Daphne Sheldrick – Die Mutter der Elefanten

„Lesezeit: ca. 4 Minuten“

In Afrika spielen sich jährlich schreckliche Szenen ab. Zehntausende Elefanten werden grausam abgeschlachtet, nur um an ihr Elfenbein zu kommen. Die Wilderei floriert, denn der Handel mit den Stoßzähnen ist noch nie so profitabel gewesen. Vor allem in Asien gilt Elfenbein als Luxusprodukt und wird als Statussymbol und finanzielle Anlage gekauft. Die Population der Elefanten ist deshalb stark im Sinken, ohne wirkliche Hoffnung auf Besserung. Eine mutige Frau in Kenia (Afrika) kämpft für das Überleben der Dickhäuter: Daphne Sheldrick.

Daphne Sheldrick: „Elefanten gleichen dem Menschen in emotionaler Hinsicht. Sie sind extrem mitfühlende Wesen und empfinden Freude, Glück und Traurigkeit“

Daphne Sheldrick wurde am 04. Juni 1934 geboren und wuchs auf einer Farm in Kenia mit zahlreichen Wildtieren auf. Gemeinsam mit ihrem Mann arbeitete sie später im Tsavo-East-Nationalpark, dem größten Nationalpark in Kenia. Zusammen bauten sie den Park auf und kümmerten sich um hilflose Tiere. Besonders verwaiste Elefantenbabys hatten es ihnen angetan und boten ihnen ein neues Zuhause. Denn ohne ihre Eltern, die meistens Opfer von brutalen Wilderern geworden sind, hatten sie so gut wie keine Überlebenschance. In kürzester Zeit würden sie verhungern oder Beute von irgendwelchen Raubtieren werden.

Daphne Sheldrick: „Bei Elefanten erntet man was man sät. Behandelt man sie gut, erwidern sie dies mit Liebe. Ist man grausam zu ihnen, dann mit Aggression. Sie reagieren besonders empfindlich auf Berührungen und können selbst die Berührung einer Feder spüren“

Da die Elefantenbabys keine Kuhmilch als Ersatznahrung vertragen, war es lange Zeit nicht möglich, sie am Leben zu erhalten. Daphne Sheldrick ließ sich davon aber nicht entmutigen und forschte so lange, bis sie eine spezielle Milchmischung gefunden hatte, die die Jungtiere auch annahmen. So schaffte sie es, auch den kleinsten Elefanten wieder überlebenswichtige Nahrung zuzuführen. Nach dem Tod ihres Mannes zog Daphne Sheldrick direkt in den Nationalpark, wo sie eine spezielle Aufzuchtstation für Elefanten gründete.

Daphne Sheldrick: „Junge Elefanten sind die ersten 3 Jahre ihres Lebens von der Milch abhängig und können nicht ohne sie überleben“

Daphne Sheldrick begleitet traurige und traumatisierte Elefantenbabys, die den Schock über den Verlust der Familie hautnah miterleben mussten. Da Elefanten einen sehr ausgeprägten Familiensinn und Verständnis für den Tod haben, kann die Trauerphase mehrere Monate anhalten. Während dieser Zeit werden sie rund um die Uhr von Pflegern betreut. Nur mit viel Liebe und Mitgefühl schöpfen die kleinen Elefanten wieder Vertrauen und können anschließend langsam wieder ausgewildert werden. Sogar seit langer Zeit ausgewilderte Elefanten kommen immer wieder zurück, um die Menschen zu begrüßen, die ihnen geholfen haben. Denn Elefanten vergessen nie.

