Harald Höppner – Mit einem alten Schiffkutter auf Rettungsmission für Flüchtlinge

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Als am 09. November 2014 ein Gedenktag für den 25-jährigen Mauerfall in Deutschland stattfindet, kommt Harald Höppner ins Grübeln. Er sieht Fotos von DDR-Bürgern, die erfolgreich geflohen sind und als Helden gefeiert werden, genauso wie die westdeutschen Fluchthelfer. Er vergleicht die damalige Situation mit der aktuellen Flüchtlingslage in Afrika, wo viele Menschen über das Mittelmeer nach Europa kommen und ebenfalls auf ein besseres Leben hoffen. Harald Höppner beschließt zu helfen, denn kein Mensch kann sich sein Geburtsland aussuchen und wo Krieg oder Frieden herrscht. Im tückischen Mittelmeer spielen sich wahre Todesdramen ab.

Harald Höppner beginnt im Internet zu recherchieren, bis er endlich am Ziel ist. In Holland entdeckt er einen fast 100 Jahre alten Fischkutter, welcher hochseetauglich ist und finanziell erschwinglich ist. Mit seinem ersparten Geld kauft er den Kutter und lässt ihn durch Spenden zu einem Rettungsschiff umbauen. Harald Höppner nennt sein Projekt „Sea-Watch“ und versucht seine Idee durch Öffentlichkeitsarbeit voranzutreiben. Er schreibt mehreren Abgeordneten in der Politik E-Mails, welche jedoch alle unerhört bleiben. Harald Höppner lässt sich davon aber nicht unterkriegen und kämpft für seinen Plan, Schiffbrüchigen im Mittelmeer zu helfen.

Harald Höppner: „Die größten Tragödien spielen sich immer noch im Mittelmeer ab, dort engagiert sich kaum jemand“

Erste Freiwillige melden sich bei Harald Höppner, wie Kapitäne, Ärzte, Dolmetscher oder Mechaniker. Das kleine Schiff soll keine Flüchtlinge aufnehmen, sondern als eine Art schwimmende Notrufzentrale fungieren, wo eng mit der Küstenwache kooperiert wird. Mit Schwimmwesten, Rettungsinseln und medizinischer Erstversorgung will Harald Höppner den Flüchtlingen vor dem oft sicheren Tod bewahren. Nach einer großen Kraftanstrengung hat es Harald Höppner geschafft. Das Rettungsschiff versieht seit dem 20. Juni 2015 im Mittelmeer seinen Dienst.

Harald Höppner: „Die Frage ist doch, was wäre, wenn tatsächlich hunderte Leute in Not geraten und wir nicht da wären? Selbst wenn es nur einen Menschen gibt, dem wir das Leben retten, hat sich die Sache schon mehr als gelohnt“

Die Hilfe von Harald Höppner ist mehr als notwendig, denn mit Oktober 2014 endete eine wichtige Operation der italienischen Marine wegen zu hoher Kosten. Sie war mit mehreren Schiffen im Einsatz, um Menschen auf hoher See zu bergen. So konnte man innerhalb eines Jahres mehr als 100.000 Menschen das Leben retten. Doch nun sind die Flüchtlinge wieder auf sich alleine gestellt, man kann sich gar nicht vorstellen, welche Tragödien sich Tag für Tag auf dem Meer abspielen, ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon erfährt.

Nur ein alter Fischkutter kämpft sich durch das stürmische Meer. Es ist das Schiff von Harald Höppner, welcher im Alleingang trotz kritischer Stimmen eine mutige Hilfsaktion ins Leben gerufen hat. Er diskutiert nicht über die Probleme, sondern handelt ohne Umschweife. Viele Menschenleben werden ihm seine beherzte Zivilcourage danken. Ein echter Held!

Harald Höppner: „Die Menschen kommen in jedem Fall, egal, was unsere Politiker entscheiden. Wir dürfen die Menschen nicht ertrinken lassen. Wegschauen ist keine Alternative“

Einzelnachweise (abgerufen am 10.11.2015):
1. Welt.de: Die Wut nach dem Tod der Flüchtlinge
2. Der Tagesspiegel – Brandenburger will Flüchtlinge aus dem Mittelmeer retten
3. Zeit.de – Es ist gar nicht so schwer“
4. Wikipedia – Harald Höppner

Nick Struck – Ein singender Polizist tröstet ein Mädchen

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Die Polizei von Brighton (US-Bundesstaat Colorado) wird zu einem Verkehrsunfall gerufen. Nick Struck und seinen Kollegen bietet sich vor Ort ein schreckliches Bild. Ein Familienvater ist von der Straße abgekommen und hat sich mit dem Auto mehrmals überschlagen. Alle Fahrzeuginsassen werden dabei mit voller Wucht aus dem Fahrzeug geschleudert und liegen nun verstreut auf einem Feld, zwei Erwachsene und vier Kinder.

