Die Sprengung – Rettung in letzter Sekunde

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Vor wenigen Tagen lösten sich von einem Felsvorsprung riesige Gesteinsmassen, welche direkt auf die naheliegende Hauptstraße krachten und diese unpassierbar machte. Schnell waren Bagger vor Ort, um die teils sehr großen Steine wieder wegzuschaffen und die Straße wieder passierbar zu machen. Dies war schnell erledigt, doch musste der gesamte Felsen nochmals untersucht werden, damit weitere Gesteinsabgänge ausgeschlossen werden konnten. Als ein Spezialistenteam mit der Untersuchung fertig war, wurden einige gelockerte Gesteinsschichten festgestellt, und man beschloss, diese wegzusprengen.

Der Sprengmeister mit seinen Mitarbeitern arbeitete sehr genau und sorgfältig. Millimetergenau wurden die Bohrlöcher gebohrt, um diese dann mit dem nötigen Sprengstoff zu befüllen. Der Aufwand war sehr groß, denn sie mussten sich von oben herab vom Felsvorsprung herabseilen, um an die nötigen Stellen zu kommen. Nun war alles geschafft. Der Sprengmeister zeigte sich zufrieden und der Sprengbereich wurde weitläufig abgesperrt. Viele Schaulustige waren bereits gekommen, um diesem Schauspiel beizuwohnen. Der Sprengmeister persönlich gab das Startsignal für die Sprengung, doch was kurz darauf folgen sollte, trieb dem sonst so ruhigen und erfahrenen Mann mehr als nur Angstschweiß auf die Stirn. Ein kleines Mädchen dürfte durch die Absperrung geschlüpft sein und lief unbedacht direkt auf die Hauptsprengstelle zu. Sie hatte eine kleine rote Blume entdeckt, welche sie sich pflücken wollte.

Sie bückte sich sorglos, roch an der Blume und lachte vergnügt. Die Leute hinter der Absperrung gerieten in Panik, winkten und gaben dem Kind wilde Winkzeichen, damit es sofort wieder zurückkehrte, doch das Mädchen winkte nur lächelnd und fröhlich zurück. Keiner traute sich das Mädchen zu holen, denn der Rückweg würde nicht mehr geschafft werden. In wenigen Sekunden würden Tonnen von Felsgestein herabfallen und das kleine Mädchen unter sich begraben, ohne wirkliche Überlebenschance. Die Nervosität und die Panik wurden immer größer und die verzweifelten Schreie der Menschen immer lauter, doch nichts half. Nur eine Person erkannte die Situation richtig, es war die Mutter, die nach einem Spaziergang mit dem Mädchen ein bisschen zurücklag und jetzt zu der aufgewühlten Menge kam. Sie wusste, dass ihr Kind sie durch den Lärm nichts hören konnte, und so gab es nur eine Chance für die Rettung des Kindes.

Instinktiv kniete sie sich nieder und öffnete lächelnd weit ihre Arme in Richtung ihres Kindes. Und plötzlich reagierte das Mädchen und lief auf ihre Mutter zu. Da knallte es auch schon und die Explosion nahm ihren Lauf. Als Tonnen von Gestein auf den Boden krachten, war das Kind bereits sicher in den Armen der Mutter gelandet.

Wir leben heute in einer Welt, die sehr stark geprägt ist von modernen Kommunikationsformen wie das Internet, und der persönliche Kontakt wird immer mehr eingeschränkt. Das Leben ist schnell, hektisch und man steht immer mehr unter Stress. Doch unter der Oberfläche sind es die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen, die immer gleich bleiben. Wenn wir einem Menschen die Arme entgegenstrecken wie die Mutter ihrem Kind, wird diese Geste auf der ganzen Welt als Zeichen der Zuneigung und der Liebe verstanden.

 

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