Die Palme mit der schweren Last

Lesezeit: ca. 1 Minute

Ein alter Beduine (nomadischer Wüstenbewohner) war krank und zweifelte am Sinn des Lebens. Eines Tages kam er in einer Oase an einem jungen, noch kleinen Palmenbaum vorbei. Frustriert und deprimiert wie er war, nahm er einen dicken Steinbrocken und legte ihn der jungen Palme mitten auf die Blattkrone und dachte gehässig: „Soll auch sie sehen, wie sie damit fertig wird.“

Die junge Palme versuchte, die Last abzuwerfen. Sie wiegte sich im Wind und schüttelte ihre jungen Wedel. Doch alle Mühe war vergebens. Die Last wurde immer schwerer, aber sie wollte noch nicht aufgeben.

Also begann sie, tiefer und fester in den Boden zu wachsen, um stärker und kräftiger zu werden. Und wirklich: Ihre Wurzeln erreichten neue Wasseradern. Die Kraft des Wassers aus der Tiefe und die der Sonne vom Himmel machten sie zu einer außerordentlich starken Palme, die auch den Stein im Weiterwachsen mittragen konnte.

Nach vielen Jahren kam der alte Beduine wieder, schadenfroh wollte er den nun sicher verkrüppelten Baum sehen. Er suchte ihn, aber er fand ihn nicht. Da sah er eine besonders hochragende Palme, viel größer als all die anderen Palmen, und in der Krone trug sie den Stein.

Und wie sie sich im Wind neigte, schien sie ihm zu sagen: „Ich muss dir danken! Die Last hat mich über meine Schwäche hinauswachsen lassen.“ Hinter jedem Problem verstecken sich oft Lösungen und Chancen, die wir nur erkennen und wahrnehmen müssen, um daran zu wachsen!

 

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