Nick Struck: „Wenn du hörst, dass Kinder involviert sind, ist das wie ein Schlag in den Magen“

Wie durch ein Wunder hat ein 2-jähriges Mädchen diesen schrecklichen Unfall unverletzt überlebt. Die anderen Familienmitglieder haben weniger Glück. Der Vater stirbt bereits vor Eintreffen der Rettungskräfte, die anderen Angehörigen werden teils schwer verletzt. Mitten in diesem Durcheinander schnappt sich Nick Struck das verängstigte Mädchen, um es zu trösten.

Nick Struck: „Kinder sind so unschuldig. Man kann es in ihren Augen sehen, dass sie nicht wissen, was sie tun sollen oder was überhaupt los ist“


Foto von Jessica Matrious

Rührend kümmert sich Nick Struck um das Kind und versucht es zu beruhigen. Um es von den furchtbaren Szenen abzulenken, fängt der Polizist an, dass Kinderlied „Twinkle, Twinkle, Little Star“ zu singen. Während seine Kollegen die Leiche des Vaters bergen und die Schwerverletzten ins Krankenhaus bringen, schafft Nick Struck für das Mädchen vorübergehend eine bessere Welt.

Das Bild von dem Polizisten mit dem Mädchen auf dem Arm geht um die Welt. Während hinter ihnen das Chaos mit dem Autowrack und den Verletzten herrscht, lenkt Nick Struck das verstörte Mädchen von dem schrecklichen Unfall ab. Er schützt sie vermutlich vor einem schweren emotionalen Schaden, womit er mit dieser herzerwärmenden Tat zu einem echten Helden wird.

Nick Struck: „Meine Rolle war es, das kleine Mädchen zu schützen und zu trösten“

Einzelnachweise (abgerufen am 22.10.2015):
1. Blick.ch – Singender Polizist tröstet Unfall-Opfer
2. Sixx.at – Polizist tröstet kleines Mädchen nach furchtbarem Autounfall
3. Bild – Polizist singt Lied für Tochter von Unfall-Opfer

Sarah Litke – Wie sie ein Mädchen vor der Vergewaltigung rettete

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Am Morgen des 16. Oktober 2013 befindet sich Sarah Litke mit dem Auto auf dem Heimweg von ihrer Nachtschicht als Krankenschwester. Es ist noch relativ dunkel und Sarah Litke ist froh, bald nach Hause zu kommen. Als sie eine menschenleere Bahnunterführung passiert, sieht sie einen Mann auf der Seite, der ein junges Mädchen bedrängt. Sarah Litke wird langsamer, als ihr plötzlich der Schrecken in die Glieder fährt. Der Mann versucht das Mädchen zu vergewaltigen.

Sarah Litke reagiert sofort und fängt an, unaufhörlich zu hupen. Der Mann wird durch das laute Hupkonzert aufgeschreckt und flüchtet. Die resolute Sarah Litke stürmt aus dem Auto und läuft auf das verängstigte Mädchen zu. Währenddessen hat sie mit ihrem Handy bereits die Polizei verständigt. Sie kümmert sich um das völlig verstörte Mädchen und beruhigt sie. Der Täter ist nicht mehr zu sehen.

Sarah Litke: „Sie hatte Tränen in den Augen“

Statt nach Hause zu fahren, begleitet Sarah Litke das Mädchen noch auf die Polizeistation. Sie tröstet das Opfer und stellt sich der Polizei als Zeugin zur Verfügung. Obwohl Sarah Litke die ganze Nacht gearbeitet hat, nimmt sie sich ausreichend Zeit. Sie ist dadurch nicht nur für das geschockte Mädchen eine enorme Stütze, sondern auch für die Polizei. Denn aufgrund ihrer Aussage kann der Täter kurze Zeit später geschnappt werden.

Jährlich fallen tausende Frauen einer Vergewaltigung zum Opfer. Experten schätzen, dass viele Verbrechen verhindert werden könnten, wenn Zeugen eingreifen und nicht einfach wegschauen würden. Sarah Litke verhindert durch ihr mutiges Eingreifen ein schlimmes Verbrechen. Sie jagt einen brutalen Täter davon und kümmert sich dann rührend um das geschockte Opfer. Ein Vorbild für die Menschen und eine echte Heldin des Alltags. Für ihre Zivilcourage erhält sie kurze Zeit später eine Auszeichnung.