Daphne Sheldrick: „Elefanten haben ein Verantwortungsgefühl, kümmern sich um ihre Jungen und verfügen über ein Verständnis für Unrecht und Spaß. Sie haben eine beinahe mysteriöse Auffassungsgabe, die die menschliche Interpretation übersteigt“

Heute ist das Elefantenwaisenhaus die weltweit erfolgreichste Rettungs- und Auswilderungsstation für junge Elefanten. Daphne Sheldrick gilt als die „Mutter der Elefanten“ und wird international als absolute Expertin geschätzt. Durch ihr unermüdliches Engagement setzt sie im Alleingang ein weltweites Ausrufezeichen gegen die Wilderei und schuf ein neues Bewusstsein für Elefanten in Not. Im Jahr 2006 erhielt sie von Königin Elisabeth II einen britischen Verdienstorden („Order of the British Empire“), das erste Mal in Kenia seit der Unabhängigkeit 1963.

Daphne Sheldrick: „Die Korruption muss aufhören, sie ist allgegenwärtig in Afrika und weltweiter Elfenbeinhandel muss verboten werden. Elefanten haben es verdient, liebevoll behandelt zu werden“

Einzelnachweise (abgerufen am 21.09.2016):

1. www.peta.de – Dr. Daphne Sheldrick, Interview

2. wwf.de – Stoppt das Mordsgeschäft: Gemeinsam gegen die Wildtiermafia

3. www.bewusst-vegan-froh.de – Diese Frau rettet Elefanten

Die Schildkröte mit der speziellen Beinprothese

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Als die Chefin der Tierhilfsorganisation Neuried (Deutschland) zu einem Einsatz gerufen wird, kann sie es kaum fassen. In ihren Händen hält sie eine kleine griechische Landschildkröte, welche dem Tod näher ist als dem Leben. Ihr fehlt das rechte Vorderbein und sie ist noch dazu stark abgemagert. Da von dem Besitzer jede Spur fehlt, bringt sie das verletzte Tier sofort in eine Tierklinik.

Anstatt des rechten Vorderbeines sieht man nur einen schwarzen Stumpf und einen eingetrockneten Knochen, wo sich bereits Maden tummeln. Unter Narkose wird der Schildkröte die Wunde gereinigt und zugenäht. Die schlimmsten Augenblicke hat das Tier nun überstanden, doch wie soll es wieder mobil werden mit nur drei Beinen? Da es in diesem Bereich noch keine Prothesen gibt, ist die Schildkröte ihrem Schicksal hilflos ausgeliefert. Doch plötzlich kommt wie aus dem Nichts die rettende Idee.

Die fünfjährige Tochter der Sprechstundenhilfe spielt gerade mit Bauteilen von ihrem Lego-Spielzeug. Der Tierarzt erbettelt sich eine kleine Spende für die behinderte Schildkröte und er bekommt sogar ein zusätzliches Ersatzteil geschenkt. Der Schildkröte wird nun ein Rad aus dem Lego-Sortiment als Prothese befestigt. Das Lego-Bauteil wird einfach mit einem speziellen Kleber auf die Unterseite des Panzers geklebt, denn Bohren wäre nur eine zusätzliche Infektionsquelle und zu gefährlich.

Die Schildkröte nimmt den neuen fahrbaren Untersatz sofort an und ihr geht es von Tag zu Tag besser. Sie hat nicht nur schwer verletzt überlebt, sondern hat tatsächlich an neuer Lebensqualität dazugewonnen. Die Lösungen für unsere Probleme liegen manchmal direkt vor unseren Augen. Wie zum Beispiel in einem simplen Lego-Baukasten.


Foto von Ulrike Derndinger

Einzelnachweise (abgerufen am 18.11.2015):
1. rp-online.de – Schildkröte dank Lego-Prothese wieder flott unterwegs
2. badische-zeitung.de – Beinamputierte Schildkröte rollt auf Lego-Prothese

