Sein letzter Tag

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Es war einmal ein erfolgloser Handelsvertreter, welcher mit sich selbst, seinen Beziehungen und mit seinem Geschäft mehr als unzufrieden war. Seine Frau wollte sich von ihm scheiden lassen und ein riesiger Schuldenberg lastete auf seinen Schultern. Er war mutlos und hatte keine Hoffnung mehr in seinem Leben. Als er eines Abends Bilanz über sein bisheriges Leben zog, beschloss er, sich am Wochenende, am übernächsten Tag, umzubringen. Nach diesem Entschluss sah er dem nächsten und somit letzten Tag in seinem Leben gelassen entgegen.

Foto von Simon Vougioukas

 
Als sein letzter Tag endlich anbrach, war er sehr erleichtert. Froh über das nahe Ende seines leidvollen Lebens, genoss er an diesem Tage in Ruhe sein Frühstück und fand sogar liebe und lobende Worte für seine Frau. Gut gelaunt verabschiedete er sich und machte noch einen Umweg zu alten Freunden, für welche er schon Jahre keine Zeit mehr hatte. Hier hatte er sehr viel Spaß und er nahm sich auch einige Minuten, um sich die diversen Probleme anzuhören. Auf dem Weg in sein Geschäft genoss er die wärmende Sonne, durch seinen regelrecht glücklichen Gesichtsausdruck lächelten ihn viele Menschen an, was er sehr wohlwollend zur Kenntnis nahm. In der Arbeit kümmerte er sich ganz besonders herzlich um seine Kunden. Ohne jeden Druck, seine Produkte verkaufen zu müssen, genoss er zum ersten Mal seinen Job. Er nahm Rücksicht auf die Bedürfnisse seiner Kunden und präsentierte die Produkte nach seiner ehrlichen Meinung.

Als er am Abend Kasse machen wollte, stellte er zur Überraschung fest, dass an diesem Tag ein riesiger Gewinn gemacht worden war. Zu Hause empfing ihn seine Frau wie in den Anfangszeiten seiner Ehe und servierte ihm mit größter Aufmerksamkeit sein Lieblingsessen. In der kommenden Nacht erkannte er, dass es eigentlich keinen Anlass mehr für seinen geplanten Selbstmord gab.

Der Grund dafür war sehr einfach. Er hatte seine Einstellung zum Leben geändert und das Leben hatte es ihm gedankt. So beschloss er, von nun an jeden Tag als seinen „letzten Tag“ auf Erden zu leben und wurde damit sehr glücklich.

Ray Charles -– Ein blinder Musiker wird zur Legende

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Ray Charles wurde am 23. September 1930 in der Stadt Albany (US-Bundesstaat Georgia, USA) geboren und wuchs in armseligen Verhältnissen auf. In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten hatten die Menschen hart zu kämpfen, um irgendwie über die Runden zu kommen. So gab es in der baufälligen Unterkunft, wo Ray Charles aufwuchs, auch kein fließendes Wasser. Bereits im Alter von fünf Jahren hatte er einen schweren Schicksalsschlag zu überwinden, als er hilflos mitansehen musste, wie sein kleiner Bruder in einer Wäschewanne ertrank. Nur wenige Monate später folgte die nächste Schreckensnachricht, als Ray Charles an einem Glaukom (Grüner Star) erkrankte. Da man sich keine ärztliche Behandlung leisten konnte, erblindete er im Alter von sieben Jahren vollständig. Ray Charles musste sich nun plötzlich in einer für ihn finsteren Welt zurechtfinden, welche noch dazu von einer problematischen Rassentrennung beherrscht wurde. Schwarze wurden unterdrückt und in vielen Lebensbereichen ausgegrenzt, für den dunkelhäutigen Ray Charles waren dies keine guten Zukunftsaussichten.

Die Mutter tat alles für ihren Sohn, um ihn so selbstständig wie möglich zu erziehen. Ray Charles musste im Haushalt mithelfen und durfte sich auch außerhalb des Hauses frei bewegen, damit er lernte, mit seiner Behinderung richtig umzugehen. Ray Charles schaffte es bald durch sein feinfühliges Gehör, sich in der Umgebung orientieren zu können. Er hatte eine Vorliebe für Musik und hörte sich in nahegelegenen Kneipen immer wieder Blues-Platten an. Als ihn seine Mutter in eine Blindenschule schickte, konnte er seine musikalischen Fähigkeiten weiterentwickeln. Er lernte Klavier und Klarinette zu spielen, zudem brachte er sich das Spiel mit dem Saxophon selbst bei. Ray Charles sang auch in einem kleinen Gospelchor mit und zeigte trotz seiner Sehbehinderung unglaubliches Talent, die Musik wurde nun zu seinem wichtigsten Lebensinhalt.

