Hailey Fort – Eine 9-Jährige baut Holzhütten für Obdachlose

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Schon als kleines Kind kann es Hailey Fort nicht ertragen, wie schlecht es Obdachlosen geht. Sie bettelt ihre Eltern an, Lebensmittel für die Menschen auf der Straße zu kaufen und legt extra einen Gemüsegarten an, um gesundes Essen zu verteilen. Doch damit nicht genug. Hailey Fort will nicht mehr zusehen, wie Obdachlose bei Regen nass werden und im Winter ohne Dach über den Kopf frieren müssen.

Hailey Fort: „Ich finde, jeder sollte einen Platz zum Wohnen haben“

Unterstützt von ihrem Großvater beginnt das 9-jährige Mädchen, an einer mobilen Hütte (ca. 2,5 x 1,2 Meter) zu bauen. Während andere Kinder in ihrem Alter nur Spiel und Spaß im Kopf haben, baut Hailey Fort jede freie Minute an ihrem Vorhaben. Es sieht eigentlich aus wie eine große Hundehütte. In Wirklichkeit ist dieses kleine Haus ein wahres Wunder für benachteiligte Obdachlose.

Als ein befreundeter Obdachloser von Hailey Fort zum ersten Mal das Miniaturhaus erblickt, steigen ihm Tränen in die Augen. Die kleine Hütte hat eine Tür, Fenster und sogar eine Isolierung. Pappkartons gehören nun der Vergangenheit an, der Obdachlose hat zum ersten Mal das Gefühl, ein eigenes Stück Heimat bekommen zu haben.

Hailey Fort beschließt weitere Häuser zu bauen. Selbstsicher arbeitet sie mit Schlagbohrern, Nagelpistolen oder sonstigen Werkzeugen. Da sie dieses Projekt nicht alleine mit ihrem Taschengeld finanzieren kann, gründet sie kurzerhand eine Crowdfunding-Kampagne im Internet um Geld zu besorgen. So sammelt sie zusätzlich für Nahrungsmittel, Handys oder Schmerztabletten, um Obdachlose damit zu unterstützen.

Zudem sprüht das Mädchen nur so von weiteren Ideen. Sie finanziert zum Beispiel Postfächer für die Obdachlosen, um ihnen eine Anschrift zu ermöglichen, damit sie sich um einen Job bewerben können. Ein 9-jähriges Mädchen macht die Welt zu einem besseren Ort. Sie gibt hilfsbedürftigen Menschen wieder das Gefühl, wertgeschätzt und geliebt zu werden.

Hailey Fort ist der beste Beweis dafür, dass man nie zu jung oder zu alt ist, um etwas Gutes zu tun. Eine wirklich großartige Geschichte über ein Mädchen mit einem großen Herzen!

Hailey Fort: „Es erscheint mir einfach nicht richtig, dass es obdachlose Menschen gibt“

Einzelnachweise (abgerufen am 08.10.2015):
1. Heftig.co – Die 5-Jährige kauft dem Obdachlosen ein Sandwich.
2. Motherboard – Diese 9-Jährige baut für Obdachlose Holzhütten und Essen an
3. Brigitte.de – Neunjährige Weltretterin: Hailey baut Häuser für Obdachlose

Mark Bustos – Der Friseur, der neues Glück verschenkt

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Mark Bustos arbeitet in einem angesehenen Friseursalon in New York. Als Hairstylist verdient er gut, doch seine Dienste sind teuer und nicht jeder kann es sich leisten, die Haare schneiden zu lassen. Mark Bustos ist dieser Zustand bewusst.

Mark Bustos: „Ich wollte einfach etwas positive Energie und Hoffnung in die Welt bringen“

In seiner Freizeit lehnt er sich jedoch nicht zurück, sondern macht seinen Beruf zu seinem Hobby. Am Wochenende schlendert Mark Bustos durch die Straßen von New York und frisiert kostenlos obdachlose Menschen. Obdachlose sind nicht interessiert an einer neuen Frisur? Falsch gedacht. Fast alle, die Mark Bustos spontan anspricht, sind sehr erfreut von seinem Angebot. Denn er vermittelt ihnen ein Gefühl der Anerkennung und gibt ihnen ihre Würde zurück.

Mark Bustos: „Egal, woher du kommst, ich denke, wir alle wissen, wie es sich anfühlt, einen Haarschnitt zu bekommen“

Mark Bustos inspiriert mit seiner Nächstenliebe die ganze Welt. Er reißt Obdachlose aus ihrer Hoffnungslosigkeit und hinterlässt überall strahlende Gesichter. Es ist die Geschichte eines einfachen Friseurs, der mit einer kleinen Geste die Welt zu einem besseren Ort macht.

Mark Bustos: „Jedes Menschenleben hat denselben Wert“

Einzelnachweise (abgerufen am 30.09.2015):
1. Cosmopolitan – Wie ein Friseur Obdachlosen Hoffnung gibt
2. VIVA – Was der amerikanische Hairstylist Mark Bustos für Obdachlose tut
3. Joiz – Friseur schneidet sonntags gratis die Haare von Obdachlosen

Narayanan Krishnan – Der Retter der Armen

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Narayanan Krishnan ist 5-Sterne-Koch in Indien und verdient gutes Geld. Er hat so großes Talent, dass er sogar ein Angebot aus der Schweiz erhält, um internationale Erfahrung zu sammeln. In Indien ist sein gehobener Lebensstandard aber keine Selbstverständlichkeit, was Narayanan Krishnan bald zu spüren bekommt. Denn er macht eine Beobachtung, die sein Leben für immer verändern wird.

Unter einer Brücke sieht er einen alten Mann, dürr und abgemagert bis auf die Rippen. Plötzlich bemerkt er, dass der Mann seine eigenen Exkremente isst, um nicht zu verhungern. Narayanan Krishnan ist schockiert und starr vor Schreck, noch nie in seinem Leben hat er so etwas mitansehen müssen. Sofort versorgt er den Hilfsbedürftigen und kauft ihm Essen. Narayanan Krishnan wird diesen Moment nicht vergessen, als der alte Mann dankbar seine Hand hält und ihm treuherzig in die Augen sieht. Es ist dieser Augenblick, der sein Leben für immer verändert.

