Der Bäcker und die Wirtschaftskrise

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Es war einmal ein Bäcker, welcher die köstlichsten Brote in der ganzen Umgebung produzierte. Er las keine Zeitung, besaß kein Internet und hörte auch kein Radio, da er nicht mehr so gut hörte. Aber er stand jeden Morgen in seiner Bäckerei, um seinem Beruf und seiner großen Leidenschaft nachzugehen. Da seine Brötchen sehr beliebt bei den Kunden waren, stieg die Nachfrage täglich. So investierte er in einen größeren Backofen und eine modernere Backstube. Um den gewaltigen Kundenansturm besser bewältigen zu können, stellte er außerdem einen Bäckerlehrling bei sich ein.

 
Der Lehrling verfolgte wiederum täglich die Nachrichten und sagte voller Sorge zu dem Bäcker: „“Haben Sie denn nicht im Radio gehört, dass eine schwere Rezession auf uns zukommen wird? Menschen werden arbeitslos werden und der Umsatz aller Firmen wird zurückgehen, Sie sollten unbedingt Vorkehrungen dafür treffen!““

Der Bäcker schaute verdutzt, dachte aber bei sich: „“Der Lehrling ist wirklich voller Panik, außerdem hört er täglich die neuesten Nachrichten und liest die aktuellen Wirtschaftsartikel in den Zeitungen, was ich jedoch nicht mache. Irgendwas wird da schon dran sein.““

So reduzierte der Bäcker seine Brötchenproduktion und sparte an der Qualität der eingekauften Zutaten. Überall, wo es ging, verringerte er seine Kosten und machte auch keine Werbung mehr für seine Bäckerei. Zusätzlich wurde er sehr misslaunig gegenüber seinen Kunden, da er sich sehr um die Zukunft seiner Backstube sorgen machte.

In den nächsten Wochen ging alles sehr schnell, der Absatz in der Bäckerei ging einschneidend zurück und Kunden mieden die Bäckerei.

Da dachte sich der Bäcker: „“Mein Gott, der Lehrling hat Recht, uns steht tatsächlich eine schwere Wirtschaftskrise bevor.““

Johannes Gutmann –- Mit der Gründung von „Sonnentor“ zurück zur Natur

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Johannes Gutmann wurde 1965 in Zwettl (Österreich) geboren und wuchs gemeinsam mit vier Geschwistern auf einem ländlichen Bauernhof auf. Die idyllische Landschaft des Waldviertels in Niederösterreich erweckte in ihm schon früh die Leidenschaft für die Natur und das Grüne. Nach seinem Schulabschluss fing er an, Handelswissenschaften zu studieren, da er das Ziel hatte, sich irgendwann selbstständig zu machen. Nach nur zwei Wochen brach er dieses jedoch wieder ab, weil ihn die gewöhnliche Theorie abschreckte und seiner Meinung nach auch nichts mit der Wirklichkeit zu tun hatte.

Johannes Gutmann: „“Es war derart unglaubwürdig. Mir war klar, dass die Professoren alles, was sie erzählen, nicht selbst gemacht haben““

Mit diversen Jobs versuchte sich er nun seinen Lebensunterhalt zu verdienen, jedoch waren diese nicht von Erfolg gekrönt und Johannes Gutmann wurde arbeitslos. Eines Tages kam er in Kontakt mit Kräutern und Sonderkulturen, welche in der Landwirtschaft von den Bauern zwar angebaut wurden, jedoch von den Handelsketten nicht beachtet wurden und somit nicht verkauft werden konnten. Im Kopf von Johannes Gutmann reifte eine Idee, um hier vielleicht eine Marktlücke füllen zu können. Im Alter von 23 Jahren stand er nun vor der richtungsweisenden Entscheidung, entweder einen unliebsamen Bürojob anzunehmen, oder seiner Intuition zu folgen. Entgegen aller gut gemeinten Ratschläge für eine sichere Arbeit vertraute er auf sein Bauchgefühl für die Marktlücke.

Johannes Gutmann: „„Es braucht beherzte Leute, die das, was hier angebaut wird, auch verkaufen““

Spontan entwarf er ein Logo mit einer Sonne und gründete im Jahr 1988 mit geliehenem Geld das Unternehmen „Sonnentor“. Johannes Gutmann besuchte daraufhin die Bauern in seinem Heimatgebiet um ihnen vorzuschlagen, ihre Kräuterspezialitäten direkt unter einem gemeinsamen Logo zu vermarkten. Er wurde für seine Idee zwar für verrückt gehalten, aber schließlich hatten die Landwirte auch nichts zu verlieren. So kam es, dass ein junger Bursche aus dem Waldviertel auf einem belebten Bauernmarkt stand, um selbst entworfene Kräutersackerl zu verkaufen. Während fast alle jungen Menschen zu der Zeit ihre Aufmerksamkeit auf Computer und Internet lenkten, glaubte Johannes Gutmann an seine ungewöhnliche Idee für regionale Naturprodukte.

Johannes Gutmann: „„Ich habe vieles auf dem Bauernmarkt gelernt, weil ich mit den Leuten geredet habe. Es geht immer darum, Menschen für etwas zu begeistern““

Johannes Gutmann erkannte die enorme Entwicklungsmöglichkeit und er half mit, die Bio-Produkte der Bauern richtig zu vermarkten. Durch diese einzigartige Regionalität schaffte er es, Vertrauen bei den Konsumenten aufzubauen und erste Waren zu verkaufen. Er wurde auch bei großen Handelsketten vorstellig, aber diese waren an seinen Kräuterprodukten nicht interessiert. So zog Johannes Gutmann unermüdlich weiter von Markt zu Markt, um seinen Traum weiter am Leben zu erhalten. Bald begeisterten sich immer mehr Landwirte für seine Idee, denn durch „Sonnentor“ bekamen die Kräuterbauern erstmals eine echte Wertschätzung für ihre Arbeit.

Johannes Gutmann: „„Bald kannten mich alle als den Spinner mit der Lederhose und die Mundpropaganda machte mein kleines Unternehmen bekannt““

Johannes Gutmann blieb seiner Linie treu und verlegte die Firmenzentrale nicht etwa in eine große Stadt, sondern in eine Einöde und einem kleinen Dorf mit etwa 100 Einwohnern. Da sich in der Umgebung aber viele Bauernhöfe befanden, war es der perfekte Standort für ihn. Johannes Gutmann hatte trotzdem mit vielen Problemen zu kämpfen, er wurde von Nachbarn angezeigt und die Behörde legte ihm nahe, aus der Region zu verschwinden. Keiner wusste etwas mit dem eigenwilligen Unternehmer mit seinen ausgefallenen Zukunftsvisionen anzufangen. Doch Johannes Gutmann blieb standhaft und hörte nicht auf die Skeptiker, da er weiter von seiner Idee überzeugt war. Mit der Zeit kamen Bio-Produkte immer mehr in Mode und die Firma von Johannes Gutmann begann erstmals, langsam aber stetig zu wachsen.