Foto von ABC Records

Kurz vor seinem 15. Geburtstag starb jedoch unerwartet seine Mutter, welche die wichtigste Bezugsperson in seinem Leben gewesen war. Ray Charles brach daraufhin die Schule ab und versuchte, seinen Lebensunterhalt mit Musik zu verdienen, aber als dunkelhäutiger und noch dazu blinder Musiker hatte er einen schweren Stand. Immer wieder geriet er in Rassenkonflikte, wo er als Schwarzer aber ständig in der weißen Gesellschaft benachteiligt wurde. Ray Charles hatte hart zu kämpfen, er verbesserte aber seine Fähigkeiten am Klavier und auch seine Stimme beständig weiter. Er konnte kleinere Nebenjobs als Sänger ergattern und kam ab und zu bei Musikbands unter. Mit der mickrigen Gage konnte er sich aber kaum über Wasser halten und hatte oft nicht genug Geld, um sich das Essen leisten zu können.

Ray Charles: „„Ich war ganz allein, weil meine Mutter starb. Ich hatte die Musik und arbeitete für jeden, der zahlte““

Im Alter von 17 Jahren übersiedelte Ray Charles nach Seattle (Nordwesten USA), um seine Karriere als Musiker voranzutreiben. Bettelarm und ohne Augenlicht musste er sich nun in einer fremden Stadt zurechtfinden, aber er ließ sich dadurch nicht entmutigen. Er wusste, dass es dort Bars gab, welche die ganze Nacht offen hatten und wo er als Sänger und Pianist tätig sein konnte. Er gründete seine erste eigene Band und tourte durch die Nachtclubs, wo er sich durch sein außergewöhnliches Talent schnell einen guten Namen machte. Als die ersten Schallplatten aufgenommen wurden, kamen diese bei den Menschen so gut an, dass sie alle sehr schnell verkauft wurden. Große Plattenfirmen wurden nun auf den blinden Sänger aufmerksam und dies war der Startschuss für eine große Musikkarriere. Ray Charles sang und spielte seine Lieder mit sehr viel Gefühl, aber er war auch Perfektionist, denn es musste jede Kleinigkeit passen, genauso wie die Mitglieder in seinem Ensemble.

Ray Charles: „„Ich kann eine Menge ertragen, aber auf keinen Fall Leute, die ihr Instrument nicht beherrschen““

Ray Charles begann systematisch, seinen eigenen Musikstil zu entwickeln. Wagemutig kombinierte er Blues, Country, Rhythm & Blues und Gospelelemente wie er es für richtig erachtete und stürmte mit dieser neuen Musikrichtung die Hitparaden im ganzen Land. Er begann überall auf der Welt große Tourneen zu spielen und stieg zu einem echten Superstar in der Musikbranche auf. Zudem setzte er sich gegen die Rassentrennung ein und verlangte bei jedem Konzert, dass alle Menschen durcheinander saßen, egal ob schwarze oder weiße Hautfarbe, ohne jede Bevorzugung. Er wollte seine Musik für jeden Menschen spielen, der sie hören wollte.

Ray Charles: „„Ich versuche Gefühle zu erzeugen, so dass die Leute eine Gänsehaut bekommen““

Ray Charles revolutionierte mit seiner neuen Stilrichtung die gesamte Musikwelt und galt als Wegbereiter für die Soulmusik. Er schaffte es, als schwarzer Musiker zu der weißen Hörerschicht durchzudringen und ging dadurch als eine Legende in die Musikgeschichte ein.

Ray Charles starb am 10. Juni 2004 im Alter von 73 Jahren. Er weigerte sich stets, einen Blindenhund oder einen Blindenstock zu benutzen, trotzdem fand er immer den richtigen Weg.

Ray Charles: „„Für das, was in meinem Leben wichtig ist, brauche ich nicht unbedingt zu sehen““

Mario Galla – Das einbeinige Model

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Mario Galla wurde am 02. Juli 1985 geboren und litt seit seiner Geburt an einer starken Oberschenkelverkürzung, er musste bereits als kleines Kind Prothesen tragen. Er sah sich aber nie als Opfer sondern versuchte immer die Dinge zu tun, die auch gesunde Kinder machten. Doch seine Mutter musste lange kämpfen, um von der Krankenkasse eine spezielle Prothese zu bekommen, mit welcher er auch Sport betreiben konnte. Mario Galla bekam nach langer Auseinandersetzung diese Prothese und spielte voller Begeisterung Basketball oder auch Fußball.

Mario Galla: „Im Sport hatte ich immer eine Eins, und das in Konkurrenz zu nicht-behinderten Menschen“

Mario Galla bestritt sein Leben genauso wie jeder andere Mensch und sah seine Behinderung nie als Nachteil an. Trotzdem gab es immer wieder Menschen, die ihn wegen seiner Behinderung benachteiligten, aber Mario Galla versuchte, diese nicht ernst zu nehmen und weiter seinen Weg zu gehen. Eines Tages stand er bei einem Schnellimbiss, als ihn plötzlich ein Modelscout ansprach. Mario Galla erhielt eine Einladung zu einem Casting, aber was der Talentsucher nicht sah war die Beinprothese, die sich unter der Hose befand. Mario Galla musste nun eine mutige Entscheidung treffen, denn er wusste, dass die Welt der Models perfekt war und Menschen mit einer Behinderung in dieser Branche so gut wie keine Chancen hatten.