Narayanan Krishnan: „Von dem Moment an wusste ich: Das ist es, was ich mein Leben lang tun will: die Ärmsten der Armen zu ernähren“

Noch in der gleichen Woche kündigt er trotz Widerstand der Eltern seinen gut bezahlten Job und gründet im selben Atemzug die Hilfsorganisation „Akshaya Trust“. Er verkauft all seine Habseligkeiten und bittet Freunde und Familie um Hilfe, um Lebensmittel kaufen zu können. Von den indischen Behörden erhält er keine Unterstützung und die Menschen aus der oberen Gesellschaftsschicht lassen ihn fallen, da man sich nicht mit dem „Pöbel“ abgibt. Aber Narayanan Krishnan gibt nicht auf und kämpft unbeirrt weiter.

Narayanan Krishnan: „Wir alle sind Eins, ich bin nur ein menschliches Wesen. Für mich sind alle gleich“

Er verteilt Lebensmittel, versorgt Kranke, schneidet Haare und massiert schwache Beine. Narayanan Krishnan unterhält sich mit den Armen und lauscht ihren Geschichten zu. Er vermittelt ihnen ein Gefühl der Anerkennung und gibt ihnen ihre Würde zurück. Rund um die Uhr sammelt Narayanan Krishnan spenden und findet bald Menschen, die ihn bei seiner Vision unterstützen.

Ein Mann kann die Welt nicht verändern? Narayanan Krishnan schmunzelt darüber. Millionen Mahlzeiten sind in den letzten Jahren verteilt und tausende Menschen glücklich gemacht worden. Ein einzelner Mann macht durch seine bedingungslose Liebe zu den Menschen die Welt zu einem besseren Ort.

Obwohl Narayanan Krishnan seine Karriere wegwirft und ebenfalls ein armer Mann ist, ist er doch der glücklichste Mensch auf der Welt. Weil er immer auf sein Herz und seine Gefühle gehört hat. Von der CNN wird er dafür unter die weltweit Top-Ten-Helden 2010 gewählt.

Narayanan Krishnan: „Ich bekomme diese Energie von den Menschen. Die Freude, die sie bekommen, ist die Energie. Ich sehe die Seele. Ich möchte mein Volk retten“

Einzelnachweise (abgerufen am 09.09.2015):
1. Netzfrauen – MUST WATCH!! Real Hero – Narayanan Krishnan – ein echter Held
2. Gute-Nachrichten – Narayanan Krishnan: 5-Sterne-Koch wird zum Helfer der Ärmsten Indiens
3. Spiegel – Armen-Koch in Indien: Am Krisenherd
4. Social-startups – Narayanan Krishnan – Vom 5-Sterne-Hotel-Koch zum Retter der Armen

Johannes Gutmann –- Mit der Gründung von „Sonnentor“ zurück zur Natur

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Johannes Gutmann wurde 1965 in Zwettl (Österreich) geboren und wuchs gemeinsam mit vier Geschwistern auf einem ländlichen Bauernhof auf. Die idyllische Landschaft des Waldviertels in Niederösterreich erweckte in ihm schon früh die Leidenschaft für die Natur und das Grüne. Nach seinem Schulabschluss fing er an, Handelswissenschaften zu studieren, da er das Ziel hatte, sich irgendwann selbstständig zu machen. Nach nur zwei Wochen brach er dieses jedoch wieder ab, weil ihn die gewöhnliche Theorie abschreckte und seiner Meinung nach auch nichts mit der Wirklichkeit zu tun hatte.

Johannes Gutmann: „“Es war derart unglaubwürdig. Mir war klar, dass die Professoren alles, was sie erzählen, nicht selbst gemacht haben““

Mit diversen Jobs versuchte sich er nun seinen Lebensunterhalt zu verdienen, jedoch waren diese nicht von Erfolg gekrönt und Johannes Gutmann wurde arbeitslos. Eines Tages kam er in Kontakt mit Kräutern und Sonderkulturen, welche in der Landwirtschaft von den Bauern zwar angebaut wurden, jedoch von den Handelsketten nicht beachtet wurden und somit nicht verkauft werden konnten. Im Kopf von Johannes Gutmann reifte eine Idee, um hier vielleicht eine Marktlücke füllen zu können. Im Alter von 23 Jahren stand er nun vor der richtungsweisenden Entscheidung, entweder einen unliebsamen Bürojob anzunehmen, oder seiner Intuition zu folgen. Entgegen aller gut gemeinten Ratschläge für eine sichere Arbeit vertraute er auf sein Bauchgefühl für die Marktlücke.

Johannes Gutmann: „„Es braucht beherzte Leute, die das, was hier angebaut wird, auch verkaufen““

Spontan entwarf er ein Logo mit einer Sonne und gründete im Jahr 1988 mit geliehenem Geld das Unternehmen „Sonnentor“. Johannes Gutmann besuchte daraufhin die Bauern in seinem Heimatgebiet um ihnen vorzuschlagen, ihre Kräuterspezialitäten direkt unter einem gemeinsamen Logo zu vermarkten. Er wurde für seine Idee zwar für verrückt gehalten, aber schließlich hatten die Landwirte auch nichts zu verlieren. So kam es, dass ein junger Bursche aus dem Waldviertel auf einem belebten Bauernmarkt stand, um selbst entworfene Kräutersackerl zu verkaufen. Während fast alle jungen Menschen zu der Zeit ihre Aufmerksamkeit auf Computer und Internet lenkten, glaubte Johannes Gutmann an seine ungewöhnliche Idee für regionale Naturprodukte.

