen Heimatort. Von nun an beschloss Tommy Hilfiger, seinen eigenen Weg zu gehen und das zu tun, was er tun wollte. Und so kehrte er voller Enthusiasmus nach Elmira zurück, um seinen Plan zu verwirklichen, ein eigenes Modegeschäft zu eröffnen, denn seiner Meinung nach war seine Heimatstadt die Mode betreffend absolut rückständig.

Seine Eltern waren von dieser Idee überhaupt nicht begeistert und drängten ihren Sohn, weiter die Schule zu besuchen, um später einen guten Beruf bekommen zu können. Aber Tommy Hilfiger glaubte an sein Talent als Modedesigner und eröffnete im Alter von nur 18 Jahren, gemeinsam mit zwei Freunden und einem Startkapital von jeweils 150 Dollar, seinen ersten Modeladen („People`s Place“). Er kaufte dafür Jeans und Schlaghosen (Hosen, die ab dem Knie im Verlauf nach unten weiter werden), die damals als Modesymbol der Hippie-Bewegung galten, veränderte sie nach seinen Vorstellungen und verkaufte sie dann in seinem neuen Laden weiter. Das Geschäft entwickelte sich bald zu einem beliebten Treffpunkt für Jugendliche aus der ganzen Stadt und alle waren begeistert von den eigenwilligen Kreationen von Tommy Hilfiger. Hartnäckig ließ er sich gemäß der Hippie-Szene seine Haare wachsen und trug dazu ständig die Schlaghosen, aus diesem Grund war er schnell in der ganzen Stadt bekannt.

Tommy Hilfiger: „„Meine Eltern hätten gern gesehen, dass ich auf die Universität gehe und einen ganz normalen Beruf ergreife, doch das interessierte mich nicht. Darüber war mein Vater ebenso wenig begeistert wie über meine langen Haare““

Der Laden lief einige Jahre sehr erfolgreich, jedoch war Tommy Hilfiger mehr als Modedesigner tätig als sich um das Geschäftsmanagement zu kümmern. Und als sich die Kaufgewohnheit der Amerikaner durch die Entstehung von großen Einkaufszentren änderte, war das Modegeschäft bald pleite. Trotz dieses Misserfolgs ließ sich Tommy Hilfiger nicht unterkriegen und glaubte weiterhin, in dieser Branche Erfolg haben zu können. Obwohl er kein Geld hatte, setzte er alles auf eine Karte, packte seine Sachen zusammen und zog nach New York City, um als Modedesigner zu arbeiten. Tommy Hilfiger hatte viele schlaflose Nächte zu überstehen, denn es stand seine ganze Existenz auf dem Spiel.

Tommy Hilfiger: „„Ich wusste einfach tief in meinem Inneren, dass ich, wenn ich weitermache, irgendwann auch wieder erfolgreich sein würde““

Tommy Hilfiger arbeitete unbeirrt Tag und Nacht, immer wieder entwarf er neue Kreationen, um seine Karriere voranzutreiben. Im Jahr 1984 war er so überzeugt von seiner Mode, dass er sein eigenes Modeunternehmen „Tommy Hilfiger Corporation“ gründete. Kurz darauf brachte er seine erste Mode unter seinem eigenen Namen auf den Markt. Zusätzlich wurden große Werbekampagnen gestartet, unter anderem wurden riesige Werbeplakate direkt am berühmten Times Square in New York aufgehängt. Der damals unbekannte Tommy Hilfiger stellte sich sofort auf eine Stufe mit den größten amerikanischen Designern, wie zum Beispiel Ralph Lauren oder Calvin Klein. Diese waren natürlich verärgert darüber, dass ein unbekannter Modedesigner so unverschämt war und sich einfach mit ihnen verglich, aber der Erfolg sollte Tommy Hilfiger Recht geben. Innerhalb kurzer Zeit wurde seine Firma immer größer, die Werbekampagnen und sein Gespür für außergewöhnliche Mode waren erfolgreiche Zutaten für eine unglaubliche Erfolgsgeschichte.

Im Jahr 1991 machte Tommy Hilfiger mit seiner Marke bereits über 100 Millionen Dollar Umsatz. Neben Kleidung designte Tommy Hilfiger auch eine große Auswahl an Accessoires, wie Schuhe, Taschen oder Kopfbedeckungen. Überall auf der Welt wurden Hilfiger-Geschäfte eröffnet und die Umsätze des Unternehmens stiegen ständig weiter. Mittlerweile war Tommy Hilfiger zu den beliebtesten Marken in der Modewelt aufgestiegen, in über 60 Ländern gab es bereits über 1000 Hilfiger-Geschäfte.

Tommy Hilfiger fehlten eigentlich die wichtigsten Voraussetzungen, um ein erfolgreicher Modedesigner zu werden. Er kam aus einer kleinen Stadt ohne Modebewusstsein, er hatte kein Geld und auch seine Familie konnte ihn nicht unterstützen. Obwohl er in seinem Leben nie eine Designschule besuchte, schaffte er es zu einem der berühmtesten Modedesigner auf der Welt aufzusteigen. Sein Erfolgsgeheimnis war einfach, er arbeitete hart für seinen Erfolg und er hatte immer das richtige Gespür für die Modewelt. Er stellte sich gegen alle Menschen, die ihn von seinem Traum abbringen wollten, ein Modedesigner zu werden, und ging immer seinen eigenen Weg. Aus dieser willensstarken Einstellung entwickelte er im Alleingang eines der erfolgreichsten Unternehmen in der Modebranche.

