Harrison Ford –- Ein Tischler erobert die Welt von Hollywood

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Harrison Ford wurde am 13. Juli 1942 in Chicago (USA) geboren und war ein schüchternes Kind. Er war zwar begeistertes Mitglied der Pfadfinder, da er aber in der Schule nur durch Desinteresse auffiel, hatte er meistens keine guten Noten vorzuweisen. Nach Abschluss der High School begann er dennoch am College zu studieren, jedoch entdeckte er hier seine Vorliebe für die Schauspielerei. Er besuchte lieber Schauspielkurse, da er mehr aus seinem Leben machen wollte, als irgendeinen Bürojob zu haben. Nur wenige Tage vor seinem Abschluss schmiss er deshalb das College, um alles auf eine Karte zu setzen und Schauspieler zu werden.

In Los Angeles (Kalifornien) angekommen, bewarb er sich bei verschiedenen Filmstudios, doch aufgrund seiner fehlenden Schauspielausbildung wurde er überall abgelehnt. Harrison Ford schaffte er zwar, an kleinere Filmrollen zu kommen, aber er konnte dadurch nicht seine Familie ernähren. Beeinflusst durch seine zahlreichen Fehlschläge als Schauspieler beschloss Harrison Ford, einen Nebenjob als Tischler anzunehmen. Er baute Möbelstücke, Terrassen oder er war als Bühnenarbeiter tätig. Dadurch verdiente er genug Geld, um sich und seine Familie über Wasser zu halten.

Harrison Ford: „“Das habe ich nur gemacht, damit ich was zum Essen kaufen konnte““

Eines Tages hatte Harrison Ford Tischlerarbeiten bei dem Filmregisseur George Lucas zu erledigen. Die beiden Männer freundeten sich an und George Lucas erkannte in dem Tischler Harrison Ford gewisse Talente als Schauspieler, wodurch er ihm eine Nebenrolle in seinem neuesten Film anbot. Im Alter von 31 Jahren hatte Harrison Ford sein erstes echtes Erfolgserlebnis als Schauspieler, denn der Film „American Graffiti“ bekam international überwiegend positive Kritiken. Die Karriere von Harrison Ford erhielt jedoch nicht den gewünschten Schub, und so musste er in Folge weiter als Tischler arbeiten, um seinen Lebensunterhalt verdienen zu können.

Beim nächsten Filmprojekt von George Lucas sprachen hunderte Schauspieler vor. Harrison Ford, welcher gerade mit Zimmererarbeiten beschäftigt war, wurde gebeten für die vorsprechenden Schauspieler einige Sprechparts als Unterstützung zu übernehmen. Er legte dabei eine große Unbekümmertheit an den Tag und schaffte es so, sich von allen anderen Vorsprechenden abzuheben. Er überzeugte so das ganze Casting-Team und ergatterte überraschenderweise eine Rolle in dem Film. Als am 25. Mai 1977 der Science-Fiction-Film „Krieg der Sterne“ („Star Wars“) zum ersten Mal in den Kinos zu sehen war, besetzte Harrison Ford nicht nur diese Rolle von Han Solo, er prägte sie. „Krieg der Sterne“ wurde der mit Abstand erfolgreichste Film der Filmgeschichte und Harrison Ford über Nacht zum vielumjubelten Star in Hollywood.

Harrison Ford: „“Natürlich war letztlich viel Glück dabei, aber das gehört im Leben dazu““

Harrison Ford hängte seinen Beruf als Tischler nun endgültig an den Nagel und konzentrierte sich auf die Schauspielerei. Mit zahlreichen Filmen wie der Abenteuerreihe „Indiana Jones“ bestätigte er sein Ausnahmetalent und erreichte weltweit eine sagenhafte Popularität. Harrison Ford zeigte den Menschen, dass es viele Wege gab, um Träume verwirklichen zu können. So war er sich lange Zeit nicht zu schade, als Handwerker zu arbeiten. Trotzdem taten sich Gelegenheiten auf, um ein Schauspieler zu werden. Harrison Ford erkannte diese Chancen und stieg von einem einfachen Tischler zu einem der berühmtesten Schauspieler der Geschichte auf.