Johannes Gutmann: „“Man muss an seine Ideen glauben““

Durch die Spezialisierung auf biologischen Anbau konzentrierte sich die Firma „Sonnentor“ nun auf die Herstellung und Vermarktung von Kräutern, Tees und Gewürzen. Eine freiwillige strenge Kontrolle garantierte dafür, dass alle Produkte der Natur entsprechend angebaut wurden und frei von künstlichen Zusätzen waren. Viele Arbeitsschritte wurden von den Bauern noch mit der Hand erledigt und nicht von Maschinen. Aufgrund der Tatsache, dass sich alle Mitarbeiter zu 100 % mit der Firma von Johannes Gutmann identifizieren konnten, hatten alle Erzeuger Freude bei der Arbeit. Diese positive Energie gemixt mit dem guten Geschmack natürlicher Zutaten war der Grundstein dafür, dass „Sonnentor“ mit Johannes Gutmann eine unglaubliche Erfolgsgeschichte hinlegte.

„Sonnentor“ wurde mit einem Millionenumsatz zu einem echten Vorzeigeunternehmen und man exportierte mittlerweile Produkte in über 50 Länder weltweit. Zudem sicherte das Unternehmen hunderte Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region, was eigentlich als unmöglich galt. Obwohl er für seine Ideen nur ausgelacht wurde, schaffte es Johannes Gutmann im Alleingang, sich gegen die mächtige Lebensmittelindustrie durchzusetzen und alle Schwierigkeiten zu meistern. Als Draufgabe öffnete er mit „Sonnentor“ seine Firmenphilosophie und alle Menschen durften einzigartige Betriebsführungen erleben. Viele Kinder und Eltern wurden wieder zurück zur Natur geführt um in die duftende Welt aus Kräutern und Gewürzen eintauchen zu können. Johannes Gutmann veränderte dadurch ganze Generationen, wieder zurück zu ihren Wurzeln zu finden und auf chemische und künstliche Nahrungsmittel zu verzichten.

Johannes Gutmann: „„Ich bin total motiviert. Es macht mir Spaß““

Sara Blakely –- Wie sie mit Unterwäsche zur jüngsten Selfmade-Milliardärin wurde

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Sara Blakely wurde am 27. Februar 1971 in Clearwater (Florida, USA) geboren. Als kleines Mädchen schickte sie ein Gebet an das Universum, ihr doch eine Idee zu schenken, welche gebraucht wurde und andere Menschen glücklich machte. Doch ihr Leben verlief in späteren Jahren in eine komplett andere Richtung. Ihre geplante Karriere als Rechtsanwältin scheiterte bereits an der Aufnahmeprüfung und ihr Studium der Kommunikationswissenschaften musste sie sich als verkleidete Comicfigur im Freizeitpark Disney World verdienen. Ihren ersten richtigen Job erhielt Sara Blakely als Verkäuferin für Büroartikel. Sie ging von Tür zu Tür und versuchte, Faxgeräte und Kopierer zu verkaufen. Hier musste sie viele Niederlagen und Ablehnungen einstecken, denn die meisten Menschen hatten Abneigungen gegen solche Verkaufsmethoden.

Sara Blakely: „“Die Leute zerrissen meine Visitenkarten oder ließen mich aus dem Gebäude werfen. Aber es war das beste Training fürs Leben – Nein zu hören und zu versuchen, es zu umgehen““

Sara Blakely lernte schnell und ließ sich von der Gleichgültigkeit der Menschen nicht unterkriegen. Sie erreichte scheinbar mühelos ihre Verkaufsziele und bildete nach kurzer Zeit bereits selbst andere Verkäufer aus, auch wenn diese Arbeit sie nicht glücklich machte. Eines Tages machte sich die 27-jährige Sara Blakely für eine Party fertig, als sie vor einem unlösbaren Problem stand. Sie hatte nichts, was sie unter ihrer schicken weißen Hose anziehen konnte. Die Strumpfhosen klebten an der schwülen Luft an ihren Beinen und machten außerdem unangenehme heiße Füße. Spontan schnitt Sara Blakely das untere Ende der Strumpfhose ab, als sie plötzlich bemerkte, dass ihre Füße nicht nur angenehm Luft bekamen, sondern auch ihr Hintern in der weißen Hose gut aussah. Da kam ihr eine Idee, wie sie ein uraltes Frauenproblem lösen konnte.

Sara Blakely: „“Ich dachte, ich muss herausfinden, wie man das löst. Ich hatte keinerlei Erfahrung in Mode oder Geschäftsführung““

Sara Blakely begann mit einer figurformenden Unterwäsche zu experimentieren, als Grundstoff benutzte sie einfach das Material einer Feinstrumpfhose. Die neuartige Stützunterwäsche schaute nicht nur sehr stylisch aus und fühlte sich hervorragend an, sondern sie war wie eine zweite Haut und retuschierte die Cellulite weg. Sara Blakely machte sich sofort daran, ihre Idee zu patentieren. Da sie sich keinen Anwalt leisten konnte, las sie selbst verschiedene Bücher über dieses Thema und verfasste das Patent einfach in Eigenregie. Die mühevolle Arbeit zahlte sich aus und im Jahr 1998 war ihre straffende Unterwäsche mit dem Namen „Spanx“ geschützt.

Sara Blakely musste nun einen Hersteller finden, welcher ihre Wäsche produzierte, doch ohne finanzielle Unterstützung hatte sie keine Chance. Die Fabrikanten hielten ihre Idee für verrückt und die ungewöhnliche Unterwäsche für unverkäuflich. Sara Blakely kämpfte verbissen weiter, sie verwendete ihren gesamten Urlaub, um den Wäscheherstellern ihre Idee vorzustellen. Nach monatelangen Misserfolgen erhielt Sara Blakely plötzlich einen Anruf, dass ein Fabrikant tatsächlich bereit war, ihre Unterwäsche zu fertigen. Im Gegensatz zu den meisten männlichen Kollegen hatte dieser Hersteller zwei Töchter zu Hause, welche die figurformende Unterwäsche überhaupt nicht für blödsinnig hielten und vollkommen fasziniert waren von dieser Erfindung.

Sara Blakely: „“Ich wusste, dass meine Idee grandios war. Nichts und niemand konnte mich davon abbringen““

Foto von Gillian Zoe Segal
unter CC BY-SA 4.0

Voller Enthusiasmus marschierte Sara Blakely nun in die Kaufhäuser, um ihr Produkt anzubieten. Dort zerrte sie das zumeist weibliche Personal einfach auf die Damentoilette und präsentierte ihnen am eigenen Leib den Vorher-Nachher-Effekt ihrer neuartigen Unterwäsche. Damit schindete sie sofort Eindruck und „Spanx“ schaffte es zum ersten Mal in die Regale der Warenhäuser. Da sie kein Geld für Werbung hatte, rief sie bei Zeitungen, Magazinen und verschiedenen TV-Sendern an, um ihr Produkt vorzustellen. Mit unermüdlichem Einsatz verschickte sie unzählige Gratisproben, da sie fest an eine erfolgreiche Zukunft glaubte. Eines Tages landete ihre Unterwäsche bei einem Stylisten von der berühmten US-amerikanischen Moderatorin Oprah Winfrey. Diese war nach der Anprobe von „Spanx“ so begeistert, dass sie diese straffende Unterwäsche kurzerhand in ihrer Show vorstellte. Schlagartig kannten jetzt Millionen Menschen das Produkt von Sara Blakely.

