Die Engel der Kinder

„Lesezeit: ca. 2 Minuten“

Es war einmal ein Kind, das bereit war geboren zu werden.

Das Kind fragte Gott: „Sie sagen mir, dass du mich morgen auf die Erde schicken wirst, aber wie soll ich dort leben, wo ich doch so klein und hilflos bin?“ Gott antwortete: „Von all den vielen Engeln suche ich zwei für dich aus. Deine Engel werden auf dich warten und auf dich aufpassen.“

Das Kind erkundigte sich weiter: „Aber sag, hier im Himmel brauche ich nichts zu tun, außer singen und lachen, um fröhlich zu sein.“ Gott sagte: „Deine Engel werden für dich singen und auch für dich lachen, jeden Tag. Und du wirst die Liebe deiner Engel fühlen und sehr glücklich sein.“

Wieder fragte das Kind: „Und wie werde ich in der Lage sein, die Leute zu verstehen, wenn sie zu mir sprechen und ich die Sprache nicht kenne?“ Gott sagte: „Deine Engel werden dir die schönsten und süßesten Worte sagen, die du jemals hören wirst, und mit viel Ruhe und Geduld werden deine Engel dich lehren zu sprechen.“

„Und was werde ich tun, wenn ich mit dir reden möchte?“ Gott sagte: „Deine Engel werden deine Hände aneinanderlegen und dich lehren zu beten.“

„Ich habe gehört, dass es auf der Erde böse Menschen gibt. Wer wird mich beschützen?“ Gott sagte: „Deine Engel werden dich verteidigen, auch wenn sie dabei ihr Leben riskieren.“

„Aber ich werde immer traurig sein, weil ich dich niemals wieder sehe.“ Gott sagte: „Deine Engel werden mit dir über mich sprechen und dir den Weg zeigen, auf dem du immer wieder zu mir zurückkommen kannst. Dadurch werde ich immer in deiner Nähe sein.“

In diesem Moment herrschte viel Frieden im Himmel, aber man konnte schon Stimmen von der Erde hören und das Kind fragte schnell: „Gott, bevor ich dich jetzt verlasse, bitte sage mir noch schnell die Namen meiner Engel!“
„Ihre Namen sind nicht wichtig. Du wirst sie einfach Mama und Papa nennen …“

Einzelnachweis (abgerufen am 20.07.2016):
www.sonnenkinder21.at

Das Echo

Lesezeit: ca. 1 Minute

Ein Vater war mit seinem kleinen Sohn in den Bergen unterwegs. Plötzlich stürzt der Sohn zu Boden und schreit laut: „Aua!!“ Zu seiner Überraschung hört er eine andere Stimme irgendwo in den Bergen, die auch schreit: „Aua!!“ Neugierig ruft er: „Wer bist du?“, und erhält zur Antwort: „Wer bist du?“ Dann schreit er in die Berge: „Ich bewundere dich!“ Die Stimme antwortet: „Ich bewundere dich!“ Verärgert schreit der Junge: „Du Nichtsnutz!“, und erhält zur Antwort: „Du Nichtsnutz!“

Er sieht zum Vater hinüber und fragt: „Was ist das?“ Der Vater lächelt: „Geduld, mein Junge“ Und nun ruft der Mann: „Du bist der Größte!“ Die Stimme antwortet: „Du bist der Größte!“ Der Junge ist überrascht, versteht aber immer noch nicht.

Da erklärt der Vater: „Die Menschen nennen es Echo, aber in Wirklichkeit ist es das Leben. Es gibt dir alles zurück, was du sagst oder tust. Unser Leben ist der Spiegel unseres Handelns. Wenn du dir mehr Liebe in der Welt wünscht, dann sorge für mehr Liebe in deinem Herzen. Wenn du mehr Frieden auf der Welt willst, dann tue selbst etwas dafür. Das gilt für alles, für jeden Bereich des Lebens. Das Leben gibt dir alles zurück, was du ihm gegeben hast. Dein Leben ist kein Zufall. Es ist ein Spiegelbild von dir selbst!“


Der Löwe und die Maus

Lesezeit: ca. 1 Minute

Eine kleine Maus lief bei einem schlafenden Löwen vorbei, als dieser unerwartet erwachte. Er fing die Maus mit seinen mächtigen Tatzen und wollte sie fressen.