Die PETA-Gründung – Die Affen von Silver Spring

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Alex Pacheco zeigte bereits in seiner Kindheit großes Interesse an Tieren und wie sie lebten. Als er in späteren Jahren einmal eine Fleischfabrik besuchte, war er von dem schlechten Umgang mit den Tieren so schockiert, dass er beschloss, von nun an aktiv gegen Tierquälerei vorzugehen. Er trat einer kleinen Aktivistengruppe bei, die erst seit kurzem gegründet wurde und sich für den Tierschutz einsetzte. Der Verein, welcher sich PETA („People for the Ethical Treatment of Animals“ – „Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren“) nannte, hatte etwa 20 Mitglieder und war voller Tatendrang. Und so bekam auch Alex Pacheco bald seinen ersten Auftrag, er sollte verdeckt in einem Institut für Tierversuche arbeiten und die Lebensbedingungen der Tiere dort prüfen. Was er jedoch an dem Institut in Silver Spring (Maryland, USA) von Dr. Edward Taub zu sehen bekam, war skandalös.

1981 experimentierte dort Dr. Edward Taub mit 17 philippinischen Makaken (großteils Javaneraffen). In diesen Versuchen wurden die sensorischen Nervenstränge im Rückenmark komplett von den motorischen Nerven der Affen getrennt, wodurch diese ihre Arme oder Beine nicht mehr fühlen und auch nicht mehr spüren konnten. Dr. Edward Taub zwang dann die Affen mit verschiedensten Mitteln, die Körperteile, die sie nicht mehr fühlen konnten zu benutzen, er wollte so ein Heilmittel für die Lähmungen bei Menschen finden. Aber die Zustände, wie die Affen dort gequält wurden, waren unfassbar.

 
Im Normalfall hielten sich Javaneraffen vorwiegend auf Bäumen auf und lebten in großen Gruppen zusammen. Im Labor wurden sie aber einzeln weggesperrt und in sehr kleinen Einzelkäfigen (45 x 45 cm) untergebracht, wo sie überhaupt keine Bewegungsfreiheit und auch keine Beschäftigungsmöglichkeit hatten. Die Käfige standen in einem kleinen und fensterlosen Raum, der ständig hell beleuchtet war. Die Affen fristeten hier ein unwürdiges Leben, zudem mussten sie ständig für verschiedenste Versuche zur Verfügung stehen. Alex Pacheco war schockiert von diesen Umständen und beschloss, Fotos zu machen und Beweise zu sammeln.

Alex Pacheco fotografierte, wie die kaum gereinigten Käfige mit Kot und Urin verdreckt waren. Die Nahrung, wo das Haltbarkeitsdatum schon mehrere Monate abgelaufen war, wurde einfach in die Käfige geschüttet, es gab kein Geschirr, das es den Affen ermöglicht hätte, ihr Essen von den Exkrementen zu trennen. Das Labor war außerdem von Mäusen und Kakerlaken infiziert, in der Kühltruhe fand er neben einem toten Affen, der an Wundbrand gestorben war, Tiermedikamente, welche schon über 10 Jahre abgelaufen waren. Die Wunden der verstörten Affen wurden nicht gereinigt oder verpflegt, durch die grausamen Experimente ragten Knochen aus ihrem Fleisch offen heraus. Ein Affe konnte zum Beispiel beide Arme nicht mehr spüren, er hatte bereits alle seine Finger an der Hand abgekaut und Fleisch vom Handballen geknabbert, bis zu den Knochen. Dr. Edward Taub folterte die Affen mit Elektroschocks, mit Nahrungsmittelentzug oder mit eigenen Haltevorrichtungen, um die Affen zu zwingen, die Körperteile, welche sie nicht mehr fühlen konnten, zu benutzen. Ein Bild sollte später weltweit für Schlagzeilen sorgen, wo ein Affe wie bei einer Kreuzigung in einer dieser speziellen Haltevorrichtungen gequält wurde.