Johannes Gutmann: „„Ich habe vieles auf dem Bauernmarkt gelernt, weil ich mit den Leuten geredet habe. Es geht immer darum, Menschen für etwas zu begeistern““

Johannes Gutmann erkannte die enorme Entwicklungsmöglichkeit und er half mit, die Bio-Produkte der Bauern richtig zu vermarkten. Durch diese einzigartige Regionalität schaffte er es, Vertrauen bei den Konsumenten aufzubauen und erste Waren zu verkaufen. Er wurde auch bei großen Handelsketten vorstellig, aber diese waren an seinen Kräuterprodukten nicht interessiert. So zog Johannes Gutmann unermüdlich weiter von Markt zu Markt, um seinen Traum weiter am Leben zu erhalten. Bald begeisterten sich immer mehr Landwirte für seine Idee, denn durch „Sonnentor“ bekamen die Kräuterbauern erstmals eine echte Wertschätzung für ihre Arbeit.

Johannes Gutmann: „„Bald kannten mich alle als den Spinner mit der Lederhose und die Mundpropaganda machte mein kleines Unternehmen bekannt““

Johannes Gutmann blieb seiner Linie treu und verlegte die Firmenzentrale nicht etwa in eine große Stadt, sondern in eine Einöde und einem kleinen Dorf mit etwa 100 Einwohnern. Da sich in der Umgebung aber viele Bauernhöfe befanden, war es der perfekte Standort für ihn. Johannes Gutmann hatte trotzdem mit vielen Problemen zu kämpfen, er wurde von Nachbarn angezeigt und die Behörde legte ihm nahe, aus der Region zu verschwinden. Keiner wusste etwas mit dem eigenwilligen Unternehmer mit seinen ausgefallenen Zukunftsvisionen anzufangen. Doch Johannes Gutmann blieb standhaft und hörte nicht auf die Skeptiker, da er weiter von seiner Idee überzeugt war. Mit der Zeit kamen Bio-Produkte immer mehr in Mode und die Firma von Johannes Gutmann begann erstmals, langsam aber stetig zu wachsen.

Johannes Gutmann: „“Man muss an seine Ideen glauben““

Durch die Spezialisierung auf biologischen Anbau konzentrierte sich die Firma „Sonnentor“ nun auf die Herstellung und Vermarktung von Kräutern, Tees und Gewürzen. Eine freiwillige strenge Kontrolle garantierte dafür, dass alle Produkte der Natur entsprechend angebaut wurden und frei von künstlichen Zusätzen waren. Viele Arbeitsschritte wurden von den Bauern noch mit der Hand erledigt und nicht von Maschinen. Aufgrund der Tatsache, dass sich alle Mitarbeiter zu 100 % mit der Firma von Johannes Gutmann identifizieren konnten, hatten alle Erzeuger Freude bei der Arbeit. Diese positive Energie gemixt mit dem guten Geschmack natürlicher Zutaten war der Grundstein dafür, dass „Sonnentor“ mit Johannes Gutmann eine unglaubliche Erfolgsgeschichte hinlegte.

„Sonnentor“ wurde mit einem Millionenumsatz zu einem echten Vorzeigeunternehmen und man exportierte mittlerweile Produkte in über 50 Länder weltweit. Zudem sicherte das Unternehmen hunderte Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region, was eigentlich als unmöglich galt. Obwohl er für seine Ideen nur ausgelacht wurde, schaffte es Johannes Gutmann im Alleingang, sich gegen die mächtige Lebensmittelindustrie durchzusetzen und alle Schwierigkeiten zu meistern. Als Draufgabe öffnete er mit „Sonnentor“ seine Firmenphilosophie und alle Menschen durften einzigartige Betriebsführungen erleben. Viele Kinder und Eltern wurden wieder zurück zur Natur geführt um in die duftende Welt aus Kräutern und Gewürzen eintauchen zu können. Johannes Gutmann veränderte dadurch ganze Generationen, wieder zurück zu ihren Wurzeln zu finden und auf chemische und künstliche Nahrungsmittel zu verzichten.

Johannes Gutmann: „„Ich bin total motiviert. Es macht mir Spaß““

Jadav Payeng -– Der Mann, der aus eigener Kraft einen ganzen Wald erschuf

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Der 16-jährige Jadav Payeng war im Jahr 1979 im indischen Bundesstaat Assam (Nordosten Indien) unterwegs, als er eine schreckliche Entdeckung machte. Nachdem sich das Wasser entlang einer öden Sandbank zurückgezogen hatte, war das Gebiet übersät von hunderten toten Schlangen und Reptilien. Jadav Payeng war entsetzt über dieses Massaker, noch nie in seinem Leben hatte er so einen schlimmen Anblick ertragen müssen.

Jadav Payeng: „„Die Schlangen starben in der Hitze, weil kein Baum Schatten spendete. Ich habe mich hingesetzt und ihre leblosen Körper beweint““

Jadav Payeng alarmierte sofort die zuständige Forstverwaltung, ob sie dort Bäume anbauen könnten, damit sich so etwas nicht wiederholte. Doch er wurde nur ausgelacht und mit dem fadenscheinigen Entschluss abgewimmelt, dass in dieser Gegend einfach nichts wachsen würde. Sie rechneten aber nicht mit der Entschlossenheit von Jadav Payeng, welcher die schrecklichen Bilder der toten Tiere nicht aus seinem Kopf bekam. Er hörte nicht auf die Meinung der Behörden und versuchte selbst, etwas in dieser Angelegenheit zu unternehmen, obwohl ihn niemand unterstützen wollte.

Jadav Payeng: „“Es gab niemanden, der mir helfen wollte. Niemand hat sich interessiert““

So begann Jadav Payeng im Alter von 16 Jahren, in diesem trostlosen Gebiet erstmals Gräser und Bambus anzubauen. Von seinem Heimatdorf brachte er Kolonien von roten Ameisen mit, um den Boden fruchtbarer zu machen. In den folgenden Wochen und Monaten pflanzte Jadav Payeng die verschiedensten Bäume und Pflanzen. Tag für Tag kümmerte er sich hingebungsvoll um das Wachstum seiner zarten Pflänzchen und die notwendige Bewässerung. Oft blieb er auch über Nacht und sprach liebevoll zu den Pflanzen, welche Zentimeter für Zentimeter in die Höhe wuchsen. Die Sträucher und Bäume entwickelten sich tatsächlich sehr gut und Jadav Payeng kämpfte unermüdlich und bei jedem Wetter um seine kleine Plantage, ganz auf sich alleine gestellt und mitten in der Einöde.

