Maickel Melamed -– Ein Held im Sport trotz Muskelschwäche

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Maickel Melamed wurde am 27. April 1975 in Caracas, der Hauptstadt von Venezuela, geboren. Bei seiner Geburt kam es zu Komplikationen, da sich die Nabelschnur um seinen kleinen Hals wickelte. Die Ärzte retteten das Leben des Babys, welches aber aus diesem Grund motorisch schwer geschädigt wurde. Den geschockten Eltern wurde auch mitgeteilt, dass Maickel Melamed nur mehr eine Woche zu leben hätte. Die Ärzte sollten sich aber irren, denn Maickel Melamed hatte ein großes Kämpferherz und machte in den nächsten Tagen große Fortschritte, womit er dem Tod gerade noch entrinnen konnte. Die Familie kümmerte sich mit voller Hingabe um das Kind, jedoch litt Maickel Melamed an einer Muskelhypotonie, einer zu geringen Muskelspannung und einer sehr schwachen Muskulatur.

Maickel Melamed entwickelte sich trotz seiner schmächtigen Muskeln prächtig, da er geistig voll auf der Höhe war. Er schaffte nicht nur seinen Schulabschluss, sondern begann auch sehr erfolgreich an der Universität zu studieren. Beruflich lief es für Maickel Melamed sehr gut, aber durch seine Behinderung mit der Muskelschwäche hatte er gravierende Nachteile im Sport. Er wollte sich damit aber nicht abfinden und begann, verschiedenste Sportarten auszuprobieren. Ob Fallschirmspringen, Gleitschirmfliegen oder Tauchen, Maickel Melamed hatte überall sehr viel Spaß dabei. Mit einer unglaublichen Kraftanstrengung schaffte er es sogar, den Pico Bolívar, den höchsten Berg Venezuelas, zu besteigen. Aber für sein nächstes Ziel hielt ihn sogar sein persönlicher Fitnesstrainer für verrückt.

Maickel Melamed: „„Wenn du es träumst, kannst du es möglich machen““

Maickel Melamed wollte tatsächlich einen ganzen Marathon (42,195 Kilometer) bewältigen und begann, entschlossen dafür zu trainieren. Da seine Muskeln nicht richtig entwickelt waren und seine Muskelmasse begrenzt war, musste er ein spezielles Krafttraining hinter sich bringen. Maickel Melamed trainierte bis zu 50 Stunden in der Woche, um sein unfassbares Vorhaben verwirklichen zu können. Die lange und extrem harte Vorbereitung sollte sich jedoch bezahlt machen, denn er schaffte es wirklich, den Marathon in New York und in Berlin erfolgreich zu beenden, und dies in einer Laufzeit von etwa 15 Stunden. Beim Marathon in Chicago sollte Maickel Melamed aber bald an seine Grenzen stoßen.

Foto von Romina Hendlin
unter Wikimedia Commons

Während alle Teilnehmer bei diesem Marathon schon seit Stunden im Ziel waren, befand sich Maickel Melamed noch mitten auf der Strecke. Da der Marathon offiziell bereits beendet wurde, musste er jetzt immer wieder auf den Bürgersteigen laufen, da es keine Straßensperrungen mehr gab. Diese ständigen Höhenunterschiede kosteten dem beherzten Läufer zusätzliche Kraft und Maickel Melamed hatte bereits schwer zu kämpfen. Auch seine Betreuer konnten ihm nun nicht mehr helfen und versuchten ihn zu einer Aufgabe zu überreden. Aber Maickel Melamed hatte ein großes Kämpferherz, obwohl es schon finster wurde und seine Muskeln unbarmherzig schmerzten, arbeitete er sich Schritt für Schritt weiter.

Um 01:30 Uhr am nächsten Tag brandete plötzlich großer Jubel im Zielbereich auf. Viele Zuschauer waren extra gekommen und konnten es kaum glauben, als sie tatsächlich den abgekämpften und entkräfteten Maickel Melamed aus der Dunkelheit auftauchen sahen. Er schaffte es mit einer unvorstellbaren Kraftanstrengung, den Marathon in Chicago mit einer Zeit von unglaublichen 16 Stunden und 46 Minuten zu beenden. Er kam zwar nur mit Abstand als Letzter ins Ziel, aber für die Menschen war er der wirkliche Sieger dieser Laufveranstaltung.

Die Geschichte von Maickel Melamed und seinen sportlichen Leistungen verbreitete sich wie ein Lauffeuer um die ganze Welt. Trotz seiner Muskelschwäche fand er einen Zugang zum Sport und wurde dadurch zum Vorbild für viele Menschen mit Behinderungen. Er setzte sich seine eigenen Grenzen und verblüffte dadurch alle Experten. Maickel Melamed zeigte den Menschen, dass man mit großer Willensstärke alle Herausforderungen im Leben bewältigen konnte.

Maickel Melamed: „“Dein Leben ist das Schönste, was dir passieren kann. Also mache das Beste daraus““

Foto von Adrián Cerón
unter CC BY-SA 3.0

 

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