Monty Roberts – Der wahre Pferdeflüsterer

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Ein Vortragender erzählte seinen Gästen folgende Geschichte:

Es gab da einmal einen Jungen, dessen Vater ein umherwandernder Pferdedresseur war, der von Stall zu Stall und von Ranch zu Ranch reiste um Pferde zu dressieren. So wurde die Schulausbildung seines Sohnes ständig unterbrochen. In der Oberstufe wurde sein Sohn gebeten, eine Arbeit darüber zu schreiben, was er werden und tun wolle, wenn er älter wäre. So schrieb der Sohn eine lange Arbeit, die sein Ziel beschrieb, eines Tages eine Ranch mit vielen Pferden zu besitzen. Er schrieb sehr ausführlich über seinen Traum und zeichnete sogar einen Plan, der alle Gebäude und Ställe zeigte, ebenso zeichnete er das 400 qm große Haus, das auf seiner Traumranch stehen sollte.

Er hängte sein ganzes Herz an das Projekt und gab die Arbeit seinem Lehrer. Zwei Tage später erhielt er sie zurück, mit einer glatten 6 und mit der Bemerkung, sich nach der Stunde bei seinem Lehrer zu melden. Der Junge mit dem Traum ging nach der Stunde zu dem Lehrer und fragte: „Warum habe ich eine 6 bekommen?“ Der Lehrer sagte: „Dies ist ein unrealistischer Traum für einen Jungen wie dich. Du hast kein Geld. Du stammst aus einer Wanderarbeiterfamilie. Der Besitz einer Ranch kostet viel Geld. Du musst Land kaufen. Es gibt keine Möglichkeit dass du das jemals schaffen könntest. Wenn du diese Arbeit mit einem realistischen Ziel neu schreibst, werde ich die Note nochmals überdenken.“

Der Junge ging nach Hause und dachte lange darüber nach. Schließlich, nachdem der Junge eine Woche damit zugebracht hatte zu überlegen, reichte er dieselbe Arbeit ein, ohne irgendetwas zu ändern. Er sagte zu seinem Lehrer: „Sie können die 6 stehen lassen, und ich kann meinen Traum behalten.“

Monty Roberts, so hieß der Vortragende, wandte sich an die versammelte Gruppe und sagte: „Ich erzähle Ihnen diese Geschichte, weil Sie in meinem 400 qm-Haus mitten in meiner 200 Morgen-Ranch sitzen. Ich habe diese Arbeit immer noch gerahmt über meinem Kamin hängen. Der beste Teil der Geschichte ist aber, dass mein Lehrer mit einer Gruppe von 30 Kindern hier zum Zelten war. Als der Lehrer ging, sagte er: „Schau Monty, ich sage dir jetzt etwas. Ich war so etwas wie ein Träumedieb. Während all dieser Jahre habe ich vielen Kindern die Träume gestohlen. Glücklicherweise hattest du genug Grips, deinen nicht aufzugeben.“

Monty Roberts wurde am 14. Mai 1935 in Salinas, Kalifornien, geboren. Er wuchs dort unter schwierigen Verhältnissen auf, von seinem Vater wurde er oft geschlagen. Trost fand er schon in seiner Kindheit immer wieder bei Pferden, von denen er immer umgeben war. Sein Vater wandte gewalttätige Methoden an, die damals üblich waren um die Pferde einzureiten, was Monty jedoch von Anfang an strikt ablehnte. So entwickelte er im Laufe der Zeit seine eigene, gewaltfreie Methode („Join-Up-Methode“) für den Umgang mit Pferden. Dies sollte ihn schon bald auf der ganzen Welt berühmt machen. Er wurde offizieller Berater der Queen, wo er Pferde auf Windsor Castle trainierte. In der Schweiz bekam er die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich verliehen.

Monty Roberts verwirklichte seinen Traum von einer eigenen Ranch und einem Leben mit seinen geliebten Pferden. Trotz aller Widerstände bereits in jungen Jahren glaubte er an sein Talent und seine besonderen Fähigkeiten mit dem Umgang mit Pferden. Er spezialisierte sich besonders auf schwierige und traumatisierte Pferde, dies war auch Vorlage für den Film „Der Pferdeflüsterer“ aus dem Jahr 1998 mit Robert Redford.

Unsere Träume gehören uns, und keiner hat das Recht sie anderen Menschen zu stehlen, so wie es der Lehrer bei Monty Roberts versucht hatte. Monty Roberts war schlau genug und hat sich seine Träume bis zum jetzigen Zeitpunkt unter sehr großem Erfolg behalten.

Comments

  1. “ ziele zu haben und diese auch zu verwirklichen !“

    ist auch mein lebensmotto !

    Es ist toll , dass immer mehr inteligente menschen darauf kommen , dass man mit gewaltfreien methoden bei allen lebewesen das optimale erreicht und der natur ihren lauf gibt !!!

    – – – freundschaften aufbauen ist für mich der schlüssel zum glücklichsein – – –

    tschüssle volker .

    Gefällt mir

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