Mario Galla traf die kühne Entscheidung, dieses Casting zu besuchen. Da er ansonsten perfekte Modelmaße besaß, wurde er tatsächlich von dieser Agentur engagiert. Als er dann seine Beinprothese öffentlich machte, war die Überraschung zwar groß, aber man glaubte trotzdem weiterhin an Mario Galla, der eine große Ausstrahlung besaß. Am Anfang bekam er so gut wie keine Aufträge, doch plötzlich erhielt er seinen ersten großen Job für Hugo Boss, einem weltberühmten Bekleidungshersteller. Mario Galla überzeugte bei diesem Auftrag mit Ausstrahlung und Leidenschaft, seine Behinderung geriet dabei in den Hintergrund.

Mario Galla: „Ich stelle für viele einen Risikofaktor dar, weil wenige über Erfahrungswerte mit Menschen verfügen, die ein Handicap haben“

Mario Galla kämpfte weiter, obwohl ihm die Behinderung immer wieder Jobs kostete und er abgelehnt wurde. Mit der Zeit konnte er sich aber aufgrund seines großen Talents einen Namen in der Branche machen und erhielt nun vermehrt Aufträge für Jobs. Er wurde für die Fashion Week in Berlin gebucht und sorgte hier für eine Sensation, denn er lief tatsächlich in kurzen Hosen mit seiner Beinprothese über den Laufsteg. Aber Mario Galla überzeugte auch hier durch einen würdevollen und abgeklärten Lauf, obwohl er nur so umringt war von erstaunten Zuschauern.

Mario Galla schaffte kurz darauf seinen internationalen Durchbruch, er wurde von bekannten Designern gebucht und lief bald in Mailand oder in Paris. Durch seinen positiven Umgang mit seiner Behinderung wurde er zum Vorbild für viele Menschen auf der Welt, die ebenfalls mit einer Behinderung fertig werden müssen. Mario Galla gibt ihnen Mut und Zuversicht, sich trotz Benachteiligung nicht unterkriegen zu lassen und immer das Beste aus seinem Leben zu machen.

Mario Galla: „Mich rührt es, wenn mir jemand schreibt, dass ich ihm Mut mache“

Alessandro Zanardi – Der beinamputierte Rennfahrer

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Alessandro Zanardi wurde am 23. Oktober 1966 in Bologna (Italien) geboren und begeisterte sich schon sehr früh für den Automobilsport und für schnelle Autos. Er startete bei verschiedenen Rennserien und war bald sehr erfolgreich, unter anderem auch in den USA. Im Alter von 25 Jahren schaffte er den Sprung in die Königsklasse des Automobilsports und fuhr in der Formel 1. Nach mehreren Wechseln startete er wieder in der Champ Car Serie, wo er bereits viele Erfolge feiern konnte. Am 15. September 2001 kam es auf dem Lausitzring in Deutschland, wo er als Führender nur mehr wenige Kilometer bis zum Ziel hatte, zu einem folgenschweren Unfall.

Als Alessandro Zanardi aus der Boxenstraße fuhr, verlor er die Kontrolle über seinen Wagen und er begann sich zu drehen. Der nachfolgende Bolide konnte nicht mehr ausweichen und krachte mit über 300 km/h in den Wagen von Alessandro Zanardi. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Wagen in zwei Teile gerissen, überall flogen Teile des Boliden in alle Richtungen davon. Plötzlich war es ganz still unter den Zuschauern, denn nach diesem Horrorunfall war es mehr als wahrscheinlich, dass es nicht nur Teile des Autos von Alessandro Zanardi waren, die durch die Luft flogen.

Alessandro Zanardi wurde schwer verletzt in das nächste Krankenhaus gebracht, dass er nach diesem Unfall noch am Leben war, grenzte an ein Wunder. Er verlor bereits sehr viel Blut und erlitt auf dem Weg ins Krankenhaus mehrere Herzstillstände, jedes Mal wurde er im letzten Moment wieder zurückgeholt ins Leben. Im Krankenhaus kämpften die Ärzte in einer mehrstündigen Notoperation um das Leben von Alessandro Zanardi, der bereits mehr Tod als am Leben war. In einem unfassbaren Kampf konnten die Ärzte das Leben von Alessandro Zanardi retten, jedoch mussten seine zwei Beine amputiert werden. Der Zustand des Rennfahrers stabilisierte sich langsam, obwohl die Situation weiterhin kritisch war. In den nächsten Wochen und Monaten musste Alessandro Zanardi viele weitere Operationen über sich ergehen lassen, um wieder halbwegs gesund zu werden. Die psychische Belastung war enorm, denn auf einmal musste er ohne Beine sein Leben bestreiten.