Da flehte die Maus: „Bitte verzeihe mir meine Unvorsichtigkeit und schenke mir mein Leben. Ich will dir für immer dankbar dafür sein“

Da der Löwe sehr großmütig war, schenkte er der Maus ihre Freiheit. Lächelnd dachte er bei sich, wie denn eine kleine Maus einem Löwen ihre Dankbarkeit wohl zeigen könnte.

Kurze Zeit später geriet der Löwe in eine Falle von Großwildjägern. Gefangen in einem Netz konnte dem Löwen trotz großer Anstrengungen niemand helfen. Der Löwe war verloren und gab seine Befreiungsversuche auf.

Da tauchte plötzlich die kleine Maus auf und begann die Knoten des Netzes zu zernagen.


Foto von Ltshears

Das Versteck der Weisheit

Lesezeit: ca. 1 Minute

Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es nicht gut wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie solange nicht finden würden, bis sie reif genug dafür sein würden.

Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre.

Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit früher oder später finden würden.

Dann kam ein Vorschlag von einem der weisesten Götter: „Ich weiß, was zu tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist. Denn dazu muss er den Weg in sein Inneres gehen.“

Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst.

Zwei Freunde in der Wüste

Lesezeit: ca. 1 Minute

Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es jedoch zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht.

Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand: „Heute hat mich mein bester Freund geschlagen“

Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen nach kurzer Zeit zu einer Oase. Dort beschlossen die beiden, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb plötzlich im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Sekunde.

Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein: „Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet“

Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: „Als ich dich verletzt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?“

Der andere Freund antwortete: „Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein verewigen, damit kein Wind es jemals auslöschen kann“

 

Warum Hunde nicht länger leben als Menschen

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Der kleine Junge Shane und sein Hund Belker waren ein Herz und eine Seele. Sie verbrachten jede freie Minute miteinander und Belker begleitete Shane jeden Tag zur Schule und wieder retour. Eines Tages jedoch stellte der Tierarzt beim Hund eine schwere Krebserkrankung fest. Da der Krebs unheilbar war und um Belker größeres Leid zu ersparen, musste ein Termin für die Einschläferung des Hundes vereinbart werden.

Foto von Joel Quebec

 
Die Einschläferung fand im engsten Kreis der Familie statt und es herrschte eine traurige Stimmung. Auch Shane durfte dabei sein, da die Eltern der Meinung waren, dass er dabei auch etwas lernen konnte. Shane wirkte sehr ruhig als er den Hund zum letzten Mal streichelte. Wenige Minuten später war Belker friedlich gestorben. Doch der kleine Junge schien den Tod des Hundes ohne größere Schwierigkeiten hinzunehmen. Er vergoss keine Träne, sondern saß nur still bei Belker und hielt seinen Kopf. Als die Erwachsenen diskutierten, warum das Leben eines Tieres eigentlich so kurz sein musste, fiel ihnen Shane plötzlich ins Wort. Mit seiner Antwort sollte er alle überraschen.

Shane sagte: „“Die Menschen werden geboren, um zu lernen, wie sie ein gutes Leben führen, richtig? Wie sie lieben und teilen und zu allen freundlich sein können. Na ja, Hunde müssen das nicht lernen. Sie wissen doch schon wie das geht. Deswegen müssen sie auch nicht so lange bleiben.““

Diese Worte von dem kleinen Jungen trafen direkt in das Herz der Anwesenden. Shane hatte das Glück, einen Hund als Lehrer zu haben, welcher ihm die einfachsten Weisheiten des Lebens lehrte.

 

Über Kritik ärgern?

Lesezeit: ca. 1 Minute

Ein frecher Junge saß auf einer Palme und warf Kokosnüsse auf die Passanten. Diese ärgerten sich maßlos und schimpften über den Übeltäter.

Plötzlich traf eine Kokosnuss einen alten Mann direkt auf den Kopf.

 
Der Mann hob die Kokosnuss auf und blickte auf den Jungen. Dann trank er die Milch aus, aß das Fruchtfleisch und machte sich einen schönen Becher aus der Schale.

Ist Nachgeben ein Zeichen von Schwäche?

Lesezeit: ca. 1 Minute

In einer Waldlichtung stand ein mächtiger Fichtenbaum, welcher von hohen Gräsern umgeben war. Die Fichte war sehr eingebildet und verspottete die Gräser, wie schwach sie waren und dass sie überhaupt keine Standhaftigkeit hatten. Sie sollten sich ein Beispiel an dem Baum selbst nehmen, welcher vor Kraft und Stärke nur so strotzte. Die Gräser schwiegen.