Sarah Litke: „Jeder kann helfen. Auch, wenn es nur ein Anruf bei der Polizei ist“

Einzelnachweise (abgerufen am 15.10.2015):
1. blick-aktuell – Junge Frau verhinderte Straftat
2. Wunderweib – Sie rettete ein Mädchen vor Vergewaltigung
3. nr-kurier – Sarah Litke mit Preis für Zivilcourage geehrt

Narayanan Krishnan – Der Retter der Armen

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Narayanan Krishnan ist 5-Sterne-Koch in Indien und verdient gutes Geld. Er hat so großes Talent, dass er sogar ein Angebot aus der Schweiz erhält, um internationale Erfahrung zu sammeln. In Indien ist sein gehobener Lebensstandard aber keine Selbstverständlichkeit, was Narayanan Krishnan bald zu spüren bekommt. Denn er macht eine Beobachtung, die sein Leben für immer verändern wird.

Unter einer Brücke sieht er einen alten Mann, dürr und abgemagert bis auf die Rippen. Plötzlich bemerkt er, dass der Mann seine eigenen Exkremente isst, um nicht zu verhungern. Narayanan Krishnan ist schockiert und starr vor Schreck, noch nie in seinem Leben hat er so etwas mitansehen müssen. Sofort versorgt er den Hilfsbedürftigen und kauft ihm Essen. Narayanan Krishnan wird diesen Moment nicht vergessen, als der alte Mann dankbar seine Hand hält und ihm treuherzig in die Augen sieht. Es ist dieser Augenblick, der sein Leben für immer verändert.

Narayanan Krishnan: „Von dem Moment an wusste ich: Das ist es, was ich mein Leben lang tun will: die Ärmsten der Armen zu ernähren“

Noch in der gleichen Woche kündigt er trotz Widerstand der Eltern seinen gut bezahlten Job und gründet im selben Atemzug die Hilfsorganisation „Akshaya Trust“. Er verkauft all seine Habseligkeiten und bittet Freunde und Familie um Hilfe, um Lebensmittel kaufen zu können. Von den indischen Behörden erhält er keine Unterstützung und die Menschen aus der oberen Gesellschaftsschicht lassen ihn fallen, da man sich nicht mit dem „Pöbel“ abgibt. Aber Narayanan Krishnan gibt nicht auf und kämpft unbeirrt weiter.

Narayanan Krishnan: „Wir alle sind Eins, ich bin nur ein menschliches Wesen. Für mich sind alle gleich“

Er verteilt Lebensmittel, versorgt Kranke, schneidet Haare und massiert schwache Beine. Narayanan Krishnan unterhält sich mit den Armen und lauscht ihren Geschichten zu. Er vermittelt ihnen ein Gefühl der Anerkennung und gibt ihnen ihre Würde zurück. Rund um die Uhr sammelt Narayanan Krishnan spenden und findet bald Menschen, die ihn bei seiner Vision unterstützen.

Ein Mann kann die Welt nicht verändern? Narayanan Krishnan schmunzelt darüber. Millionen Mahlzeiten sind in den letzten Jahren verteilt und tausende Menschen glücklich gemacht worden. Ein einzelner Mann macht durch seine bedingungslose Liebe zu den Menschen die Welt zu einem besseren Ort.

Obwohl Narayanan Krishnan seine Karriere wegwirft und ebenfalls ein armer Mann ist, ist er doch der glücklichste Mensch auf der Welt. Weil er immer auf sein Herz und seine Gefühle gehört hat. Von der CNN wird er dafür unter die weltweit Top-Ten-Helden 2010 gewählt.

Narayanan Krishnan: „Ich bekomme diese Energie von den Menschen. Die Freude, die sie bekommen, ist die Energie. Ich sehe die Seele. Ich möchte mein Volk retten“

Einzelnachweise (abgerufen am 09.09.2015):
1. Netzfrauen – MUST WATCH!! Real Hero – Narayanan Krishnan – ein echter Held
2. Gute-Nachrichten – Narayanan Krishnan: 5-Sterne-Koch wird zum Helfer der Ärmsten Indiens
3. Spiegel – Armen-Koch in Indien: Am Krisenherd
4. Social-startups – Narayanan Krishnan – Vom 5-Sterne-Hotel-Koch zum Retter der Armen

Der gutherzige Obdachlose

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Preston, eine Stadt in Nordwesten Englands. Es ist Winter und bitterkalt. Eine junge Studentin steht allein vor einem Geldautomaten und will Geld abheben. Plötzlich stellt sie zum Entsetzen fest, dass sie ihre Bankkarte verloren hat. Wie soll sie jetzt das Taxi bezahlen?

