Duane Schrock -– Ein himmlisches Zeichen des verstorbenen Sohnes

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Das Verhältnis von Duane Schrock zu seinem Sohn war sehr angespannt, als dieser ihm mitteilte, dass er homosexuell war. Der Vater kam damit nur schwer zurecht und so lebte man sich immer mehr auseinander. Als der Sohn im Alter von 45 Jahren an AIDS starb, war es für eine Versöhnung zu spät. Der trauernde Vater machte sich schwere Vorwürfe, da ihm die Streitigkeiten mit seinem Sohn auf einmal so belanglos vorkamen. Der Vater musste nun mit der Gewissheit leben, dass er seinen Sohn verloren hatte.

 
Auch viele Jahre nach dem Tod dachte der mittlerweile 87-jährige Vater jeden Tag an seinen Sohn. Plötzlich erreichte den Vater eine Karte, welche bereits vor 26 Jahren verschickt wurde. Es war tatsächlich eine Vatertagskarte von seinem bereits verstorbenen Sohn, welche ihn aufgrund mehrmaliger Umzüge bis jetzt nie erreicht hatte. Der Sohn schrieb darin:

„“Lieber Papa, wir haben uns seit einer Weile nicht gesprochen, mir geht’s gut und ich bin sehr glücklich in Richmond, ich würde gerne von dir hören. Hab einen schönen Vatertag. In Liebe, Duane““

Wie es der Zufall wollte, erreichte ihn diese Karte wenige Tage nach dem diesjährigen Vatertag. Der Vater konnte es kaum fassen und Tränen liefen ihm über sein Gesicht. Irgendwer musste diese Karte genommen und jahrelang herumgetragen und immer wieder verschickt haben, bis sie ihn endlich erreichen konnte. Die Vatertagskarte kam zwar 26 Jahre zu spät an, doch für den Vater war sie ein unbezahlbares Geschenk.

Jeder Hinterbliebene träumt davon, noch einmal von einem lieben Menschen zu hören, welcher gestorben ist. Für Duane Schrock war dieser Brief ein himmlisches Zeichen von seinem Sohn, dass es ihm gut ging und er im Himmel auf ihn wartete.

Warten wir nicht zu lange darauf, einem lieben Menschen unsere Gefühle mitzuteilen. Denn nicht immer erhalten wir wertvolle Botschaften, wie es Duane Schrock passiert ist.

Duane Schrock: „“Mir kommen die Tränen, wenn ich darüber nachdenke. Es ist ein Zeichen des Himmels““

Clara Immerwahr -– Der Todesfall einer hochbegabten Chemikerin

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Clara Immerwahr wurde am 21. Juni 1870 im kleinen Dorf Polkendorf geboren und verspürte bereits früh den Wunsch, das Erbe ihres Vaters anzutreten, welcher ein anerkannter Chemiker war. Doch als Frau hatte man es zu dieser Zeit sehr schwer, eine gute Ausbildung zu bekommen. Während ihr Bruder das Gymnasium besuchen durfte, musste sie mit der höheren Töchterschule vorliebnehmen, wo jungen Mädchen vor allem auf die Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereitet wurden. Aber Clara Immerwahr wollte mehr im Leben erreichen und erkämpfte sich eine Sondergenehmigung, um danach die Breslauer Universität als Gasthörerin besuchen zu dürfen.

Clara Immerwahr wurde an der Universität wie eine Außenseiterin behandelt. Nicht nur von den männlichen Studenten wurde sie belächelt, auch von den Professoren wurde sie oft verachtet und mit boshaften Kommentaren bestraft. Aber Clara Immerwahr war eine starke Frau und ließ sich durch die ständigen Schikanierungen nicht entmutigen. Durch ihre Unerschrockenheit konnte sie alle Hindernisse überwinden, welche ihr von der Männerwelt in den Weg gelegt wurden. Im Alter von 30 Jahren hatte sie es geschafft, sie erhielt als eine der ersten Frauen in Deutschland den Doktortitel in ihrem Spezialbereich Chemie. Clara Immerwahr leitete nun in weiterer Folge Vorträge über Chemie und traf so eines Tages auf den ehrgeizigen Chemiker Fritz Haber, welcher um sie warb. Nach einigem Zögern gab sie ihm schließlich das Jawort, für Clara Immerwahr war es auch die einzige Möglichkeit, durch diese Ehe weiter an ihren Forschungen arbeiten zu können, aber dies sollte sich schnell als Irrglauben herausstellen.

Am Anfang durfte Clara Immerwahr noch mit ihrem Mann im Labor arbeiten und forschen, sie wurde jedoch immer mehr zu Hilfsarbeiten degradiert, so musste sie die Arbeiten von Fritz Haber Korrekturlesen oder Übersetzungen erledigen. Während ihrer Schwangerschaft und nach der Geburt ihres Sohnes zwang sie ihr Mann zusätzlich, im Haus beim Kind zu bleiben, und verbot ihr das Forschungslabor. Fritz Haber war ein machtbesessener Forscher und setzte alle Energie in seine eigene Karriere, während er seine Frau immer weiter hinter den Herd drängte. Die Laufbahn von Fritz Haber verlief sehr vielversprechend und er rühmte sich in der Öffentlichkeit für seine Forschungen. Clara Immerwahr versuchte vergeblich, wieder als Chemikerin tätig zu sein. Ihr Mann unterdrückte sofort ihre Bemühungen und auch die Gesellschaft missbilligte ihr Vorhaben, denn eine Frau musste für die Familie sorgen, für die beruflichen Dinge war der Mann zuständig. Clara Immerwahr erhielt von keiner Seite Unterstützung und fühlte sich sehr einsam. Sie fristete im Schatten ihres Mannes ein unbefriedigendes Dasein, weshalb sie auch immer wieder an Depressionen litt.

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, begann Fritz Haber mit der Entwicklung von Giftgasen. In zahllosen Tierversuchen forschte er nach wirksamen chemischen Kampfgasen, welche im Krieg zum Einsatz kommen sollten. Clara Immerwahr erkannte diese Gefahr und stellte sich nun öffentlich gegen ihren Mann, diese unmenschlichen Forschungen einzustellen. Aber ihr Mann, ein bedingungsloser Patriot, ließ seine Frau wieder nur links liegen und experimentierte weiter an diesen Massenvernichtungsmitteln. Clara Immerwahr kämpfte verbissen, um diesen Wahnsinn zu stoppen, aber als Frau war sie isoliert und hatte keine Chance, irgendwo Beachtung zu finden. So musste sie hilflos mit ansehen, wie zum ersten Mal Giftgaswaffen, welche von ihrem Mann entwickelt worden waren, zum Einsatz kamen. Tausende Tote starben qualvoll, als sich eine gigantische Giftwolke mit 150 Tonnen Chlorgas über schutzlose Soldaten ausbreitete. Clara Immerwahr war entsetzt über dieses Massaker, aber die nächste Maßnahme sollte ihr endgültig das Herz brechen. Denn ihr Mann wurde aufgrund dieses Giftgaseinsatzes nicht kritisiert, sondern er wurde tatsächlich wie ein Held gefeiert und zusätzlich auch noch befördert. Clara Immerwahr verstand die Welt nicht mehr und sah jetzt nur mehr eine Möglichkeit, um sich öffentlich Gehör verschaffen zu können.

