Gery Keszler -– Der Life Ball, die größte Benefizveranstaltung in Europa

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Gery Keszler wurde am 27. Juli 1963 in Mödling (Österreich) geboren und absolvierte eine normale und unauffällige Schulausbildung. Nach verschiedenen Gelegenheitsjobs und längeren Auslandsaufenthalten machte er eine Ausbildung zum Visagisten und verlegte seinen Wohnsitz nach Paris (Frankreich). Dort war Gery Keszler sehr erfolgreich, er stylte und schminkte die berühmtesten Topmodels und arbeitete mit den besten Modeschöpfern der Welt zusammen. Das glorreiche Leben rückte aber bald in den Hintergrund, als ihm einer seiner besten Freunde mitteilte, dass er HIV-positiv war. Das lebensgefährliche Virus war zudem in einem fortgeschrittenen Stadium und schwächte bereits erheblich das Immunsystem.

Gery Keszler war tief betroffen aufgrund dieser schockierenden Nachricht und beschloss gemeinsam mit seinem Freund, einen Event zu organisieren, um Spenden für HIV-positive und an AIDS erkrankte Menschen zu sammeln. Gery Keszler verließ seine gut bezahlte Arbeitsstätte in Paris und kehrte nach Österreich zurück, um sich voll und ganz auf sein Vorhaben zu konzentrieren. Er beschaffte sich ein kleines Büro in Wien und gründete den Verein „Aids Life“, um finanzielle Mittel für seine Benefizveranstaltung sammeln zu können. Gery Keszler hatte eine Vision von einer großen Party und einer prachtvollen Modenschau mit vielen internationalen Stars, um das Tabuthema AIDS und HIV in den Mittelpunkt zu rücken. Doch er hatte nicht mit dem Desinteresse der Menschen gerechnet, welche seinen Plan für aussichtslos hielten.

Gery Keszler: „“Ich wollte alle Schichten miteinander verbinden, egal ob reich oder arm, schwul oder hetero, alle sollte ein Thema verbinden – der Kampf gegen Aids““

Gery Keszler machte sich auf die Suche nach Sponsoren, um an finanzielle Hilfe für seine Veranstaltung zu kommen. Aber die Reaktionen waren niederschmetternd, er erhielt nur Ablehnungen und Zurückweisungen für seine Idee. Es fanden sich nur wenige Geldgeber mit kleineren Spenden, aber damit war kein großer Event zu organisieren. Gery Keszler arbeitete Tag und Nacht, um seinen „Life Ball“ irgendwie auf die Beine zu stellen. Ständig traf er auf Ignoranz und Gleichgültigkeit, doch er kämpfte mit einer außerordentlichen Willensstärke weiter und ließ sich nicht entmutigen, auch nicht in den schwierigsten Momenten.

Gery Keszler finanzierte die Veranstaltung nun aus eigener Tasche und kämpfte sich durch die vielen bürokratischen Vorschriften. Im Alleingang sorgte er für das Catering, das nötige Equipment und die Pressearbeit. Er nutzte seine Kontakte aus seiner Zeit in Paris um bekannte Models für seinen Life Ball zu gewinnen, zusätzlich schaffte er es tatsächlich, den Wiener Bürgermeister zu überzeugen, die Veranstaltung im berühmten Wiener Rathaus stattfinden zu lassen. Gery Keszler organisierte den 29. Mai 1993 als Termin für seinen Life Ball, doch kurz vor dem Event konnten nur wenige Karten dafür verkauft werden und es drohte ein kompletter Misserfolg zu werden.

Gery Keszler: „„Ich habe echt Panik bekommen. Alle rechneten mit einer fürchterlichen Blamage““

Mit seinen letzten Kraftreserven aktivierte Gery Keszler alle Freunde und Bekannte, welche seinen Life Ball unterstützen sollten und um Werbung zu machen. Plötzlich bekamen die Medien Wind davon, dass sich viele berühmte Topmodels in Wien aufhielten um beim Life Ball mitzuwirken. Schnell waren alle Zeitungen voll vom Life Ball und der Benefizveranstaltung, doch alle dachten an einen riesigen Reinfall und einen großen Skandal, denn Gery Keszler plante keinen traditionellen Ball wie gewöhnlich, sondern ein großes Spektakel mit lautstarker Musik, märchenhaften Kostümen und glamourösen Modenschauen.

Als der große Tag gekommen war, hatte Gery Keszler große Sorgen. Was wäre, wenn keine Menschen kommen würden und wie sollte er den geladenen Stars die leeren Räume erklären? Ein unfassbarer Druck lastete auf seinen Schultern, denn er wusste auch, dass die Medien ihn sofort in der Luft zerreißen würden, wenn sein Plan nicht aufgehen würde. Aber der Mut von Gery Keszler hatte sich ausgezahlt, denn es herrschte kurz vor Beginn der Veranstaltung ein großer Besucherandrang und innerhalb kürzester Zeit war der Life Ball von Gery Keszler ausverkauft. Die Benefizveranstaltung wurde tatsächlich ein riesengroßer Erfolg und es konnten viele Spenden für Hilfsbedürftige gesammelt werden.

Gery Keszler: „„Es war eine unvergessliche Nacht, eine bestimmte Magie lag in der Luft““

Nach diesem grandiosen Erfolg wollte Gery Keszler wieder nach Paris zurückkehren, denn der Life Ball war als einmaliges Ereignis geplant gewesen. Doch als sein Freund und Mitbegründer des Life Balls im Sterben lag, musste ihm Gery Keszler versprechen, den Life Ball weiterzuführen. Und so organisierte Gery Keszler diese außergewöhnliche Veranstaltung auch in den nächsten Jahren mit großem Erfolg. Der Life Ball wurde weltweit bekannt und entwickelte sich zu der größten Benefizveranstaltung in Europa zugunsten HIV-positiver und AIDS erkrankter Menschen. Ein Mann hatte durch seine Willenskraft die Welt zu einem besseren Ort verändert.

Am 01. Dezember 1981 wurde AIDS zum ersten Mal als eigenständige Krankheit erkannt. Jedes Jahr sterben mehr als eine Million Menschen an dieser Infektion, darunter auch sehr viele Kinder. Besonders in vielen Teilen Afrikas leben unzählige Menschen mit dieser Immunschwächeerkrankung und die Lebenserwartung ist dort bereits um zehn Jahre gesunken. Menschen wie Gery Keszler ist es zu verdanken, dass die weltweite Öffentlichkeit auf diese gefährliche Krankheit sensibilisiert und aufmerksam gemacht wird. Durch sein unermüdliches Engagement verhalf er bereits vielen HIV-Infizierten zu einem besseren Leben und zahlreiche Hilfsprojekte konnte Gery Keszler durch seinen Life Ball unterstützen.

Gery Keszler: „“Eine Vision wäre es, dass der Life Ball gar nicht notwendig wäre““

 

Comments

  1. jeder Mensch hat das Recht zu Lieben!!! gleiche Recht für Alle, dass sollten doch endlich alle begreifen!!! Es ist toll was ihr mit dem Life Ball bewegt habts!!!weiter so

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