Unerwartet bot ein Mann an, ihr das Geld für die Taxifahrt zu geben. Er beharrt darauf, der jungen Frau sein letztes Kleingeld von etwas drei Pfund zu überlassen. Dominique Harrison-Bentzen will das Geld nicht annehmen, ist aber sehr gerührt von dieser Geste.

Am nächsten Tag stellt sie Nachforschungen über den gutherzigen Mann an. Sie entdeckt, dass der Mann seit mehreren Monaten obdachlos ist und aus diesem Grund auch keinen Job findet. Aber trotzdem hätte er der jungen Frau ohne zu zögern sein letztes Geld gegeben.

Dominique Harrison-Bentzen organisiert daraufhin eine Spendenaktion für den obdachlosen Mann, um ihm ein warmes Zuhause bieten zu können. Dieser Spendenaufruf geht um die Welt und internationale Medien berichten über diese außergewöhnliche Geschichte. Menschen sind so berührt von dem selbstlosen Wohltäter, dass schnell über 20.000 Pfund zusammenkommen.
Der Obdachlose lebt heute nicht mehr auf der Straße. Ganze 3 Pfund haben sein Leben für immer verändert.

Die äußere Welt ist immer ein Spiegel von unserem Inneren. Der obdachlose Mann hat ein gutes Herz und spendet sein allerletztes Geld. Diese gute Tat verbunden mit seiner positiven inneren Einstellung spiegelte sich dann in seinem Leben in Form einer jungen Studentin, die ihm hilft, tatsächlich aus der Obdachlosigkeit zu entfliehen.

Einzelnachweise (abgerufen am 03.09.2015):
1. Spiegel – Armer Samariter: Obdachloser schenkt Studentin drei Pfund – und bekommt Tausende zurück
2. Bild – Warum der Obdachlose nicht alle Spenden bekommt

Zwei ältere Herren im Krankenzimmer

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Zwei ältere Herren, beide ernsthaft erkrankt, liegen im selben Krankenzimmer. Einer der Herren hatte vom Arzt die Erlaubnis, sich jeden Nachmittag für eine Stunde aufzusetzen, damit die Flüssigkeit aus seiner Lunge abfließen konnte. Sein Bett stand am einzigen Fenster des Raumes.

Der andere Herr musste die ganze Zeit flach auf dem Rücken liegen. Letztendlich unterhielten sich die beiden Männer stundenlang. Sie sprachen über ihre Familien, ihrer Heimat, ihren Beruf, den letzten Urlaub, was sie wohl machen würden, sollten sie nach Hause kommen.

Jeden Nachmittag, wenn der Herr im Bett neben dem Fenster sich aufrecht hinsetzte, berichtete er von den Dingen, die er draußen am Fenster sah. Er erzählte von den Blumen, dem frischen Gras, den Vögeln und den Verliebten, die in der weitläufigen Landschaft gingen, die Schwäne am Teich mit ihren Küken und die Fliegen, die in den Wiesen umherschwirrten. Er beschrieb den Sonnenuntergang und dessen herrliche Farben, oder das wohltuende Plätschern der Tropfen, wenn es regnete und das Aufatmen der Grashalme, wenn sie trinken durften.

Der Herr im anderen Bett, der nur liegen durfte, schloss manchmal die Augen und stellte sich die Dinge vor, von denen er erzählt bekam. Ein glückliches Lächeln kam auf sein Gesicht, und tiefe Dankbarkeit strömte aus seinem Herzen, an seinen Zimmergenossen und für die herrlichen Dinge da draußen.

Eines Tages, als die Schwester zum Waschen das Zimmer betrat, fand sie den Herrn im Fensterbett tot. Er war mit einem friedlichen, geradezu zufriedenen Gesichtsausdruck in seinem Bett, und der Abschied fiel dem Übriggebliebenen sehr schwer. Er bat die Schwester, sein Bett zum Fenster zu schieben, wo es jetzt doch Platz gäbe, und die Bitte wurde prompt erfüllt.

Als alle Helfer das Zimmer verlassen hatten, nahm der Mann all seine Kraft zusammen und setzte sich langsam und schmerzvoll auf, um einen Blick aus dem Fenster werfen zu können. Auf seinen Ellbogen gestützt drehte er sich zum Fenster, blickte hinaus, und sah nur auf die Begrenzungsmauer eines Lichthofes.

Der Mann fühlte sich eigenartig. Er läutete nach der Schwester und fragte sie, was seinen Zimmernachbarn wohl veranlasst hätte, ihm die wunderbaren Dinge zu beschreiben, obwohl dieser doch auch nur die kahle Wand sehen konnte.