Jadav Payeng: „„Ich entschied, mein Leben dem pflanzen von Bäumen zu widmen““

Während sich Jadav Payeng nebenbei als Bauer seinen Lebensunterhalt verdiente, schossen seine zarten Setzlinge regelrecht in die Höhe. Unterstützt von einer bemerkenswerten Hingabe von Jadav Payeng konnte sich die Natur dadurch immer weiter ausdehnen und das Wachstum vorantreiben. Über die Jahre entstand dadurch nicht nur ein ganzer Wald, sondern ein echtes Ökosystem mit unterschiedlichsten Pflanzen und einer vielfältigen Tierwelt.

Foto von Porikolpok Oxom

Jadav Payeng wurde für seine Vision, Pflanzen in eine karge Sandbank zu setzen, nur ausgelacht. Heute lacht kein Mensch mehr über den willensstarken Inder. Nach über 30 Jahren fleißiger Arbeit erschuf Jadav Payeng aus dem Nichts einen mittlerweile unfassbaren 600 Hektar großen Wald. Viele Tiere fanden hier einen sicheren Unterschlupf, darunter Vögel, Rehe, Affen und Büffel. Auch gefährdete Tierarten wie Tiger und Elefanten siedelten sich in diesem Dschungel an, wo sie einen vor Menschen sicheren Lebensraum vorfanden.

Jadav Payeng erschuf im Alleingang nicht nur ein echtes Paradies für Tiere und Pflanzen, er wurde dadurch auch zu einem richtigen Helden in Indien. Er zeigte mit seinem Beispiel, was eine einzige Person für die Natur erreichen konnte und welche unbändige Kraft in jedem Menschen steckte. Jadav Payeng wurde zum bekannten Symbol für den Umweltschutz und machte durch seinen selbstlosen Einsatz die Welt zu einem besseren Ort.

Jadav Payeng: „“Wir müssen die Natur schützen, sonst überleben wir nicht. Vielleicht lebe ich in Armut, aber ich bin zufrieden, dass ich die Menschen beeinflussen konnte, sich mehr für die Natur zu interessieren. Der Baum ist eine Wurzel allen Lebens““

 

Käthe Sasso -– Die Zivilcourage einer standhaften Widerstandskämpferin

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Käthe Sasso wurde am 18. März 1926 in Wien (Österreich) geboren und wuchs in einer liebevollen Umgebung auf. Ihre Eltern waren politisch sehr aktiv und waren aufgrund des aufkommenden Nationalsozialismus unter Adolf Hitler sehr besorgt. Nachdem der Vater zum Kriegsdienst eingezogen wurde, arbeitete die Mutter im Untergrund gegen Adolf Hitler. Auch Käthe Sasso unterstützte sie bereits als kleines Mädchen, wo man Familien half, deren Angehörige aus politischen Gründen verhaftet wurden. Als die Mutter im Alter von 39 Jahren plötzlich verstarb, war Käthe Sasso auf sich allein gestellt. In einer Welt, wo die Grausamkeiten der Nationalsozialisten immer mehr zunahmen, traf Käthe Sasso eine unfassbare Entscheidung.

Käthe Sasso: „„Ich wusste schon als Kind, was Unrecht ist““

Im Alter von nur 15 Jahren beschloss Käthe Sasso, die illegalen Tätigkeiten ihrer Mutter fortzuführen. Sie half Familien von Hingerichteten, sammelte Geld und Lebensmittel oder verteilte heimlich Flugblätter, welche sich gegen den immer mächtiger werdenden Adolf Hitler richteten. Am 21. August 1942 wurde die gesamte Widerstandsgruppe jedoch verraten und Käthe Sasso kam ins Gefängnis. Aufgrund ihres jugendlichen Alters entkam sie nur knapp der Todesstrafe, ihre Gefolgsleute hatten nicht so viel Glück. Durch eine befohlene Teilnahme musste sie mitansehen, wie ihre Freunde wegen des Hochverrats hingerichtet und enthauptet wurden. Käthe Sasso musste schlimme Verhöre und Folterungen der Gestapo überstehen und wurde in verschiedenen Arbeitserziehungslagern untergebracht.

Im Alter von 18 Jahren wurde Käthe Sasso in das berüchtigte Konzentrationslager Ravensbrück nach Deutschland verfrachtet, wo fürchterliche Dinge passierten. Aufgrund schwerer körperlicher Arbeit und unzureichenden Essensrationen kamen viele Insassen zu Tode, Misshandlungen und Folter gehörten zum Lageralltag. Käthe Sasso erlebte mit, wie hunderte Kinderaugen zu strahlen anfingen, als man ihnen Süßigkeiten gab, kurz bevor man sie kaltblütig in die Gaskammern schickte. Zudem gab es grässliche medizinische Experimente, wo man mögliche Verletzungen der Soldaten simulierte. In offene Wunden der Häftlinge wurde zum Beispiel Sand oder Benzin geschüttet, um neue Medikamente für die Heilung zu testen. Auch vor schwangeren Frauen oder Babys nahm man keine Rücksicht, die quälenden und lautstarken Hilfeschreie der Versuchspersonen sollten jedoch ungehört bleiben.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Insassen auf einen Todesmarsch getrieben. Die tagelangen Strapazen überlebten viele Opfer nicht, sie verhungerten, erfroren, oder wurden erschossen, wenn sie geschwächt zusammenbrachen. Käthe Sasso gelang jedoch die Flucht vor diesem Martyrium und schaffte es im letzten Moment, ein geeignetes Versteck zu finden. Würde sie entdeckt werden, hätte man sie sofort hingerichtet. Unter Todesangst machte sie sich nun auf den langen und beschwerlichen Weg zurück nach Wien, wo Käthe Sasso auch kurz nach Kriegsende ankam.