Markus Frind –- Vom arbeitslosen Programmierer zum Internet-Millionär

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Markus Frind wurde in Deutschland geboren, wanderte als Kind jedoch mit seinen Eltern in die USA aus, wo er später Informatik studieren sollte. Er bekam eine Anstellung in einer mittelgroßen Firma, wo er als Programmierer tätig war. Nach dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 bekamen jedoch viele Technologieunternehmen Probleme. Die schnelle Verbreitung des Internets in weiten Kreisen der Bevölkerung führte zu vielen Firmen-Neugründungen, die jedoch die hohen Gewinnerwartungen nicht erfüllen konnten. Der Markt brach zusammen und viele Unternehmen wurden daraufhin zahlungsunfähig. Auch die Firma von Markus Frind bekam die wirtschaftlichen Turbulenzen zu spüren und begann, Mitarbeiter zu kündigen.

Auch Markus Frind musste seinen Arbeitsplatz räumen und wurde arbeitslos. Er ließ den Kopf aber nicht hängen und versuchte seine Programmierkenntnisse weiter zu verbessern. Und so experimentierte er mit der Erstellung einer eigenen Online-Dating-Seite für das Internet, wo Menschen Partner suchen konnten. Bereits mehrmals hatte sich Markus Frind darüber geärgert, dass alle Dating-Portale Geld für eine Mitgliedschaft verlangten, und dies wollte er ändern. 2003 registrierte er seine erste eigene Dating-Homepage unter „Plentyoffish.com“. Zu dieser Zeit gab es bereits viele große Singlebörsen im Internet, die Webseite von Markus Frind wurde deshalb nur belächelt und man sah keine wirkliche Konkurrenz durch dieses kleine Ein-Mann-Unternehmen.

Markus Frind war aber überzeugt von seinem Dating-Portal und entwickelte seine Seite gewissenhaft weiter. Ständig testete und optimierte er seine Programmierung, bis sie für ihn perfekt war. Er musste unbedingt Erfolg haben, denn aufgrund der Arbeitslosigkeit war auch seine Existenz bedroht. Markus Frind ging jedoch das Risiko ein, für sein Online-Portal wirklich kein Geld zu verlangen, so wie er es sich schon immer gedacht hatte. Geld wollte er nur durch Werbung einnehmen, was jedoch nur möglich war, wenn auch genug Menschen seine Webseite besuchen würden.

Seine Homepage „Plentyoffish.com“ war sehr einfach gestrickt, er verzichtete auf spezielle und komplizierte Programmierungen und auch auf Newsletter (elektronisches Rundschreiben). Das Design wirkte nicht sehr professionell, aber es erfüllte seinen Zweck. Für Markus Frind war die Dating-Plattform perfekt, sie musste nur technisch richtig funktionieren, und das tat sie. In den ersten Monaten verdiente er nur wenige US-Dollar mit seiner Webseite, aber er war weiterhin überzeugt davon, damit erfolgreich zu sein.

Markus Frind: „„Ich habe jede Zeile der Programmierung selbst geschrieben““

Markus Frind richtete weiter seine ganze Energie auf sein Projekt und verbesserte seine entwickelte Homepage ständig weiter. Und mit der Zeit wurde sein Dating-Portal immer bekannter und immer mehr Menschen meldeten sich an. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich bald die Botschaft im Internet, dass es nun tatsächlich eine Singlebörse gab, die vollkommen kostenlos angeboten wurde. Da der Markt für Online-Dating in diesen Jahren ein rasantes Wachstum hinlegte, wuchs auch „Plentyoffish“ beständig weiter und wurde immer größer.

Markus Frind mit seinem Online-Dating-Portal „Plentyoffish.com“ entwickelte sich zu einer unglaublichen Erfolgsgeschichte. Innerhalb kürzester Zeit überholte dieses einfache Dating-Portal alle größeren Konkurrenten und wurde zur größten Singlebörse im englischen Sprachraum mit über 10 Millionen Mitgliedern und monatlich knapp 150 Millionen Besuchern.

Markus Frind setzte sein schlaues Konzept immer konsequent um, denn die Plattform läuft automatisch und praktisch ohne fremde Hilfe. Da die Webseite nur über Werbung finanziert ist, müssen auch keine zahlenden Kunden betreut und verwaltet werden, wo kostenpflichtige Partnerbörsen viele Mitarbeiter benötigen. Ab und zu muss er E-Mails von Menschen beantworten, die mit den Funktionen seiner Seite nicht zurechtkommen, dies erledigt er innerhalb weniger Stunden in der Woche, und mehr arbeitet Markus Frind auch nicht an seiner Dating-Webseite. Aufgrund der hohen Kundenfrequenz sind auch die Einnahmen aus den Werbeanzeigen entsprechend hoch.

Markus Frind: „„Es gibt nur ca. 1000 Webseiten auf der Welt mit so viel Traffic wie meiner, und meine ist die einzige, die von einer Person geführt wird““

Markus Frind stieg innerhalb kürzester Zeit vom arbeitslosen Programmierer zum Internet-Millionär auf. Er hatte keine Helfer, keine Mitarbeiter und auch keine Kapitalgeber. Er entdeckte eine kleine Marktlücke und mit viel Fleiß und Arbeit wurde seine Geschäftsidee immer profitabler. Hätte er seine Singlebörse so wie alle anderen betrieben, wäre er schnell wieder von der Bildfläche verschwunden. Seine Idee, seinen Dienst komplett kostenlos anzubieten, sollte sich als wahre Goldgrube erweisen. Markus Frind hatte eine Vision und tat alles, sie in die Realität umzusetzen, und dies war auch sein einfaches Erfolgsgeheimnis.

Markus Frind: „„Zu viele Menschen nehmen an, dass eine originelle Idee etwas ist, das andere Leute als anders wahrnehmen. Ich habe die erste wirklich kostenlose Datingseite geschaffen und die erste, die funktionierte. So wie Google die erste Suchmaschine entwickelte, die funktionierte““