„“Ja, wussten sie nicht“, antwortete die Schwester, „“dass ihr Nachbar am Ende seines Weges allmählich und dann ganz erblindet war, er also nicht einmal die leere Wand sehen konnte? Wahrscheinlich wollte er ihnen ein wenig Schönes ins Leben bringen. Es war ihm eine riesige Freude, andere glücklich zu machen, ungeachtet seiner eigenen Situation. Geteiltes Leid ist halbes Leid, doch Freude, wenn geteilt, ist doppelte Freude“

Karen Klein -– Das Happy End einer bösartigen Mobbingaktion

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Karen Klein war jahrelang als Schulbusfahrerin im Bundesstaat New York (USA) tätig. Nach ihrer Pensionierung war sie weiter als Busbegleiterin tätig, weil sie einfach gerne mit den Kindern zusammen war. Sie half den Schülern beim Ein- und Aussteigen, unterstützte den Busfahrer, war für die Sicherheit verantwortlich und passte generell auf, dass es keinen Ärger gab. Karen Klein war mehrfache Großmutter und liebte die Kinder, was die 68-jährige Frau jedoch am 18. Juni 2012 erleben sollte, war unvorstellbar.

 
An diesem Tag saß Karen Klein wieder im Bus um auf die Kinder aufzupassen, als vier pubertierende Jungen begannen, sich über sie lustig zu machen. Sie rissen Witze über ihr Aussehen und lachten sie aus. Respekt vor dem Alter war den Halbwüchsigen weitgehend fremd, und so wurden die Beleidigungen immer bösartiger. Als ein Schüler auch noch anfing, mit dem Handy mitzufilmen, brachen alle Dämme. Karen Klein versuchte sich noch irgendwie mit Worten zu verteidigen, jedoch ging die bösartige Mobbingaktion unbeirrt weiter.

Karen Klein: „“Ich habe versucht sie zu ignorieren, aber es funktionierte nicht““

Karen Klein wurde von den Schülern verhöhnt und erniedrigend beschimpft. Man stupste sie von hinten an und ließ ihr überhaupt keine Ruhe mehr. Mit den Fingern versuchten sie zudem ständig, das Hörgerät von Karen Klein zum Herausfallen zu bringen. Dies alles vor dem tosenden Gelächter der Schüler und einer aufgeheizten Stimmung. Karen Klein kauerte sich in ihren Sitz, aber in dem Bus war sie den Schikanen vollkommen ausgeliefert. Als einer der Jungen begann, schlimme Kommentare über ihre Familie abzugeben, konnte Karen Klein nicht mehr. Tränen liefen über ihr Gesicht, denn sie war bereits seit längerer Zeit Witwe und auch ihr ältester Sohn war bereits tot. Doch die Jugendlichen machten trotzdem weiter und zeigten kein Mitgefühl. Solange, bis die Busfahrt zu Ende war und Karen Klein völlig erledigt ihren Heimweg antreten konnte.

Als Draufgabe posteten die Jugendlichen das Video mit Karen Klein auf Facebook, um sich damit zu rühmen. So gelangte die gnadenlose Mobbingaktion auch auf die Videoplattform Youtube, wo es ein ukrainischer Einwanderer, Max Sidorov, einfach nicht fassen konnte. Auch er war früher von solchen Mobbingaktionen betroffen gewesen und beschloss daher spontan, Karen Klein zu helfen. Er startete eine Sammelaktion und rief zu Spenden auf, um Karen Klein zumindest als kleine Wiedergutmachung einen Urlaub zu verschaffen. Es folgte eine heftige öffentliche Reaktion und eine unfassbare Solidaritätswelle, denn das Video verbreitete sich wie ein Lauffeuer um die Welt.

Über 32.000 Menschen aus 85 Ländern spendeten für Karen Klein und zeigten so ihr Mitgefühl mit ihr. In kurzer Zeit kamen so über 500.000 Dollar an Spendengeldern zusammen und das Mobbingvideo wurde mehr als eine Million Mal angeklickt. Karen Klein gründete mit dem Geld eine eigene Stiftung, um sich öffentlich gegen Mobbing einzusetzen und gönnte sich und ihrer gesamten Familie einen erholsamen Urlaub. Es war ein Happy End für eine Geschichte, welche einen sehr traurigen Anfang nahm. Aber sie zeigte, dass auch im größten Moment des Kummers immer Hoffnung bestand, dass man auf die Warmherzigkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen zählen konnte.