Alessandro Zanardi: „Ich habe mir gedacht, das war’s. Jetzt bringe ich mich um“

Bereits im Krankenhaus fasste Alessandro Zanardi aber wieder neuen Mut, denn er beobachtete andere Patienten mit Prothesen, die ebenfalls ohne Beine wieder aufstehen konnten. Langsam kehrte sein Lebenswille wieder zurück und er begann wieder optimistisch in die Zukunft zu blicken. Unterstützt von seiner Familie trainierte Alessandro Zanardi härter als je zuvor, um seinen kraftlosen Körper wieder in Form zu bringen. Zahlreiche Rückschläge mit den Prothesen steckte er weg, denn er hatte einen Traum, und nichts konnte ihn davon abbringen, diesen Traum zu verwirklichen. Er wollte wieder zurück auf die Rennstrecke, zurück zu seiner großen Leidenschaft.

Alessandro Zanardi: „Ich habe von Anfang an automatisch daran gedacht, wie ich all das, was ich vorher machen konnte, jetzt wieder machen kann“

Nicht einmal zwei Jahre nach seinem schrecklichen Unfall kehrte Alessandro Zanardi an den Ort zurück, welcher sein Leben für immer verändert hatte. Unter tosendem Applaus der Zuschauer fuhr er die fehlenden Runden fertig und beendete somit seinen abgebrochenen Lauf. Er fuhr in einem extra für ihn umgebauten Rennwagen, er schaffte es tatsächlich durch langes Training, die Bremsen mit einer Prothese zu bedienen. Er fuhr dabei so gute Rundenzeiten, dass er später wieder professionell an der Tourenwagen-Weltmeisterschaft teilnahm und sogar wieder Rennen gewann. Und dies ohne Beine, mit der Hand konnte er Gas geben, die Bremse bediente er mit der Prothese. Er verwirklichte seinen Traum von einer Rennkarriere, obwohl er keine Beine mehr dazu hatte. Alessandro Zanardi schaffte es zudem noch in einem für ihn umgebauten Formel-1-Wagen Runden zu fahren. Er war somit der erste beinamputierte Rennfahrer überhaupt, der ein Formel-1-Fahrzeug lenken durfte.

Alessandro Zanardi: „Viele glauben, dass das Leben ohne Beine vorbei ist. Verdammt noch mal, das ist es aber nicht. Die größte Herausforderung ist, das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen“

Alessandro Zanardi war wieder ein glücklicher Mensch. Er hatte eine liebende Familie, er konnte mit dem Auto fahren, Skifahren und sonst alle möglichen Sportarten ausüben. Nach seiner Motorsportkarriere setzte sich Alessandro Zanardi wieder neue Ziele in seinem Leben, und so begann er mit einem Handbike zu trainieren. Das Handbike war vergleichbar mit einem Liegerad, welches nur durch die Arme angetrieben wurde. Alessandro Zanardi entdeckte durch diesen Sport eine neue Leidenschaft und er trainierte jeden Tag, um seine Arme zu stärken. Bei den Paralympischen Sommerspielen 2012 in London schafft er das Unfassbare, er holte sich im Einzelzeitfahren tatsächlich die Goldmedaille und wurde zum strahlenden Olympiasieger.

Alessandro Zanardi wurde durch den positiven Umgang mit seiner Behinderung zum Vorbild für die Menschen auf der ganzen Welt. Trotz seines Schicksals kämpfte er sich in bewundernswerter Weise wieder zurück ins Leben, mit einem starken Willen und einer unglaublicher Lebensfreude.

Alessandro Zanardi: „Jeder hat die Fähigkeit, in einer schlimmen Situation zu sagen: Okay, jetzt muss ich weitermachen mit dem, was mir geblieben ist. Und siehe da: Die Hölle ist gar nicht so hässlich, wie man dachte“

José Feliciano -– Das berühmteste Weihnachtslied der Welt

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José Feliciano wurde am 10. September 1945 in Puerto Rico (kleiner Inselstaat in der Karibik) als Kind armer Eltern geboren. Aufgrund eines erblich bedingten grünen Stars war er seit seiner Geburt blind, ein Leben voller Benachteiligungen und Armut war für ihn vorprogrammiert. Da half auch sein musikalisches Talent nichts, da er bereits als Dreijähriger rhythmisch auf Keksdosen trommeln konnte. 1950 übersiedelte die Familie in ein armes Viertel nach New York, wo sie unter ärmsten Verhältnissen ums Überleben kämpfen musste.

José Feliciano war durch seine Blindheit stark benachteiligt und verbrachte viele einsame Stunden in seinem Zimmer. Seinen einzigen Trost fand er in der Musik, die für ihn in seinem zurückgezogenen Leben den einzigen Lichtblick darstellen sollte. Stundenlang hörte er Musik im Radio oder hörte sich alte Schallplatten an. Er beschäftigte sich mit vielen verschiedenen Musikinstrumenten, am liebsten war ihm aber die Gitarre, auf welcher er wie ein Besessener Tag und Nacht übte. Obwohl er als blindes Kind keine Noten lesen konnte, beherrschte er das Gitarrenspiel bald so perfekt, dass es viele Freunde der Familie erstaunte. Und José Feliciano wollte mehr. Er wollte nicht, nur weil er blind war, von der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Im Alter von 17 Jahren traf er die Entscheidung, die Schule zu verlassen, um sich nun voll und ganz auf die Musik konzentrieren zu können und um Geld für seine Familie verdienen zu können. Er spielte vorwiegend auf der Straße und trat in verschiedenen Cafés und Clubs auf. Das bisschen Geld, welches er dabei verdiente, reichte gerade aus, um irgendwie über die Runden zu kommen. Aber José Feliciano liebte die Musik und begeisterte mit seiner unglaublichen Leidenschaft für den Gesang und mit seinem Gitarrenspiel immer wieder die Menschen. Und so kam es, dass bei einem seiner Auftritte ein Talentsucher im Publikum saß, der eigentlich einen anderen Musiker testen wollte. Dieser war aber von dem außergewöhnlichen und erstaunlichen Auftritt von dem blinden Sänger so begeistert, dass er ihn sofort unter Vertrag nahm um mit ihm eine Platte zu produzieren.

