Elvis Presley -– Das Manifest einer Ausnahmeerscheinung

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Elvis Aaron Presley wurde am 08. Januar 1935 in der kleinen Stadt Tupelo (Mississippi, USA) geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. In den Nachwehen der Weltwirtschaftskrise waren viele Menschen arbeitslos und mussten um ihr Überleben kämpfen. Die Eltern von Elvis Presley arbeiteten ebenfalls sehr schwer, um nicht Hunger leiden zu müssen oder obdachlos zu werden. Am Rande des Existenzminimums schafften sie es zumindest, ein kleines Häuschen zu erhalten und ihrem Sohn im Gegensatz zu vielen anderen Kindern immer Schuhe zu finanzieren.

Da für teure Freizeitaktivitäten kein Geld da war, sang die Familie Presley oft mit Freunden Gospel oder man hörte in großen Gruppen Radio, da nur wenige Leute in dieser Zeit ein solches Empfangsgerät besaßen. Trotz strenger Rassentrennungsgesetze hielt sich Elvis Presley oft in Gegenden auf, wo viele schwarze Menschen lebten, weil er fasziniert von dem Blues war, welcher hier ständig gespielt wurde. Zudem besuchte er auch afroamerikanische Gottesdienste, da er dort mit Begeisterung bei der Gospelmusik mitsingen konnte.

In der Hoffnung auf wirtschaftlich bessere Zeiten übersiedelte die Familie Presley nach Memphis (Tennessee). In dieser Musikmetropole fühlte sich Elvis Presley sehr wohl und er war leidenschaftlich ergriffen von den unterschiedlichsten Musikrichtungen wie der Countrymusik oder dem aufkommenden Rock `n` Roll. Er begann sich nun als Teenager auch äußerlich zu verändern, er trug lange Haare mit Koteletten und kleidete sich auffällig im Stil der Afroamerikaner. Sein musikalisches Talent zeigte Elvis Presley erstmals bei einem Wettbewerb in der Schule, wo er mit seiner Darbietung den ersten Platz belegen konnte. Ihm wurde nun auch klar, dass er unbedingt Musiker und Sänger werden wollte.

Foto von Sun Records

Nach der Highschool musste er verschiedene Gelegenheitsarbeiten annehmen, um seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Er arbeitete für kurze Zeit in einer Reparaturwerkstätte oder war als Lastkraftwagenfahrer tätig. In seiner Freizeit trat er bei Tanzveranstaltungen auf oder sang auf Partys. Eines Tages tauchte Elvis Presley bei dem vor kurzem gegründeten Plattenstudio „Sun Records“ in Memphis auf, wo man für ein paar Dollar seine eigene Schallplatte aufnehmen konnte. Der Studiobesitzer war von dem schüchternen aber sehr talentierten Sänger sofort begeistert und begann, mehrere Lieder mit Elvis Presley aufzunehmen. Die Vermischung von afroamerikanischen Klängen mit weißer Country-Musik war so einzigartig, dass Elvis Presley dort seinen ersten Plattenvertrag erhielt. Und so gab Elvis Presley im Alter von 19 Jahren mit einer kleinen Band erste Live-Konzerte und man spielte regelmäßig in verschiedenen Clubs. Die Fangemeinde wuchs beständig an, was auch mit der außergewöhnlichen Bühnenperformance von Elvis Presley zu tun hatte. Denn durch seine in dieser Zeit sehr ungewöhnlichen Hüft- und Beinbewegungen schaffte er es schnell, die Massen zu begeistern.

Foto von loc

Nach einem Managementwechsel schaffte Elvis Presley auch bald seinen internationalen Durchbruch. Wegen landesweit ausgestrahlter Fernsehauftritte löste er vor allem bei jungen Frauen hysterische Reaktionen aus und galt als neues Symbol der rebellischen Jugend und des Rock `n` Roll. Durch seine erotischen Hüftschwünge und verführerischen Blicke wurde er jedoch von Elternverbänden und religiösen Gruppierungen stark kritisiert. Dies hatte zur Folge, dass seine Auftritte im Fernsehen teilweise zensiert wurden und er nur von der Hüfte aufwärts gezeigt wurde. Seiner Bekanntheit schadete es jedoch nicht, denn mit seinem großen Charme zog er immer mehr Menschen in seinen Bann.

Elvis Presley: „„Ich genieße das Geschäft. Ich mag, was ich tue““

Elvis Presley eroberte nicht nur im Sturm die Musikcharts, sondern war auch sehr erfolgreich als Filmschauspieler in Hollywood tätig. Die große Euphorie war auch während eines längeren Militärdienstes, welcher Elvis Presley unter anderem auch nach Deutschland führte, ungebrochen. Mit unzähligen Plattenaufnahmen sang sich Elvis Presley in die Herzen der Menschen und Fans aus der ganzen Welt reisten an, um ihn bei seinen Auftritten in Las Vegas live singen zu hören. Elvis Presley brach nebenbei ständig neue Rekorde. Das erste Konzert, welches von einem Musiker überhaupt per Satellit übertragen wurde, war ein Auftritt von Elvis Presley in Honolulu („Aloha from Hawaii“). Über eine Milliarde Menschen aus über 40 Ländern verfolgten diese beeindruckende Premiere, womit mehr Leute bei diesem Konzert vor dem Fernseher saßen als bei der ersten Mondlandung.

Foto von Ollie Atkins

Trotz erfolgreicher Karriere ging es für Elvis Presley seelisch und körperlich jedoch bergab. Er litt bereits seit seiner Geburt an einem genetischen Herzfehler, wodurch auch seine Mutter früh verstorben war. Zusätzlich musste er mit verschiedenen Leiden fertig werden, wie einer chronischen Darmerkrankung oder andauernden Schlafproblemen. Seine Figur war durch die diversen Erkrankungen stark aufgebläht und er nahm viele Tabletten zu sich. Im Alter von 42 Jahren machte sein angeschlagener Körper nicht mehr mit. Elvis Presley starb am 16. August 1977 in seinem Anwesen in Graceland (Memphis), wo er auch begraben wurde. Die öffentliche Anteilnahme war so groß, dass sich zehntausende Menschen zu seinem Wohnsitz aufmachten um Abschied zu nehmen und die Radiosender den ganzen Tag ununterbrochen Elvis-Lieder spielten.

