Brownie Wise -– Wie sie mit Tupperpartys die Welt der Frauen veränderte

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Brownie Wise wurde am 25. Mai 1913 in der kleinen Stadt Buford (Bundesstaat Georgia, USA) geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach der Scheidung ihrer Eltern musste sie schon sehr früh lernen, über längere Zeiträume ohne ihre alleinerziehende Mutter auszukommen, welche beruflich ständig unterwegs war. Im Alter von 14 Jahren durfte sie mit ihrer Mutter öfter zu den Geschäftsreisen mitkommen und entwickelte dadurch eine charismatische und selbstbewusste Persönlichkeit, so wie es in der Geschäftswelt wichtig war.

Im Alter von 23 Jahren heiratete Brownie Wise und wurde kurz darauf bereits schwanger. Die Ehe hielt jedoch nicht lange, da ihr Mann immer mehr dem Alkohol verfiel. Brownie Wise war nun alleinerziehende Mutter ihres Sohnes und die finanzielle Situation war sehr düster. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt mit kleineren Nebenjobs und war auch als Handelsvertreterin tätig, wo sie damit experimentierte, wie man verschiedene Produkte am besten verkaufen konnte. In dieser Zeit lernte sie Earl Tupper kennen, welcher Küchen- und Haushaltsartikel aus Kunststoff herstellte. Dieser versuchte seine Waren schon seit einiger Zeit in Kaufhäusern zu verkaufen, hatte damit aber wenig Erfolg. In jenen Tagen war Plastik noch eher unbedeutend in den Haushalten und die Menschen hielten es für ein leicht entzündliches Material, welches leicht kaputt ging. Man vertraute auf die üblichen Werkstoffe wie Metall, Glas oder Porzellan. Brownie Wise war da allerdings ganz anderer Meinung.

Sie erkannte sofort die Vorteile von den praktischen Kunststoffbehältern, welche man luftdicht verschließen konnte um dadurch Lebensmittel länger frisch halten zu können. Zudem waren sie leichtgewichtig und in verschiedensten Farben und Größen erhältlich. Als Hausfrau wusste Brownie Wise diese Vorteile zu schätzen, doch waren diese Kunststoffboxen bei den Menschen weitgehend unbekannt. Da kam ihr die Idee von einem neuartigen Verkaufsmodell, welches es bisher in dieser Form noch nicht gegeben hatte. Sie wollte die Tupperprodukte mittels Tupperpartys von Haus zu Haus vermarkten und vor allem Frauen damit ansprechen, da sie vermehrt für den Haushalt zuständig waren. Brownie Wise hatte das Ziel, die Hausfrauen selbst zu Tupperberaterinnen auszubilden, welche dann ebenfalls diese Produkte verkaufen konnten. Doch in der damaligen Zeit war die Geschäftswelt von den Männern dominiert, weshalb Brownie Wise keinen leichten Start hatte.

Die Rolle der Frau war fest verankert, sie war für die Hausarbeit, die Kindererziehung, für das Kochen und für das Putzen zuständig. Für diese körperlich oft anstrengenden Tätigkeiten bekam die Frau keine Anerkennung, da es als selbstverständlich angesehen wurde. Viele Frauen waren nur auf ihre Rolle als Mutter und Hausfrau reduziert und waren deshalb oft unzufrieden und unterfordert. Die Männer waren mit dieser Situation zufrieden, aber Brownie Wise wollte mit ihrem neuartigen Geschäftsmodell des Direktmarketings diese große Barriere für die Frauen überwinden und veranstaltete bereits erste und vielbeachtete Tupperpartys.

Die Tupperpartys, welche direkt in den Haushalten der Frauen abgehalten wurden, erfreuten sich bald größter Beliebtheit. Brownie Wise überzeugte voller Leidenschaft die Frauen von den Tupperware-Produkten, und dies auch mit ungewöhnlichen Methoden. So stellte sie sich mit einem Fuß auf die Plastikschüsseln oder schmiss mit gefüllten Behältern um sich, um die einzigartige Qualität zu präsentieren. Nebenbei feierte man eine lustige Party, es gab zu essen und zu trinken und man konnte sich mit Freundinnen treffen. Die charismatische Brownie Wise bildete schnell erste Tupperware-Verkäuferinnen aus, welche nun selbst solche Tupperpartys abhalten konnten, um Geld dabei durch den Verkauf zu verdienen. Hausfrauen, Mütter und Ehefrauen putzten sich nun heraus und präsentierten selbstbewusst Tupperware-Produkte, wofür sie große Anerkennung erhielten. Plötzlich stand die Frau im Mittelpunkt des Geschehens und die verdutzten Männer rückten in den Hintergrund, denn gegen diese Frauenversammlungen hatte man nichts entgegenzusetzen.

Brownie Wise: „„Es ist nichts Neues über das Bedürfnis nach persönlicher Anerkennung. Es ist so alt wie die Menschheit““

Die Firma Tupperware wuchs in den nächsten Jahren zu einem weltweit tätigen Unternehmen heran. Die Tupperpartys verbreiteten sich in der Frauenwelt wie ein Lauffeuer und keine Frau konnte sich den neuartigen Tupperwaren entziehen. Brownie Wise wurde durch ihre erfolgreiche Verkaufsstrategie berühmt, sie hatte Auftritte im Fernsehen und gab zahlreiche Interviews. Außerdem wurde sie als erste Frau überhaupt auf dem Titelbild der „Business Week“ abgedruckt.

Brownie Wise wurde zum Idol jeder Hausfrau und revolutionierte durch diese Tupperpartys die Rolle der Frau auf der ganzen Welt. In einer von Männern dominierten Geschäftswelt gab sie nun auch Frauen mit geringer Bildung die Chance, Unabhängigkeit zu erlangen und erfolgreich am Geschäftsleben teilnehmen zu können.

Brownie Wise: „„Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, sind winzige Dinge verglichen mit dem, was in uns liegt““

 

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