Am 2. Mai 1915, nur wenige Tage nach diesem grausamen Giftgaseinsatz, erschoss sich Clara Immerwahr im Garten ihres Anwesens. Doch nicht einmal durch ihren Tod schaffte sie es, ihrem Protest gegen diese zerstörerischen Massenvernichtungsmittel Glaubwürdigkeit zu verleihen. Die Öffentlichkeit ignorierte weitgehend ihren Selbstmord und ihr Mann fuhr noch am selben Tag nach Osteuropa, um weitere Giftgaseinsätze vorzubereiten.

Clara Immerwahr war eine hochbegabte Chemikerin und war auf dem besten Weg, durch ihre hart erkämpfte Ausbildung eine erfolgreiche Karriere zu starten. Aber nicht nur ihr rechthaberischer Mann war eine unüberwindbare Hürde für sie, sondern auch eine starrsinnige Gesellschaft, welche das typische Rollenbild der Frau als Mutter und Hausfrau für unantastbar hielt. Zum Schluss blieb Clara Immerwahr nur mehr der eigene Tod, um aus diesem leidvollen Leben ausbrechen zu können. Es war das unmissverständlichste Zeichen, welches man als Mensch setzen konnte, trotzdem sollte es noch viele Jahre dauern, bis ihr letzter Hilfeschrei erhört werden sollte.

Seit 1991 wird eine Clara-Immerwahr-Auszeichnung verliehen, eine besondere Würdigung für den Einsatz gegen den Krieg und den Kampf für Menschenrechte.

Rehtaeh Parsons -– Das Internet-Mobbing trieb sie in den Tod

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Rehtaeh Parsons war ein lebenslustiges Mädchen und hatte viele Freunde. Sie besuchte eine kanadische Highschool und zählte zu den besten Schülern in ihrer Klasse. Eines Tages ging sie so wie viele andere Mitschüler auf eine Party, um sich von den stressigen Schulstunden ein wenig zu erholen. Als Rehtaeh Parsons im Alter von 15 Jahren voller Vorfreude bei dieser Party auftauchte, wusste sie nicht, dass wenige Stunden später ihr unbeschwertes Leben für immer vorbei sein sollte.

Auf dieser Party wurde sehr viel Alkohol getrunken und Rehtaeh Parsons wurde von vier jungen Männern, ihr bekannten Mitschülern, vergewaltigt. Einer der Täter machte noch dazu ein Foto von diesem schrecklichen Vergehen und veröffentlichte diese Aufnahme aus Spaß im Internet. Sofort verbreitete sich das Foto in der Schule und im Heimatort von Rehtaeh Parsons, welche schwer von Qualen und Kummer geplagt war. Doch das Martyrium war für das junge Mädchen noch lange nicht vorbei.

Von nun an verging kaum ein Tag, wo Rehtaeh Parsons nicht beschimpft und tyrannisiert wurde. Von den anderen Mädchen wurde sie als Hure und Schlampe verspottet, zudem erhielt sie immer wieder unmoralische Angebote über das Internet. Die Vergewaltigung wurde verharmlost und plötzlich wandten sich Freunde von ihr ab und im sozialen Umfeld wurde sie immer mehr ausgegrenzt. Das junge Mädchen bekam Depressionen und musste sich einige Wochen behandeln lassen. Rehtaeh Parsons wechselte die Schule, um sich vor rücksichtslosen Schülern zu schützen, doch die seelische Folter holte sie immer wieder ein.

Das Internet-Mobbing gegen das Mädchen ging ständig weiter. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich gehässige Bemerkungen in den sozialen Netzwerken über sie, Rehtaeh Parsons hatte keine Chance, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Obwohl sie das Opfer war, wurde sie schikaniert, für sie war dies wie eine erneute Vergewaltigung, immer und immer wieder. Noch dazu stellte die Polizei die Ermittlungen gegen die vier jungen Männer ein, da man einfach nicht genug Beweise für eine Verurteilung sammeln konnte, obwohl man an der Tat nicht zweifelte. Rehtaeh Parsons verkroch sich bei ihren Eltern, welche tapfer zu ihrer Tochter hielten, doch auch sie konnten ihrer Tochter kaum helfen.

Rehtaeh Parsons ertrug die seelische Tortur noch einige Zeit, aber bald wurde die Bürde für das junge Mädchen einfach zu schwer. Sie beging im Alter von nur 17 Jahren Selbstmord, da sie so verzweifelt war, dass sie keinen anderen Ausweg mehr sah.

Rehtaeh Parsons war bis zu der Vergewaltigung ein aufgewecktes und fröhliches junges Mädchen. Aber nicht dieses furchtbare Verbrechen selbst trieben sie in den Selbstmord, es war das soziale Umfeld wie die Schule, die Freunde und die Behörden, welche sie einfach fallen gelassen hatten, anstatt sie zu unterstützen. Dadurch war Rehtaeh Parsons machtlos, sich gegen das heftige Internet-Mobbing zu wehren und sie war bis zum letzten Tag schutzlos unbarmherzigen Internetnutzern ausgeliefert.

Andrés Escobar und das tödliche Eigentor

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Andrés Escobar wurde am 13. März 1967 in der Stadt Medellin in Kolumbien (Staat in Südamerika) geboren. Schon als Kind spielte er mit Begeisterung Fußball und hatte die Vorstellung, einmal ein großer Fußballstar zu werden. Dieser Traum nahm konkrete Formen an, als er zu einem der bedeutendsten Vereine des Landes, zu Atlético Nacional, wechselte. Hier entwickelte sich Andrés Escobar zu einem talentierten Verteidiger und er wurde schon bald in der Profimannschaft eingesetzt. Im Alter von 22 Jahren gewann Andrés Escobar mit seinem Verein die Copa Libertadores, den mit Abstand wichtigsten südamerikanischen Fußballwettbewerb. Innerhalb kürzester Zeit stieg der begabte Fußballer zu einem Star in seinem Heimatland auf und wurde sogar Stammspieler in der kolumbianischen Nationalmannschaft. Andrés Escobar sollte bald auf der ganzen Welt bekannt sein, jedoch auf eine andere Art als gedacht.

Die Nationalmannschaft von Kolumbien hatte sich souverän für die Fußballweltmeiserschaft 1994 in den USA qualifiziert. Durch beeindruckende Ergebnisse in den Qualifikationsspielen wurde man von vielen Experten sogar als Geheimtipp für den Weltmeistertitel gehandelt. Entsprechend hoch war auch die Erwartung in ganz Kolumbien an das Nationalteam, wo Andrés Escobar als Abwehrchef großen Anteil an dem Höhenflug hatte. Aber das erste Spiel gegen Rumänien wurde überraschend verloren, und der Druck auf die Spieler, auch aus der Heimat, wurde immer größer, denn sie mussten nun ihr zweites Spiel gegen die USA unbedingt gewinnen, um doch noch den Aufstieg zu schaffen.

