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Die dreijährige Mischlingshündin Laika (teils Husky, teils Terrier) war als Streuner in Moskau unterwegs und genoss ihre Freiheit. Plötzlich wurde sie jedoch von sowjetischen Mitarbeitern der Raumfahrtbehörde eingefangen und mitgenommen. Sie hatte das perfekte Gewicht von etwa sechs Kilogramm für eine Mission, die als Meilenstein in die Raumfahrtgeschichte eingehen sollte.

Im Wettlauf um die Eroberung des Weltraumes war im Jahr 1957 ein erbitterter Zweikampf zwischen den USA und der Sowjetunion ausgebrochen. Zu dieser Zeit wusste man nicht, ob ein Lebewesen im Weltraum überhaupt überleben konnte, und viele Wissenschaftler waren der Meinung, dass kein Lebewesen im Weltraum am Leben bleiben könnte. Und Laika sollte den Gegenbeweis antreten und sollte dabei helfen, wichtige Erkenntnisse für den bemannten Raumflug zu gewinnen.

Die Hündin war nun nur mehr ein Versuchsobjekt und musste sich einem speziellen Training unterziehen. In einem Weltraumlabor musste Laika auf engstem Raum leben und ständig eine Art Raumfahrtanzug tragen. Sie musste sich an immer enger werdende Kapseln gewöhnen und durfte diese oft tagelang nicht verlassen. In Simulatoren wurde sie mit großem Lärm und mit starken Vibrationen vertraut gemacht, zum Essen erhielt die Hündin nur mehr eine spezielle Weltraumnahrung. Monatelang musste Laika diese Tortur ertragen, bis es endlich soweit war und die letzten Vorbereitungen für ihren Weltraumflug anliefen.

Am 03. November 1957 startete Laika ihre abenteuerliche Reise zu den Sternen. Die kleine gepolsterte Kapsel, ausgestattet mit zahlreichen Sensoren, bot gerade so viel Platz, dass Laika entweder liegen oder stehen konnte, ein spezielles Lüftungssystem versorgte sie mit Sauerstoff. Die ganze Welt verfolgte gespannt diesen bedeutsamen Flug, Laika war das erste Lebewesen überhaupt, welches sich in die Erdumlaufbahn begeben sollte. Millionen Menschen schauten aufgeregt in den Himmel, denn der Hund, der um die Erde kreiste, war eine unfassbare Sensation.

Laika erreichte nach kurzer Zeit tatsächlich die Schwerelosigkeit, aber unglücklicherweise wurden nach fünf bis sieben Stunden Flugzeit keine Lebenszeichen mehr von ihr übermittelt. Die kleine Hündin mit den Schlappohren hatte von Anfang an keine Chance, wieder lebend auf die Erde zurückzukehren. Der Sowjetunion ging es nur darum, die USA im zeitlichen Rennen um die Eroberung des Weltalls zu schlagen, durch diesen zeitlichen Druck hatte man keine Zeit mehr, die Kapsel mit einem entsprechenden Lebenserhaltungssystem für Laika auszustatten. Durch verschiedene Defekte stieg die Innentemperatur der Kapsel immer weiter an, Laika starb qualvoll an Überhitzung und an dem dadurch entstandenen Stress.

Der Flug von Laika brachte den eindeutigen Beweis, dass Lebewesen in der Schwerelosigkeit überleben konnten. Die wenigen Stunden, in denen Laika medizinische Daten aus dem All übermittelte, waren ein Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte und sorgten weltweit für Aufsehen. Die Erkenntnisse von dieser Mission ermöglichten in späterer Folge die bemannte Raumfahrt und waren Grundlage dafür, dass Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch überhaupt die Mondoberfläche betreten konnte.

Die Ängste und Qualen bis zu ihrem Tod, die Laika während ihres Fluges durchstehen musste, sind kaum vorstellbar. Ihr Todesfall führte weltweit zu Protesten und Aufständen gegen den Missbrauch von Tieren für die Wissenschaft.

Laika wurde durch ihren heldenhaften Tod zu einem der berühmtesten Hunde der Welt. Ihr zu Ehren wurde ein Denkmal gebaut und eine Erinnerungstafel errichtet, in vielen Ländern wurde sie auf Briefmarken gedruckt.

Oleg Gasenko (damaliger Hundetrainer von Laika): „“Je mehr Zeit vergeht, desto mehr tut es mir leid. Wir haben durch die Mission nicht genug gelernt, um den Tod des Hundes zu rechtfertigen““