Als Käthe Sasso sich vollkommen entkräftet in die Straßenbahn begab, dachte sie daran, es nun endlich geschafft zu haben. Als die Schaffnerin jedoch die Fahrkarten kontrollieren wollte, entgegnete sie natürlich kein Geld zu haben und dass sie direkt aus dem Konzentrationslager kam. Die Straßenbahn wurde aber angehalten und sie wurde gezwungen, wieder auszusteigen. Die Straßenbahn war voller Leute, niemand rührte auch nur einen Finger für Käthe Sasso. Dies war für Käthe Sasso der entwürdigende Schlusspunkt für ihren langen und schmerzvollen Leidensweg.

Käthe Sasso beschloss, für die vielen Menschen, welche im Widerstand gegen Adolf Hitler gestorben waren, zu kämpfen. Sie hielt Vorträge an Schulen, wo sie ihre schrecklichen Erlebnisse so ausführlich erzählen konnte, dass sie immer einen bleibenden Eindruck bei den Schülern hinterließ. Unermüdlich forderte sie die jungen Menschen dazu auf, sich immer gegen menschenverachtende Ideen und gewaltbereiter Machenschaften zu stellen und mutig dagegen vorzugehen. Dies war auch die einfache Botschaft von Käthe Sasso, welche sie in ihrem Leben immer mit beherzten Taten zeigte. Für ihren lebenslangen und couragierten Einsatz wurde sie im Alter von 85 Jahren mit dem „Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich“ ausgezeichnet.

Käthe Sasso: „“Ich wollte immer nur ein anständiger Mensch sein. Das Leid anderer zu lindern, lag mir am Herzen““

Josephine Cochrane -– Die Erfinderin der ersten Geschirrspülmaschine

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Josephine Cochrane wurde 1839 in der Stadt Valparaiso im Bundesstaat Indiana (USA) geboren und wuchs in wohlhabenden Bedingungen auf. Im Alter von 19 Jahren heiratete sie einen vermögenden Mann, welcher ihr den Weg in einen einflussreichen Freundeskreis öffnete. Josephine Cochrane war überall gern gesehener Gast und sie veranstaltete auch selbst zahlreiche Partys. Bei diesen Veranstaltungen wurde natürlich nur edelstes Porzellan verwendet, um bei den Gästen einen guten Eindruck zu hinterlassen. Aber die Angestellten gingen beim Abwasch nicht vorsichtig damit um, immer wieder wurde das teure Geschirr beschädigt oder es ging zu Bruch. Es kam sogar so weit, dass Josephine Cochrane selbst den Abwasch übernahm, doch auf Dauer war dies keine wirkliche Alternative für sie. Plötzlich kam ihr eine Idee, um dieses Problem zu lösen.

Josephine Cochrane setzte sich in eine ruhige Ecke und begann, Skizzen anzufertigen. Dadurch, dass ihr Vater ein Bauingenieur war, hatte sie ein gutes technisches Verständnis für viele Dinge. Bald hatte sie ihren Plan fertig von der ersten mechanischen Spülmaschine und sie begann entschlossen, ihre Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Sie ermittelte die Größe des Geschirrs und begann eigenhändig, spezielle Drahtkörbe dafür zu flechten. Ein Mechaniker half ihr dann, die exakte Mechanik zu entwickeln und die Drahtkörbe in einen großen Kupferkessel einzupassen, wo das Geschirr von heißem Seifenwasser umspült werden sollte. Am 28. Dezember 1886 meldete Josephine Cochrane die erste Geschirrspülmaschine zum Patent an.

Aber der Verkauf ihres Geschirrspülers stellte sich als sehr schwierig heraus. In dieser Zeit war es vor allem Männern vorbehalten, unternehmerischen Tätigkeiten nachzugehen, Frauen wurden überhaupt nicht gern gesehen in dieser Position. Die Menschen hatten Vorurteile, dass eine Frau niemals eine funktionierende Maschine bauen könnte, denn für solche Dinge waren die Männer zuständig. Noch dazu war der Preis des Geschirrspülers teuer und die Kosten für Tellerwäscher waren um einiges billiger. Aber Josephine Cochrane glaubte an ihre Geschirrspülmaschine und sie verstand als Frau im Gegensatz zu den Männern die wichtigen Vorteile ihrer Erfindung. Denn nur mit einem hohen Wasserdruck und heißem Wasser wurde das Geschirr richtig sauber und tötete alle Bakterien ab, außerdem wurde das Geschirr schneller wieder trocken.

Josephine Cochrane kämpfte unermüdlich für ihre Erfindung und hatte viele Ablehnungen zu verkraften. Aber mit der Zeit konnte sie erste Teilerfolge erzielen. Sie verkaufte einige Geschirrspüler an Restaurants, Hotels oder an Krankenhäuser, wo man auf größte Sauberkeit angewiesen war und vor allem größere Mengen Geschirr abwaschen musste. Auf der Weltausstellung 1893 in Chicago (USA) wollte Josephine Cochrane der ganzen Welt ihre automatische Spülmaschine präsentieren. Sie demonstrierte ihre Erfindung persönlich, um die Menschen von ihrer Idee zu überzeugen. Doch die Menschen waren wieder misstrauisch und bezweifelten diese sonderbare Konstruktion, dazu kam sie nur von einer Frau. Als jedoch die Öffnung der Spülmaschine aufgemacht wurde, konnten sie es kaum fassen. Noch nie hatten sie ein hygienisch sauberes Geschirr gesehen, die Teller und Tassen blitzten nur so vor Reinheit. Die Weltausstellung wurde zum vollen Erfolg für Josephine Cochrane und sie erhielt für ihren Geschirrspüler den Preis für die beste mechanische Konstruktion, Haltbarkeit und Zweckentsprechung. Es sollte aber noch eine lange Zeit brauchen, bis der Geschirrspüler in die privaten Haushalte kommen sollte.

Josephine Cochrane starb am 03. August 1913 im Alter von 74 Jahren und erlebte den weltweiten Siegeszug ihrer Geschirrspülmaschine nicht mehr. In einer Zeit, wo Frauen nur belächelt wurden, ging sie mutig ihren eigenen Weg und zeigte der Männerwelt, wozu eine Frau im Stande war. Durch ihre Erfindung erleichterte sie das Leben vieler Generationen, die Geschirrspülmaschine wurde zum normalen Standard für die Menschen weltweit, genauso wie Josephine Cochrane es immer geplant und vielleicht auch immer gewusst hatte.

