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Der Zweite Weltkrieg tobt. Adolf Hitler nutzt seine Macht, um Gefangenenlager zu schaffen. Er will alle Menschen ausschalten, die nicht in sein System passen. Im Alter von 20 Jahren wird Francicso Boix in das Konzentrationslager Mauthausen nach Österreich deportiert. Sein Ziel: Überleben! Dieser menschenunwürdige Ort wird als Kategorie III geführt – Vernichtung durch Arbeit. Der Tod von Häftlingen durch übermäßige Schwerarbeit und mangelhafter Versorgung wird wohlwollend in Kauf genommen. An der Tagesordnung stehen Hunger, Folter, Misshandlungen und Demütigungen, um die Häftlinge zu zermürben. Das Lebensrecht wird ihnen abgesprochen. Als ausgebildeter Fotograf wird Francisco dem Erkennungsdienst zugeteilt. Seine Aufgabe besteht darin, Fotos zu entwickeln, die das Geschehen im Lager festhalten.
Francisco fotografiert Gefangene, Aufseher und hohe Offiziere der deutschen Wehrmacht. Sein Vorgesetzter inszeniert Szenen für die Propaganda der Nationalsozialisten, die das wirkliche Lagerleben nicht widerspiegeln. Selbstmorde von Häftlingen werden vorgetäuscht, um die brutalen Morde der Aufseher zu vertuschen. Francisco ist mit der Kamera dabei. Ihm wird bewusst, dass er Zugang zu einzigartigen Beweisen für Kriegsverbrechen hat. Er beschließt, diese Unterlagen zu sammeln.
Unter Todesgefahr versteckt Francisco Fotos und Negative. In der Tischlerei, in Kaminen und allen möglichen Nischen. Ein paar Helfer nähen sich Beweisstücke in die karge Sträflingskleidung ein. Die Zeit drängt. Als die Alliierten vordringen und sich die drohende Niederlage im Krieg anbahnt, verschlimmert sich die Situation. Das Lager ist überfüllt, die Unterversorgung mit Lebensmitteln steigert das Massensterben. Die Aufseher beginnen mit dem Vernichten von Dokumenten, die das Grauen des Lagers belegen. Nichts sollte auf die Gräueltaten hinweisen, niemand sollte namentlich zur Rechenschaft gezogen werden können. Tausende Zeugen werden umgebracht, um alle Spuren zu verwischen. Die Zahl der Toten wächst so schnell, dass die Krematorien des Lagers nicht mehr mit der Verbrennung der Leichen nachkommen. Francisco setzt sein Leben aufs Spiel, um die Fotos zu retten. Niemand würde das Ausmaß des Grauens je erfassen können, wenn es keine Beweise gibt.
Als das Konzentrationslager am 05. Mai 1945 von amerikanischen Truppen befreit wird, sind die Verantwortlichen geflüchtet. Francisco ist vor Ort – er hält die Befreiung fotografisch fest. Die Zustände sind katastrophal. Die abgemagerten Körper der Überlebenden bestehen nur noch aus Haut und Knochen. Sie führen zu weiteren Todesfällen, weshalb die Freiheit oft nur wenige Stunden dauert.
Im Konzentrationslager Mauthausen und seinen Nebenlagern waren etwa 200.000 Häftlinge inhaftiert. Mehr als 100.000 Menschen sind ums Leben gekommen. Ohne der Fotos von Francisco wären die Opfer gesichtslose Namen auf einem Stück Papier. Die Fotos sind der letzte Lebensbeweis, dass die Männer, Frauen und Kinder wirklich existierten. Francisco ist ein wichtiger Zeuge bei den Kriegsverbrecherprozessen. Die meisten Übeltäter versuchen sich als unschuldig darzustellen – durch die Fotos werden sie überführt. Sie belegen das menschenverachtende Netzwerk der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg.
Francisco stirbt im Alter von 30 Jahren an Nierenversagen – als Folge der Lagerhaft. Durch sein mutiges Handeln wird bis heute eine wichtige Erinnerungskultur am Leben gehalten. Nur wenn wir aus der Vergangenheit lernen, können wir eine menschenfreundliche Zukunft gestalten.
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Francisco Boix: Der Fotograf von Mauthausen
Einzelnachweise (abgerufen am 01.11.2024):
1. www.nachrichten.at – Der Fotograf der Hölle
2. www.zeitungderarbeit.at – Mauthausen-Fotograf Francisco Boix
3. Francisco Boix