Durch seinen ausdrucksvollen Musikstil hatte José Feliciano bald eine unglaublich große Fangemeinde, denn es gab keinen anderen Musiker, der mit so viel Herz und Hingabe diesen Beruf ausübte. In den nächsten Jahren folgten zahlreiche Hits wie zum Beispiel „Che Sara“, die den blinden Musiker international bekannt machten. Und José Feliciano war ein lebensfroher Mann, der sich durch sein Schicksal, blind zu sein, nicht unterkriegen ließ.

Auf seinem Computer las er in Brailleschrift (Blindenschrift) Bücher, er verschickte selbstständig E-Mails und textete Lieder. José Feliciano war ein sehr einfallsreicher Mann, zum Beispiel schaute er sich mit Vorliebe Baseball-Spiele im Stadion an. Er konnte zwar das Spiel nicht sehen, aber er nahm sich immer ein kleines Radio mit, damit er die Kommentare des Sportreporters hören konnte, und so wusste er immer, was gerade am Spielfeld geschah und konnte zusätzlich die Stimmung im Stadion genießen.

José Feliciano verkaufte weltweit mehr als 100 Millionen Tonträger, er erhielt mehrere Grammy Awards und wurde mit einem Stern auf dem berühmten Hollywood „Walk of Fame“ geehrt. Der Musiker komponierte viele weltberühmte Hits, aber ein Lied schafft es zur Weihnachtszeit bis heute immer wieder in die Herzen der Menschen.

Mit dem Lied „Feliz Navidad“ („Frohe Weihnachten“) schaffte er eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Es zählt bis heute zu den bekanntesten Weihnachtsliedern auf der ganzen Welt und steht wie kein anderes Lied für ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest. Wann immer „Feliz Navidad“ gespielt wird, hebt es die Stimmung der Menschen. Dieses Lied steht aber nicht nur für fröhliche Weihnachten, sondern auch für einen Mann, der es aus bitterster Armut und trotz seiner Blindheit zu einem weltberühmten Künstler schaffte. José Feliciano war aufgrund des Erfolges von dem Weihnachtslied etwas überrascht, aber er wusste, dass alles im Leben möglich ist, wenn man nur an sich selbst glaubt.

Trotz seiner Behinderung glaubte José Feliciano immer an sich und schaffte es aus eigener Kraft zu einem gefeierten Musikstar. Er meisterte alle Hindernisse, die ihm in den Weg gelegt wurden, und ist durch seine Lebenseinstellung Vorbild für viele Menschen auf der ganzen Welt.

José Feliciano: „“Ich musste mir beweisen, dass ich alles, was ich mir vornahm, auch erreichen konnte. Und das habe ich getan. Ich glaube, sobald die Leute gemerkt haben, was ich kann, haben sie mich auch nicht mehr als blinden Menschen gesehen““

Fauja Singh – Der 100-jährige Marathonläufer

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Fauja Singh wurde am 01. April 1911 als Sohn eines armen Bauern in Indien geboren. Ohne richtige Schulausbildung musste er unter schwierigsten Bedingungen in der Landwirtschaft helfen und dies war auch sein Lebensinhalt. In seiner Jugend war er ein talentierter Läufer gewesen und nahm an diversen kleineren Rennen teil, aber die Zeiten waren alles andere als einfach. Fauja Singh erlebte die damalige britische Besatzung des Landes und die großen Taten von Mahatma Gandhi hautnah mit, und auch die Unabhängigkeit Indiens im Jahre 1947. Sein Hobby das Laufen konnte er aber nur kurz ausüben, denn in späterer Folge musste er sich um seine Frau und seine Kinder kümmern. Als hart arbeitender Farmer schuftete er von früh bis spät, um seine Familie ernähren zu können. Bis zum Alter von 81 Jahren war dies seine wichtigste Aufgabe gewesen, als plötzlich ein schrecklicher Schicksalsschlag dieses Leben beenden sollte.