Amanda Hocking –- Von der Altenpflegerin zur E-Book Millionärin

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Amanda Hocking wurde am 12. Juli 1984 geboren und wuchs in der kleinen Stadt Austin (Bundesstaat Minnesota, USA) auf. Sie liebte es, mit ihren Tieren zu spielen oder Musik zu machen. Aber ihre größte Leidenschaft galt dem Lesen, sie verschlang aus diesem Grund zahlreiche Bücher in ihrer Freizeit. Und so reifte mit der Zeit der Gedanke, einmal selber eine berühmte Schriftstellerin zu werden und Geschichten zu verfassen.

Im Alter von 17 Jahren stellte sie ihren ersten eigenen Roman fertig. Ihre Fantasie-Geschichten aus der Welt der Vampire gingen ihr leicht von der Hand, hier konnte sie ihre gesamte Kreativität und ihren Einfallsreichtum zur Geltung bringen. Bald folgten weitere Romane und Amanda Hocking war sehr stolz auf ihre Geschichten. Und so begann sie, ihre Erzählungen an verschiedene Buchverlage zu schicken, um sie zu veröffentlichen. Jedoch war die Reaktion anders als erwartet, denn kein Verleger wollte etwas mit ihr zu tun haben, geschweige denn, ein Buch von ihr veröffentlichen.

Amanda Hocking: „„In der High-School habe ich meinen ersten Roman geschrieben, und seither laufend an Agenten geschrieben, in der Hoffnung, sie würden meine Bücher publizieren““

Amanda Hocking ließ sich davon aber nicht unterkriegen und schrieb weitere Bücher, welche sie laufend an viele verschiedene Verlage schickte, jedoch weiterhin ohne Erfolg. Ständig erhielt sie Ablehnungen, und ihr Traum, einmal eine berühmte Autorin zu werden, rückte in weite Ferne. Nach Beendigung der Schule nahm sie eine Arbeit als Altenpflegerin an, um ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Doch ihrer wirklichen Leidenschaft ging sie weiter nach und schrieb in ihrer Freizeit fleißig ihre Fantasy-Geschichten. Nach über acht Jahren stapelten sich bereits die Romane in ihrer Schublade, denn noch immer fand sich kein Bücherverlag, der ihre Geschichten drucken wollte. Amanda Hocking gab die Hoffnung nicht auf, obwohl sie ständig hörte, dass ihre Geschichten nicht gut genug waren. Und so fasste sie einen folgenreichen Entschluss.

Amanda Hocking: „“Als ein Buch abgelehnt wurde, auf das ich besonders stolz war, dachte ich mir: Ich habe nichts zu verlieren““

Im Frühjahr 2010 bot sie ihre Geschichten einfach selbst als E-Book (elektronisches Buch) an. Der Vorteil lag in der Tatsache, dass sie keinen Verlag brauchte, um ihre Romane zu veröffentlichen und sie war dadurch auch unabhängig von anderen Meinungen. Ihre Geschichten wurden einfach in elektronischer Form dargestellt, und die Kunden konnten sich diese Geschichten gegen einen geringen Kostenbeitrag im Internet herunterladen. Amanda Hocking hoffte so, doch noch den Sprung zu einer erfolgreichen Schriftstellerin zu schaffen.

Diese Hoffnung von Amanda Hocking sollte sich bald bestätigen, denn die Menschen liebten ihre Geschichten. Zum ersten Mal in ihrem Leben erhielt sie Zustimmung und Anerkennung anstatt Absagen und Ablehnungen. Bald konnte sie ihre ersten E-Books verkaufen und ihre Fantasy-Geschichten entwickelten sich schon nach kurzer Zeit zu einem echten Verkaufsschlager im Internet. Nach nur wenigen Monaten konnte sie bereits unglaubliche 100.000 Verkäufe pro Monat vorweisen. Ihr Erfolgsrezept neben ihrem Talent als Schriftstellerin war einfach, sie verlangte nur sehr geringe Beiträge für ihre Bücher und da sie in den vergangenen Jahren bereits sehr viele Romane fertiggestellt hatte, konnte sie auch schon etliche ihrer Bücher veröffentlichen.

Amanda Hocking kündigte bereits kurz nach ihren Veröffentlichungen die Arbeit als Altenpflegerin, da sie mit ihren Geschichten bereits mehr Geld verdiente als in ihrem alten Job. Anders als bei traditionellen Verlagen behielt sie bei diesen Verkäufen der Geschichten den Großteil des Umsatzes.

Mittlerweile ist Amanda Hocking zum absoluten Superstar in der Welt der E-Book Fangemeinde aufgestiegen und hat bereits über eine Million E-Books verkauft. Ihre Bücher werden bereits auf der ganzen Welt vertrieben, jetzt nicht mehr nur in digitaler Form, sondern auch in gedruckter Buchform, denn auf einmal wollten sie alle Buchverlage unter Vertrag nehmen.

Amanda Hocking ließ sich von den zahlreichen Absagen für ihre Geschichten niemals unterkriegen. Sie glaubte immer an ihr Talent und ihre Fähigkeiten als Schriftstellerin. Durch diese Beharrlichkeit und Entschlossenheit schaffte sie den Durchbruch, und mit den E-Books konnte sie einen sensationellen Siegeszug starten.

Amanda Hocking schaffte es mit ihren E-Books von der Altenpflegerin zur Millionärin und kann heute ihr Leben so gestalten, wie sie es sich immer vorgestellt hatte.

Sabriye Tenberken -– Die erste Blindenschule in Tibet

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Sabriye Tenberken wurde am 19. September 1970 in Köln (Deutschland) geboren. Durch eine angeborene Netzhauterkrankung der Augen begann sie bereits ab ihrem neunten Lebensjahr langsam zu erblinden. Diese schleichende Erblindung war eine starke psychische Belastung für das kleine Mädchen, denn sie wusste, dass sie bald nichts mehr sehen würde auf der Welt. Das Leben wurde für Sabriye Tenberken immer schwieriger, denn mit der nachlassenden Sehkraft wurde sie immer mehr zum Außenseiter. Die Lehrer nahmen sie nicht mehr ernst und die anderen Kinder spielten ihr üble Streiche.