Fieberhaft wurde eine Homepage für „Spanx“ aufgesetzt, denn plötzlich stiegen die Bestellungen wie verrückt an. Immer mehr Frauen begeisterten sich für diese spezielle Unterwäsche und die Umsätze schossen in die Höhe. Mittlerweile trugen auch viele Stars in Hollywood unter ihren engen Kleidern „Spanx“, um damit ihren Körper noch schlanker erscheinen zu lassen. Zusätzlich wurden Verkaufsstellen ausgebaut und überall auf der Welt konnte man nun diese außergewöhnliche straffende Unterwäsche kaufen.

Das Universum hatte Sara Blakely einen Geistesblitz geschickt, so wie sie es sich immer vorgestellt hatte. Mit dem festen Glauben an eine bahnbrechende Erfindung vertraute sie ihrem Gefühl für eine ungewöhnliche Idee. Sara Blakely wurde zu einer der jüngsten Selfmade-Milliardärinnen der Welt und das Magazin „Time“ wählte sie zu den 100 wichtigsten Persönlichkeiten der Welt. Aber am Anfang stand nur eine Frau, welche unzufrieden mit dem Outfit für eine Party war und für ihre Erfindung nur belächelt wurde. Jedoch verfolgte sie ihr Ziel von der straffenden Unterwäsche mit so großer Beharrlichkeit, dass sie alle Widerstände überwinden konnte und zu einer berühmten Geschäftsfrau wurde.

Sara Blakely: „“Ich habe tausendmal das Wort Nein gehört, und ich habe tausendmal einfach nicht hingehört. Das war der Schlüssel zum Erfolg““

Hermann Ricker -– Der Millionär, der freiwillig zum bettelarmen Mönch wurde

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Nach seiner Ausbildung zum Diplomingenieur wanderte Hermann Ricker bereits als junger Mann nach Asien aus, wo er in Singapur eine kleine Firma gründete. Mit viel Fleiß und Geschick baute Hermann Ricker sein Unternehmen in ein großes Imperium aus. Er expandierte in viele Länder und der Umsatz stieg durch harte Arbeit von Jahr zu Jahr. Hermann Ricker scheffelte nicht nur Millionen von Dollars, sondern genoss als Chef von bereits 1000 Mitarbeitern das Leben in vollen Zügen. Er besaß mehrere Häuser, hatte eine eigene Yacht und war mit den teuersten Autos unterwegs. 1995 war er mit seinem stattlichen Jaguar gerade auf dem Weg zu einem Geschäftstermin, als ein fürchterlicher Unfall passierte.

Foto von Shinealight

Hermann Ricker: „„Ich bin für meine Geschäfte um die Welt gereist, mein Geschäft war mein Leben““

Hermann Ricker kollidierte bei einem Überholmanöver mit einem Lastwagen, der Jaguar wurde herumgeschleudert und überschlug sich mehrmals. Wie durch ein Wunder kroch Hermann Ricker völlig unversehrt aus seinem total zerstörten Wagen. In diesem Moment wurde ihm seine eigene Sterblichkeit bewusst, denn das Leben könnte in jedem beliebigen Augenblick vorbei sein. Er begann sich zu fragen, warum sich Menschen ein Leben lang Besitztümer anhäuften, obwohl man am Ende gar nichts davon mitnehmen konnte. Der Unfall veranlasste Hermann Ricker, seine Lebensansicht zu überdenken und eine komplett neue Richtung einzuschlagen. Er zog sich für ein paar Tage aus dem Leben zurück, schickte alle Dienstmädchen weg und traf dann für sich eine unfassbare Entscheidung.

Hermann Ricker: „“Ich begann mich mit mir selbst zu beschäftigen. Was tue ich auf der Welt? Wo komme ich her? Wohin gehe ich? Was soll das Leben überhaupt?““

Hermann Ricker beschloss, sich vollständig von seinem alten Leben zu verabschieden. Er überschrieb seinen mächtigen Konzern mitsamt Yacht und Sportwagen an seine engsten Mitarbeiter und verschenkte sein gesamtes Vermögen an wohltätige Organisationen. Hermann Ricker gab alle Besitztümer und Belastungen von seinem bisherigen Leben auf, um sich den nötigen Freiraum zu schaffen, neue Erkenntnisse und Energien zu gewinnen. Nur mehr ausgestattet mit einer Bastmatte und etwas Proviant ordinierte er nun in Thailand als buddhistischer Bettelmönch, um mit der Lehre Buddhas seine innere Weisheit zu finden. Während alle Freunde und Verwandte ihn für verrückt erklärten, war Hermann Ricker fest entschlossen, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Hermann Ricker: „„Das Alte musste Platz machen, um einen neuen Anfang finden zu können. Nur mit einer Mönchskutte bekleidet, fühlte ich mich ganz leicht““

Knapp drei Monate nach seinem Unfall befand sich Hermann Ricker an einem einsamen Ort, vollkommen auf sich allein gestellt. Ohne Strom und fließendes Wasser musste er sich mit der Natur vertraut machen und sich selbst um die Essensversorgung kümmern. Jeden Morgen um fünf Uhr früh ging Hermann Ricker auf eine Betteltour, um um Essen zu bitten. Da in Thailand die Menschen großen Respekt vor den Mönchen hatten, war die Essensschüssel meistens voll. Hermann Ricker wusch seine Kleidung in einem See und verbrachte die meiste Zeit des restlichen Tages mit Meditation, manchmal bis zu 15 Stunden am Tag. Diese radikale Umstellung seiner Lebensweise ohne moderne Hilfsmittel war sehr schwer und Hermann Ricker hatte schlimme Tage zu überstehen, an welchen er am liebsten in sein luxuriöses Leben mit all den Annehmlichkeiten zurückgekehrt wäre.

Hermann Ricker: „„Dass es so schwer werden würde, hatte ich mir natürlich nicht vorgestellt. Das Leid der Menschen entsteht, weil sie ständig begehren Besitz, Macht, Ansehen““

Hermann Ricker schaffte es durch eine Achtsamkeitsmeditation, neue Kraft zu schöpfen und sein tiefstes menschliches Potential freizulegen. Er begriff, dass Glück, welches an Objekten festgemacht wurde, vergänglich war. Erst wenn man sich von materiellen Dingen nicht mehr abhängig machte, konnte man das Glück in sich selbst tatsächlich realisieren. Hermann Ricker vertiefte sich immer mehr in die buddhistischen Traditionen und studierte die Gebräuche und Zeremonien. Er löste seine größten Ängste auf und fand seinen universellen Frieden in seinem Innersten, und dies ohne irgendeinen materiellen Besitz.