Harrison Ford: „“Für mich ist das Schauspielern genauso ein Job wie das Schreinern. Ich versuche, meine Arbeit immer ordentlich zu erledigen““

Spyridon Louis -– Vom Wasserträger zum ersten Olympiasieger im Marathonlauf

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Im Jahr 1896 fanden die ersten Olympischen Sommerspiele der Neuzeit statt, Austragungsort war Athen (Griechenland). Kurz vor Beginn dieser Spiele kamen bei Ausgrabungen in Marathon Gräber gefallener Griechen zum Vorschein. Man erinnerte sich zurück an die Schlacht von Marathon und die Legende über Pheidippides, der knapp 40 Kilometer nach Athen gelaufen war, um die Botschaft des Sieges über die Perser zu verkünden. Diesen legendären Lauf wollte man nun wieder aufleben lassen und so wurde der erste organisierte Marathonlauf als Wettbewerb eingeführt. Dieser Marathonlauf sollte der Höhepunkt bei diesen Olympischen Spielen werden.

Spyridon Louis war ein einfacher Bauer und war von Beruf Wasserträger. Als er als junger Mann seine Militärzeit leisten musste, waren längere Strecken, die er zurücklegen musste, kein Problem. Als Wasserträger war er es gewohnt, lange auf den Beinen zu sein und hatte sich aus diesem Grund eine solide Grundkondition aufgebaut. So nahm Spyridon Louis bei einem Vorbereitungslauf für Olympia teil und machte dabei eine so gute Figur, dass er zu einem der dreizehn griechischen Läufern zählte, die beim Marathonlauf teilnehmen durften. Favoriten waren aber die ausländischen Läufer, die allesamt erfahrene Mittelstreckenläufer waren.

Am 10. April 1896 wurden die Läufer mit Kutschen zu ihrem Start nach Marathon gebracht. Am frühen Nachmittag wurde das Rennen, welches über 40 Kilometer nach Athen führte, in der allergrößten Hitze gestartet. Die Zuschauer erwarteten sich bei ihrem Heimrennen einen griechischen Sieg, jedoch waren die ausländischen Läufer erwartungsgemäß an der Spitze des Feldes. Sie liefen ein unfassbares Tempo, jedoch sollten sie die Länge der Strecke unterschätzen. Nach ca. 30 km mussten der führende Franzose und der zweitplatzierte Amerikaner aufgeben, da sie ein zu hohes Tempo gelaufen waren. Nun führte ein Australier, der sich nur mehr wenige Kilometer vor dem Ziel befand. Jedoch musste auch dieser der unbarmherzigen griechischen Hitze Tribut zollen und schied aus dem Rennen aus, da er einen Schwächeanfall erlitt. Gespannt warteten die Zuschauer nun auf den nächsten Läufer, und als dieser auftauchte, brach unbeschreiblicher Jubel aus.

Es war der Wasserträger Spyridon Louis, der immer ein gleichmäßiges Tempo lief und so die anderen Konkurrenten abgehängt hatte. Völlig konzentriert auf sein Ziel kam er mit der brütenden Hitze gut zurecht und übernahm bei diesem wichtigen Rennen die Führung. Die Nachricht von dem möglichen griechischen Sieg war bereits bis in das Olympiastadion von Athen vorgedrungen, wo man bereits gespannt auf den Stadioneingang starrte. Und plötzlich tauchte Spyridon Louis auf. Mit kraftvollen Schritten lief er in das Stadion ein, so als ob er noch eine viel längere Strecke zurücklegen könnte. Er hatte jetzt nur mehr eine Runde zu laufen, und die Stimmung war auf dem Höhepunkt angelangt. Hüte wurden in die Luft geschleudert und ohrenbetäubende Jubelgesänge wurden angestimmt. Nach genau 2 Stunden und 58 Minuten war die Sensation perfekt, Spyridon Louis, der Wasserträger, gewann tatsächlich diesen legendären Marathonlauf.

Kurze Zeit später zog sich Spyridon Louis wieder zurück aus der Öffentlichkeit und war wieder als Wasserträger tätig. Obwohl er nach diesem Olympiasieg nie wieder an einem offiziellen Rennen teilnahm, wurde er zu einem Nationalhelden in Griechenland und viele Sportstätten wurden nach ihm benannt.

Spyridon Louis hatte kein spezielles Training für diesen Marathonlauf. Aber durch seine Tätigkeit als Wasserträger war er es gewohnt, große Strecken unter einer großen Hitze zurückzulegen, und diesen Vorteil konnte er für sich nutzen, um die favorisierten Ausländer zu schlagen. Außerdem vertraute er auf seine Ausdauer und seine Geduld, denn er wusste, dass diesen Marathon nur jemand gewinnen konnte, der die größte Willensstärke hatte.

Spyridon Louis starb am 26. März 1940 im Alter von 67 Jahren. Er ging in die Geschichte ein als einfacher Wasserträger, der es schaffte, der erste Olympiasieger überhaupt des Marathonlaufes zu werden.