Durch einen tragischen Unfall verlor er seine geliebte Frau. Fauja Singh verfiel in eine tiefe Lebenskrise, und so zog er zu einem seiner Söhne nach London, um sein Leben wieder neu ordnen zu können. Aber das westliche Leben war nicht leicht für einen Mann, der Zeit seines Lebens als einfacher Bauer gearbeitet hatte. Fauja Singh war sehr einsam, bis er sich an vergangene Zeiten erinnerte, wo er in seiner Jugendzeit ein begeisterter Läufer gewesen war. Und so fasste er den unglaublichen Entschluss, nach einer sportlichen Auszeit von über 70 Jahren wieder mit dem Laufen anzufangen. Er begann regelmäßig zu trainieren, obwohl ihn die Leute wegen seines hohen Alters für verrückt hielten. Aber Fauja Singh war dies egal, er hatte wieder einen Sinn in seinem Leben gefunden und war seit langer Zeit wieder richtig glücklich.

Fauja Singh: „„Gott hat mir die Begabung gegeben zu laufen, also bin ich eben gelaufen““

Fauja Singh steigerte sein Laufpensum immer mehr und lief bereits bis zu 16 Kilometer pro Tag, wobei er eine Mischung aus Laufen und Gehen betrieb. Wenn er einmal einen Müdigkeitseinbruch hatte, was in seinem Alter durchaus vorkommen konnte, dann übertrieb er nicht und nahm mit seiner Busfahrkarte einfach den Bus. Aber Fauja Singh hatte einen starken Ehrgeiz und hielt trotz seines bereits hohen Alters sein Lauftraining beständig durch. Und so beendete er im Jahr 2000 im Alter von bereits 89 Jahren in London seinen ersten ganzen Marathon (42,195 Kilometer). Ein unglaublicher Erfolg, dem ihm nicht wirklich jemand zugetraut hatte. Aber es gab am Anfang seiner Karriere auch unschöne Szenen. Als er im November 2003 den New York Marathon bestritt, der kurz nach dem furchtbaren Terroranschlag auf das World Trade Center (9/11) stattfand, wurde er während seines Laufes immer wieder als „Bin Laden“ (Anführer der Anschläge in Amerika) beschimpft, weil Fauja Singh immer mit seinem Turban lief. Aber der beherzte Inder steckte dies weg und ließ sich trotz der Erniedrigungen der Leute nicht davon abhalten, auch diesen international anerkannten Marathon erfolgreich zu absolvieren.

Foto von Mithrandirthewise

Sein Meisterwerk schaffte er jedoch am 16. Oktober 2011 in Toronto (Kanada), als er als erster Hundertjähriger und somit als ältester Mensch einen Marathon erfolgreich beenden konnte. Dieses Ziel hatte er immer erreichen wollen, und er schaffte dies ohne irgendeine ärztliche Betreuung. Tausende Zuschauer feuerten Fauja Singh an, der bei diesem Rennen mit einem Turban und der passenden Startnummer „100“ lief. Mittlerweile war er eine Berühmtheit unter den Marathonläufern geworden und fand viele neue Freunde, wodurch er seine Lebenskrise schon lange überwinden konnte.

Fauja Singh: „„Laufen hält mich gesund und motiviert““

Ein unscheinbarer Mann aus Indien war bis zu seinem 81. Lebensjahr als einfacher Landwirt tätig. Durch das Schicksal und seiner Leidenschaft für den Laufsport schaffte er innerhalb kürzester Zeit seinem Leben einen neuen Sinn zu geben und startete eine unglaubliche Laufkarriere. In seiner Altersklasse stellte er mehrere Weltrekorde auf und schaffte es als ältester Mensch zum ersten Mal einen Marathon beenden zu können. Zusätzlich wurde er von der Firma „Adidas“ für eine weitreichende Werbekampagne engagiert, seine Teilnahme an verschiedenen Rennen nutzte er außerdem dazu, Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. Mittlerweile brachte er seine Biografie mit dem Titel: „Tornado mit Turban“ heraus und sogar die englische Queen gratulierte ihm mit einer Grußkarte zu seinem 100. Geburtstag. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte eines bescheidenen Farmers, doch was ist das Geheimnis seines Erfolges?

Fauja Singh ist schon immer ein einfacher Mann gewesen. Er leistet sich nie ein Luxusleben und ist an materiellen Dingen wenig interessiert. Er ernährt sich gesund und hat generell eine ausgeglichene Lebensweise. Er raucht nicht und trinkt auch keinen Alkohol. Er fühlt sich gut und unabhängig, hat immer genug zu essen und ein Dach über den Kopf. Er blickt optimistisch in die Zukunft und setzt sich immer wieder neue Ziele, die seinem Leben neuen Sinn geben. Er steckt trotz seines hohen Alters voller Tatendrang und zeigt mit seiner Einstellung, dass man alles im Leben erreichen kann, egal wie alt man ist. Man muss nur an sich selbst und den Erfolg glauben, egal was andere Menschen denken.

Fauja Singh: „“Ältere sollten viel lachen, stressfrei leben und sich von der Vorstellung lösen, alt zu sein““

Steine, Kiesel, Sand

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Ein Lehrer versuchte seinen Schülern durch ein praxisbezogenes Beispiel das wirkliche Leben zu vermitteln. Als der Unterricht begann, nahm er ein großes leeres Glas und füllte es bis zum Rand mit großen Steinen, anschließend fragte er seine Schüler ob das Glas voll sei. Natürlich stimmten sie ihm zu.