Hermann Ricker: „„Mir wurde klar, wie alles zusammenhängt und miteinander funktioniert. Könnte Erfolg nicht auch am inneren Wohlbefinden gemessen werden, unabhängig von Äußerlichkeiten und Besitztümern?““

Nach Jahren der spirituellen Lehre gründete Hermann Ricker mit seinem neuen Namen „Han Shan“ eine einzigartige Tempeloase, wo er Menschen aus unterschiedlichsten Nationen und kulturellen Hintergründen sein erworbenes Wissen vermitteln konnte. Er verwirklichte seine Lebensaufgabe und unterstützte nun selbst Hilfesuchende, wieder zu sich selbst zu finden und der Berufung zum Wohle der Allgemeinheit zu folgen. Hermann Ricker hielt vielbeachtete Vorträge und schrieb Bücher, welche durch seine außergewöhnlichen Erlebnisse bald zu Bestsellern auf der ganzen Welt wurden.

Die Geschichte von dem Millionär, welcher freiwillig zum bettelarmen Mönch wurde, brachte viele Menschen zum Umdenken. Hermann Ricker zeigte den Menschen, dass es mehr im Leben gab als nur Macht und Besitz. Er lehrte, dass der Verstand nur weniger als 20 % der Energien nutzte, welche der Mensch in sich hatte. Die restlichen 80 % lagen verborgen und warteten nur darauf, genutzt zu werden. Denn wer im Einklang mit den allgegenwärtigen universellen Energien stand, schaffte es, sein wirkliches Potential zu entdecken und den Sinn im Leben zu finden.

Hermann Ricker: „“Wer sich von den Energien tragen lässt, kann von der Welle sehr, sehr weit vorwärts gespült werden. Wer hingegen dagegen ankämpft und versucht seine eigenen Wellen zu erzeugen, kann dabei sehr müde werden. Ich empfinde heute eine Form von Glück, von dem ich nicht dachte, dass es das gibt““

Mabel Baker –- Mit Lorbeeren und Kerzen zur Gründung von PartyLite

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Mabel Baker unterrichtete in Massachusetts (Osten USA) Hauswirtschaftslehre und begann 1909 als Nebenbeschäftigung, Kerzen zu ziehen. Sie sammelte dazu Lorbeeren, um diese dann in ihrer Scheune einzukochen und daraus Wachs zu gewinnen. Es war ein sehr mühsamer Prozess, unzählige Male musste sie den Docht, welcher aus Baumwolle bestand, durch das Wachs ziehen, um irgendwann eine fertige Kerze zu erhalten. Aber Mabel Baker liebte ihr Hobby und legte großen Wert auf große Qualität bei der Herstellung. Die Kerzen verschenkte sie dann an Freunde und Verwandte, welche begeistert waren von den frischen und duftenden Kerzen.

Da Mabel Baker handwerklich sehr geschickt war, formte sie eine Vielzahl von unterschiedlichen Kerzen, welche in ihrer Umgebung sehr gefragt waren. Bald stieg jedoch die Nachfrage nach ihren wundervoll riechenden Lorbeerkerzen und sie schaffte es kaum noch, genügend Kerzen für alle herzustellen. Dadurch wurde jedoch ihr Unternehmergeist geweckt und Mabel Baker beschloss, ihr eigenes Unternehmen PartyLite zu gründen. Sie stellte nicht nur Mitarbeiter ein, welche ihr beim Lorbeerpflücken und der Kerzenherstellung halfen, sondern erweiterte dafür auch ihre kleine Scheune.

Foto von Sarrus
unter CC0 1.0

Da viele Kaufleute in dieser Zeit einen Mangel an Kerzennachschub verzeichneten, wurden große Mengen von Mabel Baker bestellt. Die Kerzenhändler waren schnell von der großen Qualität dieser Kerzen überzeugt, was auch die steigende Kundenzahl belegte. Mabel Baker gab bald alle anderen Tätigkeiten auf und kümmerte sich nun voll und ganz um ihre florierende Firma. Unterstützt von ihrem Mann beschloss sie, eine Fabrik für Kerzenproduktion aufzubauen. Obwohl es in dieser Zeit vor allem Männern vorbehalten war, Geschäfte zu führen, ging Mabel Baker beharrlich ihren eigenen Weg, steckte ihre ganze Energie in ihr Unternehmen und begann zu expandieren. Bis ins hohe Alter von 93 Jahren arbeitete Mabel Baker unermüdlich in ihrer Firma, bei ihrem Tod 1965 machte PartyLite bereits über 6 Millionen US-Dollar Umsatz.

Im Jahr 1973 führe PartyLite aufbauend auf den Grundsätzen von Mabel Baker den Direktvertrieb ein. Junge und dynamische Frauen entwickelten großen Ehrgeiz, ebenfalls wie die Männer am Geschäftsleben teilzunehmen und mit PartyLite bot sich nun eine Möglichkeit dazu. Die Beraterinnen konnten die PartyLite Produkte von zu Hause aus an Freunde und Bekannte vertreiben und waren an den Umsätzen beteiligt. Für Mabel Baker stand diese Menschlichkeit schon immer an erster Stelle, welche die wichtigste Richtlinie für ihre Firma darstellte. Neben dem hohen Qualitätsanspruch war dieser persönliche Ansatz der treibende Faktor für PartyLite.

PartyLite stieg durch diese Unternehmensphilosophie weltweit zum größten Direktvertreiber von Kerzen und Duftprodukten auf. Über 50.000 Beraterinnen verkauften bereits Kerzenzubehör und konnten ihre eigene persönliche Erfolgsgeschichte schreiben. Obwohl Anfang des 20. Jahrhunderts Männer im Geschäftsleben das Sagen hatten, schaffte es eine couragierte Frau, ihre eigene Vision in die Tat umzusetzen. Was mit einer einzigen Kollektion von Lorbeerkerzen begann, entwickelte sich zu einem riesigen Sortiment an erstklassigen Kerzen und Accessoires. PartyLite blieb dabei immer den Werten treu, welche sich Mabel Baker verschrieben hatte: Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Menschlichkeit und Qualität.

„WhatsApp“ –- Wie ein ukrainischer Sozialhilfeempfänger zum Millionär wurde

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Jan Koum wurde am 24. Februar 1976 in der Ukraine geboren. In der Nähe der Hauptstadt Kiew wuchs er unter ärmsten Bedingungen auf, in dem bescheidenen Eigenheim gab es zum Beispiel kein fließend heißes Wasser. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion geriet die Ukraine in eine schwere wirtschaftliche Krise. Da es keine gute Zukunftsaussicht in dem Land gab, übersiedelte die Mutter mit dem 16-jährigen Jan Koum in die USA. Der Vater blieb jedoch in der Ukraine.