Elvis Presley verstand es wie kein anderer Sänger, das Musikgefühl der afroamerikanischen Bevölkerung der weißen Gesellschaft zu vermitteln. Durch seine Stimme, seiner Ausstrahlung und seiner außergewöhnlichen Bühnenshow stieg er innerhalb kürzester Zeit zum „King of Rock `n` Roll“ und beliebtesten Entertainer der Welt auf. Er schaffte es dadurch, große Barrieren wegen der Rassentrennung abzubauen und allen Menschen ein besseres Lebensgefühl zu vermitteln.

Elvis Presley blieb trotz großer Berühmtheit immer sehr bescheiden und freundlich. Entgegen vieler anderer Stars trat er nie in Talkshows auf und gab auch selten Interviews. Er mied Preisverleihungen und man sah ihn auch nie auf Prominentenfeiern. Elvis Presley machte durch seinen liebenswürdigen Charakter und seiner gefühlvollen Musik die Welt zu einem besseren Ort. Dies war auch der wahre Grund, warum er zu einem Publikumsliebling und einer echten Legende aufstieg.

Elvis Presley: „“Ich wuchs auf im Glauben an diesen Traum. Nun habe ich ihn erlebt. Mehr kann sich ein Mensch nicht wünschen““

Schwesta Ewa -– Eine Prostituierte wird zur erfolgreichen Rapperin

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Ewa Müller wurde am 16. Juli 1984 in der polnischen Stadt Koszalin geboren und übersiedelte bereits als kleines Mädchen nach Deutschland, wo sie in Kiel aufwuchs. Da ihr Vater im Gefängnis saß, musste ihre Mutter sie unter schwierigsten Bedingungen alleine großziehen. Ewa Müller musste bereits früh Gelegenheitsjobs annehmen, um irgendwie über die Runden zu kommen. Zu ihrem großen Hobby zählte die Musik und der Sprechgesang Rap, aber da sich mit Rappen kein Geld verdienen ließ, blieb es nur eine Freizeitbeschäftigung.

Ewa Müller: „“Ich musste immer schon klauen und dealen, um durchzukommen““

Im Alter von 19 Jahren kam Ewa Müller als Kellnerin in einer Kneipe zum ersten Mal in Kontakt mit der Prostitution. Sie sah in diesem Gewerbe den einzigen Ausweg, irgendwie aus ihrem trostlosen Leben ausbrechen zu können und endlich mehr Geld zu verdienen. Das Leben als Prostituierte war aber alles andere als einfach, Ewa Müller machte viele fürchterliche Erfahrungen. Brutale Zuhälter, Waffen, Gewalt und Vergewaltigungen gehörten zum Geschäft genauso wie Frauen, welche noch schwanger auf der Straße stehen mussten um Geld zu verdienen. Ewa Müller begann aus diesem Grund Drogen zu nehmen, um mit den Erlebnissen besser fertig zu werden.

Neben ihrem düsteren Leben verarbeitete Ewa Müller ihren Schmerz in der Musik. Sie textete Lieder zum Thema Prostitution und zeigte schonungslos die Gewalt in diesem Milieu auf. Es war wie eine Therapie für Ewa Müller, ihre schrecklichen Erfahrungen zu verarbeiten. Eines Tages wurde jedoch ein Produzent auf sie aufmerksam, welcher von dem Talent von ihr überzeugt war. Er überredete sie, Videos von ihren Liedern zu machen um sie zu veröffentlichen. Als Ewa Müller im Alter von 27 Jahren unter ihrem Künstlernamen „Schwesta Ewa“ ihr erstes Video „Schwätza“ auf YouTube platzierte, gab es schnell erste Kommentare darauf.

Ewa Müller: „“Ich las mir jede einzelne Bemerkung durch““

Die Meinungen zu „Schwesta Ewa“ gingen weit auseinander. Es sammelten sich viele negative und beleidigende Bemerkungen an, aber es gab auch einige Befürworter ihrer Musik. Ewa Müller schlug in der Rap-Szene eine wie eine Bombe und löste große Empörung aus, denn eine rappende Prostituierte passte den bereits etablierten Rappern überhaupt nicht. Aber sie entdeckte dadurch eine echte Marktlücke, denn als weibliche Rapperin mit einer so bewegenden Vergangenheit war sie alleine auf weiter Flur. Obwohl Ewa Müller die verletzenden Kommentare wegen ihrer Prostitution schwer zu schaffen machten, brachten sie ihr doch eine große Aufmerksamkeit. Nach nur einer Woche klickten bereits mehr als 300.000 User auf ihr Video im Internet.

Ewa Müller schaffte nach kurzer Zeit als „Schwesta Ewa“ ihren Durchbruch als Rapperin und gab den Job als Prostituierte auf. Es war aber genau diese Beschäftigung, welche ihre Lieder so glaubwürdig und unverwechselbar wirken ließen. Sie machte dadurch ihren größten Seelenschmerz zu ihrem größten Vorteil und wurde zum Vorbild für eine große Fangemeinde. „Schwesta Ewa“ vollbrachte dadurch eine der außergewöhnlichsten Erfolgsgeschichten in der Musikszene und stieg von einer unbekannten Prostituierten zu einem gefeierten Musikstar auf.

Ewa Müller: „“Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages ein normales Leben führen werde““

Conchita Wurst –- Eine Frau mit Bart verändert die Gesellschaft

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Thomas Neuwirth wurde am 06. November 1988 in der Stadt Gmunden (Österreich) geboren und wuchs in einer ländlichen Gegend auf. Seine Eltern betrieben ein Wirtshaus, er selbst interessierte sich seit seiner Kindheit jedoch vor allem für Mode und Musik. Thomas Neuwirth war anders als die anderen Jungen, er hielt sich deshalb mit Vorliebe bei seiner Großmutter auf, weil sie ihm erlaubte, auch Frauenkleider zu tragen. In seiner sonstigen Umgebung konnte er sich jedoch nicht so geben, wie er wirklich sein wollte. Die Gesellschaft war festgefahren und reagierte auf Menschen, welche einfach anders waren, mit Mobbing und Verachtung.