Andrés Escobar und seine Mitspieler versuchten alles, um dieses Spiel zu gewinnen. Nach gut einer halben Stunde folgte eine entscheidende Szene in diesem Match. Eine gefährliche Flanke kam in den Strafraum von Kolumbien und Andrés Escobar versuchte alles, um ein Gegentor zu verhindern. Der Verteidiger rutschte in eine Flanke, um den Ball zu klären, aber er traf den Ball so unglücklich, dass er ihn in das eigene Tor ablenkte. Der schlimmste Albtraum für einen Fußballspieler war soeben passiert, ein Eigentor geschossen und dies bei einer so wichtigen Weltmeisterschaft. Kolumbien versuchte nun alles, um das Spiel doch noch zu gewinnen, aber man verlor gegen die USA schlussendlich mit 1:2. Trotz eines Sieges gegen die Schweiz im letzten Gruppenspiel schied man aus dem Turnier aus und Andrés Escobar war am Boden zerstört. Durch das unglückliche Eigentor wurde der noch vor kurzem als Held gefeierte Spieler zum Sündenbock in seiner Heimat abgestempelt und die Wut einer ganzen Bevölkerung richtete sich nun auf ihn.

Andrés Escobar kehrte trotz warnender Stimmen in seine fußballverrückte Heimat zurück und wollte sich der Kritik stellen. Die Zeitungen schrieben von einem Debakel und einer Erniedrigung für das ganze Land. Andrés Escobar entschuldigte sich öffentlich für die Leistung des Nationalteams und für sein verursachtes Eigentor. Mutig stellte er sich der Presse und der Öffentlichkeit, aber es sollte nicht mehr viel helfen.

Einige Tage nach der Rückkehr von Andrés Escobar nach Kolumbien war er gerade mit ein paar Freunden in Medellin unterwegs. Er wollte sich ablenken, zudem war in wenigen Wochen die Hochzeit mit seiner Freundin geplant, dies war im Moment sein wichtigster Lichtblick. Plötzlich wurde auf einem Parkplatz vor einem Lokal eine Waffe gezogen und es wurden Schüsse auf ihn abgegeben. Andrés Escobar hatte keine Chance, die Kugeln trafen ihn sofort tödlich. Laut Zeugenaussagen dürfte der Mörder ihn noch kurz vor der Tat für das verursachte Eigentor beschimpft haben.

Die Hintergründe dieser verhängnisvollen Nacht wurden bis heute nicht vollständig geklärt. Der Täter, der später gefasst wurde, hatte Verbindungen zu mächtigen Drogenbossen und der Wettspiel-Mafia, die aufgrund des frühen Ausscheidens Kolumbiens sehr viel Geld verloren hatten und die den Mordauftrag gegeben haben könnten. Eine Tatsache galt als sicher, Andrés Escobar musste sterben, weil er einfach das unglückliche Eigentor erzielt hatte. Nach diesem Mord ordnete die kolumbianische Regierung sofort Polizeischutz für die restlichen Nationalspieler an.

Die Stimmung in Kolumbien drehte sich danach rasant, Andrés Escobar wurde nach seiner Ermordung zur Legende. Bei seiner Beerdigung waren 120.000 trauernde Menschen anwesend, die das Unglück einfach nicht fassen konnten. Ihm zu Ehren wurde ein Denkmal in Medellin errichtet, wo bis heute Fotos und Blumen niedergelegt werden, und jährlich finden Gedenkgottesdienste für Andrés Escobar statt.

Der Tod von Andrés Escobar war nicht umsonst, in ganz Kolumbien wurden Fußballschulen gegründet, in denen obdachlose Kinder Unterricht erhielten. Finanziert von Spenden aus der ganzen Welt, die Anteil nahm an dem schrecklichen Tod des Fußballspielers.

Einige Menschen halten Fußball für einen Kampf um Leben und Tod. Sportliche Missgeschicke passieren im Fußball immer wieder, dies gehört zum Sport genauso dazu wie der Erfolg. Jedoch sind Fußballer auch nur Menschen die Fehler machen, genauso wie es Andrés Escobar passiert war. Aber durch sein Eigentor musste er sterben, im Alter von nur 27 Jahren.

 

Somalia – Die Geschichte von der tapferen Olympiateilnehmerin

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Samia Yusuf Omar wurde am 25. März 1991 in Somalia (Staat im Osten von Afrika) geboren. Sie wuchs als älteste von sechs Geschwistern in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Somalia gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt, Mangelernährung und Infektionskrankheiten aufgrund fehlender medizinischer Versorgung sind weit verbreitet. Der Großteil der Menschen lebt von der Landwirtschaft, viele haben aber keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Hitze und Dürreperioden haben ständig zur Folge, dass Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, um fürchterliche Hungerkatastrophen abzuwenden. Zusätzlich kommen die unsichere politische Lage und ständige Kriege hinzu, denn weite Teile des Landes werden von verschiedenen radikal-islamischen Gruppen, Kriegsherren oder Piraten kontrolliert, da es keine anerkannte nationale Regierung gibt.

Inmitten schwerwiegender Menschenrechtsverstöße und drastischer Kriegsverbrechen versuchte Samia Yusuf Omar das Beste aus ihrem Leben zu machen. Ihr Vater kam bereits im somalischen Bürgerkrieg ums Leben, und sie lebte nun mit ihrer Mutter, welche Früchte und Gemüse auf der Straße verkaufte, und ihren Geschwistern in einer kleinen Wohnung. Sie liebte den Sport und sah in ihm auch einen Ausweg aus der Armut. Sie begann auf zerbombten Straßen zu laufen und sich körperlich in Form zu bringen, ihr besonderes Ziel waren die Olympischen Spiele. Aber bald erhielt sie Todesdrohungen und wurde mit Waffen bedroht, radikale Islamistengruppen wollten sie dazu zwingen, ihren Sport aufzugeben und ihren Körper zu verhüllen, denn Frauen, die Sport betrieben, wurden besonders verachtet und nicht geduldet. Aber die zierliche Frau ließ sich davon nicht beeindrucken und kämpfte weiter für eine erfolgreiche Karriere.

Samia Yusuf Omar: „„Ich renne gegen den Hass in meinem Land und um meiner Familie zu helfen““

Am 08. August 2008 hatte sie in Peking (Hauptstadt von China) ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Im Alter von nur 17 Jahren marschierte sie als einzige Sportlerin aus Somalia bei den Olympischen Spielen als Fahnenträgerin ein. Samia Yusuf Omar war unglaublich stolz, ihre Fahne vor der ganzen Welt und vor 91.000 Besuchern im chinesischen Stadion präsentieren zu dürfen. Für ein paar Augenblicke konnte sie die furchtbaren Zustände in ihrer Heimat vergessen, die schmächtige Läuferin lächelte entspannt und strahlte über das ganze Gesicht. Im Vorlauf über den 200-Meter-Lauf belegte sie zwar nur den mit Abstand letzten Platz, sie wurde aber trotzdem begeistert von den Zuschauern angefeuert. Noch nie hatte sie so glückliche Momente in ihrem Leben erfahren dürfen und sie beschloss, weiter an ihrer Karriere als Läuferin zu arbeiten.