Sabriye Tenberken: „„Kinder können sehr gemein sein: Ach, da kannst du ruhig lang laufen, da ist nichts. Und dann falle ich plötzlich die Treppe runter““

Im Alter von zwölf Jahren trat dann die traurige Gewissheit ein und das Mädchen wurde völlig blind. Sabriye Tenberken war vollkommen verstört und hatte schreckliche Angst, von nun an alleine zu sein. Sie konnte sich mit ihrem Schicksal nicht wirklich abfinden, erst als sie in eine Blindenschule kam, schöpfte sie wieder Hoffnung. Sie lernte neue Freunde kennen und in rasender Geschwindigkeit studierte sie die Brailleschrift (Blindenschrift) und war auch sportlich sehr aktiv. Sie war eine sehr gute Schülerin und schaffte problemlos ihren Abschluss, nun wollte sie aber weiterstudieren. Sie begann ein Studium im Rahmen der Zentral-Asien-Wissenschaften mit den Schwerpunkten „Tibet“ und „Mongolei“. Da sich zuvor noch kein Blinder an diesen Studiengang gewagt hatte, musste Sabriye Tenberken eigene Methoden erfinden, um das Studium bewältigen zu können.

Im Alter von 22 Jahren entwickelte sie aus diesem Grund eine eigene tibetische Blindenschrift, die auf der Brailleschrift basierte. Es war die erste eigene Blindenschrift für Tibet, denn so etwas hatte es bis jetzt noch nicht gegeben. Um ihr Wissen noch zu vertiefen, reiste Sabriye Tenberken nach Tibet (Zentralasien), um dort die Lebensbedingungen blinder Menschen zu erforschen. Sie war jedoch erschüttert, wie mit blinden Menschen in dieser Gegend umgegangen wurde. Blinde Kinder wurden von ihren Eltern verstoßen oder wurden einfach an das Bett gefesselt. Es gab keine Einrichtung, die sich um blinde Menschen kümmerte, und so mussten die meisten Blinden, ausgestoßen von der Gesellschaft, ihr Leben in völliger Abgeschiedenheit und in Armut verbringen. Sabriye Tenberken konnte diese schlimmen Zustände kaum fassen und wollte etwas dagegen tun.

Sie wollte eine Blindenschulde in Tibet gründen, die sich der Alphabetisierung blinder Kinder widmen sollte. Doch sie fand kaum Unterstützung, denn wer wollte schon einer blinden Frau helfen, ein so großes Projekt umzusetzen? Aber Sabriye Tenberken ließ sich nicht unterkriegen und kämpfte verbissen um ihre Pläne. Sie begab sich auf schwierige Reisen in die entlegensten Dörfer, um Eltern zu überzeugen, ihr blindes Kind in ihre Obhut zu geben. Gegen alle Widerstände der Behörden ließ sie sich nicht einschüchtern, denn sie wollte einfach den blinden Menschen ein besseres Leben ermöglichen. Bald fand sie die ersten blinden Kinder für ihre Schule und so wurde 1998 tatsächlich das erste Blindenzentrum in Tibet gegründet. Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Lebensgefährten Paul Kronenberg, der sie dabei tatkräftig unterstützte.

Neben der Blindenschrift wurden auch viele praktische Dinge vermittelt, wie man zum Beispiel mit einem Blindenstock umgeht, oder wie man sich als Blinder in einer Stadt orientieren kann. Da viele Kinder psychische Probleme hatten, wollte Sabriye Tenberken die Stärken der Kinder fördern, um sie wieder in die Gesellschaft integrieren zu können. Ein tibetischer Junge wollte zum Beispiel gerne ein Käser (Käsehersteller) werden, und so durfte er in Holland in die Lehre gehen. Nach seiner Rückkehr nach Tibet wurde er ein erfolgreicher Geschäftsmann für die Käseherstellung, obwohl er blind war. Aus diesem Grund wurde später auch eine eigene Ausbildungsfarm für Käserei in Tibet errichtet, um blinden Menschen eine Berufsausbildung zu ermöglichen.

Sabriye Tenberken: „„Es ist gar nicht notwendig, die Welt blindengerecht zu machen. Es sei wichtiger, die Fähigkeiten der Blinden zu erkennen und zu stärken und sie so für die Welt vorzubereiten““

Die Blindenschule wuchs nun ständig weiter, Sabriye Tenberken bildete nun auch andere Lehrkräfte aus, die nun ebenfalls die Kinder unterrichten konnten. Sie kümmerte sich vor allem um die Kommunikation zu den Behörden und anderen internationalen Organisationen. Durch zahlreiche Medienauftritte sammelte sie notwendige Spenden, um die Schule finanzieren zu können und auch andere Projekte für blinde Menschen zu verwirklichen. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten plante sie bereits Programme für Blinde in Indien, und aus diesem Grund gründeten sie die internationale Hilfsorganisation „Braille Ohne Grenzen“ für Blinde in Entwicklungsländern. Von zentraler Bedeutung war die Vermittlung der Brailleschrift an blinde Menschen. Zusätzlich sollte für jene Sprachen, wo eine Blindenschrift noch nicht existierte, ein eigener Sprachcode entwickelt werden, so wie Sabriye Tenberken es seinerzeit für Tibet getan hatte.

Sabriye Tenberken schaffte es trotz ihrer Behinderung, die erste Blindenschule in Tibet zu gründen. Mit großer Willensstärke und Entschlossenheit überwand sie Hindernisse, an denen die meisten Menschen gescheitert wären. Und dies war auch ihre wichtigste Botschaft an alle blinden Menschen auf der Welt, denn wenn man kämpft und an sich glaubt, kann man alles im Leben erreichen. Sie hat bereits viele blinde Kinder von der absoluten Armut befreit und sie von Ausgestoßenen der Gesellschaft zu Menschen gemacht, die heute stolz ihre Familie ernähren können. Die Brailleschrift, die Sabriye Tenberken für Tibet entwickelt hatte, ist heute anerkannte und offizielle Blindenschrift in Tibet.

