Josephine Cochrane -– Die Erfinderin der ersten Geschirrspülmaschine

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Josephine Cochrane wurde 1839 in der Stadt Valparaiso im Bundesstaat Indiana (USA) geboren und wuchs in wohlhabenden Bedingungen auf. Im Alter von 19 Jahren heiratete sie einen vermögenden Mann, welcher ihr den Weg in einen einflussreichen Freundeskreis öffnete. Josephine Cochrane war überall gern gesehener Gast und sie veranstaltete auch selbst zahlreiche Partys. Bei diesen Veranstaltungen wurde natürlich nur edelstes Porzellan verwendet, um bei den Gästen einen guten Eindruck zu hinterlassen. Aber die Angestellten gingen beim Abwasch nicht vorsichtig damit um, immer wieder wurde das teure Geschirr beschädigt oder es ging zu Bruch. Es kam sogar so weit, dass Josephine Cochrane selbst den Abwasch übernahm, doch auf Dauer war dies keine wirkliche Alternative für sie. Plötzlich kam ihr eine Idee, um dieses Problem zu lösen.

Josephine Cochrane setzte sich in eine ruhige Ecke und begann, Skizzen anzufertigen. Dadurch, dass ihr Vater ein Bauingenieur war, hatte sie ein gutes technisches Verständnis für viele Dinge. Bald hatte sie ihren Plan fertig von der ersten mechanischen Spülmaschine und sie begann entschlossen, ihre Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Sie ermittelte die Größe des Geschirrs und begann eigenhändig, spezielle Drahtkörbe dafür zu flechten. Ein Mechaniker half ihr dann, die exakte Mechanik zu entwickeln und die Drahtkörbe in einen großen Kupferkessel einzupassen, wo das Geschirr von heißem Seifenwasser umspült werden sollte. Am 28. Dezember 1886 meldete Josephine Cochrane die erste Geschirrspülmaschine zum Patent an.

Aber der Verkauf ihres Geschirrspülers stellte sich als sehr schwierig heraus. In dieser Zeit war es vor allem Männern vorbehalten, unternehmerischen Tätigkeiten nachzugehen, Frauen wurden überhaupt nicht gern gesehen in dieser Position. Die Menschen hatten Vorurteile, dass eine Frau niemals eine funktionierende Maschine bauen könnte, denn für solche Dinge waren die Männer zuständig. Noch dazu war der Preis des Geschirrspülers teuer und die Kosten für Tellerwäscher waren um einiges billiger. Aber Josephine Cochrane glaubte an ihre Geschirrspülmaschine und sie verstand als Frau im Gegensatz zu den Männern die wichtigen Vorteile ihrer Erfindung. Denn nur mit einem hohen Wasserdruck und heißem Wasser wurde das Geschirr richtig sauber und tötete alle Bakterien ab, außerdem wurde das Geschirr schneller wieder trocken.

Josephine Cochrane kämpfte unermüdlich für ihre Erfindung und hatte viele Ablehnungen zu verkraften. Aber mit der Zeit konnte sie erste Teilerfolge erzielen. Sie verkaufte einige Geschirrspüler an Restaurants, Hotels oder an Krankenhäuser, wo man auf größte Sauberkeit angewiesen war und vor allem größere Mengen Geschirr abwaschen musste. Auf der Weltausstellung 1893 in Chicago (USA) wollte Josephine Cochrane der ganzen Welt ihre automatische Spülmaschine präsentieren. Sie demonstrierte ihre Erfindung persönlich, um die Menschen von ihrer Idee zu überzeugen. Doch die Menschen waren wieder misstrauisch und bezweifelten diese sonderbare Konstruktion, dazu kam sie nur von einer Frau. Als jedoch die Öffnung der Spülmaschine aufgemacht wurde, konnten sie es kaum fassen. Noch nie hatten sie ein hygienisch sauberes Geschirr gesehen, die Teller und Tassen blitzten nur so vor Reinheit. Die Weltausstellung wurde zum vollen Erfolg für Josephine Cochrane und sie erhielt für ihren Geschirrspüler den Preis für die beste mechanische Konstruktion, Haltbarkeit und Zweckentsprechung. Es sollte aber noch eine lange Zeit brauchen, bis der Geschirrspüler in die privaten Haushalte kommen sollte.

Josephine Cochrane starb am 03. August 1913 im Alter von 74 Jahren und erlebte den weltweiten Siegeszug ihrer Geschirrspülmaschine nicht mehr. In einer Zeit, wo Frauen nur belächelt wurden, ging sie mutig ihren eigenen Weg und zeigte der Männerwelt, wozu eine Frau im Stande war. Durch ihre Erfindung erleichterte sie das Leben vieler Generationen, die Geschirrspülmaschine wurde zum normalen Standard für die Menschen weltweit, genauso wie Josephine Cochrane es immer geplant und vielleicht auch immer gewusst hatte.

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