Wieder trainierte sie unter schwierigsten Bedingungen in ihrem Heimatland, wieder unter Bedrohungen der radikalen Islamistengruppen, die keine Frauen im Sport akzeptieren konnten. Samia Yusuf Omar wollte nun an den Olympischen Spielen 2012 in London teilnehmen, aber aufgrund der gefährlichen politischen Lage war nicht klar, ob Somalia überhaupt Athleten nach London schicken würde. Für Samia Yusuf Omar war aber klar, dass sie unbedingt wieder teilnehmen wollte und beschloss, mit eigenen Mitteln nach London zu reisen. Ein Ticket für eine Flugreise konnte sie sich nicht leisten, darum beschloss sie, den Seeweg zu benutzen. Eifrig wurde Geld gesammelt und die Mutter verkaufte sogar ein kleines Grundstück, um ihrer Tochter zu helfen. Samia Yusuf Omar war voller Hoffnung, als sie in das kleine Fischerboot stieg. Sie träumte von einem besseren Leben für sich und ihre Familie, für diesen Traum würde sie alles versuchen.

 
Das kleine Fischerboot startete in Libyen (Afrika) auf den Weg nach Europa, es sollte aber nie dort ankommen. Das untaugliche Boot, welches oft auch von vielen Flüchtlingen benutzt wurde, versank kurze Zeit später in den heftigen Wellen des Mittelmeeres. Samia Yusuf Omar und die anderen Insassen hatten keine Chance zu überleben, sie ertranken irgendwo in der Nähe der Insel Malta.

Samia Yusuf Omar bezahlte für ihren olympischen Traum mit ihrem Leben. Sie hatte keine wirkliche Chance, da sie in einem Land geboren wurde, wo Krieg herrschte und wo sie keine Zukunftsaussichten hatte. Trotz allem gab sie nicht auf und hoffte durch den Sport auf ein besseres Leben.

Samia Yusuf Omar wurde nur 21 Jahre alt. Ihr Leichnam wurde nie gefunden, genauso wie von den anderen tausenden afrikanischen Menschen, die ebenfalls auf ein besseres Leben hofften und nun irgendwo auf dem Meeresgrund liegen.

Immaculée Ilibagiza -– Der schreckliche Völkermord in Ruanda

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Immaculée Ilibagiza wurde in Ruanda, einem kleinen und armen Staat in Ostafrika, geboren. Gemeinsam mit ihren Geschwistern hatte sie eine glückliche und wohlbehütete Kindheit, sie wurden immer unterstützt von ihren liebevollen Eltern. Sie besuchte die Schule und durfte später auf das College gehen, wo sie sehr erfolgreich war. Von ihren Eltern wurde sie immer so erzogen, dass jeder Mensch gleich viel wert war, egal welche Herkunft er war. Aber nicht alle Menschen teilten diese Ansicht, denn in Ruanda gab es zwei Hauptstämme, die mehrheitliche Gruppe der Hutu, und die Minderheit der Tutsi. Schon viele Jahre gab es Konflikte zwischen diesen beiden Volksgruppen, und durch diesen Hass gab es in beiden Lagern viele Extremisten. Es ging um Macht- und Besitzansprüche, immer wieder gab es Morde und blutige Kämpfe in beiden Lagern.

 
Immaculée und ihre Familie gehörte zur Minderheit der Tutsi, obwohl es ihnen nicht wirklich wichtig war. Doch ständig riefen Hutu-Anhänger dazu auf, die „Tutsi-Kakerlaken“ zu eliminieren, und diese Feindschaft sollte am 06. April 1994 ihren traurigen Höhepunkt erreichen, als der Präsident des Landes bei einem Flugzeugabsturz, welches abgeschossen wurde, getötet wurde.

Immaculée Ilibagiza: „„Plötzlich wurde alles zugemacht im Land. Uns wurde gesagt, dass nichts mehr getan werden dürfe, keine Arbeit, keine Bank, keine Märkte sollten öffnen““

Sofort wurden alle Grenzübergänge geschlossen, und keiner vom Volk der Tutsi konnte mehr fliehen, denn radikale Hutu-Anhänger gaben der Tutsi-Minderheit die Schuld für die Ermordung des Präsidenten, obwohl dies bis heute nie aufgeklärt werden konnte. Bald folgten Meldungen, wonach Hutu-Anhänger ganze Familien der Tutsi umbrachten, inklusive der Kinder. Die Menschen in der Heimatstadt von Immaculée bekamen es mit der Angst zu tun, denn sie hörten bereits von einem Killerkommando, welches auch zu ihnen unterwegs war. In einer waghalsigen Aktion schickten die Eltern die 22-jährige Immaculée im letzten Moment zu einem Hutu-Priester, wo sie sich verstecken konnte. Es sollte das letzte Mal sein, wo sie ihre Eltern lebend sehen sollte.

Immaculée Ilibagiza: „“Es gab viele Pastoren und Priester, die Menschen versteckten. Es war wirklich eine Sache des persönlichen Glaubens an Gott. Es ging nicht mehr darum, zu welcher Gruppe man gehört oder dies und jenes““

Immaculée wurde sofort in einem kleinen 90 x 120 cm großen Badezimmer, verborgen hinter einem Kleiderschrank, versteckt. Gemeinsam mit sieben anderen Frauen und Kindern mussten sie nun auf engstem Raum in diesem winzigen Versteck bleiben, unter Todesangst. Immer wieder drangen Killer in das Haus des Geistlichen ein, um nach Opfern zu suchen und um sie zu töten. Immaculée betete zu Gott, dass sie nicht entdeckt wurden, und in ihrem Glauben fand sie den einzigen Halt in dieser schrecklichen Situation. Ständig hörte sie Geräusche von außen und hektische Schritte, es war ein Versteckspiel auf Leben und Tod. Doch was im gleichen Moment mit unschuldigen Menschen vom Tutsi-Stamm passierte, die sich nicht verstecken konnten, war unvorstellbar. Denn die zur Hutu zählenden Polizei, die Armee und auch weite Teile der Hutu-Zivilbevölkerung machten unerbittliche Jagd auf die Tutsi-Minderheit, um sie für immer auszulöschen.