Thomas Neuwirth: „„Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, in dem Homosexualität nicht normal war. Und so habe auch ich selbst angefangen zu denken, dass mit mir etwas nicht stimmte““

Thomas Neuwirth nahm im Alter von 18 Jahren an der österreichischen Castingshow „Starmania“ teil, wo er als Sänger sensationell den zweiten Platz belegen konnte. Ein noch schwierigeres Unterfangen in dieser Zeit war für ihn jedoch, sich homosexuell zu outen. Thomas Neuwirth aber wollte sich nicht mehr verstecken und stellte sich mutig der Öffentlichkeit. Trotz vieler verachtender Kommentare stand seine Familie immer hinter ihm und unterstützte ihn, so gut es ging. Nachdem Thomas Neuwirth seine Ausbildung an einer Modeschule abgeschlossen hatte, wollte er als Sänger eine internationale Karriere einschlagen. Aufgrund der Diskriminierungen wegen seiner Homosexualität erschuf er die Kunstfigur „Conchita Wurst“, wo er sich als eine schillernde Frau mit einem Vollbart darstellte.

Thomas Neuwirth wollte mit seiner ungewöhnlichen Erscheinung die Menschen zum Nachdenken bewegen, damit sie sich aktiv mit den Diskriminierungen auseinandersetzten. Er trat nun immer öfter als „Conchita Wurst“ in der Öffentlichkeit auf und war auch als stimmgewaltiger Sänger im Einsatz. Nachdem „Conchita Wurst“ immer mehr Bekanntheit erlangte, wurde die Kunstfigur dafür ausgesucht, beim Eurovision Song Contest 2014 für Österreich an den Start zu gehen. Für Thomas Neuwirth erfüllte sich dadurch ein großer Traum, jedoch gab sein außergewöhnliches Aussehen als Frau mit Bart viel Raum für Anfeindungen. Und diese bösartigen Angriffe formierten sich nun in ganz Europa.

Thomas Neuwirth: „“Für mich sähe eine perfekte Welt so aus, dass man über Belanglosigkeiten wie Sexualität oder Herkunft gar nicht mehr reden müsste““

Hochrangige Politiker aus Russland, Polen, Weißrussland und der Türkei riefen zum Boykott des Song Contests auf und forderten ein Ausstrahlungsverbot im Fernsehen. Im Internet gab es eine regelrechte Hetzjagd gegen „Conchita Wurst“ mit unfassbaren Beleidigungen bis hin zu Morddrohungen. Diese gnadenlosen Attacken überstrahlten bei weitem die Unterstützer von „Conchita Wurst“. Aber Thomas Neuwirth ließ sich von der Kritik nicht unterkriegen und versuchte auf charmante Art, sich mit Stärke und klugen Worten zu wehren. Als sich „Conchita Wurst“ mit ihrem Lied „Rise Like a Phoenix“ beherzt einem Millionenpublikum stellte, war dies der Startschuss für eine der außergewöhnlichsten Erfolgsgeschichten in der Geschichte dieses Musikwettbewerbes.

Thomas Neuwirth: „„Mit sich selbst ins Reine zu kommen, das ist schwer. Wenn man zu sich stehen kann, ist es eine Befreiung““

Thomas Neuwirth legte als „Conchita Wurst“ eine unfassbare Performance hin und schaffte es mit seiner Ausstrahlung, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Als am 11. Mai 2014 der Song Contest in Dänemark zu Ende ging, folgten 180 Millionen Zuschauer gespannt der Entscheidung dieses Bewerbes. Und das Ergebnis war eine echte Sensation, denn „Conchita Wurst“ konnte alle Favoriten bezwingen und gewann mit großem Vorsprung diesen internationalen Musikwettbewerb.

Thomas Neuwirth: „„Für mich war dieser Abend und vor allem dieser Sieg für all diejenigen, die daran glauben, dass eine Zukunft ohne Diskriminierung und ohne Hass funktionieren kann““

Es war kaum vorstellbar, wie viel Kummer und Leid Thomas Neuwirth in seinem Leben bereits ertragen musste bei dem Versuch, sich immer treu zu bleiben. Aber mit seinem Mut und seiner kraftvollen Stimme konnte er alle Diskriminierungen überwinden und stieg auf der ganzen Welt zu einem wichtigen Botschafter für Toleranz und Akzeptanz auf. Denn es gibt nach wie vor viele Jugendliche, welche sich aufgrund ihrer Homosexualität und dem Druck der Gesellschaft das Leben nehmen. Mit Thomas Neuwirth und „Conchita Wurst“ haben sie nun eine Vollbart tragende Frauenfigur als Vorbild, welche unbeugsam für die Außenseiter in der Gesellschaft kämpft.

Thomas Neuwirth: „„Es ist wurst, wie du aussiehst, woher du kommst, ob du Mann oder Frau bist. Einzig und allein der Mensch zählt““

Umm Kulthum –- Eine Sängerin wird zum ägyptischen Nationalsymbol

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Umm Kulthum wurde am 04. Mai 1904 im kleinen Dorf Tammai az-Zahaira in Ägypten geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Um Geld für die Familie zu verdienen, trat ihr Vater in der Freizeit als Sänger bei Hochzeiten und Feiern auf. Dabei nahm er häufig den älteren Bruder von Umm Kulthum mit, um gemeinsam mit ihm auf der Bühne zu singen. Umm Kulthum hörte jedoch immer wieder bei den Gesangsproben zu und begann, die Texte und die Melodien auswendig zu lernen, um sie dann heimlich zu singen. Eines Tages bemerkte ihr Vater das musikalische Talent seiner Tochter und war begeistert von ihrer schnellen Auffassungsgabe und ihrer kraftvollen Stimme. Umm Kulthum trat von nun an ebenfalls im Ensemble ihres Vaters auf.

Durch das Ausnahmetalent von Umm Kulthum wurden diese musikalischen Auftritte der Familie sehr beliebt, jedoch geriet der strenggläubige Vater in eine moralische Zwangslage. Aus religiösen Gründen konnte er es nicht verantworten, dass seine Tochter in der Öffentlichkeit vor männlichem Publikum auftrat. Und so musste Umm Kulthum sich von nun an als Junge verkleiden, um weiter singen zu können. Allerdings war Umm Kulthum durch ihre eindrucksvolle Stimme bald so bekannt, dass man dieses Geheimnis nicht mehr aufrechterhalten konnte. Der Vater traf nun die harte Entscheidung, Umm Kulthum aus der Gesangsgruppe auszuschließen, um seine Familie nicht unbeliebt zu machen.