In der Stadt Montain View in Kalifornien wollten sie sich nun ein neues und vor allem besseres Leben aufbauen. Die Auswanderer hatten in dem neuen Land jedoch schwer zu kämpfen, um irgendwie über die Runden zu kommen. Die Mutter arbeitete als Babysitterin, Jan Koum verdiente sich Geld dazu, indem er den Boden in einem Lebensmittelmarkt schrubbte. Die Familie war zudem auf Sozialhilfe angewiesen und musste Lebensmittelbeihilfe von der Behörde beanspruchen, um nicht Hunger zu leiden. Auch in der Schule hatte es Jan Koum schwer, sich zu integrieren. In der Highschool war er ein Außenseiter und fiel immer wieder als Störenfried auf. Er entdeckte aber bald seine große Leidenschaft, denn er war fasziniert von Computern und Rechensystemen.

Anstatt mit Freunden auszugehen, schmökerte er in seiner Freizeit lieber in Anleitungen für Computernetzwerke. Er verschlang viele Bücher zu dem Thema und steigerte sein Wissen darüber, ohne jegliche Vorkenntnisse. Jan Koum brachte sich zusätzlich alle Programmiersprachen selbst bei, er hatte ein außergewöhnliches technisches Verständnis. Obwohl er schnell ein echter Experte in dieser Branche wurde, vermisste er seine Freunde und seinen Vater in der Ukraine. In sein Heimatland hatte er fast keinen Kontakt, da die Anrufe ins Ausland einfach zu teuer waren. Als sein Vater 1997 in der Ukraine verstarb, war Jan Koum am Boden zerstört. Immer wieder fragte er sich, warum es keine kostengünstigen Möglichkeiten gab, welche eine bessere Kommunikation mit seinem Vater ermöglicht hätte.

Jan Koum besuchte nach der Highschool eine staatliche Universität, welcher er jedoch nach kurzer Zeit wieder verließ. Durch sein technisches Talent schaffte er es, eine Stelle beim großen Internetunternehmen „Yahoo“ zu ergattern. Das Leben schien sich jetzt in eine positive Richtung zu entwickeln, als der nächste schwere Schicksalsschlag eintreffen sollte. Als Jan Koum 24 Jahre alt war, starb seine Mutter an Krebs. Sein einziger Lichtblick in dieser schweren Zeit war sein Arbeitskollege Brian Acton, mit welchem er bei „Yahoo“ viel Zeit verbrachte. Sie verstanden sich so gut, dass sie eine Wohngemeinschaft gründeten und beste Freunde wurden. Nach mehreren gemeinsamen Jahren bei „Yahoo“ verließen sie aber die Internetfirma, da sie sehr unterfordert und gefrustet waren von den Arbeitsbedingungen.

Eines Tages kaufte sich Jan Koum ein neues Handy, welches bereits sehr stark auf Internetprogramme ausgerichtet war. Sofort war er fasziniert von den vielen verschiedenen Anwendungen, welche man zusätzlich durch das Internet nutzen konnte. Da kam ihm die Idee von einem vollkommen neuen Geschäftsmodell, welcher den Austausch von Nachrichten über das Handy ermöglichen sollte, und zwar über das Internet. Gemeinsam mit seinem Freund Brian Acton setzte er nun alles auf eine Karte und gründete am Tag seines Geburtstages, am 24. Februar 2009, die Firma „WhatsApp“. Doch die Programmierung schritt nur langsam voran. Ständig stürzte die Anwendungssoftware ab und immer wieder tauchten unvorhergesehene Probleme auf. Doch Jan Koum hatte in seinem Leben bereits gelernt zu kämpfen und ließ sich von den Rückschlägen nicht entmutigen. Als „WhatsApp“ endlich auf sicheren Beinen stand, kam zum ersten Mal die Öffentlichkeit in Kontakt mit diesem neuartigen Nachrichtendienst.

Ohne eine spezielle Werbestrategie entwickelte sich „WhatsApp“ zu einer echten Sensation. Nur durch Mundpropaganda verbreitete sich diese Kommunikationsmethode rasend schnell und die Nutzerzahlen stiegen von Tag zu Tag. Jan Koum hatte einen wichtigen Trend erkannt, denn er setzte überwiegend auf Handys und Smartphones mit Internetanwendungen. Zudem war er nicht nur auf das schnelle Geld aus, sondern er wollte die perfekte Kommunikation zwischen den Menschen ermöglichen. Es wurden weitere Anwendungsgebiete geschaffen, man konnte jetzt nicht nur Textnachrichten versenden, sondern zum Beispiel auch Foto- und Videodateien austauschen. Da man nur einen Internetzugang dafür benötigte, verbreitete sich „WhatsApp“ wie ein Lauffeuer um die ganze Welt.

Jan Koum leitete mit „WhatsApp“ eine internationale Kommunikationsrevolution ein. Jan Koum und Brian Acton benötigten nur wenige Jahre, um mit ihrer einfachen Kommunikationsanwendung Branchenriesen wie Apple oder Facebook alt aussehen zu lassen. Jan Koum machte seinen größten Nachteil zu seinem größten Gewinn. Jahrelang fehlte ihm ein geeignetes Kommunikationsmittel, um mit seiner Heimat, der Ukraine, günstig kommunizieren zu können. Mit „WhatsApp“ löste er dieses Problem in Eigenregie und stieg nebenbei vom Sozialhilfeempfänger zum vielfachen Millionär auf.

Jan Koum: „“Es fühlt sich großartig an, jemanden sofort am Ende der Welt auf einem Gerät zu erreichen, das man immer dabei hat““

Ellen von Unwerth -– Ein Waisenkind wird zur berühmten Fotografin

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Ellen von Unwerth wurde 1954 in Frankfurt am Main (Deutschland) geboren. Ihre Kindheit war geprägt von dem frühen Verlust ihrer Eltern und einem Leben zwischen Waisenhäusern und Pflegeeltern. In dieser schwierigen Zeit flüchtete sie sich oft in Märchenbücher und verkroch sich in Fantasiewelten. Sie träumte davon, einmal in einem Zirkus tätig zu sein, wo sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnte. In der Schule bekam sie durch ihre ausschweifenden Träumereien ständig Probleme, trotzdem meisterte sie ihren Schulabschluss. Im Alter von 16 Jahren übersiedelte Ellen von Unwerth schließlich nach München, wo sie in einer Kommune (Lebensgemeinschaft) unterkam und verschiedene Gelegenheitsjobs annahm.

