Wie viel wiegt eine Schneeflocke?

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Eines Tages fragte ein Eichhörnchen eine Taube: „“Weißt du eigentlich, was eine Schneeflocke wiegt?““ „

„Nicht mehr als nichts““, lautete die prompte Antwort der Taube.

„“Dann muss ich dir eine bemerkenswerte Geschichte erzählen“, sagte das Eichhörnchen.

Foto von Kett

 

„“Ich saß auf einem Ast eines Nussbaumes, als es langsam aber beharrlich zu schneien begann. Da ich gerade nichts anderes zu tun hatte, fing ich an, die Schneeflocken zu zählen, welche vor mir auf den Zweig fielen und sich behutsam anhäuften. Ich war gerade bei der Nummer 2.561.236 angelangt, als sich die Schneeflocke mit der Nummer 2.561.237 sanft auf den Ast niederließ. Plötzlich brach der Zweig ab und fiel in die Tiefe. Nur mit der Kraft einer einzigen Schneeflocke, welche eigentlich nicht mehr als nichts wiegt.““

Mit diesen Worten verschwand das Eichhörnchen wieder. Die Taube dachte lange über diese Geschichte nach und meinte schließlich: „“Manchmal denke ich, dass meine Anstrengungen und die Kleinigkeiten, welche ich tun kann, keinen Unterschied ausmachen. Aber vielleicht brauchen einige Dinge im Leben wirklich nur mehr eine beherzte Stimme, um etwas Großes bewirken zu können.““

Steven Bradbury –- Das schönste Olympia-Märchen aller Zeiten

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Der Eisschnelllauf ist eine Sportart, welche auf dem Eis und mit Schlittschuhen ausgetragen wird. Der Wettbewerb wird dadurch entschieden, welcher Sportler in den Distanzen die schnellste Zeit erringen kann. Aus diesem Eisschnelllauf bildete sich eine eigene Disziplin heraus, der Shorttrack (Kurzbahn). Der Shorttrack wird auf einer kürzeren Eisbahn ausgetragen, im Gegensatz zum Eisschnelllauf zählt hier nicht die Zeit, sondern nur die Platzierung des Läufers. Die Rennen sind aus diesem Grund sehr spektakulär, durch die engen Kurvenradien sind besonders eislauftechnische Fähigkeiten des Athleten gefragt. Bereits als Jugendlicher zählte der Australier Steven Bradbury zu den talentiertesten Läufern im Shorttrack in seinem Heimatland.

Steven Bradbury verfolgte ein großes Ziel, er wollte sich den Traum von einer olympischen Medaille als Einzelläufer unbedingt erfüllen. Während er beim Teambewerb schon einige bedeutende Erfolge feiern konnte, blieb ihm dies im Einzelwettkampf jedoch verwehrt. Bei seinem ersten Antreten bei Olympia 1992 in Albertville (Frankreich) im Alter von 18 Jahren war er nur als Reserveläufer dabei. Zwei Jahre später 1994 in Lillehammer (Norwegen) zählte er schon zum Favoritenkreis, er schied aber bereits früh aus. Nach diesen erfolglosen Spielen wollte Steven Bradbury alles dafür tun, um irgendwann eine olympische Medaille erobern zu können. Jeden Tag trainierte er wie ein Besessener und feilte an seinem Lauf, um seine Technik zu verbessern. Er war in bester körperlicher Verfassung, als ein folgenschwerer Unfall passierte.

Bei einem Rennen kam es zu einer Kollision, er stürzte dabei und wurde durch die scharfe Kufe seines Gegners am Oberschenkel aufgeschlitzt. Das Blut floss sofort in Strömen, der schwerverletzte Steven Bradbury versuchte nur noch, gegen die Bewusstlosigkeit anzukämpfen, da er Angst hatte, vielleicht nie wieder aufzuwachen. In einer Notoperation retteten die Ärzte das Leben des Sportlers, welcher bereits vier Liter Blut verloren hatte. Sein Oberschenkelmuskel war aber komplett zerstört und jegliche Muskelstränge abgerissen. Die Wunde wurde mit über 100 Stichen mühsam wieder zusammengenäht.