Der Lehrer nahm nun eine Schachtel mit Kieselsteinen, schüttete sie in das Glas und schüttelte es leicht. Die Kieselsteine rollten natürlich in die Zwischenräume der größeren Steine. Dann fragte er seine Schüler erneut ob das Glas jetzt voll sei. Sie stimmten wieder zu.

Der Lehrer kramte einen weiteren Behälter hervor, diesmal mit Sand gefüllt und schüttete ihn in das Glas. Sofort füllte der Sand die letzten Zwischenräume im Glas aus. Nun sagte der Lehrer zu seinen Schülern: „“Dieses Glas sollte so sein wie Ihr Leben!““

„“Die STEINE sind die wichtigsten Dinge im Leben. Ihre Gesundheit, Ihr Partner, Ihre Kinder, Ihre Freunde. Dinge, die – wenn alles andere wegfiele und nur sie übrig bleiben würden – Ihr Leben immer noch erfüllen würden.

Die KIESELSTEINE sind andere, schon weniger wichtige Dinge. Ihre Arbeit, Ihre Wohnung, Ihr Haus oder Ihr Auto.

Der SAND symbolisiert die kleineren Dinge im Leben, die untergeordnet und nebensächlich sind.““

Der Lehrer ließ nun seine Worte ein wenig wirken, trat vor seine Schüler und sagte abschließend in einem ruhigen Ton: „“Achten Sie zuerst auf die großen Steine, sie sind es, die wirklich zählen im Leben. Wenn Sie den Sand oder die Kieselsteine zuerst einfüllen, bleibt kein Platz mehr für die großen Steine. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Familie und Ihre Freunde, achten sie auf Ihre Gesundheit. Es wird noch genug Zeit bleiben für Ihre Arbeit und Ihre Hobbys. Und der Rest ist nur Sand.“

 

Der Bauer und der Millionär

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Ein erfolgreicher Unternehmer war gerade im Ausland unterwegs um an wichtigen Konferenzen teilzunehmen. In der wenigen Freizeit beschloss er einmal, einen naheliegenden Marktplatz zu besuchen, um sich mit dem lebendigen Treiben dort ein wenig Abwechslung zu gönnen. Da stach ihm ein Obststand ins Auge, wo frische Äpfel angeboten wurden. Er fragte den Bauern wie er es schaffte, so schöne und große Äpfel herzustellen. Aber der Bauer entgegnete nur dass er einen kleinen Obstgarten besaß und diesen hegte und pflegte so gut es ging. Als der Unternehmer in einen dieser Äpfel biss konnte er es kaum fassen, noch nie hatte er einen so geschmackvollen und saftigen Apfel gegessen. Er gratulierte dem Bauern für seine Äpfel und versprach, morgen wiederzukommen. Ab der unscheinbare Bauer antwortete nur, dass er nur diesen einen Tag am Markt war um seine Äpfel zu verkaufen. Dies reichte aus, um seine Familie zu ernähren, wie er meinte.

Der Unternehmer schüttelte aber nur den Kopf: „“Aber was machen sie den Rest der Woche? Sie könnten mit ihren köstlichen Äpfeln viel Geld verdienen wenn sie öfters hier am Markt wären.““

Der Bauer antwortete: „„Ich schlafe aus, spiele mit meinen Kindern, verbringe Zeit mit meiner Frau, spiele mit meinen Freunden Karten, gehe spazieren im Dorf und genieße die ruhige Zeit in der schönen Landschaft.““

Der Unternehmer erwiderte: „“Sie sollten mehrere Obstgärten besitzen um damit mehr von diesen köstlichen Äpfeln verkaufen zu können. Mit dem größeren Gewinn könnten sie sich größere landwirtschaftliche Geräte kaufen um noch mehr Äpfel ernten zu können. Sie könnten in die Stadt gehen um eine große Firma zu gründen und ihre Äpfel erfolgreich ins Ausland exportieren. Ich könnte sie beraten, und in ein paar Jahren sind sie so wie ich ein erfolgreicher Unternehmer und Millionär!““

Der Bauer hörte sehr aufmerksam zu, nach einer kurzen Nachdenkpause fragte er schließlich: „„Wenn ich das alles erreicht habe und Millionär geworden bin, was soll ich dann machen?““

Der Unternehmer prahlte voller stolz: „“Dann hören Sie auf zu arbeiten! Sie könnten Ihr Leben so leben wie sie wollen, mit Ihren Kindern spielen, Zeit mit Ihrer Frau verbringen, mit Ihren Freunden Karten spielen, spazieren gehen und einfach die ruhige Zeit genießen.““

 

Schlechte Angewohnheiten führen nicht zum Ziel

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Eine alleinstehende Frau ist Kettenraucherin, lebt alleine und hat aufgrund ihrer bereits stark braunen Zähne kein Selbstvertrauen neue Bekanntschaften zu schließen. Sie ist unglücklich und wünscht sich unbedingt einen Partner an ihrer Seite. Sie raucht weiterhin viel zu viel.