Ellen von Unwerth: „„Ich habe schwere Zeiten durchgemacht““

Ellen von Unwerth versuchte nun ihren großen Kindheitstraum zu verwirklichen und ergatterte eine Anstellung im berühmten Zirkus Roncalli. In dieser Fantasiewelt fühlte sie sich wohl, sie arbeitete hier als Nummerngirl und als Clownsassistentin. Sie liebte die Shows und die Akrobaten, welche innerhalb kürzester Zeit das Publikum in ihren Bann zogen. Als sie eines Tages während eines Gelegenheitsjobs bei einem Fotoshooting der großen deutschen Jugendzeitung „Bravo“ mitwirkte, waren viele Leute begeistert von ihrer enormen Ausstrahlungskraft. Darunter war auch der Chef der berühmten Modelagentur „Elite“, welcher Ellen von Unwerth sofort unter Vertrag nahm und sie zu einem Model formte. Bald erhielt sie bereits wichtige Modeljobs, Ellen von Unwerth konzentrierte sich nun ganz auf ihre Karriere als Model, da sie sich finanziell absichern konnte.

Ellen von Unwerth stieg zu einem echten Superstar in dieser Branche auf und war international eines der gefragtesten Topmodels. Obwohl sie sehr erfolgreich war, fand sie bei dieser Arbeit keine wirkliche Erfüllung. Ständig musste sie vor der Kamera in eiserner Disziplin ausharren und durfte sich nicht entsprechend bewegen. Diese oft sehr strengen Auflagen der Fotografen machten ihr schwer zu schaffen, sie spürte große Frustration und eine innere Leere. Ellen von Unwerth wollte ihre Lebensfreude darstellen, sich übertrieben inszenieren und damit außergewöhnliche Fotos fabrizieren. Durch diese Ansicht kam es oft zu Reibereien mit renommierten Fotografen, da sie ihre Ideen auch bei den Fotoshootings umsetzen wollte.

Ellen von Unwerth: „„Ich wollte immer Blödsinn machen und Spaß haben““

Während einer Modekampagne in Kenia (Afrika) borgte sich Ellen von Unwerth spontan eine Kamera von einem Fotografen aus und begann, kenianische Kinder vor Ort zu fotografieren. Diese Aufnahmen waren so außergewöhnlich, dass sie tatsächlich von einem großen Modemagazin veröffentlicht wurden. In ihr reifte nun der feste Entschluss, selbst Fotografin zu werden, da sie hier ihre ganze Fantasie umsetzen konnte, so wie sie es immer wollte. Obwohl sie nie eine entsprechende Ausbildung zur Fotografie hatte, brachte sie sich alle Grundlagen selbst bei. Sie nutzte ihre Kontakte als Model und erhielt dadurch erste Aufträge. Sie hatte ein gutes Gespür für Talente und wählte eines Tages ein junges Mädchen aus, welches sie sofort faszinierte. Durch diese Fotoaufnahmen verschaffte sie nicht nur Claudia Schiffer den Durchbruch, sondern sie brachten auch ihre Karriere als Fotografin ins Rollen.

Ellen von Unwerth nutzte intensiv ihre Erfahrungen, welche sie seinerzeit im Zirkus und später als Model sammeln konnte. Bei ihren Fotoshootings erschuf sie Fantasiewelten, wo sie Vergnügen mit verführerischer Erotik kombinierte. Strenge Posen gehörten nun der Vergangenheit an, sie rückte die Unbekümmertheit und die Lebendigkeit ihrer Fotomodelle in den Vordergrund. Mit ihrer lockeren Einstellung unterschied sie sich außerdem von den meisten Fotografen. Sie versuchte immer mit viel Witz fröhliche Laune am Set zu verbreiten, damit sich alle Mitarbeiter wohlfühlten. Die Models dankten es ihr mit fantastischen Fotos, welche auf der ganzen Welt gut ankamen. Mit dieser Stilrichtung ging sie ihren ganz eigenen Weg und stieg so zu einer der berühmtesten Fotografin der Welt auf. Zu ihrer Kundschaft gehörten bereits internationale Topmodels wie Kate Moss, Naomi Campbell oder Eva Herzigová. Aber auch Weltstars wie Madonna, Rihanna oder Britney Spears ließen sich schon voller Begeisterung von ihr ablichten.

Ellen von Unwerth hatte für die Kreativität und Fantasie eine besondere Gabe. Ihr Erfolgsgeheimnis aber war, an diese Fähigkeiten zu glauben und sie in verschiedensten Formen umzusetzen. Das einstige Showgirl vom Zirkus fand so in der Fotografie ihre große Bestimmung.

Ellen von Unwerth: „“Verlasst euch auf eure Persönlichkeit. Mutig muss man sein, man muss etwas riskieren wollen““

Runtastic –- Ein mobiles App entwickelt sich zum Bestseller

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Viele Studenten wagen nach dem Studienabschluss den Schritt in die Selbstständigkeit, welcher aber oft mit einigen Risiken verbunden ist. Die zwei Studenten Christian Kaar und René Giretzlehner konstruierten während eines Studienprojektes einmal ein GPS-Ortungsprogramm für eine Segelregatta, um die zurückgelegte Strecke der Boote genau analysieren zu können. Gemeinsam mit ihren Freunden Alfred Luger und Florian Gschwandtner wurde daraus eine neue Geschäftsidee entwickelt, denn das Satellitensystem konnte man auch perfekt für die Sportwelt nutzen, um Daten damit aufzuzeichnen. Die Gruppe begann nun erste Pläne zu schmieden, die Studenten waren zwar perfekt ausgebildet in der Computersprache und Experten im Programmieren, aber die Umsetzung ihrer Idee war alles andere als leicht.

Florian Gschwandtner: „“Wir wollten Läufern helfen, Daten aufzuzeichnen““

Man wollte ein Sport- und Fitnessprogramm entwickeln, welches vor allem für Smartphones (Mobiltelefone) und tragbare Computer (Tablet-Computer) gedacht war. Durch diese Anwendungssoftware („App“) konnte man sportliche Aktivitäten genau aufzeichnen und auch analysieren. Die Studenten erkannten das ungeheure Potential ihres Vorhabens, zusätzlich wollten sie es für den Breitensport konzipieren, um kommerziell erfolgreich damit zu sein. Um Kapital für das Projekt aufzutreiben, wurden Unterstützer gesucht, doch mit ihrer Idee prallten sie bei möglichen Geldgebern ab, denn man hielt dieses App nur für eine Spielerei, womit man keinen Profit erzielen würde. Florian Gschwandtner und sein Team waren auf eine unüberwindbare Hürde gestoßen und ohne Geld konnte man den Plan nicht in die Realität umsetzen.

Florian Gschwandtner: „„Am Anfang war es fast unmöglich, Investoren zu finden““

Die jungen Leute mussten nun andere Jobs annehmen, um Geld zu verdienen. Das eingenommene Kapital wurde aber sofort wieder in ihr Projekt gesteckt und man setzte alles auf eine Karte, als im Jahr 2009 die Firma „Runtastic“ gegründet wurde. Viele Menschen sahen diese Unternehmensgründung als zu risikoreich an und dachten an einen Reinfall, doch die Freunde arbeiteten hart und konsequent, um ihr sportliches App weiterzuentwickeln. Sie hielten als Gruppe zusammen und motivierten sich immer wieder gegenseitig, wenn es ab und zu nicht nach Plan lief. Und bald stellten sich erste Erfolge ein, denn plötzlich begannen immer mehr Menschen, dieses außergewöhnliche „Runtastic-App“ zu benutzen und downzuloaden. Durch die sozialen Netzwerke im Internet stieg schlagartig die Popularität von Runtastic und jetzt wurden auch Investoren auf diese junge und dynamische Firma aufmerksam.