Immaculée Ilibagiza: „„Wir aßen dort, schliefen und waren still. Wir sahen einander an, kannten einander nicht einmal. Aber das Eigenartige ist, wenn man in Schwierigkeiten steckt, weiß man, du bist ein Mensch. Wir sind Menschen und lachen und weinen über dieselben Dinge. Und nur das zählt““

Überall wurden Straßenblockaden errichtet, wo aus den Flüchtlingsströmen Tutsi herausgesucht wurden und sofort erschossen wurden. Eine regelrechte Menschenjagd begann, mit schrecklichen Vergewaltigungen, Verstümmelungen und Folterungen. Einigen Opfern wurden Körperteile nach und nach abgetrennt, um die Schmerzen zu erhöhen. Kinder wurden vor den Augen der Eltern misshandelt und brutal erschlagen. Große Menschenmengen wurden zusammengetrieben und in Gebäuden lebendig verbrannt, andere Leichen wurden einfach den Tieren zum Fraß vorgeworfen. Männer, Frauen und Kinder wurden wahllos mit Speeren, Macheten (lange Messer) und Handgranaten getötet. Erst als immer mehr Flüchtlinge das Land verließen, reagierten die internationalen Staaten auf diesen Völkermord, aber da war es bereits viel zu spät.

Während der dreimonatigen Dauer des Bürgerkrieges wurden fast eine Million Menschen abgeschlachtet. Radikale Anhänger der Hutu-Mehrheit töteten etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit. Die Zahl der vergewaltigten Mädchen und Frauen wurde auf bis zu 500.000 geschätzt, viele erkrankten danach an AIDS. Ein Großteil der Todesopfer wurde sofort in Massengräbern beerdigt, um Seuchen vorzubeugen. Die meisten Täter konnten danach gefasst und verurteilt werden, aber viele Verbrecher schafften auch die Flucht ins Ausland.

Als Immaculée nach drei Monaten endlich ihr Versteck verlassen konnte, fand sie in einem Flüchtlingslager Unterschlupf. Sie war stark abgemagert und hatte über 20 kg verloren, aber sie hatte überlebt. Bald darauf erfuhr sie jedoch, dass ihre gesamte Familie in Ruanda getötet wurde. Ihr sorgenfreies Leben, wie sie es vor dem Massaker geführt hatte, war nun für immer vorbei.

Immaculée Ilibagiza: „“Am ersten Abend erfuhr ich, dass meine gesamte Familie ermordet worden war: meine Mutter, mein Vater, meine beiden Brüder, mein Großvater, meine Großmutter, Onkel, Tanten, Nachbarn, Freunde und Klassenkameraden. Es war wie das Ende der Welt““

Immaculée konnte diese ganze Tragödie nicht fassen, nur der Glaube an Gott half ihr, dieses entsetzliche Schicksal irgendwie zu ertragen. Einige Jahre später verließ sie das Land, wanderte in die USA aus und wurde Mutter von drei Kindern. Sie arbeitet heute bei der UNO (Vereinte Nationen) in New York im Rahmen einer Entwicklungshilfe für ihr Heimatland Ruanda.

Die Rachegefühle gegen die Mörder ihrer Familie und dem furchtbaren Völkermord konnte sie tatsächlich überwinden, da sie lernte, zu vergeben. Denn sie verstand, dass viele Täter nur von Hass geblendet waren und nicht wussten, dass ihr Handeln falsch war und es nun keinem weiterhalf, wenn sie nur auf Rache aus war. Sie begriff, dass sie niemals glücklich werden würde und in die Zukunft blicken konnte, wenn sie mit dem Trauma nicht abschließen konnte. Und so besuchte sie sogar den Mörder ihrer Mutter im Gefängnis, um ihm zu vergeben und ihre Feindschaft zu begraben.

Immaculée Ilibagiza: „Das Großartigste, was ich dabei erlebte, war, wie die Bitterkeit, die ich immer empfand, und der Zorn wie eine große Last von mir fiel. Das größte Wunder war das der Vergebung““

Immaculée Ilibagiza erlebte Momente im Leben, die kaum vorstellbar sind. Trotz des blutigen Massakers und der Ermordung ihrer geliebten Familie schaffte sie es, den Mördern zu vergeben. Sie gründete die „Left to Tell Foundation“, die wohltätige Projekte in ganz Afrika unterstützt. Sie schrieb Bücher, wie sie den Völkermord in Ruanda überlebte, und wie sie es schaffte, wieder ein normales Leben führen zu können. Immaculée Ilibagiza hält auf der ganzen Welt Reden über den Massenmord und ihre Einstellung zur Vergebung, damit der Hass zwischen den Menschen weniger wird. Denn wenn diese mutige Frau die Hoffnung nicht aufgibt und vergeben kann, dann kann jeder Mensch auf der Welt vergeben. 2007 erhielt sie dafür den „Mahatma-Gandhi-Versöhnungs- und Friedenspreis“.

Immaculée Ilibagiza: „„Ich habe verstanden, was es heißt, dankbar zu sein. Dankbar zu sein für die Sonne, für den Mond, den Wind. Mir wurde klar, wie viel wir oft haben und wir ignorieren es einfach. Heute sage ich jedem, egal was sie durchmachen, es gibt immer Liebe und Hoffnung““

Minamata –- Die schleichende Quecksilbervergiftung

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Minamata war Anfang der 1950er Jahre eine idyllische und friedliche Kleinstadt in Japan. Die Haupteinnahmequelle der Bewohner war der Fischfang, da Minamata direkt an der Küste zum südjapanischen Meer lag. Die Menschen waren zufrieden mit ihrem Leben und konnten sich durch das Überangebot an Fisch gut und gesund ernähren. Diese sorgenfreien Tage sollten aber bald zu Ende sein, denn wie aus heiterem Himmel geschahen plötzlich eigenartige und entsetzliche Dinge.

Foto von hyolee2
unter CC BY 3.0

 
Hunde und Katzen verhielten sich sehr seltsam und brachen unerwartet tot zusammen, in der Bucht vor der Stadt trieben immer mehr tote Fische. Die Bewohner hatten ein ungutes Gefühl, denn keiner wusste, was das alles zu bedeuten hatte. Plötzlich klagten auch die Menschen über Kopfschmerzen und hatten Probleme beim Gehen und beim Sprechen. Sie hatten mit eigenartigen Zuckungen und mit Lähmungserscheinungen zu kämpfen. Den meisten Einheimischen ging es von Tag zu Tag schlechter und bald kam es zu den ersten qualvollen Todesfällen. Als man die Ursache der mysteriösen Todesumstände herausfand, war es für viele Menschen bereits zu spät.

In der Nähe gab es ein Chemiewerk, welches ihre giftigen quecksilberhaltigen Abfälle einfach in das Meer entsorgt hatte. Durch das verseuchte Wasser und durch den Verzehr von Fischen, die das Gift ebenfalls aufnahmen, gelangte das Quecksilber schließlich in den Nahrungsmittelkreislauf der Menschen. Mit verheerenden Auswirkungen, denn dieses giftige Schwermetall lagerte sich in den Menschen an und vergiftete schleichend und systematisch den Körper. Trotz der klaren Anzeichen versuchte sich das betreffende Chemiewerk aus der Verantwortung zu stehlen. Mit Unterstützung der Regierung, die auf keinen Fall das Wirtschaftswachstum gefährden wollte, konnte die Firma weitermachen wie bisher, da nur halbherzige Gesetze gegen diese Entsorgung geschaffen wurden. Erst einige Jahre später, viele betroffene Menschen hatten bereits gerichtliche Schritte eingeleitet, wurde das Chemiewerk aufgrund der steigenden Demonstrationen und der steigenden Opferzahlen stillgelegt.