Dänemark 1992 -– Der Fußball-Europameister der Herzen

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Die Fußball-Europameisterschaft vom 10. bis 26. Juni 1992 wurde in Schweden ausgetragen. Eindeutiger Turnierfavorit war die deutsche Nationalmannschaft, welche zwei Jahre zuvor die Weltmeisterschaft gewonnen hatte. Ebenfalls zu den Favoriten zählten neben Frankreich auch die Niederlande. Kurz vor Beginn dieser Europameisterschaft wurde Jugoslawien jedoch aufgrund des Balkankonfliktes und des Bürgerkrieges ausgeschlossen, und so musste spontan Dänemark einspringen, die eigentlich in der Qualifikation bereits ausgeschieden waren. Sofort herrschte Hektik beim Fußballverband in Dänemark, denn bis zum Turnier waren es gerade einmal noch zehn Tage.

Der Trainer, Richard Möller-Nielsen, der in seinem Haus gerade eine neue Küche einbauen wollte, trommelte mit zahlreichen Anrufen so schnell es ging seine Spieler zusammen, aber dies war gar nicht so einfach. Viele von ihnen befanden sich schon in der Sommerpause oder waren im Urlaub. Eine Vorbereitung auf ein so wichtiges Fußballturnier fand überhaupt nicht mehr statt, es war nur mehr Zeit für ein paar Trainingseinheiten. Von den Journalisten wurden die Dänen aus diesem Grund nur als „EM-Touristen“ verspottet, in den vergangenen Jahren waren sie ebenfalls nicht erfolgreich gewesen. Bei der letzten Europameisterschaft 1988 verlor Dänemark alle Spiele bereits in der Vorrunde, für die Weltmeisterschaft 1990 in Italien konnte man sich überhaupt nicht qualifizieren.

Trainer Richard Möller-Nielsen: „“Ich wollte eine neue Küche einbauen, aber dann mussten wir in Schweden spielen““

So ging man mit wenig Druck in das Turnier, man wollte sich nur nicht blamieren. Im ersten Spiel gegen England erreichte man ein torloses Unentschieden, was von den dänischen Spielern bereits als großer Erfolg gewertet wurde, da man davon ausging, eigentlich jedes Spiel zu verlieren. Danach folgte eine knappe Niederlage gegen Schweden, nun spielte man gegen den haushohen Favoriten aus Frankreich um den direkten Einzug ins Halbfinale. Die französische Mannschaft war vollbesetzt mit internationalen Stars wie Éric Cantona, Didier Deschamps oder Laurent Blanc, die dänische Nationalmannschaft hatten hingegen nur ihren Kampfgeist entgegenzusetzen. Die Dänen rannten und kämpften wie die Löwen, und die Überraschung gelang tatsächlich. Dänemark verblüffte alle Experten, als sie die favorisierten Franzosen mit einem 2:1 aus dem Turnier warfen.

Spieler John Jensen: „„Wir standen überhaupt nicht unter Druck. Wir waren ganz entspannt, sind rausgegangen und haben gespielt““

Die Mannschaft von Dänemark war eine eingespielte Einheit, da sich viele Spieler bereits aus der Jugendzeit kannten, und mit dem Aufstieg ins Halbfinale kam auch noch Selbstbewusstsein dazu. Sie wussten, dass sie zwar nicht die weltbesten Spieler in ihren Reihen hatten, dies aber durch Kampf und unbändigen Willen wieder wettmachen konnten. Während die anderen Mannschaften verbissen ihre Taktik trainierten und sich streng an Trainingspläne hielten, ging es bei den Dänen generell unbeschwerter zu. In den Trainingspausen machten sie Ausflüge und gingen auch einmal in ein McDonald`s Restaurant, der Trainer verstand es perfekt, die Stimmung in der Mannschaft zu verbessern. Und diese Lockerheit sollte sich im nächsten Spiel bezahlt machen, denn in einem wahren Krimi besiegte man im Halbfinale sensationell die Niederlande im Elfmeterschießen. Stars wie Frank Rijkaard, Ruud Gullit oder Marco van Basten konnten es kaum fassen, sie waren gerade gegen eine unbedeutende dänische Nationalmannschaft ausgeschieden, die aufopferungsvoll für ihren Sieg gekämpft hatte.

