Gérald Métroz – Zu einer großen Lebenslust braucht man keine Beine

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Gérald Métroz wurde am 16. Mai 1962 im kleinen Dorf Sembrancher (Schweiz) geboren. Im Alter von zwei Jahren hielt er sich in der Nähe des Bahnhofes auf, als aus der Ferne ein Regionalzug zu hören war. Das kleine Kind unterschätzte die drohende Gefahr und spielte unbekümmert weiter, als das Schicksal unbarmherzig zuschlug. Gérald Métroz schlitterte unter den anfahrenden Zug, welcher ihm sofort beide Beine fast auf Hüfthöhe abtrennte. Innerhalb kürzester Zeit wäre das Kind nun verblutet, jedoch klemmten die Räder des Zuges die Arterien ab und verhinderten so den sicheren Tod. Wie durch ein Wunder überlebte Gérald Métroz diesen schrecklichen Unfall, aber seine Beine waren für immer verloren.

 
Als Gérald Métroz nach einer schweren Operation im Krankenhaus wieder erwachte, musste er mit der Tatsache fertig werden, nun ohne Beine auszukommen. Er hatte aber eine große Willensstärke und versuchte bereits kurze Zeit später unter großen Schmerzen, mit einfachen Holzprothesen wieder zu gehen. Gérald Métroz hatte nur ein wichtiges Ziel, so zu sein wie alle anderen Kinder und nicht ausgegrenzt zu werden. Seine große Leidenschaft fand er ausgerechnet im Sport, wo er sich bestens bewährte. Im Alter von zehn Jahren spielte er Eishockey, mit seinen Prothesen war er wagemutig als Torhüter auf dem rutschigen Eis im Einsatz. Aber besonders im Rollstuhlbasketball war Gérald Métroz sehr erfolgreich, durch unermüdlichen Einsatz schaffte er es hier bis in die Schweizer Nationalmannschaft.

Obwohl der Alltag oft mühsam zu bewältigen war, schaffte es Gérald Métroz, sich trotz seiner Behinderung sehr gut im Leben zurechtzufinden. Im Alter von 25 Jahren übersiedelte er für einige Zeit nach Kanada und erlangte dort ein immer größeres Selbstvertrauen. So fällte er die Entscheidung, auf die schmerzvollen und unbequemen Prothesen zu verzichten, welche er nur aus Rücksicht auf die anderen Menschen trug, um sie wegen seiner fehlenden Beine nicht zu verunsichern. Im Rollstuhltennis stellte sich Gérald Métroz einer neuen Herausforderung, mit einem großen Trainingsaufwand und einer ungeheuren Entschlossenheit wurde er viermal Schweizer Meister und nahm 1996 sogar an den Paralympics in Atlanta (USA) teil.

Gérald Métroz: „Man darf nicht resignieren. Mein Körper ist nicht hässlich, er ist nur individuell“

Neben seiner Karriere als Sportler war Gérald Métroz auch als Sportmanager sehr erfolgreich. Er gründete seine eigene Firma, wo professionelle Eishockeyspieler betreut und aufgebaut wurden und fing an, Bücher über sein Leben zu schreiben. Bei Präsentationen und Konferenzen berichtete Gérald Métroz überall auf der Welt über seine Erfahrungen, sich trotz der Behinderung im Leben durchzusetzen und seinen eigenen Weg zu gehen.

Gérald Métroz verlor bereits als Kind durch einen tragischen Schicksalsschlag seine beiden Beine. Doch er lernte seine Behinderung zu akzeptieren und absolvierte eine große Karriere als Sportler. Er gründete eine eigene Firma und schlug dadurch einen selbstständigen und sehr erfolgreichen Weg ein. Gérald Métroz entwickelte eine außergewöhnliche Lebensfreude und zeigte den Menschen, dass man mit Begeisterung und Willensstärke alles im Leben erreichen kann.

Gérald Métroz: „Ich habe keinen Grund, mich zu beklagen. Das Leben hat mir vieles geschenkt, Freundschaften, Liebe und Erfolg im Geschäft. Ich bin glücklich“

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