Umm Kulthum: „“Mein Vater war ein von Prinzipien des Koran treu befolgender Mann““

Umm Kulthum musste sich nun einen Ehemann suchen, doch keiner ihrer Verehrer war bereit, sie weiterhin singen zu lassen. So lehnte sie alle Männer ab, denn sie wollte als Sängerin tätig sein, da es ihre große Leidenschaft war. Bald merkte ihr Vater, dass der musikalische Erfolg ohne Umm Kulthum ausblieb und auch die Einnahmen stark zurückgingen. Umm Kulthum durfte daher nach kurzer Auszeit wieder mit ihrem Vater auftreten und der Erfolg kehrte schnell wieder zurück. Umm Kulthum wurde zu einer regionalen Berühmtheit und übersiedelte im Alter von 20 Jahren in die Hauptstadt von Ägypten, um ihre Karriere als Sängerin voranzutreiben.

Aber in der Millionenstadt Kairo musste sie erkennen, dass sie nur eine Sängerin unter vielen war. Zudem galt ihre ländliche Gesangsrichtung als altmodisch und ihrer talentierten Stimme fehlte der letzte Schliff. Umm Kulthum ließ sich davon aber nicht unterkriegen und versuchte durch einen großen Arbeitsaufwand, ihre Schwächen zu beseitigen. Sie begann bei verschiedensten Musikern Unterricht zu nehmen und Gesang zu studieren. Umm Kulthum vertiefte sich in die arabische Literatur und steigerte durch diese intensive Ausbildung fortlaufend ihr musikalisches Repertoire. Sie nahm neue und moderne Lieder auf und hatte ihre Stimme so weit trainiert, dass sie alle Melodien ausdrucksvoll und gefühlvoll singen konnte. Durch die Mischung aus neuen Musikwerken und älteren Liedern traf sie genau den Geschmack der Menschen. Umm Kulthum stieg aus diesem Grund schnell zu der bekanntesten Sängerin in Kairo und ganz Ägypten auf.

Umm Kulthum entwickelte ihren eigenen musikalischen Stil weiter und startete internationale Tourneen, welche sehr erfolgreich waren. Als im Jahr 1934 der ägyptische Rundfunk eingeführt wurde, bekam sie als erste arabische Sängerin einen eigenen Sendeplatz und konnte sich nun wöchentlich in die Herzen der Menschen singen. Sie zog durch ihre tiefgreifenden Lieder die Menschen dermaßen in ihren Bann, dass das öffentliche Leben praktisch lahm gelegt wurde, da hunderttausende Menschen ihren Melodien lauschen wollten. Ihr Gesang löste bei den Zuhörern so starke Gefühle aus, dass sie das Zusammengehörigkeitsgefühl der gesamten arabischen Welt stärkte und die Menschen zeitweise alle ihre Sorgen vergaßen.

Umm Kulthum starb am 03. Februar 1975 im Alter von 70 Jahren. Beim Staatsbegräbnis nahmen nicht nur hochrangige Politiker und berühmte Künstler teil, sondern es trauerten auch mehrere Millionen Menschen in den Straßen Kairos, um von ihr Abschied zu nehmen.

Umm Kulthum stieg als einfaches Mädchen aus ärmsten Verhältnissen zum Nationalsymbol Ägyptens auf. Durch ihre Lieder gab sie der arabischen Welt über viele Jahre hinweg ein Gefühl des Friedens und der Freiheit. Noch heute werden ihre Lieder mit Vorliebe in den Radios gespielt und Konzertmitschnitte im Fernsehen gezeigt.

Mark Oliver Everett -– Wie die Musik sein Leben rettete

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Mark Oliver Everett wurde am 10. April 1963 in Virginia (USA) geboren. Schon in seiner Kindheit interessierte er sich sehr stark für Musik und hörte sich ständig Musikplatten im Zimmer seiner älteren Schwester an. Im Alter von sechs Jahren bekam er ein Schlagzeug-Set, mit welchem er die nächsten Jahre begeistert üben sollte. Neben dem Schlagzeug brachte er sich das Spielen auf einer akustischen Gitarre selbst bei, er schrieb eigene Lieder und nahm Musikstücke mit einem alten Kassettenrekorder auf. Aber in der Jugendzeit bekam Mark Oliver Everett Probleme, und dies war erst der Anfang von weiteren schweren Schicksalsschlägen.

Mark Oliver Everett wuchs unter schwierigen familiären Verhältnissen auf. Besonders zu seinem Vater, welcher ein bekannter Physiker war, hatte er ein miserables Verhältnis. Er war Alkoholiker und starker Kettenraucher, außerdem kümmerte er sich überhaupt nicht um die Familie. Mark Oliver Everett kam in Kontakt mit Drogen und Alkohol, er hatte Probleme in der Schule und geriet immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Da er in seiner Familie keinen Halt fand, suchte er Zuflucht in seiner Musik, die ihm wieder Kraft gab, diese schwierigen Zeiten zu überstehen.

Im Alter von 19 Jahren entdeckte er seinen Vater, wie er regungslos in seinem Bett lag. Mark Oliver Everett versuchte vergeblich, seinen Vater wiederzubeleben. Der Vater starb im Alter von nur 52 Jahren an einem Herzinfarkt, vor den Augen des geschockten Mark Oliver Everett.

In den nächsten Jahren agierte er in verschiedenen Bands, spielte Schlagzeug oder war als Gitarrist tätig. Nebenbei schrieb er ununterbrochen Lieder und nahm Demobänder auf. Ständig schleppte er irgendwelche Kassetten mit sich herum, aber keine Plattenfirma zeigte auch nur im geringsten Interesse an seiner Musik.

Im Alter von 24 Jahren übersiedelte er nach Los Angeles (Kalifornien), um doch noch in der Musikindustrie Fuß fassen zu können. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, nahm er minderwertige Jobs an, in seiner Freizeit schrieb er in seiner kleinen Wohnung pausenlos an weiteren Liedern. Durch seine Zielstrebigkeit schaffte er es irgendwann, einen Plattenvertrag zu ergattern. Er brachte sein erstes Soloalbum heraus und versuchte, sich nachhaltig in der Musikszene zu etablieren. Da aber besonders sein zweites Album nicht sehr erfolgreich war, wurde sein Plattenvertrag nicht mehr verlängert. Nun stand Mark Oliver Everett wieder am Anfang seiner Karriere, ohne Aussichten auf baldige Besserung.