Spieler Flemming Povlsen: „„Unser großer Vorteil war, dass wir uns sehr gut kannten. Was wir damals neben dem Platz gemacht haben, hat uns viel Kraft gebracht. Wir waren an der Küste, in Kopenhagen, beim Minigolf. Wir waren wie kleine Jungs, die man nur bei Laune halten musste““

Im Finale bekamen es die Außenseiter aus Dänemark nun aber mit dem Turnierfavoriten aus Deutschland zu tun. Für die Medien stand der Turniersieger bereits fest, es ging nur noch um die Höhe des Sieges. Stars wie Andreas Brehme, Stefan Effenberg oder Jürgen Klinsmann sollten Garant dafür sein, dass Deutschland Europameister werden sollte. Die Deutschen rückten mit einem riesigen Trainerstab, mehreren Masseuren und zwei Medizinprofessoren an. Jeder Spieler musste sich an einen speziellen Ernährungsplan halten, es wurde nichts dem Zufall überlassen. So diszipliniert die deutsche Nationalmannschaft war, so inspirierend und unbeschwert trat die dänische Nationalmannschaft auf. Sie hatten nichts zu verlieren, und mit ihrer Lockerheit und ihrer Leidenschaft spielten die Dänen ein Finale, welches bis heute unvergessen blieb.

Spieler John Jensen: „„Es war extrem schwer, gegen uns zu spielen, weil wir eine so starke Einheit waren““

Dänemark kämpfte mit einer gigantischen Laufbereitschaft und einer unfassbaren Einsatzbereitschaft gegen die Übermacht aus Deutschland, die mit einer solchen Gegenwehr nicht gerechnet hatten. Die Deutschen hatten trotz der zahlreichen Stars in den eigenen Reihen keine Chance gegen diesen sagenhaften Siegeswillen, Dänemark gewann dieses denkwürdige Finale mit 2:0.

Die Sensation war tatsächlich perfekt. Eine Mannschaft, die nur als Ersatzteam für die disqualifizierte jugoslawische Mannschaft nachrückte, zeigte allen sogenannten Favoriten ihre Grenzen auf. Dänemark hatte nicht die besten Spieler in ihren Reihen und sie konnten sich auch nicht speziell auf dieses Turnier vorbereiten. Sie waren aber die mit Abstand willensstärkste Mannschaft und spielten mit einer Leidenschaft, die keine andere Mannschaft auch nur annähernd zeigen konnte. Und dies waren die wichtigsten Merkmale einer dänischen Mannschaft, die ihren Urlaub abbrechen mussten, um sich kurzfristig auf den Weg zu machen, den ersten Europameistertitel überhaupt für ihr Land zu erringen.

Cliff Young – Ein Farmer als Marathonläufer

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Die unglaubliche Geschichte von Cliff Young hat sich 1983 in Australien wirklich so zugetragen. Der Ultramarathon von Sydney nach Melbourne war eines der längsten und schwersten Laufrennen der Welt. Es ging über 875 km und das Rennen dauerte im Schnitt etwa 7-8 Tage. An diesem Marathon nahmen nur Weltklasseathleten (meist zwischen 20 und 30 Jahren) teil, die lange und speziell für diese Rennen trainierten. Unterstützt von den größten Sponsoren der Welt und den besten Sportärzten wurde an der perfekten Strategie gefeilt, um den Lauf optimal einzuteilen. Laufen, Massieren und ca. 5 Stunden Schlaf waren generell die Regel, an die alle Experten auch festhielten. Kurz vor Start sollte noch ein Foto vor versammelter Weltpresse mit den etwa 150 Teilnehmern geschossen werden. Plötzlich gesellte sich ein etwa doppelt so alter Mann zu den Athleten dazu, er trug Arbeitsstiefel mit Galoschen und einen eigenartigen Overall. Man bat ihn aus dem Weg zu gehen – doch zur Überraschung aller teilte er mit dass er an dem Rennen teilnehmen wollte. Er hatte keine Zähne mehr, sein Gebiss hatte er für das Rennen offenbar herausgenommen. Sein Name war der 61-jährige Cliff Young.

Cliff Young: „“Jedes Jahr laufen die Teilnehmer bei meiner Farm vorbei und da habe ich mir gedacht, es wäre toll, auch mal mitzumachen““

Die Organisatoren waren verblüfft und die Rennteilnehmer dachten an einen PR-Gag um Aufmerksamkeit zu erregen. Doch Cliff Young meinte es ernst, er hatte es sich in den Kopf gesetzt, am Rennen teilzunehmen. Der alte Mann wurde belächelt, es wurde sogar angedacht einen Arzt zu holen da man sich um seine Gesundheit sorgen machte. Doch schließlich ließ man ihn doch mitlaufen mit der Annahme, dass er es sowieso nicht lange durchhalten könnte. Auf die Frage nach seiner Strategie und seinen Verpflegungsdepots gab er nur schnippisch zur Antwort: „Bin ich zum Laufen hier oder was?“ Als das Rennen startete, war Cliff Young mit seinen schweren Stiefeln schnell viele 100 m zurück. Der Stadionreporter sagte noch: „Hier sehen sie den Traum eines alten Mannes, der vermutlich seine Mitläufer das letzte Mal gesehen hat.“ Am Ende des Tages hatte er bereits einige Kilometer Rückstand, und die erfahrenen Läufer ließen sich bereits massieren und legten sich für 5 Stunden zum Schlafen.