Foto von Alex Pacheco

 
Alex Pacheco: „“Mehrere Affen hatten sich die Finger abgebissen. Mit diesen traurigen Resten von Gliedern suchten sie in den faulenden Haufen unter ihnen nach essbaren Resten““

Dr. Edward Taub sah in den Tieren nur Versuchsobjekte für seine Forschungen. Alex Pacheco, der einmal einen Affen als Haustier gehabt hatte, konnte dies nicht verstehen. Affen hatten für ihn eine Persönlichkeit und ein Gemüt. Er verbrachte sehr viel Zeit mit den verwahrlosten Laboraffen und beschloss, als er genug Beweise gesammelt hatte, zur Polizei zu gehen, um die verkrüppelten Affen zu befreien. Als die Polizei die weltweit überhaupt erste Razzia in einem Tierversuchslabor durchführte, waren sie mehr als bestürzt, denn noch nie hatten sie so ein verunreinigtes Labor gesehen. Dr. Edward Taub wurde danach wegen 17-facher Tierquälerei angeklagt.

Alex Pacheco: „„Billy war der traurigste. Er hatte zwei verkrüppelte Arme, er war doppelt deafferentiert worden. Weil er seine Arme nicht gebrauchen konnte, konnte er auch nichts tun. Er saß einfach so da und gab unterwürfige Laute von sich – er betete offensichtlich einfach um Gnade““

Es folgte ein mehrjähriger Gerichtsprozess, wo Dr. Edward Taub zunächst schuldig gesprochen, später aber aufgrund einiger Gesetzeslücken wieder freigesprochen wurde. Die juristische Auseinandersetzung um den weiteren Verbleib der Tiere dauerte noch länger an und es war auch der erste Tierschutzfall, der von dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten behandelt wurde. Die Tierrechtsorganisation PETA erhielt in dieser Zeit unglaublichen Zulauf und gewann weltweit innerhalb kürzester Zeit hunderttausende neue Mitglieder. PETA hatte aber mit der Klage keinen Erfolg, dass ihnen die Obhut der Affen übertragen wurde, und so blieben die Affen bei den Gesundheitsinstituten, welche die brutalen Forschungen in jenen Tagen finanziert hatten. Die noch lebenden Silver Spring Affen wurden kurz darauf getötet.

 
Die schwer misshandelten Affen, die sich für die Wissenschaft opferten, starben aber nicht umsonst. Obwohl ihr Leben von Folter bestimmt war, konnte Dr. Edward Taub durch diese Experimente eine Methode entwickeln, die unter der „Taubschen Theorie“ weltweit Berühmtheit erlangte und die bereits vielen Menschen helfen konnte. Der Ursprung für seine Erfolge durch die brutalen Tierversuche blieb aber oft verschwiegen.

Durch diese Veröffentlichung der Tierquälerei wurden neue und strengere Tierschutzgesetze erlassen und viele meinten, dass durch die Silver Spring Affen die wirkliche Tierrechtsbewegung in den USA geboren wurde.

Bis heute werden viele Tiere in Versuchslaboren für das Wohl des Menschen geopfert. Es gibt Argumente gegen diese Tierversuche, aber auch einige Argumente dafür. Tatsache ist, dass durch Alex Pacheco und der Tierschutzorganisation PETA Alternativmethoden vorangetrieben wurden, um generell auf Tierversuche verzichten zu können, zusätzlich wurden die Grundrechte der Tiere in Versuchslaboren erheblich verbessert. PETA ist heute eine der größten Tierschutzorganisationen der Welt, ohne die Silver Spring Affen wäre dies heute vermutlich nicht der Fall.

Richard O’`Barry – Flipper starb in seinen Armen

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Richard O’’Barry war noch nie so glücklich in seinem Leben gewesen. Als junger Mann arbeitete er für das Miami Sea Aquarium, einem großen Freizeitpark im Süden Floridas, er war dort für die berühmte Delfin-Show zuständig. Er liebte nichts mehr als mit Delfinen zu arbeiten. Stundenlang lag Richard O’’Barry mit Tauchanzug und Atemgerät auf dem Boden des Delfinbeckens und sah den Tieren beim Schwimmen zu. Er aß mit ihnen und schlief mit ihnen ein. Zu diesem Traumberuf kam auch noch eine zusätzliche Betätigung dazu, denn für die „Flipper“ – Serie wurde ein geeigneter Delfintrainer gesucht. Und Richard O’’Barry war wie geschaffen für diesen Job, denn durch seine Arbeit als Delfintrainer hatte keiner mehr Erfahrung als er.