Aber er ließ sich von dieser Niederlage nicht unterkriegen und kämpfte verbissen weiter, er glaubte an sein musikalisches Talent. Tag und Nacht schrieb er Songs und nahm Lieder auf. Mark Oliver Everett gründete die Band „Eels“ und arbeitete beharrlich an seinem nächsten Album. Kurz vor Veröffentlichung seines Albums beging seine Schwester, die schon immer sein größter Fan gewesen war, aber schon jahrelang drogenabhängig war, Selbstmord. Fast zur gleichen Zeit erkrankte seine Mutter an Krebs. Obwohl er sich um seine Mutter kümmerte, war ihre Krankheit zu schwer. Sie starb nach langer Leidenszeit, Mark Oliver Everett hatte nun innerhalb kürzester Zeit seine Mutter und seine Schwester verloren. In diesen dunkelsten Momenten in seinem Leben erkannte er, dass er nur noch seine Musik im Leben hatte. Er verarbeitete die Schicksalsschläge in seiner Familie mit der Musik und produzierte Lieder, welche überwiegend von Trauer und Schmerz handelten.

Foto von Alexander Frick
unter CC BY-SA 2.0 AT

Mark Oliver Everett: „„Ich bewältige meine Probleme durch Kunst. Mit der Musik konnte ich die beschissensten Situationen durchstehen““

Mit diesen düsteren Liedern traf er genau in das Herz der Menschen. Die Rockband „Eels“ mit Mark Oliver Everett wurde nun immer bekannter, sie spielten auf Festivals und organisierten weltweit mehrere Touren. Egal wo sie hinkamen, die Konzerthallen waren voll, alle waren begeistert von den Liedern von Mark Oliver Everett, der nun seine ganzen musikalischen Fähigkeiten ausspielen konnte. Den Erfolgslauf von Mark Oliver Everett konnte auch der nächste Schicksalsschlag nicht unterbrechen. Im Jahr 2001 starb seine Cousine, eine letzte lebende Verwandte von ihm, die von Beruf Flugbegleiterin war. Sie befand sich genau in dem Flugzeug, welches am 11. September 2001 von Terroristen entführt und in das Pentagon (Verteidigungsministerium USA) gelenkt wurde.

Mark Oliver Everett musste viele Schicksalsschläge überwinden. Trotzdem verlor er nie die Hoffnung und kämpfte immer weiter in seinem Leben. Durch seine Liebe zur Musik schaffte er es, die vielen Rückschläge zu überwinden und den Menschen mit seinen Liedern wieder Optimismus und Zuversicht zu geben.

Mark Oliver Everett: „„Nur die Musik hat mich am Leben gehalten. Es macht mich stolz, wenn Fans schreiben, dass ihnen meine Musik durch Krisen geholfen hat““

Michael Hirte –- Der Mann mit der Mundharmonika

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Michael Hirte wurde am 10. Oktober 1964 in der kleinen Stadt Spremberg, im Osten von Deutschland, geboren. Als kleiner Junge bekam er von seiner Tante eine Mundharmonika geschenkt, die er von nun an immer bei sich haben sollte. Tag und Nacht übte er darauf, obwohl er keine Noten lesen konnte und nie einen Unterricht erhielt. Er war bereits im jungen Alter sehr talentiert, er spielte Kinderlieder auf Familienfeiern und wurde mit der Zeit durch sein unglaubliches Gefühl für dieses Musikinstrument immer besser.

Michael Hirte absolvierte später viele verschiedene Berufsausbildungen, er war als Betonierer, als Soldat, als Betriebsschlosser und beim Kohleabbau beschäftigt. Aber LKW-Fahrer war seine liebste Beschäftigung, und diesen Beruf übte er mit voller Leidenschaft aus. Sein Leben sollte aber außer Kontrolle geraten, als er 1991 einen schlimmen Unfall mit seinem LKW hatte. Michael Hirte wurde dabei sehr schwer verletzt und lag zwei Monate im Koma. Als er erwachte, war sein bisheriges Leben, so wie er es kannte, vorbei.

Michael Hirte: „“Ich blickte an meinen Beinen hinab und erkannte mein rechtes Bein nicht wieder, es sah aus wie frisch vom Metzger mit roten Narben und tiefen Furchen““

Durch den Unfall wurde er auf einem Auge blind und durch einen komplizierten Beinbruch mussten ihm Platten in das Bein eingesetzt werden. In der medizinischen Rehabilitation musste Michael Hirte lernen, wieder normal zu gehen und seine total erschlafften Muskeln zu trainieren. Durch seine Verletzungen verlor er seinen LKW-Führerschein und somit auch seinen Job. In der Folge versuchte er eine andere Arbeit zu bekommen, aber durch die immer wiederkehrenden Schmerzen im Bein hatte er hier keine Erfolgsaussichten. Zusätzlich fing es in dieser schwierigen Zeit in seiner Ehe zu kriseln an und durch den großen Frust kam es immer öfter zum Streit mit seiner Frau, bis sie sich trennten. Michael Hirte lebte nun nur mehr von der Sozialhilfe und hatte alles verloren, seine Frau, seine Arbeit und seine Gesundheit. Von nun an war er alleine in seiner Welt, aber immerhin hatte er noch seine Mundharmonika.

Um seine Finanzen aufzubessern und um der Einsamkeit zu entfliehen, ging Michael Hirte auf die Straße und begann, mit seiner geliebten Mundharmonika zu spielen, denn dies war alles, was ihm geblieben war. In den Fußgängerzonen musste er sich nicht nur gegen Schlechtwetter behaupten, sondern auch gegen andere Straßenmusiker, denn mit seiner Mundharmonika war er nur ziemlich leise zu hören. Das Leben von Michael Hirte war alles andere als perfekt, aber er kämpfte weiter und beschloss, das Beste aus seiner aussichtslosen Situation zu machen. So traf er die mutige Entscheidung, sich für die deutsche Castingshow „Das Supertalent“ zu bewerben, im Alter von bereits 44 Jahren.

Foto von Haha56

Als die Jurymitglieder und das Publikum Michael Hirte zum ersten Mal sahen, stempelten sie ihn sofort zu einem Verlierer ab. Aber er glaubte an sich und blendete die skeptischen Blicke so gut es ging aus. Nach seinem Auftritt hatte er aber alle Zuschauer hinter sich, denn er spielte mit so viel Gefühl und Leidenschaft auf seiner Mundharmonika, dass es viele Zuschauer zu Tränen rührte. Und so kämpfte sich Michael Hirte mit seiner Mundharmonika Runde für Runde weiter und krönte sich im Jahr 2008 tatsächlich zum sensationellen Gewinner dieser bekannten Show. Kurz danach brachte er sein erstes Album heraus, welches sofort zum absoluten Verkaufsschlager in der Musikwelt wurde. Es folgten Werbeverträge, eine Tournee und zahlreiche Auftritte in diversen Musiksendungen im Fernsehen. Und immer dabei war natürlich seine Mundharmonika.

