Natalie Simanowski –- Das Attentat und der ungebrochene Lebenswille

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Natalie Simanowski wurde am 20. Juli 1978 in der Stadt Lingen (Deutschland) geboren und war eine leidenschaftliche Sportlerin. Trotz einiger Rückschläge trainierte sie sehr hart und konnte dadurch einige bedeutende Erfolge als Läuferin in der Leichtathletikszene erzielen. Das Leben als Leistungssportlerin sollte jedoch schlagartig ein bitteres Ende nehmen. Als sich Natalie Simanowski am 25. Juni 2003 auf dem Weg zu ihrem Auto befand, merkte sie nicht, dass sie bereits von einem Fremden beobachtet wurde.

An diesem Tag wollte die 24-jährige Frau Unterlagen zu ihrem Auto bringen, als sich plötzlich ein Psychopath von hinten an sie anschlich und ihr grundlos ein Messer in den Rücken rammte. Die schwerverletzte Natalie Simanowski kam sofort ins Krankenhaus und hatte Glück, bei diesem Attentat nicht getötet worden zu sein. Denn als die Polizei den psychisch kranken Mann aufspürte, erfuhr man, dass er Stimmen hörte, irgendeine Frau umbringen zu müssen. Natalie Simanowski war nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, und dies hatte folgenschwere Auswirkungen auf ihr restliches Leben.

Natalie Simanowski: „„Meine Beine sackten weg. Ich wusste sofort, dass es etwas Schlimmes ist““

Die Diagnose war niederschmetternd, denn Natalie Simanowski litt an einer inkompletten Querschnittlähmung, von nun an war sie ab dem elften Brustwirbel teilweise gelähmt. Die psychische Belastung für Natalie Simanowski war enorm, denn vor wenigen Stunden war sie noch eine hoffnungsvolle Leichtathletin gewesen, nun war sie auf dem besten Weg zu einem Pflegefall zu werden. Sie lag mit Windeln im Bett, war auf fremde Hilfe angewiesen und hatte eine starke Gefühls- und Bewegungseinschränkung zu verkraften. Doch eines war ihr auch bewusst, denn sie hätte jetzt genauso gut auch tot sein können. Mit diesen Gedanken schätzte sie das Leben nun viel mehr und begann sich in eine anstrengende Reha zu stürzen.

Natalie Simanowski: „„Die ersten Wochen im Krankenhaus waren fürchterlich““

Durch monatelange Klinik- und Therapieaufenthalte konnte sie ihren Heilungsprozess unter den gegebenen Umständen schnell beschleunigen. Trotz vieler schwerer Stunden gab Natalie Simanowski nie auf und arbeitete entschlossen, um ihren Körper wieder in Form zu bringen. Sie schaffte es, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Da sie durch ihr Handicap an den Beinen größtenteils auf den Rollstuhl angewiesen war, beschloss sie, sich auf den Radsport zu konzentrieren. Mit einer großen Kraftanstrengung und einer speziellen Carbonschiene gelang es ihr, auf ein Rennrad umzusteigen. Ihrer großen Willensstärke war es zu verdanken, dass sie nicht nur vom Deutschen Behindertensportverband in den Förderkader aufgenommen wurde, sondern auch zu einer der besten behinderten Radsportlerin Deutschlands aufzusteigen. Sie wurde nicht nur Rad-Weltmeisterin, sondern holte auch schon Medaillen bei den Olympischen Spielen für behinderte Menschen.

Durch die schwere Messerattacke wurden zwar Körperteile von Natalie Simanowski gelähmt, aber ihr Lebenswille blieb davon unberührt. Während andere Menschen durch diese Verletzung aufgegeben hätten, sah es Natalie Simanowski als Startschuss für einen neuen Lebensabschnitt. Mit unbeugsamer Hoffnung arbeitete sie sich Schritt für Schritt voran und schaffte es, ihre neuen Träume und Ziele zu verwirklichen. Dank ihrer positiven Lebenseinstellung wurde sie zum Vorbild für andere Behinderte, dass man jederzeit einen Neuanfang im Leben starten konnte.

Natalie Simanowski: „„Kämpfen lohnt sich immer““

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