Steven Bradbury: „“Zum Glück war die medizinische Versorgung perfekt. Sonst hätte ich nicht überlebt““

Steven Bradbury musste eine aufwendige Rehabilitation über sich ergehen lassen. Mehrere Wochen konnte er seinen Fuß überhaupt nicht belasten, sein guter körperlicher Zustand war wie weggeblasen. Mit eiserner Disziplin kämpfte er sich jedoch wieder zurück und baute sich Muskel für Muskel durch hartes Training wieder auf. Mit einer unfassbaren Kraftanstrengung schaffte es Steven Bradbury nach über 18 Monaten Leidenszeit, wieder fast zu alter Stärke zurückzufinden und bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano (Japan) teilzunehmen. Hier blieb er jedoch wieder ohne Spitzenplatz, da er mit seinen Konkurrenten in körperlicher Hinsicht aufgrund seiner Verletzung noch nicht mithalten konnte. Kurze Zeit später folgte aber der nächste schwere Schicksalsschlag für Steven Bradbury.

Nach einem Zusammenstoß mit einem anderen Läufer kam Steven Bradbury zu Sturz und er krachte mit voller Wucht mit dem Kopf voran in die Bande. Er brach sich dabei den 4. und 5. Halswirbel und kam nur mit viel Glück am Rollstuhl vorbei. Zur Stabilisierung seines Rückens wurden ihm Stifte, Schrauben und Platten eingesetzt und die Ärzte gaben ihm sofort den Rat, seine Sportkarriere für immer zu beenden. Aber Steven Bradbury hatte eine große Willensstärke und ließ sich auch von dieser schweren Verletzung nicht unterkriegen. Mit einem außergewöhnlichen Kampfgeist konnte er seinen Körper abermals in Form zu bringen. Er vollbrachte ein echtes Wunder, denn er schaffte es wieder, sich 2002 für die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City (USA) zu qualifizieren. Es war seine vielleicht letzte Chance auf eine olympische Medaille.

Als Außenseiter war Steven Bradbury seinen Konkurrenten jedoch klar unterlegen. Bei seinem Viertelfinallauf war er als Dritter eigentlich schon ausgeschieden, kam jedoch weiter, weil der Läufer vor ihm disqualifiziert wurde. Im Halbfinale lag er bereits an letzter Stelle, als vor ihm Athleten stürzten und er als Zweiter mit viel Mühe ins große Finale einziehen konnte. Im Finale wurden Steven Bradbury überhaupt keine Medaillenchancen eingeräumt, und die Experten schienen Recht zu behalten. Alle vier Konkurrenten lagen bereits weit vor Steven Bradbury, welcher weit abgeschlagen an letzter Stelle lag. Die allerletzte Runde war bereits angebrochen und Steven Bradbury gab sein Bestes, aber seine Rivalen waren einfach zu stark und bereits weit voraus. Für kurze Augenblicke dachte er noch an seine schweren Verletzungen, welche ihm höchstwahrscheinlich eine olympische Medaille in seinem Leben gekostet hatten.

In der letzten Kurve vor dem Ziel passiert jedoch das Unvorstellbare. Ein Läufer aus der Spitzengruppe kam ins Stolpern und riss alle Fahrer einschließlich des Führenden zu Boden. Vier Läufer lagen nun auf dem Eis, jetzt war nur mehr ein Läufer auf den Beinen. Steven Bradbury brauste von hinten heran, überholte die Gestürzten und fuhr als Erster über die Ziellinie. Die Sensation war perfekt, er hatte sich soeben seinen großen Traum erfüllt und tatsächlich die olympische Goldmedaille errungen. Er ging damit in die Geschichte ein als überraschendster Olympiasieger aller Zeiten und erlangte weltweite Berühmtheit.

–> Das Finale mit Steven Bradbury (Quelle: Youtube)

Es gab jedoch auch einige kritische Stimmen zu seiner mit Glück gewonnenen Goldmedaille. Aber Steven Bradbury hatte sie sich wahrhaftig verdient, denn lange Zeit hatte ihm das Schicksal übel mitgespielt. Er gab trotz seiner schweren Verletzungen nie auf, und obwohl andere Läufer mehr Talent hatten als er, verlor er nie seine positive Einstellung. Steven Bradbury wurde durch sein großes Kämpferherz in Australien zum Nationalhelden und löste einen wahren Boom im Wintersport aus. Er wurde zum Vorbild für viele Sportler, immer an sich zu glauben, auch wenn die Situation noch so aussichtslos erschien.