Gedreht wurde die meiste Zeit in einem kleinen Salzwassersee, der sich direkt auf dem Gelände des Freizeitparks befand. Insgesamt wurde mit fünf verschiedenen Delfinen gleichzeitig gedreht. Die Tiere machten die Kunststücke aber nur, wenn sie hungrig waren und man sie mit Essen belohnte. Wenn ein Delfin keinen Hunger mehr hatte und satt war, machte er auch keine Kunststücke mehr, und man brauchte den nächsten Delfin. Aber die lustige Filmfigur Flipper existierte nur in der Phantasie der Menschen, in Wahrheit litten die Delfine unter großem Stress und der Gefangenschaft. Richard O’’Barry merkte, dass mit zunehmender Dauer der Fernsehserie etwas nicht stimmte und die Delfine immer nervöser wurden. Deshalb zog er ganz in das Seaquarium, um jeden Tag bei seinen Delfinen zu sein, ganz besonders aber bei Kathy, dem Delfin mit der meisten Intelligenz und dem meisten Filmeinsatz. Mit ihr verband er eine besondere Freundschaft, denn von klein auf arbeitete er mit Kathy zusammen und sie war besonders zutraulich und kontaktfreudig in seiner Gegenwart.

Foto von Altairisfar

 
Als die Dreharbeiten zu Flipper beendet waren, wurde Richard O’’Barry plötzlich in das Delfinarium gerufen, weil es Kathy sehr schlecht ging. Dort angekommen konnte er es nicht fassen, denn Kathy lag an der Wasseroberfläche und bewegte sich kaum. Sofort sprang er in das Becken um nach ihr zu sehen. Der Delfin erkannte ihren vertrauten Freund und schwamm langsam in seine Arme. Und was dann folgen sollte, würde das Leben von Richard O’’Barry nachhaltig für immer verändern. In seinen Armen stellte Kathy die Atmung ein und sank einsam auf den Boden des Beckens. Delfine atmen nicht automatisch wie Menschen, jeder Atemzug wird bewusst und überlegt ausgeführt. Kathy konnte das Leben in Gefangenschaft nicht mehr ertragen und wollte nicht mehr leben. Richard O’’Barry wurde bewusst, dass sie sich für ihn und für die Show geopfert hatte. Seine Vermutung wurde durch diesen Todesfall schreckliche Gewissheit und ihm wurde klar, dass Delfine nicht in Gefangenschaft gehörten. Sein Leben änderte er nun radikal, anstatt Delfine zu fangen und zu trainieren, wollte er die Gefangenschaft von Delfinen boykottierten. Diesen Eid schwor er sich seit dem Tag, an dem seine geliebte Kathy starb.

Richard O’’Barry: „„Sie kam zu mir in die Arme, wir berührten uns einen Moment. Dann spürte ich, wie das Leben aus ihr wich. Als Kathy in meinen Armen starb, starb auch ein Teil von mir, es brach mir das Herz““

Die Zeiten waren schwierig, denn durch die Flipper-Filme waren viele zusätzliche Delfinarien entstanden und Delfin-Shows wurden immer populärer. Aber Richard O’’Barry kämpfte verbissen um die Freiheit der intelligenten Tiere. Er startete eine Kampagne gegen die inzwischen mächtige Delfin-Gefangenschafts-Industrie und rief die Leute dazu auf, keine Delfin-Shows mehr zu besuchen und diese zu boykottieren. Sein immenses Wissen darüber, wie Delfine behandelt und trainiert wurden, verhalf ihm zu weltweiten Vorträgen, wo er die Wahrheit an die Öffentlichkeit brachte. Zahlreiche Skandale deckte er durch unermüdliche Aufdeckungsarbeit auf, was sich aber jedes Jahr in Japan abspielen sollte, war selbst für Richard O’’Barry, der schon viele Misshandlungen miterlebt hatte, nicht zu fassen.