 
Eines Tages fing ein heftiger Sturm zu toben an. Die Gräser wurden heftig hin und her geschüttelt, sie gaben den Windstößen jedoch nach und blieben unversehrt. Die Fichte hingegen, welche sich dem Sturm entgegengestemmt hatte, wurde gebrochen und fiel um.

Nachgeben ist nicht immer ein Zeichen von Schwäche. …

Ist materieller Reichtum das Wichtigste im Leben?

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Eines Tages wurde ein Wanderer von einem heftigen Wetterumschwung mit Sturm und Regen überrascht. Bis auf die Knochen durchnässt erspähte der junge Mann in der Ferne eine kleine Hütte, wo er Unterschlupf fand. Während die alte Hausherrin ihm eine heiße Suppe zu essen gab, trockneten seine Sachen über einem warmen Kaminofen. Die Hütte war sehr einfach eingerichtet, aber plötzlich erblickte er auf einem abgenutzten Regal eine Goldstatue, welche sehr wertvoll zu sein schien. Der Wanderer konnte seine Blicke nicht mehr davon abwenden und musste ständig zu dem Regal hinüberschauen. Als das Wetter wieder besser wurde und sich der junge Mann wieder auf den Weg machen wollte, hielt ihn plötzlich die alte Dame des Hauses zurück und entgegnete: „„Ich habe mitbekommen, dass du von der Goldstatue so angetan warst. Hier hast du sie.““

Foto von Leif Hansson

 
Die alte Frau reichte dem Wanderer ohne zu zaudern die wertvolle Skulptur. Der junge Mann konnte sein Glück gar nicht fassen, steckte die Goldstatue in seinen Rucksack und machte sich schnell davon, bevor es sich die Frau anders überlegen sollte. Ihm war bewusst, dass er sich mit dem Gold die kostbarsten und luxuriösesten Dinge kaufen konnte, welche er sich schon lange erträumt hatte. Die alte Frau winkte ihm fröhlich hinterher und verabschiedete sich mit einem Lächeln.

Eine Woche später kam der junge Mann aber wieder zurück und überreichte der alten Frau die goldene Statue. Beschämt blickte er der Frau in die Augen und sagte: „“Ich habe die Statue schätzen lassen, sie ist wirklich von unfassbar großem Wert. Aber dann fing ich an nachzudenken. Ich will dir diese Goldstatue zurückgeben in der Hoffnung, dass du mir dafür etwas viel Wertvolleres schenken kannst. Bitte gib mir etwas von dem, was es dir so einfach ermöglichte, mir diese Statue zu schenken. Denn ich glaube, dass man Lebensglück mit ganz anderen Dingen erreichen kann als mit materiellem Reichtum.““

Der Tempel der tausend Spiegel

Lesezeit: ca. 1 Minute

Es gab einmal einen alten Tempel, darin befanden sich tausende Spiegel. Eines Tages verirrte sich ein Hund in diesen außergewöhnlichen Tempel. Als er durch den Eingang schritt, blickten ihn tausende Hunde an und er bekam es mit der Angst zu tun. Er fletschte seine Zähne und fing an zu knurren. Plötzlich knurrten tausende Hunde zähnefletschend zurück. Der Hund zog sofort seinen Schwanz ein und rannte verängstigt aus dem Tempel. Er glaubte von nun an, dass die ganze Welt voll aus bösen und bedrohlichen Hunden bestand.

Einige Zeit später kam ein anderer Hund in den Tempel, und auch er sah die anderen Hunde in den Spiegeln. Aber er freute sich darüber, wedelte mit dem Schwanz und sprang fröhlich hin und her. Da freuten sich auch die anderen tausend Hunde, welche ebenfalls fröhlich mit ihrem Schwanz wedelten. Der Hund verließ den Tempel mit dem Bewusstsein, dass die Welt voll mit freundlichen und wohlgesinnten Hunden war.

Der Tempel der tausend Spiegel ist die Welt. Wer egoistisch und feindselig durch die Welt geht, wird nichts anderes in seinem Leben erfahren. Wer jedoch freundlich und herzlich durch die Welt geht, dem wird das Leben auch wohlgesonnene Gefährten schicken.