Bis heute gibt es in Australien die Redewendung „doing a Bradbury“ („einen Bradbury machen“). Dies soll bedeuten, niemals aufzugeben, und sich als Außenseiter gegen vermeintlich Stärkere durchzusetzen.

Steven Bradbury: „„Ich war mir nicht sicher, ob ich Gold überhaupt verdiene. Nach einigen Minuten war mir klar, ich verdiene sie. Nicht für die 90 Sekunden des Finales. Aber für die 12 Jahre auf dem Weg zu diesem Tag““

Sophie van der Stap -– Wie sie mit Perücken den Krebs besiegte

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Sophie van der Stap war 21 Jahre alt und genoss das Leben in vollen Zügen. Sie studierte Politologie, traf sich mit Freunden, ging auf Partys und begab sich gerne auf Reisen. Da sie aber immer öfter unter Atembeschwerden und Erschöpfungszuständen litt, musste sie Ärzte aufsuchen, um sich einer Kontrolle zu unterziehen. Bald folgte für die junge Studentin eine schockierende Diagnose, denn es wurde eine bösartige Form des Muskelgewebekrebs („Rhabdomyosarkom“) festgestellt, welcher sich an ihrem Lungenflügel festgesetzt hatte. Während für alle Freunde von ihr das Leben weiterging wie bisher, musste Sophie van der Stap einen komplett neuen Lebensweg einschlagen. So beschäftigte sie sich nicht mehr mit der Zukunft, sondern sie dachte überwiegend über den Tod nach, über welchen sie sich noch kurz zuvor überhaupt keine Gedanken gemacht hatte.

Foto von Janey van Ierland
unter CC BY 3.0

Die ersten Tage und Wochen waren für Sophie van der Stap schwer zu überstehen. Sie fühlte eine innere Leere und weinte sich jeden Tag in den Schlaf. Die junge Frau musste akzeptieren, dass sie Krebs hatte und dass der mögliche Tod nun ständiger Begleiter von ihr sein würde. Trotz ihrer Verzweiflung beschloss Sophie van der Stap, den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit aufzunehmen. Unterstützt von ihrer Familie und ihren Freunden schöpfte sie neue Hoffnung, aber es sollte ein mühsamer und beschwerlicher Weg werden.

Sophie van der Stap: „„Das Schlimmste waren die ersten Wochen. Jeden Morgen, wenn ich aufwachte, erlebte ich den Alptraum wieder““

Sophie van der Stap musste eine anstrengende Chemo- und Strahlentherapie über sich ergehen lassen. Die ständigen Schmerzen brachten sie an den Rand der Belastbarkeit, zusätzlich war sie oft an ihren neuen Weggefährten, einem Infusionsständer, mit dem sie einsam durch die Flure des Krankenhauses schlenderte, gebunden. Es war eine ungeheure psychische Belastung für Sophie van der Stap, ihre Gefühle schwankten ständig zwischen Angst und Hoffnung. Zu dieser inneren Zerrissenheit kamen jedoch noch andere Merkmale zum Vorschein, denn sie verlor durch die Therapie ihre Haare, ihre Wimpern und ihre Augenbrauen. Der Krebs prallte jetzt mit ganzer Wucht auf die junge Frau, welche auch mit Schweißausbrüchen und ständiger Erschöpfung zu kämpfen hatte. Aber Sophie van der Stap wollte sich durch ihre Krankheit nicht unterkriegen lassen und sich wie die meisten anderen Menschen zurückziehen, sie ging in die Offensive und kaufte sich ihre erste Perücke.

Sophie van der Stap: „„Die Perücken halfen, mit der Krankheit anonym in der Öffentlichkeit zu sein“

Mit der Perücke ging es Sophie van der Stap viel besser. Sie konnte dadurch ihre Krankheit verstecken und es war für sie eine wesentliche Stütze für ein normales Leben. Bald kaufte sie sich verschiedenartige Perücken mit unterschiedlichen Haarfarben. Sophie van der Stap lernte, wie sie sich am besten schminken konnte. Sie zeichnete sich ihre Augenbrauen nach, benutzte Eyeliner und verschiedene andere Abdeckprodukte, um ihre Müdigkeit und ihr blasses Gesicht vertuschen zu können. Sophie van der Stap begann, sich mit jeder Perücke anders zu schminken und entdeckte, dass sie von nun an verschiedene Persönlichkeiten durch die unterschiedlichen Perücken ausleben konnte.