Nach Schätzungen wurden etwa 20.000 Menschen durch das Quecksilber geschädigt, 3.000 Menschen waren daran gestorben. Aber die Dunkelziffer dürfte noch viel höher liegen. Viele ungeborene Kinder wurden im Mutterleib geschädigt, fast jedes dritte Kind in Minamata wurde mit geistigen oder körperlichen Schäden geboren. Opfer wurden bettlägerig und waren auf einen Rollstuhl angewiesen. Das Schlimmste an der Sache war, dass viele Kranke bis zum heutigen Tag auf eine entsprechende Entschädigung warten, da nur ein Bruchteil der Geschädigten aufgrund der strengen Kriterien Hilfsgelder von der Regierung erhielten. Viele Menschen in bereits höherem Alter kämpfen heute noch immer um eine gerechte Entschädigung, den meisten Betroffenen wird das allerdings nichts mehr bringen, da sie längst aufgrund der Vergiftung unter der Erde liegen.

Die verheimlichte Giftkatastrophe mit dem Quecksilber wurde weltweit bekannt unter dem Namen „Minamata-Krankheit“. Die Bucht wurde später ausgebaggert, Teile des schwer verseuchten Meeresbodens wurden mit Schichten aus Stahl und Zement überdeckt, mit der Hoffnung, dass sich das Quecksilber nie einen Weg in die Freiheit sucht…

Die Gefährlichkeit von Quecksilber wird auch heute noch stark unterschätzt, trotz des Minamata-Vorfalles. Durch Amalgamfüllungen im Zahnbereich, die zu einem großen Teil aus Quecksilber bestehen, gelangt das giftige Schwermetall überall auf der Welt in die Körper der Menschen. Mit der Zeit setzt dann eine schleichende Vergiftung ein, mit verschiedensten Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindelanfällen oder ständiger Müdigkeit. Regierungen dulden das Amalgam wie seinerzeit das Chemiewerk in Minamata geduldet wurde, um einfach Kosten zu sparen. Darum werden viele Studien über die Gefährlichkeit von Quecksilber und Amalgam einfach ignoriert und man versucht noch immer, die Situation herunterzuspielen.

 
Über die Tatsache, dass Zahnärzte die Amalgamplomben als giftigen Sondermüll unter strengsten Auflagen entsorgen müssen, wird kaum gesprochen. Und auch über die Gegebenheit, dass sich in den Energiesparlampen ebenfalls das giftige Quecksilber befindet. Ob es hier sichere Studien für die Ungefährlichkeit gibt, darf, wie in den vergangenen Jahren und wie auch in Minamata geschehen, stark angezweifelt werden. Hoffentlich gibt es hier in Zukunft kein böses Erwachen, denn die Gesundheit des Menschen sollte immer und überall an erster Stelle stehen.

Mittlerweile gibt es erste Länder wie Schweden, die ein generelles Verbot für quecksilberhaltige Produkte ausgesprochen haben und die die Gefahr von Quecksilber richtig erkannt haben. Ein mutiger Schritt, dem hoffentlich viele andere Länder folgen werden.

Norwegen -– Der blutigste Anschlag der Geschichte

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Marcel Gleffe verbrachte gerade einen gemütlichen Urlaub auf dem Campingplatz in Utvika (Norwegen), als plötzlich auf der 500 Meter entfernten Insel Utoya dumpfe Schüsse fielen. Utoya war eine sehr kleine Insel (500 Meter lang, 350 Meter breit), wo gerade hunderte Jugendliche ein Ferienlager abhielten. Marcel Gleffe hatte ein ungutes Gefühl, denn wie ein Feuerwerk hörten sich die Schüsse nicht an. Sofort lief er zur Küste und blickte mit einem Fernglas hinüber zu der Insel. Er konnte es kaum glauben was er da sah, denn viele Jungendliche stürzten sich voller Panik und Schrecken in das eiskalte Wasser.

 
Marcel Gleffe: „„Die sind von Klippen gesprungen und man sah, dass sich viele dabei verletzt haben. Da wusste ich, dass sie auf der Flucht waren““

Ohne lange zu zögern rannte Marcel Gleffe zu seinem kleinen gemieteten Motorboot, welches er zum Angeln benutzte, und raste so schnell er nur konnte in Richtung der Insel. Da tauchten auch schon die ersten Gesichter der Jugendlichen im Wasser auf, alle im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Marcel Gleffe zog die ersten Hilfesuchenden auf sein kleines Boot. Ein kalter Schauer durchzuckte Marcel Gleffe, denn die Jugendlichen riefen immer wieder unter Todesangst: „Runter, runter, er schießt auf uns!“ Der gelernte Dachdecker ging sofort in Deckung und brachte die ersten Kinder wohlbehalten an Land.

Marcel Gleffe: „“Sie waren völlig fertig, hatten Heulkrämpfe und kauerten sich im Boot aneinander. Sie hätten das alleine im eiskalten Wasser nicht überlebt““

Marcel Gleffe fuhr sofort wieder zurück, um noch mehr Kinder zu retten. Blitzartig waren wieder Schüsse zu hören, und Marcel Gleffe konnte aus der Ferne einen Mann erkennen, der auf einem Felsen saß und auf die Kinder zielte. Schnell zog er seinen Kopf ein, um nicht selber in die Schusslinie zu geraten, und half wieder den durchgefrorenen Mädchen und Jungen auf sein Boot, um sie in Sicherheit zu bringen. Marcel Gleffe rettete alleine durch sein beherztes Handeln bis zu 30 Jugendlichen das Leben, obwohl ihm bewusst war, dass er sich in akuter Todesgefahr befand. Er war Zeitzeuge eines schrecklichen Massakers, aber als er später die ganze grausame Geschichte erfuhr, standen dem unerschrockenen Helden die Furcht und der Schock tief ins Gesicht geschnitten. Was war geschehen?

Am 22. Juli 2011 explodierte im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt Oslo eine Bombe, acht Menschen kamen ums Leben, viele wurden verletzt. Während sich die Polizei noch fieberhaft um die Opfer kümmerte, war der Attentäter bereits als Polizist verkleidet auf dem Weg zur kleinen Insel Utoya, wo er sich nun alleine und abgeschieden mit über 600 Jugendlichen befand. Schlagartig zückte er ein Gewehr und begann unter einem furchteinflößenden Gebrüll auf die Jugendlichen zu schießen und schnell gab es erste Tote. Einige der Teenager versuchten sich tot zu stellen, doch der Täter ging auf Nummer sich und schoss vielen noch einmal brutal in den Kopf. Andere Jugendliche, die gerade von der anderen Seite der Insel kamen, liefen dem Polizisten hilfesuchend entgegen, sie wussten nicht, dass sie es mit dem Attentäter zu tun hatten, sie alle wurden kaltblütig erschossen. Die jungen Menschen stürzten sich nun Hals über Kopf in das eiskalte Wasser, um sich irgendwie zu retten. Und Leuten wie Marcel Gleffe war es zu verdanken, dass die meisten von ihnen auch überlebten. Der gesamte Horror dauerte über eine Stunde, wo der Killer ungehindert die wehrlosen Kinder verfolgen konnte. Als die Polizei dann eintraf, ergab er sich kampflos.