Karen Klein: „„Ich hoffe, dass jeder da draußen weiß, wie dankbar ich bin. Leute haben mir geschrieben, dass sie mich lieben. Im Grunde war die ganze Welt beteiligt““

Miles Scott –- Wie er als „Batkid“ die Herzen der Menschen eroberte

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Als Miles Scott 18 Monate alt war, wurde bei ihm Leukämie festgestellt. Der kleine Junge musste schwere Zeiten durchmachen, und auch für die Eltern waren die langen Krankenhausaufenthalte eine enorme Belastung. Miles Scott hatte trotz seiner Erkrankung einen sehnlichsten Wunsch in seinem Leben, denn er wollte einmal ein echter Held sein. Er träumte davon, gemeinsam mit seinem großen Idol Batman (Comic-Held) auf Verbrecherjagd zu gehen und den Kriminellen das Handwerk zu legen. Von diesem großen Wunsch hörte eines Tages auch die „Make-A-Wish-Foundation“, welche sich die unentgeltliche Erfüllung von Herzenswünschen schwerstkranker Kinder zum Ziel gesetzt hatte. Etwa einen Monat vor diesem Vorhaben wurden ein paar freiwillige Helfer gesucht und erste Vorbereitungen wurden getroffen. Als sich die Eltern mit ihrem fünfjährigen leukämiekranken Sohn auf den Weg nach San Francisco (Kalifornien) machten, sollten sie eine große Überraschung erleben.

Als sie ankamen, wurde Miles Scott ein Batman-Kostüm überreicht, und dies höchstpersönlich vom Polizeichef von San Francisco. Ein schwarzer Lamborghini, welcher extra mit gelben Aufklebern versehen wurde, stand schon als Batmobil bereit. Das Herz des kleinen Jungen pochte wie wild, als er plötzlich sein großes Idol Batman (verkleideter Schauspieler) erblickte. Er durfte nun tatsächlich mit seinem Vorbild in das Auto steigen und mit ihm auf Verbrecherjagd gehen. Als sich „Batman“ und „Batkid“ auf den Weg machten, wurde sie von Polizisten auf Motorrädern begleitet. Was sie jedoch nicht wussten war, dass viele Menschen im Internet von dieser außergewöhnlichen Aktion mitbekommen hatten.

Mehr als 10.000 Schaulustige hatten sich an den verschiedenen Standorten versammelt, um Miles Scott anzufeuern. „Batkid“ musste eine Frau retten, welche natürlich nur zum Schein auf die Gleise der Kabelbahn von San Francisco gefesselt war und er legte einem fiktiven Dieb das Handwerk, welcher gerade eine Bank ausrauben wollte. Tausende Zuschauer klatschten lautstark Beifall und jubelten dem überglücklichen Jungen zu, als dieser seine Aufgaben mit Bravour meisterte. Straßen wurden gesperrt und Helikopter kreisten über die Stadt, als „Batkid“ sich auf die Verfolgungsjagd machte, um den Schurken „Pinguin“ mit Erfolg wieder einzufangen. Fünf Stunden durfte sich Miles Scott in ganz San Francisco austoben, hunderte freiwillige Helfer organisierten ihm ein unvergessliches Erlebnis.

Am Ende des Tages traf sich Miles Scott noch mit dem Bürgermeister von San Francisco. Umjubelt von tausenden begeisterten Zuschauern und live im Fernsehen übertragen erhielt „Batkid“ als Dank einen symbolischen Schlüssel der Stadt überreicht. Der Fünfjährige war so überwältigt von dieser feierlichen Zeremonie, dass er vor Begeisterung nur noch seine Faust in den Himmel strecken konnte. Auch die Eltern des Jungen, welche neben ihm standen, waren zu Tränen gerührt.

Lokalzeitungen feierten den kleinen Helden mit Schlagzeilen wie „Batkid rettet die Stadt“ und sogar die Staatsanwaltschaft von San Francisco gab eine Pressemitteilung mit Anklageerhebung gegen die Feinde von „Batkid“ heraus. Miles Scott erhielt zudem eine Videobotschaft vom US-Präsidenten Barack Obama und auch in den sozialen Netzwerken war der Junge der absolute Star. Der Tag von „Batkid“ wurde im Internet in über 100 Ländern gezeigt und von Millionen mitfühlenden Menschen verfolgt.

Diese besondere Aktion ging in die Geschichte ein als der Tag, wo eine ganze Stadt einem kleinen Jungen ihre positive Energie übermitteln konnte. Der fünfjährige Miles Scott schaffte es in späterer Folge, seinen Krebs zu überwinden. In seinem Herzen sind bis heute die vielen freudestrahlenden Menschen so fest verankert, dass er diesen außergewöhnlichen Tag nie mehr vergessen wird. Außerdem wollte er als „Batkid“ noch viele Abenteuer bestreiten.