Michael Hirte schaffte es vom arbeitslosen Straßenmusiker zum großen Star und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seinen Erfolg. Er ließ sich von den vielen Schicksalsschlägen in seinem Leben nicht unterkriegen und versuchte immer, das Beste aus seinem Leben zu machen. Dies war auch sein einfaches Erfolgsgeheimnis, denn er hat nie den Glauben an sich selbst verloren, egal wie schlimm die Zeiten auch waren.

Michael Hirte: „„Ich wollte kein Mitleid erregen. Mir ging es darum, zu zeigen, wie schön Mundharmonika klingt und dass man als Arbeitsloser nicht zu Hause dahinsiechen muss““

Susan Boyle -– Vom Tellerwäscher zum Millionär

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Susan Boyle wurde am 01. April 1961 im kleinen Städtchen Blackburn (Schottland) geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Sie verbrachte eine schwierige Kindheit, da sie in der Schule große Lernschwierigkeiten hatte und von den anderen Schülern deswegen ständig gehänselt wurde. Aufgrund ihrer Auffassungsschwierigkeiten wurde sie sogar von den Lehrern geschlagen und im Unterricht einfach ignoriert. Susan Boyle konnte nichts für ihre kleine Beeinträchtigung, bei der Geburt hatte sie zu wenig Luft bekommen und hatte aus diesem Grund eine leichte Gehirnverletzung davongetragen. Diese jahrelangen Demütigungen überstand sie nur durch ihre große Liebe zur Musik, denn Susan Boyle war leidenschaftliche Sängerin.

Susan Boyle: „“Ich begreife die Dinge eben langsamer als andere Leute. Es gibt nichts Schlimmeres als Menschen, die ihre Macht ausnutzen, um andere zu erniedrigen““

Susan Boyle erhielt Gesangsunterricht und sang jahrelang im Kirchenchor und in diversen Gesangsvereinen mit. Hier fühlte sie sich geborgen und konnte ihrer großen Begeisterung nachgehen, denn sie hatte eine großartige Stimme. Bei einigen Talentwettbewerben versuchte sie den Durchbruch als Solokünstlerin zu schaffen, da sie aber nicht das Aussehen und die Maße eines Supermodels hatte, beachtete man sie nie. Als sie sich später auch noch um die pflegekranke Mutter kümmern musste, stellte sie ihre Gesangskarriere komplett ein. Susan Boyle hatte immer wieder kleinere Jobs, unter anderem auch als Küchenhilfe, meistens war sie jedoch arbeitslos. Als die Mutter starb, verfiel Susan Boyle in eine tiefe Depression, sie lebte nun alleine mit ihrer Katze und hatte keinen wirklichen Sinn mehr in ihrem Leben. Um aus dem jämmerlichen Leben vielleicht doch noch ausbrechen zu können, ergriff sie eine ihrer letzten Chancen. Im Alter von bereits 48 Jahren bewarb sie sich für die Castingshow „Britain’s Got Talent“. Obwohl ihr alle Freunde und Bekannte von diesem Vorhaben aufgrund einer möglichen Blamage abrieten, schaffte es Susan Boyle, diese negativen Bemerkungen auszublenden und auf ihr Herz zu hören.

Foto von Deborah Wilbanks
unter CC BY-SA 3.0

Am 11. April 2009 betrat sie mit einem alten Sonntagskleid und einer eigenwilligen Lockenwicklerfrisur die Bühne und teilte der Jury mit, dass sie Berufssängerin werden wollte. Die Zuschauer fingen zu lachen an und die Mitglieder der Jury verdrehten nur ungläubig die Augen. Doch dann begann die unscheinbare Susan Boyle mit ihrer kräftigen Stimme zu singen, „I Dreamed a Dream“ aus dem Musical „Les Misérables“. Als sie die letzten Töne sang, hatten viele Zuschauer bereits Tränen in den Augen. Die Juroren konnten es kaum fassen und sprangen klatschend auf vor Begeisterung, denn Susan Boyle hatte eine fantastische Stimme und war trotz ihres Alters und ihres Aussehens ein wirkliches Ausnahmetalent. In dieser Show belegte sie später zwar nur den zweiten Platz, aber der heimliche Star der ganzen Sendung war Susan Boyle.

Ein Außenseiter, den die Welt bereits abgeschrieben hatte, kämpfte gegen alle Vorurteile erfolgreich an. Gegen alle Gesetze der Herkunft, der Schönheit und des Alters war Susan Boyle mutig genug, sich in das Scheinwerferlicht zu begeben und sich einem großen und kritischen Publikum zu stellen. Sie zeigte den Leuten, dass es sich immer auszahlt, an seine Träume zu glauben, egal was die anderen Menschen von einem denken.

Susan Boyle schaffte es vom klassischen Tellerwäscher zum Millionär. Die internationale Presse überschlug sich mit Berichten über die unscheinbare Frau, die nichts vorzuweisen hatte, bis auf ihr Talent und ihren außergewöhnlichen Mut, zu ihrer Leidenschaft zu stehen. Sie verkaufte Millionen von Musikplatten und stieg von einer kleinen Frau zum absoluten Superstar auf. Zusätzlich schrieb sie ein Buch über ihr Leben und ihre märchenhafte Geschichte, die sich kein Filmregisseur hätte besser ausdenken können, wurde verfilmt.

Susan Boyle: „„Das Singen hat die Leute, die mich fertiggemacht haben, zum Schweigen gebracht. Ich habe eine neue Identität gefunden, ich bin eine andere Frau geworden““

Lady Gaga -– Eine Stripperin geht ihren Weg

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Stefani Joanne Angelina Germanotta (Künstlername: Lady Gaga) wurde am 28. März 1986 in New York geboren. Schon im Kindesalter begann sie mit dem Klavierspielen, hatte stimmliches Talent und schrieb eigene Lieder. Zu den Liedern von Michael Jackson und Cindy Lauper lief die Stereoanlage immer auf Hochtouren, sie tanzte und sang dazu, als Mikrofon benutze sie einfach Salzstangen. Im Alter von 14 Jahren hatte sie erste Auftritte in diversen New Yorker Clubs, ihr musikalisches Talent war unbestritten. Doch es sollten schwierige Jahren folgen, die dem talentierten Mädchen stark zusetzen sollten.