Ein Schüler hat starkes Übergewicht. Er wünscht sich nichts sehnlicher als in der Fußballmannschaft als Stürmer viele Tore zu schießen und nicht immer nur auf der Ersatzbank zu sitzen. Er ist unzufrieden und gibt dem Trainer die Schuld dass er nicht spielt. Er geht weiterhin täglich zu Mc Donald’s und nascht viele Süßigkeiten.

Ein Mann ist Alkoholiker und trinkt sehr viel. Seine Frau hat ihn deswegen mit dem gemeinsamen Kind verlassen. Er wünscht sich unbedingt seine Familie wieder zurück. Er hasst sein Leben und bemitleidet sich selbst. Er trinkt weiter.

Jeder Mensch hat irgendein Laster oder eine schlechte Angewohnheit. Wir müssen unser nicht gewolltes Verhaltensmuster ändern, oder wir landen immer wieder dort, wo wir schon waren.

Lara Sanders – Einfach davongeflogen

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Das alte Leben hinter sich lassen und einfach neu beginnen – wer hat davon nicht schon einmal geträumt? Lara Sanders hat es getan. Einfach so und spontan. Und niemand wusste davon.

Anstatt zur Arbeit als TV-Moderatorin zu fahren, fuhr sie zum Flughafen. Den zehnten Flug auf der Anzeigetafel wollte sie nehmen, egal wohin sie dieser Flug auch bringen würde. Und so buchte sie auch den zehnten Flug- auf eine kleine Karibikinsel namens Dominica. In der Straßenbahn kündigte sie noch ihren sicheren Job, sie lässt München zurück, ihren Mann, ihre Eltern und ihre Freunde.

Lara Sanders: „„Ich hatte in dem Moment einfach das Gefühl, es tun zu müssen““

Sie fühlte sich schon seit langem unverstanden, lebte in einer Welt, in der sie sich nicht wirklich wohlfühlte. „Du kannst nicht glücklich werden, wenn du die Ziele anderer lebst!“ Durch diesen Satz von der Großmutter in den Ohren wagte sie den Schritt, nach Dominica, einer kleinen, noch unerschlossenen Insel auszuwandern. Anstatt Touristen gab es hier nur gefährliche Schlangen. Sie war überzeugt, dass das Schicksal sie lenken wird. Vor dem Abflug musste sie noch Waschzeug und Klamotten kaufen, denn schließlich war sie auf der Flucht. Als der Flieger abhob hatte sie das Gefühl, seit Jahren nicht geschlafen zu haben. Doch endlich durfte sie ihren Motor abstellen.
…

Als Kind hatte sie schon davon geträumt, eine berühmte Filmemacherin zu werden, aber ihre Drehbücher haben bis dahin niemanden interessiert. Bis das Schicksal auf dieser kleinen Insel mit ca. 70.000 Einwohnern seinen Lauf nahm…

Sie wurde beinahe von einem Auto überfahren. Der Mann hinter dem Steuer war der 78-Jährige Daniel Rundstroem, ein Abenteurer und ehemaliger Pilot. Lara Sanders und er kamen ins Gespräch, denn sie teilten das gleiche Schicksal. Auch er hatte für seinen Traum, ein eigenes Flugzeug zu bauen um damit bei einer Flugshow in Florida zu starten, seine Familie aufgegeben. Lara Sanders war begeistert von dem Mann, und beschloss, aus seiner Geschichte ihren ersten Dokumentarfilm zu drehen. Dazu kam noch Rainstar, ein kleiner karibischer Indianer, der Pilot werden wollte. Drei höchst unterschiedliche Menschen, die aber ähnliche Sehnsüchte hatten, ihre Träume zu verwirklichen.

Statt der geplanten sechs Wochen dauerten die Dreharbeiten fast dreieinhalb Jahre. Und auch die Kosten gerieten aus den Fugen, Lara Sanders musste alles zu Geld machen, was sie besaß, um ihren Traum verwirklichen zu können. Aus über 400 Stunden gedrehtem Filmmaterial entstand schließlich eine ca. einstündige Dokumentation. („Celebration of Flight“) Dieser Film hat mittlerweile europaweit Filmpreise gewonnen. Und sogar Hollywood ist auf die Auswanderin aufmerksam geworden. Der bekannte amerikanische Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood will aus diesem Stoff einen Spielfilm produzieren. Doch Lara Sanders muss ihm vorher ein überzeugendes Drehbuch vorlegen. Um daran zu arbeiten, zieht Lara Sanders sogar nach Hollywood.

Lara Sanders war bereit, Regeln zu brechen und Risiken einzugehen, um ihre Träume erfüllen zu können. Sie sah ihre Probleme stets als Herausforderung und sie ging immer unbeirrt ihren Weg weiter. Nun ist sie ihrem Kindheitstraum, eine erfolgreiche Filmemacherin zu werden, schon einen großen Schritt näher gekommen. Lara Sanders schrieb ihre Geschichte „Einfach davongeflogen“ auf und dieses Buch ist ein Plädoyer für Mut und vor allem für den Glauben an sich selbst.