Martin Aufmuth – Wie eine „EinDollarBrille“ die Welt verändert

„Lesezeit: ca. 3 Minuten“

Fehlsichtigkeit kann in der westlichen Welt schnell behoben werden. Kaum auszudenken, müssten wir auf unsere Brillen verzichten. Schüler kommen in der Schule nicht mehr mit und Manager können ihre Verträge nicht mehr lesen. LKW-Fahrer dürfen aufgrund der Sehschwäche nicht mehr fahren und einfachste Handwerksberufe können nicht mehr ausgeübt werden. Etwa 150 Millionen Menschen in Entwicklungsländern haben genau dieses Problem, weil sie sich die Sehhilfen einfach nicht leisten können.

Als der deutsche Lehrer Martin Aufmuth zufällig spottbillige Brillen in einem Billigladen entdeckt, kommt er ins Grübeln. Er fragte sich, warum es in reichen Ländern günstige Brillen gab und in ärmeren Ländern nicht? Martin Aufmuth wusste um das globale Problem der fehlenden optischen Grundversorgung und beschloss, sich näher mit diesem Dilemma zu beschäftigen.

Martin Aufmuth: „Ich habe seitdem ich klein war so ein Gefühl von einer globalen Ungerechtigkeit“

Martin Aufmuth begann Informationen über verschiedene Brillentypen zu sammeln und studierte unterschiedlichste Patente. Monatelang beschäftigte er sich mit möglichen Materialien für eine Brille, er durchforstete dafür nicht nur das Internet, sondern auch zahlreiche Kaufhäuser. Nach unzähligen Versuchen schaffte es der Tüftler, mit gebogenem Federstahldraht, günstigen Gläsern und einem Schrumpfschlauch seine erste Brille zu fertigen. Und dies zu einem Materialpreis von tatsächlich weniger als 1 Dollar. Mit einer eigenen entworfenen Handbiegemaschine benötigte er weniger als 30 Minuten, um die fertige Brille herzustellen.

 

Martin Aufmuth suchte Unterstützer und machte sich selbstständig auf den Weg nach Afrika, um seine Idee in die Praxis umzusetzen. Im Gepäck hatte er seine Biegemaschinen und seinen Glauben, der Welt einen guten Dienst zu erweisen. Er wusste nicht wirklich, ob sich seine Billigbrillen auch tatsächlich verkaufen würden. Vor Ort bildete Martin Aufmuth ein paar interessierte Menschen aus, die seine Maschinen bedienen sollten. Wie würden die Brillen bei den Menschen ankommen?

Zur Erleichterung von Martin Aufmuth erfreute sich die „EinDollarBrille“ sofort großer Beliebtheit und schnell wurden hunderte Brillen verkauft. Scheinbar behinderte Kinder konnten plötzlich völlig normal am Unterricht teilnehmen und ein älterer Mann sah zum ersten Mal in seinem Leben sein Dorf. Erwachsene Männer begannen wieder zu arbeiten und konnten dadurch wieder ihre Familien versorgen. Die Vision von Martin Aufmuth begann sich Schritt für Schritt zu verwirklichen, denn die Brillen sollten nicht nur vor Ort hergestellt, sondern auch zu einem erschwinglichen Preis verkauft werden. Und diese Strategie hatte zusätzlich viele positive Nebeneffekte.

Ehemals arbeitslose Menschen arbeiten vor Ort als „EinDollarBrillen“ Optiker, sie verdienen mit der Herstellung der Brillen nicht nur Geld, sondern bilden bereits selbst weitere Mitarbeiter aus. Mobile Fahrradoptiker fahren von Dorf zu Dorf, wo sie Fehlsichtigen auch in abgelegenen Dörfern eine individuell angepasste Brille machen können. Die Nachricht von den „EinDollarBrillen“ verbreitete sich wie ein Lauffeuer um die Welt. Immer mehr Händler aus verschiedensten Teilen der Erde melden sich bei Martin Aufmuth, um die „EinDollarBrillen“ mit den speziellen Biegemaschinen in die Länder hinauszutragen.

Ein Mensch kann die Welt nicht verändern? Martin Aufmuth beweist das Gegenteil, irgendwann wird seine Vision Wirklichkeit und er wird 150 Millionen Menschen dauerhaft mit Brillen versorgen. Schon jetzt verschafft er Millionen Menschen ein besseres und einfacheres Leben. Im Alleingang löst Martin Aufmuth ein globales Problem und zeigt, wie eine Idee die Welt verändern kann.

Martin Aufmuth: „Ich glaube, wenn man einfach so ein großes Ziel hat, wenn man weiß, was man erreichen möchte, in unserem Fall, dass wir viele Millionen Leute mit Brillen versorgen und das Leben von ihnen verändern, dann bekommt man auch die notwendige Energie, einfach durch die innere Motivation, weil ich eben weiß, was ich erreichen möchte“

 

Einzelnachweise (abgerufen am 20.08.2016):

1. www.handelsblatt.com – Brillen, die die Welt verändern
2. http://www.eindollarbrille.de/
3. http://www.deutschlandradiokultur.de – Die Ein-Dollar-Brille für Entwicklungsländer

 

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