In der High School in Manhattan besuchte sie seine römisch-katholische Mädchenschule, welche unter anderem auch von Paris und Nicky Hilton besucht wurde. Dort war es die Regel, eine Uniform zu tragen, aber in ihr kam immer wieder Experimentierfreudigkeit auf, sie trug eigens kreierte Outfits und ausgefallene Kleidungsstücke. Durch diesen extravaganten Stil wurde Sie jedoch von den meisten Mitschülern nur ausgelacht und verspottet. Es war keine leichte Zeit für sie, auch weil sie als Außenseiterin fast keine Freunde hatte. Trotz allem war sie aber eine gute Schülerin und schloss die Schule erfolgreich ab.

Lady Gaga: „„Ich befolgte sehr oft die Regeln nicht. Deshalb machten sich meine Mitschüler ständig über mich lustig““

Im Alter von 17 Jahren gehörte Lady Gaga zu einer Gruppe von nur zwanzig Bewerbern, die frühzeitig von der renommierten Künstlerschule „Tisch School of Modern Arts“ der New Yorker Universität zugelassen wurden. Die Eltern waren stolz auf ihre talentierte Tochter, denn zu den Absolventen dieser exklusiven Bildungseinrichtung gehörten auch schon Woody Allen, Alec Baldwin oder Angelina Jolie. Aber auch hier fühlte sie sich nicht richtig verstanden, sie konnte ihre Individualität nicht ausleben und fühlte sich ihrer Freiheit beraubt. Und so brach sie nach nur einem Jahr überraschend diese große Ausbildungschance ab und mietete sich ein billiges Appartement im New Yorker Stadtteil East Village. Sie hatte kein Geld, keine fertige Ausbildung und auch keine Unterstützung der Eltern mehr, die mit ihrem Schulabgang überhaupt nicht einverstanden waren. Sie hatte nur mehr ihr Talent, an welches sie weiterhin fest glaubte.

 
Um ihren Unterhalt zu verdienen musste sie verschiedene Jobs annehmen, unter anderem als Sekretärin oder als Kellnerin. Aber immer wieder zog es sie auf die Bühne um zu singen, sie handelte sich immer wieder Auftritte in diversen Clubs aus. Aber sie verdiente dadurch nicht wirklich viel Geld, und so trat sie zusätzlich als Stripperin in einer Schwulen-Bar auf. Mit dieser Freizügigkeit hatte sie kein Problem, denn sie hatte ein sehr großes Körperselbstbewusstsein. Ihr ging es um die Handlung und um die Kunst, die sie für die Zuschauer darstellen wollte. Ihre Darbietungen waren immer wieder faszinierend, auch durch ihre Ausstrahlung und ihre Bühnenpräsenz. Durch diesen Zusatzjob konnte sie weiter ihre Freiheit genießen, und konnte sich als Entertainerin weiterentwickeln. Sie wollte immer nur auf der Bühne stehen und die Menschen unterhalten, dies war ihre Berufung und daran glaubte sie. Sie sang, tanzte, kleidete sich noch immer skurril und schaffte es so, immer mehr Leute zu begeistern in den verschiedensten Clubs von New York.

Lady Gaga: „“Es gibt geborene Stars. Manche haben das gewisse Etwas, andere nicht. Ich bin jedenfalls ein Star. In dieser Zeit fand ich als Künstlerin zu mir““

Im Alter von 20 Jahren wurde dann, inspiriert durch ihre zahlreichen und außergewöhnlichen Auftritte, die Plattenfirma „Interscope“ auf sie aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. Dort schrieb und komponierte sie Songtexte für „Pussycat Dolls“ oder Britney Spears. Aber ihre wahre Berufung war die Bühne, und so war es der bekannte Musikproduzent Akon, der sie selber unter Vertrag nahm und mit ihr ein Album produzieren wollte, denn er glaubte an ihr musikalisches Talent. Es sollte ihr erstes Album „The Fame“ folgen, welches ihren internationalen Durchbruch im Musikgeschäft bedeuten sollte. Es folgte ein unglaublicher Karrieresprung und sie wurde durch ihre sonderbaren und selbstkreierten Bühnenoutfits schnell auf der ganzen Welt berühmt.

Lady Gaga hat eine bedeutende Mission, die sie den Menschen mitteilen möchte. Sie will den Menschen helfen, mit den Ungerechtigkeiten im Leben fertig zu werden. Sie selbst brauchte Jahre, bis sie die Folgen des jahrelangen Mobbings in der Schule überwunden hatte, ihr Ausweg aus dem Spott war die Musik. Sie will den Fans mitteilen, dass es nicht wichtig ist, seinen Freunden ähnlich zu sein, vielmehr geht es darum, einzigartig zu sein. Mit ihrem Stil setzt sie ein Zeichen gegen Ausgrenzung und gibt den Menschen Hoffnung, dass sie sich nicht unterkriegen lassen sollen.

Lady Gaga ging immer ihren eigenen Weg der Selbstverwirklichung. Trotz aller Widerstände und der Verhöhnung der Leute kämpfte sie für ihre Einzigartigkeit. Ob damals in der Schule, als sie durch extravagante Kleidung auffiel, oder später als Stripperin, in der sie ihre Kunst ausleben konnte. Heute ist sie mit ihrer Musik und ihrer Einstellung Vorbild für viele Menschen auf der ganzen Welt.

Lady Gaga: „“Es gibt Zeiten im Leben, da fühlst du dich nicht wie ein Gewinner, aber das bedeutet nicht, dass du keiner bist. Mit meiner Musik will ich eine besondere Atmosphäre für die Fans schaffen, in der ein Außenseiter rumhängen kann und sich nicht allein fühlt. Ich hoffe, dass die Leute in 20 Jahren sagen: Lady Gaga hat mein Leben verändert und ihre Musik gab mir Halt, als ich keinen hatte““

Der entscheidende Auftritt des Paul Potts

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Paul Potts wurde am 13. Oktober 1970 in einem Vorort von Bistrol (Südwesten von England) geboren. Bereits in jungen Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für Musik, mit sechs Jahren wollte er zum Beispiel Pfarrer werden – denn die hatten den besten Job der Welt, denn sie durften jeden Sonntag vor der versammelten Kirchengemeinde singen. Paul war ein dickliches und schüchternes Kind und wurde deshalb in der Schule immer wieder verspottet und erniedrigt. Seinen einzigen Rettungsanker fand er in seiner schon damals beeindruckenden Stimme, und so trat er bereits in frühen Jahren dem örtlichen Kirchenchor bei, um seiner Leidenschaft für Gesang nachzukommen. Es bot ihm die Möglichkeit, einer grausamen Wirklichkeit zu entfliehen und sich seine eigene kleine Welt zu erschaffen.