 

Adolf Burger -– Die Geldfälscher, das größte Staatsgeheimnis der Nazis

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Adolf Burger wurde am 12. August 1917 in Großlomnitz (Slowakei) geboren und wuchs in armen Verhältnissen auf. Im Alter von 14 Jahren ging er in die Lehre als Buchdrucker, wo er das Handwerk bis zur Perfektion erlernen konnte. Aufgrund der Judenverfolgung und der steigenden Macht von Adolf Hitler wurden immer mehr Juden aus der Slowakei verschleppt und in die gefürchteten Konzentrationslager ins Ausland gebracht. Es dauerte nicht lange, bis die geheime Widerstandsbewegung an die Druckerei herantrat, um gefälschte Taufscheine auszustellen, damit man die Juden vor den Konzentrationslagern bewahren konnte. Adolf Burger zögerte keinen Moment und rettete vielen Menschen durch gefälschte Dokumente das Leben.

Adolf Burger: „“Selbstverständlich wollte ich helfen, wenn es um Menschenleben geht““

Doch die slowakische Gestapo (Geheimpolizei) kam ihnen bald auf die Schliche und Adolf Burger wurde im Alter von 24 Jahren genauso verhaftet wie seine Arbeitskollegen. Im Vernichtungslager Auschwitz (Polen) musste er mit der Häftlingsnummer 64401 viele Grausamkeiten und brutale Folterungen ertragen. Dann wurde Adolf Burger jedoch in das Konzentrationslager Sachsenhausen nach Deutschland überstellt, wo er durch seine erlernte Tätigkeit als Buchdrucker gebraucht wurde. Was er zu dieser Zeit nicht wusste war, dass seine Frau bereits in der Gaskammer hingerichtet wurde.

Foto von NNSP

Adolf Burger kam in einen speziell abgetrennten Bereich des Konzentrationslagers, welcher zusätzlich mit Stacheldraht umzäunt und rund um die Uhr bewacht wurde. Die Fenster in den Baracken waren weiß getönt, wodurch niemand hineinsehen konnte, zusätzlich sicherten 1000 Volt Hochspannungsdrähte diesen geheimnisvollen Ort. Adolf Burger kannte bald den Grund für diese massiven Sicherheitsvorkehrungen, denn in den beiden Blöcken 18 und 19 standen riesige und hochmoderne Druckereimaschinen. Hier wurden Banknoten, Pässe und andere wichtige Dokumente gefälscht, welche dem nationalsozialistischen Deutschen Reich dienen sollte. Die Errichtung dieser Fälscherwerkstatt wurde persönlich von Adolf Hitler abgesegnet und nicht einmal der Lagerkommandant wusste, was hier vor sich ging. Adolf Burger kannte nun eines der größten Staatsgeheimnisse der Nazis.

Adolf Burger: „„Die Nazis waren nicht nur Mörder, sondern auch ganz gemeine kriminelle Geldfälscher““

Adolf Burger wusste, dass diese Arbeit irgendwann mit dem Tod enden würde, denn niemand durfte etwas von der heimlichen Fälscherwerkstatt erfahren. Sogar kranke Mitarbeiter wurden sofort erschossen, damit sie nicht im Delirium etwas ausplauderten. Hauptsächlich wurden englische Pfundnoten gedruckt, um die britische Wirtschaft mit Falschgeld zu überschwemmen und damit auch das internationale Währungssystem zu Fall zu bringen. Streng abgeschirmt von der restlichen Welt mussten die Fälscher unermüdlich für das Deutsche Reich arbeiten, doch Adolf Burger und ein paar andere Arbeitskräfte schafften es dennoch, trotz strengster Sicherheitsvorkehrungen Widerstand zu leisten.

Die Geldfälscher waren mutig genug, den Notendruck hinauszuzögern und zu sabotieren. Unter Todesangst wurden absichtlich mangelhafte Geldscheine gedruckt, welche durch die fehlende Qualität nicht in Umlauf gebracht werden konnten. Die Häftlinge schafften es so, dass Millionen von gefälschten Banknoten nicht in die Hände der Nazis kamen und für den Krieg eingesetzt wurden. Als die Alliierten gegen Ende des Krieges immer näher rückten, wurde die Fälscherwerkstatt kurzerhand in ein Konzentrationslager nach Österreich verfrachtet, um hier weiter zu produzieren. Doch es sollte nicht mehr dazu kommen, denn kurz nach der Übersiedelung wurden die Häftlinge mit Adolf Burger durch die amerikanische Armee befreit.