 
Die grausame Bilanz des gesamten Anschlages: 77 Menschen wurden getötet, 69 Kinder und Jugendliche alleine auf der Insel Utoya. Der norwegische Ministerpräsident bezeichnete diese unfassbare Tat als die schlimmste Katastrophe in Norwegen seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Attentäter, Anders Behring Breivik, galt als rechtsextremer und ausländerfeindlicher Mann und wollte in seiner psychisch kranken Welt auf die islamische Bedrohung aufmerksam machen. Die ganze Welt verurteilte diese grausame Tat und stellte sich geschlossen hinter die trauernden Angehörigen. Der 18-jährigen Norwegerin Bano Rashid kann dieser Beistand leider nicht mehr helfen, sie wurde als erstes Opfer der vielen Toten in einer bewegenden Trauerfeier in Norwegen beerdigt. Bano Rashid sowie die vielen anderen Jugendlichen hatten ihr ganzes Leben noch vor sich und wurden viel zu früh aus der Welt gerissen.

Todeskandidat Anthony Graves -– Gerettet vor der Hinrichtung

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Im August 1992 geschah in Texas (USA) ein schreckliches Verbrechen, wo sechs Familienmitglieder, darunter vier kleine Kinder, brutal ermordet wurden. Um den Mord zu vertuschen, wurde das Haus zusätzlich in Brand gesteckt. Als Tatverdächtiger stand schnell der Vater fest, der Verbrennungen am ganzen Körper hatte. Stundenlang wurde er von der Polizei verhört und der Vater wusste, dass er schuldig war, und die Polizei wusste das auch. Um seinen Hals doch noch irgendwie aus der Schlinge zu ziehen, fiel dem Vater plötzlich der Name Anthony Graves ein, den er flüchtig kannte. Er entgegnete, dass er ihm dabei geholfen hätte, diesen schrecklichen Mord zu begehen. Der Vater glaubte mit dieser Aussage, dass er eine geringere Strafe erhalten würde, da er nun nicht mehr alleiniger Täter war. Ihm war nicht bewusst, welchen Schaden er mit dieser Falschaussage anrichten würde.

Anthony Graves: „„Als sie mich zur Polizeistation brachten, dachte ich mir, ich habe vielleicht ein Ticket wegen falsch Parkens, oder so. Ich war so naiv, ich war absolut nicht darauf vorbereitet, was dann passiert““

Der 26-jährige Anthony Graves wurde aufgrund dieser Aussage von der Polizei festgenommen und angeklagt. Anthony Graves hatte absolut nichts mit dieser grausamen Tat zu tun, zur Tatzeit befand er sich mit seiner Familie in der Wohnung seiner Mutter. Aber die Gerichtsverhandlung war alles andere als fair, Anthony Graves war ein schwarzer Mann mit begrenzten finanziellen Mitteln, und einen guten Anwalt konnte er sich nicht leisten. Da es keine wirklichen Beweise gegen ihn gab, glaubte Anthony Graves augenblicklich, dass er freigesprochen werden würde. Aber genau das Gegenteil trat ein, trotz vieler Ungereimtheiten im Prozess wurde er schuldig gesprochen und sogar zum Tode verurteilt. Und dies nur gestützt auf der Aussage des Vaters.

Anthony Graves: „„Der Richter schaute mir in die Augen und sagte mir: Der Staate Texas wird sie hinrichten. Es war der schlimmste Moment meines Lebens, sie sagten mir das vor den Augen meiner Mutter und meiner Kinder, dann brachten sie mich weg““

Anthony Graves kam in die Todeszelle, eingepfercht auf wenige Quadratmeter, nur mit einem winzigen Fenster ausgestattet. Und von da an tickte die Zeit, jeden Tag könnte er abgeholt werden, denn er wusste nicht, wann er hingerichtet werden sollte. Er hatte keine Chance mehr, doch noch seine Unschuld zu beweisen, da zur damaligen Zeit bestätigte Urteile so gut wie nie aufgehoben wurden. Und so schrieb Anthony Graves Briefe an Gegner der Todesstrafe, um hier Hilfe zu erhalten, aber sie blieben alle unerhört. Ein paar Jahre später gab es einen Hoffnungsschimmer, denn der eigentliche Täter, der Vater, sollte hingerichtet werden. Und kurz vor seinem Tod gab er der Staatsanwaltschaft bekannt, dass er vor Gericht gelogen hatte und nur er alleine der Täter war. Aber es war zu spät, Anthony Graves blieb weiter unschuldig in Haft.

Anthony Graves kämpfte weiter und gab die Hoffnung nicht auf, er schrieb ständig weiter Briefe und bat um Hilfe. Trotz der vielen Absagen fand er nach etlichen Jahren doch einige Menschen, die ebenfalls an seine Unschuld glaubten. Die Öffentlichkeit und die Presse wurden mit der Zeit auf diesen unglaublichen Fall aufmerksam, denn wie konnte ein Mann die Todesstrafe bekommen ohne einen echten Beweis? Schnell wurden Spendengelder für Anwälte gesammelt, denn Anthony Graves konnte jeden Moment hingerichtet werden. Und tatsächlich schaffte man es, das Verfahren neu aufzurollen, und Anthony Graves hatte eine neue Chance, seine Unschuld zu beweisen. Eine Richterin überarbeitete den Fall und kam schnell zu einem nicht überraschenden Urteil – Anthony Graves kam frei, aufgrund gravierender Verfahrensfehler in der Vergangenheit.

Texas ist mit Abstand der Bundesstaat der USA, in dem die meisten Hinrichtungen stattfinden. Und dies trotz einer hohen Fehlerquote, denn viele unschuldige Menschen wurden bereits wieder freigelassen. Obwohl es viele schuldige Insassen gibt, die auf ihre Todesstrafe warten, gibt es auch viele unschuldige Todeskandidaten, die noch immer zu Unrecht eingesperrt sind, meist wegen Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft oder Diskriminierung von Randgruppen in früherer Zeit.

Wie viele Menschen in der Vergangenheit schon unschuldig getötet wurden, wird wohl nie restlos aufgeklärt werden können. Die Meinungen zu der Todesstrafe gehen in der Gesellschaft weit auseinander. Trotzdem wäre nur ein unschuldig hingerichteter Todeskandidat ein Argument, die gesamte Todesstrafe in unserer heutigen zivilisierten Welt generell abzuschaffen.