Sophie van der Stap: „“Für mich war es eine Suche, wie ich trotz Krankheit Spaß am Leben haben konnte““

Sophie van der Stap beschloss, ihren Perücken Namen zu geben, Pam, Daisy, Sue oder Blondie. Sie wechselte ihre künstlichen Kopfbedeckungen von nun an mit ihrer Stimmungslage, einmal war sie mit sexy Perücke und glamourösem Make-up unterwegs, ein anderes Mal schminkte sie sich unauffällig und war das normale Mädchen von nebenan. Die verschiedenen Perücken stärkten das Selbstvertrauen von Sophie van der Stap und gaben ihr Kraft, sie sah im Spiegel eine Frau, die schön und attraktiv war, und genauso fühlte sie sich dann auch. Sie ging unter die Leute und versuchte das Leben so zu leben, wie sie es vorher auch getan hatte. Denn jetzt hatte sie spezielle Freundinnen an ihrer Seite, auf die sie jederzeit zurückgreifen konnte.

Sophie van der Stap: „„Wenn ich eine Perücke aufhatte, war der Krebs zwar noch da, aber der Krebs war in diesem Moment nicht schlimm und die Traurigkeit war weg““

Gemeinsam mit ihren Perücken hatte Sophie van der Stap noch viele beschwerliche und kräftezehrende Krankenhausaufenthalte zu überstehen, aber mit einer außergewöhnlichen Willensstärke schaffte sie es, den Krebs zu besiegen. Trotz ihrer schweren Krankheit strahlte Sophie van der Stap eine erstaunliche Lebensfreude aus und wurde so Vorbild für viele Menschen, niemals die Hoffnung aufzugeben.

Sophie van der Stap verfasste ein Buch über ihre Geschichte und ein Film wurde über sie gedreht, welcher von einer lebenslustigen Frau erzählte, die ihren eigenen Weg im Kampf gegen den Krebs ging und damit erfolgreich war.

Sophie van der Stap: „“Ich wollte zeigen, dass ein Leben mit Krebs ein gutes Leben sein kann. Man darf und kann trotzdem glücklich sein““

Der Spaziergang im Park

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Ein Mann traf im Park zufällig seinen alten Nachbarn wieder, der schlürfend und auf einem Stock gestützt gerade einen Spaziergang machte. „“Hallo alter Freund““, rief er ihm zu. „„Lange nicht gesehen, wie geht es dir denn auf deine alten Tage?““

„„Nicht besonders gut““, antwortete der alte Mann mit schwacher Stimme. „“Früher ging ich jeden Abend meine Runde durch den Park und fühlte mich stark und kräftig. Jetzt fühle ich mich so schwächlich, dass ich nur den halben Weg zurücklegen kann und dann umkehren und noch einmal kommen muss.““

 

Die Schnecke und der Kirschbaum

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Es war einmal eine Schnecke, die sich an einem kalten und stürmischen Wintertag aufmachte, am Stamm eines kahlen Kirschbaumes hinaufzuklettern.

Die Vögel beobachteten belustigt dieses Schauspiel und lachten über die Schnecke. Immer wieder zwitscherten sie: „So ein Dummkopf, da sind überhaupt keine Kirschen am Baum, warum macht sie sich nur die Mühe, da hochzuklettern?“ Doch die Schnecke kroch unbeirrt und entschlossen weiter, trotz der andauernden Schmährufe.

Da fragte ein mitleidender Vogel die Schnecke: „Warum tust du dir das an, es hängt doch gar nichts auf dem Baum?“

„Bis ich oben angekommen bin, sind Kirschen dran“, antwortete die Schnecke.

Als der Sommer gekommen war, befand sich die Schnecke bereits mitten unter den süßesten und saftigsten Kirschen.

Beharrlichkeit und Ausdauer sind die wichtigsten Eigenschaften, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

 

Die Frösche im Milchtopf

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In der Nähe eines Bauernhofes stand ein Eimer. Zwei Frösche kamen vorbei und waren neugierig, was da wohl im Eimer sei. Also sprangen sie mit einem mächtigen Satz in den Eimer hinein.