Foto von Samuelson

Als Adolf Burger nach Hause kam, musste er feststellen, dass auch seine Eltern deportiert und umgebracht wurden. Er dachte an die vielen Häftlinge, welche sich freiwillig in die Hochspannungsleitungen warfen und starben, weil sie den Tod ihrer Angehörigen seelisch nicht verkrafteten. Der Krieg hatte ihm ebenfalls innerhalb kürzester Zeit seine liebsten Menschen genommen, doch er wollte kämpfen. Er sammelte Fotos und Dokumente und machte es sich zu seiner Lebensaufgabe, seine Erfahrungen anderen Menschen zugänglich zu machen. Als in späteren Jahren einige Leute tatsächlich begannen, die Massenmorde in den Konzentrationslagern zu verharmlosen, begann sich Adolf Burger öffentlich zu engagieren. Er hielt Vorträge und besuchte zahlreiche Schulen, wo er über 100.000 Jugendlichen seine schrecklichen Erlebnisse in den Konzentrationslagern erzählte, damit sie nicht vergessen wurden.

Basierend auf seinen Erinnerungen wurde die Geschichte über die Geldfälscher verfilmt („Die Fälscher“). Der Film wurde im Jahr 2008 sensationell mit einem Oscar ausgezeichnet, aber die meisten Häftlinge aus dem ehemaligen Fälscherkommando sahen den Film nicht mehr, denn Adolf Burger zählte zu den letzten Überlebenden. Es war das Andenken an die größte bekannte Geldfälscheraktion, welche jemals in der Geschichte durchgeführt wurde und dem lebensgefährlichen Widerstand einiger mutiger Geldfälscher, wodurch zusätzliches Blutvergießen verhindert werden konnte.

Adolf Burger: „„Ich habe mir geschworen, zu überleben, um von dem Schrecklichen zu berichten, damit sich so etwas nie wiederholt““

Jessica Arrendale –- Mit dem letzten Atemzug rettete sie ihr Baby

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Am 13. September 2014 war die 33-jährige Jessica Arrendale mit ihrem Freund, einem Kriegsveteranen, zum Essen aus. Dieser trank an diesem Abend aber zu viel Alkohol und rastete zu Hause plötzlich aus. Der Krieg hatte tiefe Wunden in die Seele des Ex-Marine hinterlassen, weshalb es bei ihm immer wieder zu Gewaltausbrüchen kam. Bisher hatte sein Verhalten keine Auswirkungen gehabt, doch an diesem verhängnisvollen Abend sollte sich das ändern.

Völlig betrunken und sehr aggressiv ging er auf Jessica Arrendale und auf die gemeinsame Tochter Cobie (6 Monate) los. Mit dem Baby auf dem Arm flüchtete sie die Treppe hinauf, um sich in Sicherheit zu bringen. Doch ihr Freund gab nicht nach und verfolgte sie nun mit einem Baseballschläger. Im letzten Moment schaffte es Jessica Arrendale voller Panik, sich und ihr Baby ins Badezimmer zu retten und die Tür zu versperren.

Doch ihr tobender Freund verlor nun vollkommen die Beherrschung. Er holte sich ein Gewehr und trat die Tür zum Badezimmer ein. Im nächsten Moment schoss er Jessica Arrendale kaltblütig in den Kopf, während diese immer noch ihr kleines Baby auf dem Arm hielt. Tödlich verletzt hielt Jessica Arrendale nur mehr ein letzter Gedanke am Leben, sie musste ihre Tochter irgendwie behüten. Mit ihrem letzten Atemzug drehte sie sich herum und steckte ihr Baby in die Toilette hinein. Dann schloss sie den Toilettendeckel, legte sich schützend mit ihrem Oberkörper darauf und verstarb.

Kurze Zeit später stürmte bereits die Polizei das Haus, nachdem besorgte Nachbarn Schüsse gehört hatten. Sie fanden zwei Leichen vor, die Mutter befand sich noch immer unverändert im Badezimmer, der Vater hatte sich in einem Nebenzimmer selbst erschossen. Nach mehreren Stunden fand man schließlich auch das kleine Baby. Cobie war zwar unterkühlt, hatte aber wie durch ein Wunder und der Heldentat der Mutter diese schreckliche Tragödie überlebt.

Jessica Arrendale wusste, dass sie sterben würde. Mit ihrem Beschützerinstinkt und einer letzten Kraftanstrengung schaffte sie es, zumindest ihr Baby zu retten, auch wenn es für sie bereits zu spät war.