Als sie am nächsten Tag das Rennen wieder aufnahmen, kam die große Überraschung. Cliff Young war bis auf eine Stunde Kurzschlaf durchgelaufen und hatte einen beträchtlichen Vorsprung auf alle anderen Teilnehmer. Jedoch wurde er trotzdem nicht sehr ernst genommen, man dachte noch immer dass er sowieso bald schlapp machen würde und dies nie durchhalten könnte. Im Laufe des Tages schmolz der Vorsprung auch wie erwartet bis er fast weg war. Die Experten fühlten sich bestätigt, und die Topathleten begaben sich wieder zum üblichen Ritual und zum kurzen Schlaf. Als sie am nächsten Morgen losliefen, mussten sie aber hören, dass Cliff Young bis auf eine Stunde Kurzschlaf wieder durchgelaufen war und wieder einen beträchtlichen Vorsprung hatte. Um an die Worte des Stadionsprechers zu Beginn des Rennens anzuschließen: Cliff Young hat seine Mitläufer tatsächlich nicht wieder gesehen. Im Jahr 1983 gewann er den Ultramarathon von Sydney nach Melbourne in der absoluten Rekordzeit von 5 Tagen 15 Stunden und 4 Minuten.

Cliff Young wurde zu einem Nationalhelden, er inspirierte durch seine unbekümmerte Art eine ganze Nation. Er besiegte die besten Langläufer der Welt, deren Ältester gerade einmal halb so alt war wie er. Alle Experten wussten um die eigentlich dringend benötigte Massage zwischendurch und um die 5 Stunden Schlaf pro Nacht, um nicht schlappzumachen. Cliff Young wusste dies nicht. Er setzte sich seine eigenen Grenzen und ließ sich auch von den sogenannten Experten nicht entmutigen. Als er den Siegerpreis von 10.000 Dollar bekam, war er überrascht, denn er wusste nicht, dass es einen Preis gab. Und so verteilte er die Siegesprämie des Ultra-Marathons spontan auf 5 Läufer auf, die bei der Scheckübergabe noch nicht im Ziel waren, denn die hätten es noch vieler härter als er selber, wie er später meinte.

Das Phänomen Cliff Young wurde natürlich genauer untersucht. Man erfuhr, dass er Schafe hütete und gewohnt war, einfach zwei bis drei Tage ohne Pause zu laufen, um die Herde zusammenzuhalten. Natürlich gab es auch einen Trainer – es war seine 81 Jahre alte Mutter. Cliff Young, ein einfacher Landwirt auf einer Schaf-Farm zeigte es allen sogenannten Experten, er ging nach diesem Rennen als eine Legende in den Marathon-Laufsport ein.

Wir sollten uns Cliff Young als Vorbild nehmen und uns nicht von den selbsternannten Sprücheklopfern und Besserwissern unterkriegen lassen. Jeder sollte sich seine Grenzen selbst stecken um seine Ziele zu erreichen!

 

Die Fabel vom Frosch

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Es war einmal ein Wettlauf der Frösche. Das Ziel war es, auf den höchsten Punkt eines großen Turmes zu gelangen. Es versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen und ihre Artgenossen anzufeuern.

Der Wettlauf bagann. In Wirklichkeit glaubte keiner von den Zuschauern daran, dass auch nur ein Frosch auf die Spitze des Turmes gelangen könnte, und alles was man hörte, waren Sätze wie: „Die Armen, sie werden es nie schaffen!““

Die Frösche begannen einer nach dem anderen aufzugeben, außer einem, der weiterhin versuchte, auf die Spitze des Turmes zu klettern.

Die Zuschauer fuhren fort und riefen: „Die Armen! Sie werden es nie schaffen!““ Die Frösche gaben sich geschlagen, außer dem einen, der nicht aufgab.

Endlich hatten alle Frösche ihr Vorhaben abgebrochen – nur jener Frosch hatte alleine und unter großer Anstrengung die Spitze des Turmes erreicht. Die anderen wollten von ihm wissen, wie er das geschafft hatte.

Sie näherten sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu gewinnen.

Da merkten sie, dass er taub war.