Es stellte sich aber heraus, dass das keine gute Idee gewesen war, denn der Eimer war halb gefüllt mit Milch. Da schwammen die Frösche nun in der Milch, konnten aber nicht mehr aus dem Eimer springen, da die Wände zu hoch und zu glatt waren und sie keinen festen Halt hatten.

Der Tod war ihnen so gut wie sicher.

Der eine der beiden Frösche war verzweifelt und jammerte: „“Wir müssen sterben, hier kommen wir nie wieder heraus!“ Und er hörte mit dem Schwimmen auf, da alles ja doch keinen Sinn mehr hatte.

Der Frosch ertrank in der Milch.

Der andere Frosch aber sagte sich: „“Die Sache sieht nicht gut für mich aus. Aber ich gebe noch lange nicht auf. Ich bin ein guter Schwimmer, ich schwimme, so lange ich kann“

Und so stieß der Frosch kräftig mit seinen Hinterbeinen und schwamm im Eimer herum. Immer weiter. Er schwamm und schwamm und schwamm. Und wenn er müde wurde, munterte er sich selbst immer wieder auf. Tapfer schwamm er immer weiter, mit einer unglaublichen Ausdauer.

Und irgendwann spürte er plötzlich unter seinen Füßen eine feste Masse. Ja tatsächlich – da war keine Milch mehr unter ihm, sondern eine feste Masse. Durch das Treten hatte er die Milch zu Butter geschlagen! Nun konnte er aus dem Eimer in die Freiheit springen und war gerettet.

Es gibt immer Hoffnung, auch wenn und diese im ersten Moment als nicht sichtbar erscheint.

 

Walt Disney – Träume verwirklichen

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Walt Disney wurde am 05.12.1901 in Chicago (USA) geboren. Er hatte eine schwierige Kindheit, seine Brüder und er bezogen oft Prügel von ihrem eigenen Vater, der ein sehr aggressives Temperament besaß. Schon bald liefen seine Brüder von Zuhause weg, dies prägte Walt genauso wie die schlechten Launen seines Vaters. Wie viele einsame Kinder flüchtete auch er sich in eine imaginäre Scheinwelt und tröstete sich stundenlang sich Freunde mit Papier und Bleistift zu zeichnen. Mit 16 Jahren meldete er sich als Kriegsfreiwilliger bei den Sanitätern für den Ersten Weltkrieg. Er fing an, Karikaturen zur Unterhaltung seiner Kameraden zu zeichnen. Damals kamen ihm schon die ersten Gedanken, dass sein Hobby mehr war als eine harmlose und verrückte Nebenbeschäftigung.

1928 schien seine berufliche Karriere als Karikaturist jedoch ein abruptes Ende zu nehmen. Er hatte naiverweise die Rechte an seinem ersten erfolgreichen Trickfilmentwurf („Oswald the Lucky Rabbit“) an sein New Yorker Filmverleihbüro abgetreten. Wals Disney stand nach diesem Debakel mit leeren Händen da. Er wurde ausgetrickst und hintergangen und er bezahlte bitteres Lehrgeld. Doch aufgeben kam für ihn nie in Frage und er legte ein Gelöbnis ab: „Nie wieder arbeite ich für jemand anderen.“ Diese Einstellung eröffnete ihm neue Wege und Wald Disney verstand es auch, sie zu bestreiten.

Wald Disney setzte alles auf eine Karte, er verkaufte seinen geliebten Sportwagen und nahm hohe Kredite auf. Er engagierte ein komplettes Orchester für die Musikaufnahme. Sein nächster Trickfilm musste einfach Erfolg haben, oder alles war aus. Als die Welt zum ersten Mal den Trickfilmdialogen lauschte, hörte sie die Stimme von Walt Disney selbst, der die Rolle einer Maus sprach. Mit „Mickymaus“ eroberte er im Sturm die gesamte Unterhaltungsindustrie. Micky avancierte schnell zu einer Kultfigur, und dies nicht nur bei Kindern. Der Start zu Weltruhm wurde nun eingeläutet.