Anthony Graves: „„18 Jahre bin ich hinter einer Stahlbetonwand aufgewacht. Jetzt wache ich in einem großen Bett auf, kann einfach rausgehen und die Blumen riechen““

 

Justin Fashanu – Der tiefe Fall eines schwulen Fußballstars

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Justin Fashanu wurde am 19. Februar 1961 geboren und galt in Expertenkreisen als eines der größten Talente in England. Der dunkelhäutige Sohn eines nigerianischen Rechtsanwaltes bekam so bereits im Alter von 17 Jahren seinen ersten Profivertrag bei Norwich City. Hier entwickelte sich der großgewachsene und athletische Fußballspieler zu einem gefürchteten Stürmer, im Laufe der Zeit war er nicht nur zum Stammspieler geworden, sondern er erzielte auch sehr viele Tore. Ein Tor machte ihn auf einen Schlag weltberühmt, als er mit einem spektakulären Weitschuss gegen den Spitzenklub Liverpool das „Tor des Jahres“ in England erzielte.

Wochenlang zeigten die TV-Sender dieses atemberaubende Tor des jungen Justin Fashanu, ein neuer Fußballstar war geboren. Der Fußballklub Nottingham Forest, damals ein Spitzenverein in England, wurde auf das Talent aufmerksam und verpflichtete den jungen Spieler im Alter von gerade einmal 20 Jahren für eine Million Pfund. Justin Fashanu war der erste schwarze Fußballer, für den in England eine Millionensumme gezahlt wurde, für damalige Verhältnisse eine Sensation. Die steile Karriere zum Fußballstar war vorgezeichnet und Justin hatte alle Fähigkeiten, ein ganz Großer in der Fußballwelt zu werden. Aber es sollte alles ganz anders kommen, denn Justin Fashanu war schwul.

In Nottingham angekommen, bekam sein damaliger Trainer Brian Clough mit, dass sich Justin immer wieder in der Schwulenszene aufhielt und dort auch ständig beobachtet wurde. Mit dieser Situation konnte der Trainer, der nicht gerade als sanftmütig galt, überhaupt nicht umgehen. Er ließ Justin seine Abneigung spüren und wollte ihn so schnell wie möglich wieder loswerden. Er nutzte dazu jede Gelegenheit, vor versammelter Mannschaft verspottete der Trainer Justin als „verdammte Schwuchtel“. Der junge Justin litt unter ungeheurem psychischen Druck und versuchte in weiterer Folge, seine Homosexualität zu unterdrücken. Aber es half alles nichts, seine fußballerischen Leistungen wurden durch das vehemente Mobbing immer schlechter. Als er auch noch aus einem belanglosen Grund vom unfairen Trainer einfach suspendiert wurde, brach eine Welt für den jungen Justin zusammen. Er weigerte sich, das Trainingsgelände zu verlassen, denn er wollte seinen Traum, ein bekannter Fußballstar zu werden, immer noch verwirklichen. Aber er hatte keine Chance, denn die herbeigerufene Polizei schaffte den verzweifelten jungen Mann vom Gelände weg.

Das Leben von Justin Fashanu geriet nun endgültig aus dem Ruder. Er ging ins Ausland und spielte für verschiedene Vereine, unter anderem auch in den USA und Kanada. Ständig änderte er seinen Wohnsitz, seine Homosexualität unterdrückte er aber noch immer. Erst der Tod eines guten Freundes von Justin, der Selbstmord beging, weil seine Eltern ihn wegen seiner Homosexualität einfach vor die Tür setzten, rüttelten ihn wach. Er kehrte nach England zurück und gab als aktiver Fußballprofi im Oktober 1990 der englischen Boulevardzeitung „The Sun“ ein folgenschweres Interview mit dem Titel: „Eine Million Pfund teurer Fußballstar: Ich bin schwul“. Diese Veröffentlichung schlug ein wie eine Bombe, noch nie zuvor war ein aktiver Fußballspieler so mutig gewesen, zu seiner sexuellen Neigung öffentlich zu stehen. Justin Fashanu fühlte sich befreit, eine schwere Last war soeben von seinen Schultern gefallen. Aber die Reaktionen auf sein gewagtes Geständnis fielen anders aus, als er sich gedacht hatte.

Die schwarze Gesellschaft brachte für ihn nur Unverständnis entgegen und die Medien behandelten ihn von nun an wie einen Aussätzigen. Die gegnerischen Fans verhöhnten ihn mit diskriminierenden Gesängen, Freunde und Bekannten wandten sich von ihm ab. Aber am schlimmsten für Justin war die Demütigung von seinem eigenen Bruder, der ihn öffentlich als Ausgestoßenen bezeichnete. Justin konterte mit verschiedenen Auftritten in der Öffentlichkeit und in Talkshows, denn schlagfertig war er schon immer gewesen. Er genoss es, im Mittelpunkt zu stehen, jedoch war er als Außenseiter sehr isoliert und wurde immer wieder depressiv. Nach seinem Outing war es für Justin mittlerweile sehr schwierig geworden, einen neuen Fußballklub zu finden, denn keiner wollte mit einem schwulen Fußballer zu tun haben.

Nachdem er seine aktive Karriere beenden musste, arbeitete Justin als Jugendtrainer in den USA weiter. Dort wurde er bald verdächtigt, einen 17 Jahre alten Jungen im betrunkenen Zustand vergewaltigt zu haben. Obwohl er unschuldig war, was später auch von der Polizei festgestellt wurde, wurde er von der Presse sofort vorverurteilt. Er kehrte nach England zurück um sich aus dem Rampenlicht fernzuhalten, aber die Hetzkampagne der Medien war hart und unbarmherzig. Als der Druck auf ihn immer größer wurde, wusste der verbitterte Justin keinen Ausweg mehr.

Am 02. Mai 1998 erhängte sich Justin Fashanu im Alter von nur 37 Jahren in einer Garage. Er war weltweit der erste Fußballspieler, der es wagte, sich während seiner aktiven Spielerkarriere zu outen.

Die Homophobie und die Feindseligkeit gegenüber Schwulen in der Fußballszene trieben Justin Fashanu, der vermutlich als Heterosexueller ein großer Fußballstar geworden wäre, in den Tod. Später wurde ein Abschiedsbrief von ihm gefunden:

„“Wenn irgendjemand diese Notiz findet, bin ich hoffentlich nicht mehr da. Schwul und eine Person des öffentlichen Lebens zu sein, ist hart. Ich will sagen, dass ich den Jungen nicht vergewaltigt habe. Er hatte bereitwillig Sex mit mir, doch am nächsten Tag verlangte er Geld. Als ich nein sagte, sagte er: ,Warte nur ab!’ Wenn das so ist, höre ich euch sagen, warum bin ich dann weggerannt? Nun, nicht immer ist die Justiz gerecht. Ich fühlte, dass ich wegen meiner Homosexualität kein faires Verfahren bekommen würde. Ihr wisst, wie das ist, wenn man in Panik gerät. Bevor ich meinen Freunden und meiner Familie weiteres Unglück zufüge, will ich lieber sterben““

Seit dieser Zeit hat sich die Gesellschaft stark verändert. Jedoch ist das Vertrauen in die Fußballgemeinschaft noch immer nicht groß genug, um es schwulen Fußballern problemlos zu ermöglichen, zu ihrer Homosexualität zu stehen. Denn ein schwuler Fußballprofi ist noch immer ein Tabuthema, damals wie heute.