Die Menschen konnten durch dieses neue App nun alle sportlichen Aktivitäten durch das GPS-System aufzeichnen. Dies betraf viele mögliche Sportarten wie Laufen, Wandern, Radfahren, Skifahren oder Snowboarden. Es konnten viele nützliche Daten abgefragt werden, wie zum Beispiel die Geschwindigkeit, die Dauer des Trainings, die Distanz oder auch die Höhenmeter. Selbst die größten Antisportler bekamen durch Runtastic nun mehr Motivation, sich mehr zu bewegen und Sport zu machen. Aber nicht nur auf Outdoor-Aktivitäten beschränkte man sich, Runtastic wurde stetig durch neue Funktionen ausgebaut. So wurde auch ein beachtenswertes Liegestützprogramm entwickelt, welches sich schnell größter Beliebtheit erfreute. Spaß und Motivation standen im Vordergrund, um den Menschen bei ihren Fitnesszielen zu unterstützen, mit dieser Philosophie lag man goldrichtig.

Das Sport- und Fitness-App von Runtastic legte eine unglaubliche Erfolgsgeschichte zurück. Mit mehr als 20 Millionen registrierten Nutzern und mehr als 50 Millionen Downloads stieg Runtastic zum unangefochtenen Marktführer in seiner Branche auf. Runtastic entwickelte sich aber nicht nur im deutschsprachigen Raum sensationell, mittlerweile war man auch in den USA und in Asien tätig.

Runtastic revolutionierte mit dem mobilen Sport-App die Freizeitbeschäftigung vieler Menschen. Am Anfang standen aber nur vier junge Studenten, welche sich trotz mangelnder Unterstützung und vieler Kritiker niemals unterkriegen ließen und immer an ihre Vision glaubten. Durch diese Entschlossenheit entstand eine der beeindruckendsten Firmengründungen im Bereich des mobilen Apps.

Florian Gschwandtner: „„Ich bin fest davon überzeugt, dass man jedes seiner Ziele erreichen kann, wenn man nur hart genug daran arbeitet. Man muss motiviert sein und Einsatz zeigen““

Jake Burton –- Wie er mit Snowboards den Wintersport revolutionierte

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Jake Burton Carpenter wurde am 29. April 1954 in New York City (USA) geboren und war bereits im Jugendalter ein begeisterter Sportler. Er absolvierte erfolgreich die Schule und schloss danach ein Wirtschaftsstudium ab, er verbrachte jedoch die meiste Zeit in der Natur und beim Sport. Jake Burton war sehr athletisch und probierte viele Sportarten aus, doch als er eines Tages mit einer Art Skateboard und einem Seil als Halt die Skipiste hinunterdonnerte, kam ihm plötzlich eine ungewöhnliche Idee. Der „Snurfer“ war eigentlich nur ein Kinderspielzeug und im Schnee kaum zu beherrschen, aber Jake Burton spürte hier ein gewaltiges Potenzial.

Jake Burton: „“Es gab den Snurfer. Ich wusste gleich, die Bretter müssen breiter und länger sein und irgendeine Art von Bindung haben““

Foto von Lar
unter CC BY-SA 3.0

Da Jake Burton ein begeisterter Surfer war, hatte er die Vorstellung, dass man mit einer geeigneten Ausrüstung das Surfen ebenfalls auf den Skipisten praktizieren konnte. Er begann zu tüfteln und baute erste Bindungen in die Bretter ein, welche er breiter gestaltete als beim „Snurfer“. Jake Burton fertigte so über 100 verschiedene Prototypen an und versuchte dabei die Vorteile von Surfbrettern und Skateboards zu kombinieren. Im Alter von 23 Jahren gründete er die Firma „Burton Snowboards“, um seine neu entwickelten Snowboards professionell verkaufen zu können. Aber der Erfolg blieb aus, kein Mensch interessierte sich für dieses neuartige und ungewöhnliche Sportgerät und die Firma machte schnell hohe Verluste.

Jake Burton: „“Kein Laden wollte mir die Bretter abkaufen. Sie hielten es für Spielzeug““

Jake Burton musste Nebenjobs annehmen, um seinen Traum von den Snowboards am Leben zu erhalten. Tagsüber war er als Tennistrainer tätig, am Abend schenkte er als Barkeeper Getränke aus. Trotz der Misserfolge gab er seine Geschäftsidee von dem Wintersportgerät nicht auf. Seine Wohnung wandelte er zum Lager und Schauraum um, seine Garage diente ihm als Werkstatt, wo er ständig nach der idealen Form des Snowboards feilte. Auf sich allein gestellt stopfte er sein Auto mit den selbstgebauten Brettern voll und fuhr in die Skigebiete, um seine Snowboards vorzustellen. Unermüdlich fuhr er jeden möglichen Hang hinunter, um seine Erfindung zu verbreiten. Von den Skifahrern wurde der sonderbare Snowboarder nur belächelt, aber Jake Burton ließ sich durch diese Verhöhnungen nicht abschrecken.

Jake Burton warb ununterbrochen für sein Snowboard und entwickelte es kontinuierlich weiter, um die Gleitfähigkeit und den Halt zu verbessern. Er besuchte große Skifirmen, um sich über neue Materialien zu informieren, welche er dann für sein Projekt umsetzte. Mit der Zeit und durch die ständigen Qualitätsverbesserungen schaffte er es, vor allem junge Leute für seine Snowboards zu begeistern und den Absatz zu steigern. Aber Jake Burton und die kleine Snowboardergemeinde hatten mit weiteren Problemen zu kämpfen, denn sie waren in den Skigebieten unbeliebte Gäste und die Skilifte waren für die neuen Sportgeräte kaum geeignet. So mussten die Snowboarder am Anfang viele Pisten selbst hinaufsteigen oder ließen sich heimlich von Pistenraupen mitnehmen, um dann die Hänge hinunterzufahren.

Bald waren die Liftbetreiber jedoch gezwungen, ihre Pisten auch für die Snowboarder zu öffnen, da immer mehr Snowboarder in den Skigebieten unterwegs waren. Nun war der endgültige Siegeszug dieser Sportart nicht mehr aufzuhalten, aber es gab da noch eine übermächtige Skiindustrie. Innerhalb kürzester Zeit hätten sie Jake Burton ohne Probleme verdrängen können, doch sie hielten die Snowboards nur für eine kurzfristige Markterscheinung. Dies sollte sich als folgenschwerer Irrtum herausstellen.