Walt Disney: „„Mickymaus ist für mich das Symbol von Unabhängigkeit. In der Not geboren, löste der kleine Kerl unsere unmittelbaren Probleme. Er lieferte uns die Mittel, unser Unternehmen zu seiner heutigen Größe auszubauen und das Medium Zeichentrickfilm zu neuen Dimensionen der Unterhaltung zu führen““

Es folgten neue Figuren wie Donald Duck, Goofy oder Pluto. Und Walt Disney wagte etwas, was in Hollywood bislang Tabu war – ein Zeichentrickfilm in voller Spielfilmlänge. Mit dieser Idee wurde er immer wieder verschmäht, aber Walt Disney glaubte an den Erfolg. Und er schaffte es tatsächlich – „Schneewittchen“ wurde ein absoluter Kassenschlager. Es folgten weitere Filme wie „Pinocchio“, „Fantasia“ und „Bambi“. Durch sein Talent schuf er unvergessliche Charaktere und er wurde zum führenden Kopf eines neuen Unternehmensimperiums. Er verstand es, immer maximalen kommerziellen Nutzen aus seinen Figuren zu ziehen. Als scheinbar alle vorhandenen Vertriebsmöglichkeiten erschöpft waren, ersann er eine neue: Disneyland.

Walt Disney: „„Ich hatte das Gefühl, dass es so etwas geben müsste wie eine Art Familienpark, wo die Eltern zusammen mit ihren Kindern Spaß haben könnten““

Wieder nahm er sehr viel Risiko und steckte seine gesamten Ersparnisse in sein Projekt in Anaheim, wenige Kilometer südlich von Los Angeles. Das visionäre Denken Walt Disneys war seinen Berufskollegen in Hollywood weit voraus. Zwar musste er bei über 300 Banken vorsprechen, um endlich an seine gewünschte Finanzierung zu kommen, jedoch machte sich dies schon sehr bald bezahlt. Er erschuf den ersten Riesen-Freizeitpark der Welt, seine ganzen phantasievollen Schöpfungen kamen in diesem Park vor – die perfekte Illusion. Disneyland wurde weltweit berühmt, 1959 wurden fünf Millionen Besucher gezählt – mehr als Grand Canyon, Yellowstone und Yosemite National Park zusammen. Als der sowjetische Ministerpräsident Chruschtschow im selben Jahr in den Vereinigten Staaten zu Besuch war, wurde er sehr wütend, weil der geplante Besuch im Disneyland aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste.

Walt Disney verstarb am 15.Dezember 1966 im Alter von 65 Jahren an Lungenkrebs. In fast einem halben Jahrhundert schuf er ein einzigartiges Imperium, wo er seiner Phantasie freien Lauf ließ. In Erinnerung bleiben aber nicht nur seine geschaffenen Geschöpfe, sondern sein Wille, seine Risikobereitschaft und sein Glaube an sich selbst und seinen Fähigkeiten.

Walt Disney: „What you can dream, you can do“

Abraham Lincoln – Trotz der Rückschläge zum Erfolg

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Es kann durchaus vorkommen, dass jemand sehr viele Niederlagen im Leben einstecken muss – und letzten Endes doch die Siegeslorbeeren erringen kann. Folgendes Beispiel von unbeirrbarer Beharrlichkeit kommt in der heutigen Zeit nicht mehr oft vor. Ein bestimmter junger Mann musste innerhalb von 25 Jahren folgende Schicksalsschläge einstecken:

Er machte bankrott.
Kandidierte für den Senat und wurde nicht gewählt.
Machte nochmals bankrott.
Das Mädchen, welches er liebte, starb.
Er erlitt einen Zusammenbruch.
Kandidierte für den Kongress und wurde nicht gewählt.
Kandidierte wieder für den Kongress und wurde erneut nicht gewählt.
Kandidierte für den Senat und verlor.
Kandidierte für das Amt des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten und wurde geschlagen.
Er wurde auch im dritten Versuch nicht in den Senat gewählt.

Zweifellos ein entmutigendes Bild. Jeder einzelne dieser Misserfolge würde einen weniger willensstarken Menschen für immer verbittern. Im Leben von Abraham Lincoln jedoch waren das noch die unbedeutendsten Kämpfe auf seinem Weg zu menschlicher Größe und Unsterblichkeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika!

Alles hängt von unserer Einstellung ab. Was für den einen das „Ende aller Dinge“ ist, betrachtet ein anderer, der einen starken Glauben an seine Fähigkeiten hat, lediglich als einen Rückschlag.

Abraham Lincoln (Präsident der Vereinigten Staaten 1861-1865)