 
Im japanischen Küstenort Taiji (rund 700 Kilometer südlich von Tokio) werden im September jeden Jahres tausende Delfine in eine versteckte Bucht getrieben. Die schönsten Tiere werden aussortiert und für bis zu 150.000 Euro an Vergnügungsparks auf der ganzen Welt verkauft. Die restlichen Delfine werden abgeschirmt durch Sichtschutzbarrieren mit ungeheurem Lärm zusammengetrieben. Dann beginnt das große Massaker. Mit Fischerhaken und Lanzen wird wahllos auf die hilflosen Tiere eingestochen um sie zu töten. Die verwirrten Delfine springen immer wieder verzweifelt in die Luft, um den Stichen zu entgehen, nur um sich dann schwerverletzt im Treibnetz wieder zu verfangen. Tausende wehrlose Tiere werden abgeschlachtet und gefoltert, so lange bis kein Tier mehr am Leben ist und sich das Wasser in der Bucht rot färbt.

Die milliardenschwere Delfin-Industrie unterstützt diese Treibjagd und die Fischer, das Delfinfleisch wird dann an die Lebensmittelhändler in Japan weiterverkauft. Unter Lebensgefahr zeigte Richard O’’Barry in dem Dokumentarfilm „“Die Bucht““ diese Missstände auf und brachte die schrecklichen Bilder ins Kino. Erwachsene fingen aufgrund der ungeheuren Tierquälerei zu weinen an, Kindern war der Streifen gar nicht zuzumuten. Richard O’’Barry schaffte es zumindest, einen kleinen Teil der Menschen und die Fisch-Industrie zum Umdenken zu bewegen.

Richard O’’Barry: „“Die Leute sollen einfach die Wahrheit erfahren““

Es ist traurige Wahrheit, dass jeder natürliche Instinkt eines Delfins in der Gefangenschaft unterdrückt wird. Eingepfercht in engen Wasserbecken können sie ihre Schwimm- und Jagdinstinkte hier nicht ausleben. Durch die Art wie der Unterkiefer eines Delfins geformt ist, wird es von der Delfin-Industrie als „Lächeln“ verkauft, um die Idee zu erzeugen, dass Delfine es genießen, in Schwimmbecken zu leben und die Leute zu unterhalten. Delfinen wird aber vor der Show das Essen vorenthalten, um sicher zu stellen, dass sie alles tun werden, was die Trainer von ihnen abverlangen. Obwohl man bei jedem Delfin das so genannte „Lächeln“ erkennt, verbirgt dies oft nur Depressionen und Traurigkeit. Es ist eine der gefährlichsten Lügen, dass Delfine als dauerlächelnder Freund des Menschen glücklich in Delfinarien leben können.

Richard O’’Barry konnte lange nicht über den „Selbstmord“ seines geliebten Delfins reden, zu tief saß der Schock. Selbst heute fällt es ihm schwer, über den tragischen Tod von Kathy zu sprechen.

Aber diese Tragödie verhalf später vielen Delfinen zur Freiheit. Auch deshalb, weil sich Richard O’’Barry noch immer mitschuldig am Tod seines damaligen Stars fühlt. Er ist der meistgehasste Mann der Delfin-Industrie und wurde schon mehrmals bedroht. Aber Richard O’’Barry lässt sich nicht einschüchtern und kämpft bis heute unermüdlich für die Rechte der Delfine.

Richard O’’Barry: „„Es ist jedes Mal ein Glücksgefühl, Delfinen ihre Freiheit zurückzugeben und zu wissen, dass die Tiere nicht mehr Qualen erleiden müssen““