Sabriye Tenberken: „„Aus der Ferne scheinen Probleme manchmal unlösbar. Und wenn man davorsteht, dann begreift man erst, hier ist eine Lücke, da kann ich durch““

Der Streik – 187 Näherinnen verändern die Welt

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Die Ford-Fabrik in Dagenham im Nordosten von England war 1968 für die Menschen mit Abstand wichtigster Arbeitgeber. Alles drehte sich um die Autoproduktion und jeder stand irgendwie in Verbindung mit dieser Fabrik, welche diesen Vorort von London stark prägte. Mittendrin in einer alten und baufälligen Fabrikhalle arbeiteten auch 187 Näherinnen, die Autositze für die Ford-Modelle zusammennähten. Ihre Arbeitsbedingungen waren jedoch alles andere als optimal, zusammengepfercht auf engstem Raum mussten die Frauen die Polsterbezüge nähen, im Winter waren sie dort der Kälte schutzlos ausgeliefert. Im Sommer hingegen war die Halle so unerträglich heiß und stickig, dass sie oft nur in Unterwäsche arbeiten konnten. Für diesen Knochenjob gab es nur eine geringe Bezahlung, Frauen verdienten in diesen Jahren generell weniger als die Männer, obwohl man oft gleich qualifiziert war. Die Näherinnen erledigten die Arbeit aber professionell und ohne sich zu beschweren, bis das Management von Ford mit einer Hiobsbotschaft für die Frauen das Fass endgültig zum überlaufen bringen sollte.

Sie erfuhren, dass sie von nun an zu „ungelernten Arbeiterinnen“ herabgestuft wurden, womit sie sich auf einer Stufe mit dem Reinigungspersonal befanden. Dies hatte natürlich zur Folge, dass sie dementsprechend wieder weniger Geld verdienten. Einstimmig beschlossen die Frauen, einen eintägigen Warnstreik zu absolvieren, um ihren Protest Ausdruck zu verleihen. Das Management von Ford reagierte aber gelassen darauf und vereinbarte ein Gespräch mit der Gewerkschaft und einem zusätzlichen Vertreter für die Frauen, welche Rita O’Grady heißen sollte.

Rita war eine bescheidene und unscheinbare Frau, lebte mit ihrem Mann und den beiden Kindern in der Nähe der Fabrik und sollte als psychologische Stütze für die Gewerkschaft dienen. Doch die „männlichen“ Gewerkschaftsvertreter und das „männliche“ Management versuchten nur, einen faulen Kompromiss zu machen, und es sollte sich nicht wirklich etwas ändern. Da platzte aber Rita der Kragen und ergriff mitten in der Verhandlung selbst das Wort. Sie forderte eine gerechte Entlohnung, andernfalls würden die Frauen die Arbeit weiter niederlegen. Mit diesen Worten ließ sie die verblüfften Männer zurück, mit so einem direkten Angriff hatten sie nicht gerechnet. Zurück in der Fabrik genügten Rita zwei Worte, um die anderen Frauen über das Gespräch zu informieren: „Alle raus!“. Mit diesen Worten begann der erste Frauenstreik in der britischen Geschichte.

Das Management von Ford nahm den Streik noch immer auf die leichte Schulter und mahnte die Frauen in einem rechthaberischen Schreiben einfach ab. Aber dies machte die Frauen immer ärgerlicher, denn immer mehr stellte sich heraus, dass man sie ignorierte, nur weil sie Frauen waren. Die Näherinnen begannen nun mit öffentlichen Kundgebungen, um die Haltung der Frauen publik zu machen. Die unauffällige Rita entwickelte sich zu einer immer selbstbewussteren Anführerin und schaffte es dadurch, immer mehr Menschen hinter sich zu bringen. Inzwischen entwickelte sich dieser Streik zu einer nationalen Angelegenheit, denn Rita hatte es durch ihre Überzeugungskraft geschafft, die ganze Gewerkschaft hinter sich zu bringen. Aber durch diesen Streik kam es bald zu ganz anderen Problemen.

Dadurch, dass keine Autositze mehr genäht wurden, konnten auch keine Autos mehr ausgeliefert werden, und die ganze Produktion stand still. Tausende Männer hatten plötzlich keine Arbeit mehr, darunter waren auch Ehemänner, Freunde und Väter der Frauen. Als der Druck auf die Frauen immer größer wurde, kam von unerwarteter Seite Hilfe für sie. Die damalige Ministerin des Landes für Arbeit und Produktivität, Barbara Castle, wurde auf die Frauen aufmerksam und kannte die Probleme der Frauen, denn auch sie selber musste immer wieder gegen Widerstände und Ungerechtigkeiten ankämpfen. Sie lud die Frauen zu einem Gespräch ins Parlament ein, um sie auch von politischer Seite zu unterstützen.

Wie ging dieser Machtkampf schlussendlich aus? Die Näherinnen bekamen durch ihre Entschlossenheit die Lohnerhöhung, denn der Streik und der Produktionsstillstand der Fabrik kosteten Ford bereits Millionen.

Entfacht durch den Streik der Frauen entwickelte sich 1970 der „Equal Pay Act“, das britische Gesetz versprach die gesetzliche Gleichstellung von Männern und Frauen im Bezug auf Bezahlung und Arbeitsbedingungen.

Dieses Gesetz erlangte schnell internationale Bekanntheit und in den meisten Industrieländern wurden ebenfalls Gesetze zur Lohngleichheit erlassen, die Revolutionierung der Frauenrechte hatte begonnen. Viele Frauen fanden nun den Mut, ebenfalls für ihre Rechte zu kämpfen.

Ganze 187 Näherinnen veränderten die Welt, obwohl es ihnen damals noch nicht bewusst war.

Damalige Näherin: „„Wir hätten nie gedacht, dass aus unserem kleinen Streik etwas so Großes werden würde““