Paul Potts: „“Ich habe instinktiv begriffen, dass meine Stimme mein einziger richtiger Freund ist““

Als er sich mit 16 Jahren seine erste Opernplatte („La Bohème“) kaufte, entdeckte er seine Vorliebe für diesen Musikstil. Paul bildete seine Gesangsstimme durch privat finanzierten Unterricht immer weiter aus und investierte bald seine gesamten Ersparnisse in einen dreimonatigen Italien-Aufenthalt, um Oberngesang zu erlernen. Er hatte Talent, doch sein Mangel an Selbstbewusstsein stand ihm einfach im Weg und verhinderte seinen Durchbruch. Immer wieder absolvierte er Auftritte im Amateurbereich, doch ohne jeglichen Erfolg. 2003 blieb ihm das Pech treu, es wurde bei ihm ein Blinddarmdurchruch diagnostiziert, zusätzlich wurde dabei ein gutartiger Tumor an der Nebenniere festgestellt, und Paul musste operiert werden. Die Heilung nach der Operation verlief gut, aber gerade auf dem Weg der Besserung stürzte Paul mit dem Fahrrad und er brach sich das Schlüsselbein. Paul Potts war es unmöglich, unter diesen Schmerzen seine Karriere fortzusetzen und verfiel in Depressionen. Paul Potts glaubte nicht mehr an sein Talent, auch, weil keine einzige Plattenfirma auf seine Demo-Tapes auch nur einmal reagiert hatte. War dies das entgültige Ende bevor es überhaupt richtig losgegangen war?

Paul Potts: „“Mir ging es wirklich sehr, sehr schlecht und das letzte, an das ich ich dachte, war Singen““

Paul Potts arbeitete von nun an in einer Supermarktkette und später als Verkäufer von Mobiltelefonen, um sich und seine Frau über Wasser zu halten. Seine Leidenschaft als Sänger hatte er verdrängt. Als Paul 2007 zufällig eine Werbemail zur neuen Talenteshow „Britain`s Got Talent“ erhielt, kam er aber ins grübeln. Er warf eine Münze in die Luft, und als sie auf der richtigen Seite landete, überwand er sich und schickte das Anmeldeformular ab. Britain`s Got Talent ist eine Castingshow, wo Leute mit ganz unterschiedlichen Talenten auftraten und von einer Jury bewertet wurden, ähnlich dem deutschen Format „Deutschland sucht den Superstar“ („DSDS“). Nun war es soweit, der 36-jährige Paul Potts stand direkt vor seinem vielleicht letzten Auftritt, denn einen weiteren Misserfolg konnte und wollte er nicht mehr verkraften. Doch die Vorzeichen standen schlecht. Vor ihm wurde ein Ehepaar ausgebuht und laut ausgepfiffen, das Publikum lechzte förmlich nach Blut und die Stimmung war mehr als aufgeheizt.

Paul Potts: „“Ich habe mich gefragt: Worauf lasse ich mich hier gerade ein? Ich hatte keine Zuversicht, dass irgendetwas Positives dabei herauskommen würde““

Und so betrat der gehemmte Paul Potts mit einem 35-Pfund-Anzug die Bühne und trat zur Markierung vor. Sein Gesichtsausdruck war gequält, und jeder Zuschauer bemerkte seine grenzenlose Nervosität. Als er auch noch verkündete eine Oper zu singen zu wollen, verdrehte der Juror Simon Colwells, der für seine ausschweifenden Sprüche bekannt war (der „Dieter Bohlen“ der Show), bereits ungläubig die Augen. Das ganze Publikum erwartete eine peinliche Vorstellung, in den Gesichtern zeigten sich Unmut und Abgeneigtheit. Paul Potts wollte umkehren und weglaufen, doch er war in diesem Moment wie gelähmt. Plötzlich begann die Musik zu spielen – und Paul war wieder in seiner Welt in der er sich so wohl fühlte. Er begann zu singen und vergaß alles andere um sich.

Paul Potts: „„Als ich aufhörte zu singen, raste mein Herz wie verrückt, denn ich hatte absolut keine Ahnung, was die Jury-Mitglieder sagen würden““

Als Paul Potts seine Arie aus der Oper von Puccini`s „Nessun Dorma“ beendet hatte, herrschte Stille. Er dachte an einen völligen Misserfolg. Doch plötzlich brach unbeschreiblicher Jubel unter den Zuschauern aus und es gab „Standing Ovations“ für diese unglaubliche Darbietung. Die Jury war sprachlos aufgrund dieser imposanten Stimme und da bemerkte Paul Potts zum ersten Mal die gerührten Gesichter der Menschen, und die meisten hatten Tränen in den Augen – wie auch bei der sonst so harten Jurorin Amanda Halden. Paul Potts begeisterte das Publikum, die Juroren und Millionen von Zuschauern vor den Fernsehgeräten. Und sie wählten Paul Potts einige Zeit später zum Gewinner dieser Show, wo zeitweillig über 40% aller Briten zuschauten.

Paul Potts hatte seinen Durchbruch nun endlich geschafft, kurze Zeit später trat er bereits vor der britische Königin Elisabeth II auf und nahm sein erstes Album auf. Hätte es „Britain`s got Talent“ nicht gegeben, Paul Potts hätte das Singen möglicherweise komplett aufgegeben. Doch eine Anmeldung und ein Auftritt später veränderten das Leben des sympathischen Briten. Oft fehlt im Leben nur ein entscheidender Gedanke, um seine Träume zu verwirklichen. Im Leben des Paul Potts war es die Anmeldung zu dieser einen Castingshow, um ihn auf die richtige Spur zu bringen.

Paul Potts: „“Es hat mein ganzes Leben verändert. Ich fühlte mich so klein und unbedeutend. Doch jetzt bin ich jemand – ich bin Paul Potts und dies ist, was ich tue““