Jake Burton entwickelte seine Firma geschickt zu einem weltweit aktiven Unternehmen weiter und generierte bald Millionenumsätze. „Burton Snowboards“ stieg nicht nur zu einem der größten Snowboardhersteller der Welt auf, sondern konnte damit auch viele bekannte Skihersteller regelrecht überflügeln.

Jake Burton löste durch die Erfindung des Snowboards eine Revolution in den Bergen aus. Während in den Anfängen nur eine kleine Gruppe von Snowboardern unterwegs war, entwickelte sich diese Sportart innerhalb kürzester Zeit zum Breitensport mit Millionen Anhängern. Jake Burton wurde durch sein Snowboard zu einer Legende im Wintersport, da er sich nie von Pessimisten und mächtigen Skifirmen unterkriegen ließ. Es waren seine Ausdauer und seine Beharrlichkeit, welche ihm schließlich den großen Erfolg brachten.

Jake Burton: „„Snowboarden ist mein Leben, daraus beziehe ich alle Energie““

Brownie Wise -– Wie sie mit Tupperpartys die Welt der Frauen veränderte

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Brownie Wise wurde am 25. Mai 1913 in der kleinen Stadt Buford (Bundesstaat Georgia, USA) geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach der Scheidung ihrer Eltern musste sie schon sehr früh lernen, über längere Zeiträume ohne ihre alleinerziehende Mutter auszukommen, welche beruflich ständig unterwegs war. Im Alter von 14 Jahren durfte sie mit ihrer Mutter öfter zu den Geschäftsreisen mitkommen und entwickelte dadurch eine charismatische und selbstbewusste Persönlichkeit, so wie es in der Geschäftswelt wichtig war.

Im Alter von 23 Jahren heiratete Brownie Wise und wurde kurz darauf bereits schwanger. Die Ehe hielt jedoch nicht lange, da ihr Mann immer mehr dem Alkohol verfiel. Brownie Wise war nun alleinerziehende Mutter ihres Sohnes und die finanzielle Situation war sehr düster. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt mit kleineren Nebenjobs und war auch als Handelsvertreterin tätig, wo sie damit experimentierte, wie man verschiedene Produkte am besten verkaufen konnte. In dieser Zeit lernte sie Earl Tupper kennen, welcher Küchen- und Haushaltsartikel aus Kunststoff herstellte. Dieser versuchte seine Waren schon seit einiger Zeit in Kaufhäusern zu verkaufen, hatte damit aber wenig Erfolg. In jenen Tagen war Plastik noch eher unbedeutend in den Haushalten und die Menschen hielten es für ein leicht entzündliches Material, welches leicht kaputt ging. Man vertraute auf die üblichen Werkstoffe wie Metall, Glas oder Porzellan. Brownie Wise war da allerdings ganz anderer Meinung.

Sie erkannte sofort die Vorteile von den praktischen Kunststoffbehältern, welche man luftdicht verschließen konnte um dadurch Lebensmittel länger frisch halten zu können. Zudem waren sie leichtgewichtig und in verschiedensten Farben und Größen erhältlich. Als Hausfrau wusste Brownie Wise diese Vorteile zu schätzen, doch waren diese Kunststoffboxen bei den Menschen weitgehend unbekannt. Da kam ihr die Idee von einem neuartigen Verkaufsmodell, welches es bisher in dieser Form noch nicht gegeben hatte. Sie wollte die Tupperprodukte mittels Tupperpartys von Haus zu Haus vermarkten und vor allem Frauen damit ansprechen, da sie vermehrt für den Haushalt zuständig waren. Brownie Wise hatte das Ziel, die Hausfrauen selbst zu Tupperberaterinnen auszubilden, welche dann ebenfalls diese Produkte verkaufen konnten. Doch in der damaligen Zeit war die Geschäftswelt von den Männern dominiert, weshalb Brownie Wise keinen leichten Start hatte.

Die Rolle der Frau war fest verankert, sie war für die Hausarbeit, die Kindererziehung, für das Kochen und für das Putzen zuständig. Für diese körperlich oft anstrengenden Tätigkeiten bekam die Frau keine Anerkennung, da es als selbstverständlich angesehen wurde. Viele Frauen waren nur auf ihre Rolle als Mutter und Hausfrau reduziert und waren deshalb oft unzufrieden und unterfordert. Die Männer waren mit dieser Situation zufrieden, aber Brownie Wise wollte mit ihrem neuartigen Geschäftsmodell des Direktmarketings diese große Barriere für die Frauen überwinden und veranstaltete bereits erste und vielbeachtete Tupperpartys.

Die Tupperpartys, welche direkt in den Haushalten der Frauen abgehalten wurden, erfreuten sich bald größter Beliebtheit. Brownie Wise überzeugte voller Leidenschaft die Frauen von den Tupperware-Produkten, und dies auch mit ungewöhnlichen Methoden. So stellte sie sich mit einem Fuß auf die Plastikschüsseln oder schmiss mit gefüllten Behältern um sich, um die einzigartige Qualität zu präsentieren. Nebenbei feierte man eine lustige Party, es gab zu essen und zu trinken und man konnte sich mit Freundinnen treffen. Die charismatische Brownie Wise bildete schnell erste Tupperware-Verkäuferinnen aus, welche nun selbst solche Tupperpartys abhalten konnten, um Geld dabei durch den Verkauf zu verdienen. Hausfrauen, Mütter und Ehefrauen putzten sich nun heraus und präsentierten selbstbewusst Tupperware-Produkte, wofür sie große Anerkennung erhielten. Plötzlich stand die Frau im Mittelpunkt des Geschehens und die verdutzten Männer rückten in den Hintergrund, denn gegen diese Frauenversammlungen hatte man nichts entgegenzusetzen.

Brownie Wise: „„Es ist nichts Neues über das Bedürfnis nach persönlicher Anerkennung. Es ist so alt wie die Menschheit““

Die Firma Tupperware wuchs in den nächsten Jahren zu einem weltweit tätigen Unternehmen heran. Die Tupperpartys verbreiteten sich in der Frauenwelt wie ein Lauffeuer und keine Frau konnte sich den neuartigen Tupperwaren entziehen. Brownie Wise wurde durch ihre erfolgreiche Verkaufsstrategie berühmt, sie hatte Auftritte im Fernsehen und gab zahlreiche Interviews. Außerdem wurde sie als erste Frau überhaupt auf dem Titelbild der „Business Week“ abgedruckt.

Brownie Wise wurde zum Idol jeder Hausfrau und revolutionierte durch diese Tupperpartys die Rolle der Frau auf der ganzen Welt. In einer von Männern dominierten Geschäftswelt gab sie nun auch Frauen mit geringer Bildung die Chance, Unabhängigkeit zu erlangen und erfolgreich am Geschäftsleben teilnehmen zu können.

Brownie Wise: „„Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, sind winzige Dinge verglichen mit dem, was in uns liegt““